Pronomen und Verb passen zusammen
ich lerne · du lernst · er lernt · wir lernen · ihr lernt · sie/Sie lernen. Der Wechsel des Subjekts kann also eine neue Verbform verlangen.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Ich, mich oder mir? Lerne die Personalpronomen kennen, ersetze Wiederholungen und finde die passende Form für jeden Satz.
Dieselbe Person – eine andere Form im Satz.
„Mila entdeckt einen Igel. Mila beobachtet den Igel. Mila hilft dem Igel.“ Der Text ist verständlich, wiederholt aber dieselben Namen und Nomen. Mit Personalpronomen kannst du an Bekanntes anknüpfen: „Mila entdeckt einen Igel. Sie beobachtet ihn. Sie hilft ihm.“
Personalpronomen heißen auch persönliche Fürwörter. Sie bezeichnen die sprechende oder angesprochene Person und verweisen auf andere Personen, Tiere oder Dinge. „Persönlich“ bedeutet also nicht, dass nur Menschen gemeint sein können.
| Person | Singular: Einzahl | Plural: Mehrzahl | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1. Person | ich | wir | Die sprechende Person; bei wir mit weiteren Personen. |
| 2. Person | du | ihr | Die angesprochene Person oder Gruppe. |
| 3. Person | er · sie · es | sie | Andere Personen, Tiere, Dinge oder bereits Genanntes. |
Wenn Ben sagt „Ich lese“, meint „ich“ Ben. Wenn Mila denselben Satz sagt, meint „ich“ Mila. Wer mit einem Pronomen gemeint ist, ergibt sich aus der Sprechsituation oder aus dem Textzusammenhang.
Die Höflichkeitsform lautet Sie. Du verwendest sie für eine Person oder mehrere Personen: „Frau Kaya, lesen Sie vor?“ – „Herr und Frau Kaya, lesen Sie vor?“ Das Verb hat dabei dieselbe Form wie bei „sie“ in der 3. Person Plural.
ich lerne · du lernst · er lernt · wir lernen · ihr lernt · sie/Sie lernen. Der Wechsel des Subjekts kann also eine neue Verbform verlangen.
In „Mila trifft Nora. Sie lacht“ ist ohne weiteren Zusammenhang nicht eindeutig, wer lacht. Wiederhole den Namen, wenn das Pronomen mehrere passende Bezüge hätte.
Bei Dingen orientiert sich das Pronomen im Singular am grammatischen Geschlecht des Bezugsnomens: der Rucksack → er, die Tasche → sie, das Heft → es. In der Mehrzahl heißt es für alle drei „sie“: die Rucksäcke, Taschen oder Hefte → sie.
Bei Personen kann neben dem grammatischen Geschlecht auch das Geschlecht der gemeinten Person eine Rolle spielen. Deshalb sind nach „Das Mädchen kommt herein“ im weiteren Text Bezüge mit „es“ oder mit „sie“ möglich. Für eindeutige Anfangsübungen verwenden wir deshalb hier Nomen wie „der Igel“, „die Tasche“ und „das Heft“.
Ein Pronomen muss zur Aufgabe seiner Wortgruppe im Satz passen. Vergleiche: „Ich winke.“ – „Mila sieht mich.“ – „Mila hilft mir.“ Es geht immer um dieselbe Person, aber um verschiedene Fälle.
| Person / Bezug | Nominativ: wer? | Akkusativ: wen? | Dativ: wem? |
|---|---|---|---|
| 1. Person Singular | ich | mich | mir |
| 2. Person Singular | du | dich | dir |
| 3. Person Singular, maskulin | er | ihn | ihm |
| 3. Person Singular, feminin | sie | sie | ihr |
| 3. Person Singular, neutral | es | es | ihm |
| 1. Person Plural | wir | uns | uns |
| 2. Person Plural | ihr | euch | euch |
| 3. Person Plural | sie | sie | ihnen |
| Höfliche Anrede | Sie | Sie | Ihnen |
Lerne die Formen möglichst in kurzen Sätzen: Ich lese. Du rufst mich. Du hilfst mir. So verknüpfst du die Form mit ihrem Gebrauch. Einige Formen bleiben in mehreren Fällen gleich: „uns“ kann Dativ oder Akkusativ sein.
Auch Präpositionen wirken auf die Form: mit mir, mit dir, mit ihm (Dativ), aber für mich, für dich, für ihn (Akkusativ). Wenn du dabei unsicher bist, wiederhole die vier Fälle.
Personalpronomen besitzen auch Genitivformen. Sie sind heute selten und kommen vor allem in gehobenen oder festen Formulierungen vor, etwa: „Wir gedenken ihrer.“ Hier bedeutet „ihrer“: einer zuvor genannten Person oder Gruppe wird gedacht.
| Nominativ | Genitiv |
|---|---|
| ich · du | meiner · deiner |
| er · sie · es | seiner · ihrer · seiner |
| wir · ihr · sie | unser · euer · ihrer |
| Sie (Anrede) | Ihrer |
Verwechsle die Form nicht mit einem Possessivbegleiter: In „Das ist mein Heft“ zeigt „mein“ Zugehörigkeit an und begleitet das Nomen. Die Tabellenform „meiner“ ist also nicht die pauschale Antwort auf jede Frage nach Besitz.
| Beispiel | Bedeutung | Woran erkennst du es? |
|---|---|---|
| Mila liest. Sie übt. | 3. Person Singular | Der Bezug ist Mila; das Verb steht im Singular. Das große S entsteht hier durch den Satzanfang. |
| Mila und Ben lesen. Sie üben. | 3. Person Plural | Der Bezug ist eine Gruppe; das Verb lautet üben. |
| Frau Kaya, üben Sie mit? | Höfliche Anrede | Frau Kaya wird direkt angesprochen. Sie wird auch mitten im Satz großgeschrieben. |
| Mila, ich helfe dir. | Vertraute Anrede im Dativ | Dir gehört zu du. |
| Frau Kaya, ich helfe Ihnen. | Höfliche Anrede im Dativ | Ihnen gehört zur Höflichkeitsform Sie und wird großgeschrieben. |
Auch ihr hat mehrere Verwendungen: „Ihr lest“ spricht eine Gruppe an; „Ich helfe ihr“ verweist im Dativ auf eine weibliche Person oder ein feminines Bezugsnomen. In „ihr Buch“ steht dagegen ein Possessivbegleiter beim Nomen. Prüfe immer den ganzen Satz.
Du, ihr, dir und euch werden normalerweise kleingeschrieben, sofern sie nicht am Satzanfang stehen. In Briefen und vergleichbaren persönlichen Mitteilungen ist bei der direkten Anrede auch Großschreibung möglich. Die höfliche Anrede Sie, Ihnen, Ihr schreibt man dagegen groß.
„Mila wäscht sie“ meint normalerweise eine andere weibliche Person. „Mila wäscht sich“ bezieht sich auf Mila selbst. Sich ist ein Reflexivpronomen. In der 1. und 2. Person können dieselben Formen wie bei Personalpronomen reflexiv gebraucht werden: „Ich wasche mich.“ Reflexivpronomen sind ein eigenes Folgethema.
Wechsle die Auswahl und vergleiche beide Zeilen. Die Bausteine nennen jeweils Bezug, Person oder Fall. Nominativ ist blau, Dativ grün und Akkusativ orange.
Gemeint bleibt Ben. Die Perspektive wechselt: Ben nennt sich „ich“, Mila spricht ihn mit „du“ an. Deshalb verändert sich auch die Verbform.
Überarbeite: „Ben findet einen Vogel. Ben beobachtet den Vogel. Ben bringt dem Vogel Wasser.“ Ersetze passende Wiederholungen durch Personalpronomen. Schreibe daneben, worauf jedes Pronomen verweist und in welchem Fall es steht.
„Ben findet einen Vogel. Er beobachtet ihn. Er bringt ihm Wasser.“ Er verweist auf Ben (Nominativ), ihn auf den Vogel (Akkusativ), ihm auf den Vogel (Dativ).
Prüfe: Bleibt jeder Bezug klar? Passen Genus und Numerus? Verlangt das Verb oder eine Präposition einen bestimmten Fall? Wenn eine zusätzliche männliche Person vorkäme, könnte eine Namenswiederholung nötig werden.
Einstieg: Zwei Lernende sprechen denselben Satz mit ich. Die Klasse erklärt, warum sich der Bezug ändert.
Differenzierung: Zunächst klare Bezüge im Nominativ ersetzen; danach ihn/ihm und sie/ihr vergleichen. Als Erweiterung mehrdeutige Kurztexte überarbeiten.
Transfer: Einen selbst geschriebenen Text auf unklare Pronomenbezüge prüfen. Namen nur dort ersetzen, wo die Zuordnung verständlich bleibt.
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