„Mila entdeckt einen Igel. Mila beobachtet den Igel. Mila hilft dem Igel.“ Der Text ist verständlich, wiederholt aber dieselben Namen und Nomen. Mit Personalpronomen kannst du an Bekanntes anknüpfen: „Mila entdeckt einen Igel. Sie beobachtet ihn. Sie hilft ihm.“
den IgelNomengruppe · Akkusativ→ersetzen durchihnPersonalpronomen · Akkusativ
Personalpronomen heißen auch persönliche Fürwörter. Sie bezeichnen die sprechende oder angesprochene Person und verweisen auf andere Personen, Tiere oder Dinge. „Persönlich“ bedeutet also nicht, dass nur Menschen gemeint sein können.
Das lernst du: Person und Zahl erkennen, Nomen durch passende Pronomen ersetzen, Nominativ, Dativ und Akkusativ unterscheiden sowie sie, Sie und ihr im Zusammenhang verstehen.
Person und Zahl: Wer spricht mit wem?
Die Grundformen im Nominativ
Person
Singular: Einzahl
Plural: Mehrzahl
Bedeutung
1. Person
ich
wir
Die sprechende Person; bei wir mit weiteren Personen.
2. Person
du
ihr
Die angesprochene Person oder Gruppe.
3. Person
er · sie · es
sie
Andere Personen, Tiere, Dinge oder bereits Genanntes.
Wenn Ben sagt „Ich lese“, meint „ich“ Ben. Wenn Mila denselben Satz sagt, meint „ich“ Mila. Wer mit einem Pronomen gemeint ist, ergibt sich aus der Sprechsituation oder aus dem Textzusammenhang.
Die Höflichkeitsform lautet Sie. Du verwendest sie für eine Person oder mehrere Personen: „Frau Kaya, lesen Sie vor?“ – „Herr und Frau Kaya, lesen Sie vor?“ Das Verb hat dabei dieselbe Form wie bei „sie“ in der 3. Person Plural.
Pronomen und Verb passen zusammen
ich lerne · du lernst · er lernt · wir lernen · ihr lernt · sie/Sie lernen. Der Wechsel des Subjekts kann also eine neue Verbform verlangen.
Der Bezug muss verständlich bleiben
In „Mila trifft Nora. Sie lacht“ ist ohne weiteren Zusammenhang nicht eindeutig, wer lacht. Wiederhole den Namen, wenn das Pronomen mehrere passende Bezüge hätte.
Bei Dingen orientiert sich das Pronomen im Singular am grammatischen Geschlecht des Bezugsnomens: der Rucksack → er, die Tasche → sie, das Heft → es. In der Mehrzahl heißt es für alle drei „sie“: die Rucksäcke, Taschen oder Hefte → sie.
Genauer: grammatisches Geschlecht und Personen
Bei Personen kann neben dem grammatischen Geschlecht auch das Geschlecht der gemeinten Person eine Rolle spielen. Deshalb sind nach „Das Mädchen kommt herein“ im weiteren Text Bezüge mit „es“ oder mit „sie“ möglich. Für eindeutige Anfangsübungen verwenden wir deshalb hier Nomen wie „der Igel“, „die Tasche“ und „das Heft“.
Der Fall verändert die Form: ich, mich, mir
Ein Pronomen muss zur Aufgabe seiner Wortgruppe im Satz passen. Vergleiche: „Ich winke.“ – „Mila sieht mich.“ – „Mila hilft mir.“ Es geht immer um dieselbe Person, aber um verschiedene Fälle.
Personalpronomen in drei häufigen Fällen
Person / Bezug
Nominativ: wer?
Akkusativ: wen?
Dativ: wem?
1. Person Singular
ich
mich
mir
2. Person Singular
du
dich
dir
3. Person Singular, maskulin
er
ihn
ihm
3. Person Singular, feminin
sie
sie
ihr
3. Person Singular, neutral
es
es
ihm
1. Person Plural
wir
uns
uns
2. Person Plural
ihr
euch
euch
3. Person Plural
sie
sie
ihnen
Höfliche Anrede
Sie
Sie
Ihnen
Lerne die Formen möglichst in kurzen Sätzen: Ich lese. Du rufst mich. Du hilfst mir. So verknüpfst du die Form mit ihrem Gebrauch. Einige Formen bleiben in mehreren Fällen gleich: „uns“ kann Dativ oder Akkusativ sein.
Eine Nomengruppe durch ein Pronomen ersetzen
Bestimme den Bezug. „Mila hilft dem Igel.“ Gemeint ist der Igel: maskulin, Singular.
Bestimme den Fall im neuen Satz. Wem hilft Mila? Dem Igel → Dativ. Das Verb helfen verlangt diese Form.
Wähle die passende Pronomenform. Maskulin, Singular, Dativ → ihm. Der Satz lautet „Mila hilft ihm“.
Ersetze die ganze Nomengruppe. Aus „Mila hilft dem kleinen Igel“ wird ebenfalls „Mila hilft ihm“. Artikel und Adjektiv werden mit ersetzt.
Der Bezug bleibt, der Fall kann wechseln. „Der Igel schläft. Mila hilft ihm.“ Der Igel steht im ersten Satz im Nominativ. Im zweiten Satz verlangt helfen den Dativ. Das Pronomen übernimmt also nicht einfach den Fall aus dem vorherigen Satz.
Auch Präpositionen wirken auf die Form: mit mir, mit dir, mit ihm (Dativ), aber für mich, für dich, für ihn (Akkusativ). Wenn du dabei unsicher bist, wiederhole die vier Fälle.
Vertiefung: Personalpronomen im Genitiv
Personalpronomen besitzen auch Genitivformen. Sie sind heute selten und kommen vor allem in gehobenen oder festen Formulierungen vor, etwa: „Wir gedenken ihrer.“ Hier bedeutet „ihrer“: einer zuvor genannten Person oder Gruppe wird gedacht.
Seltene Genitivformen
Nominativ
Genitiv
ich · du
meiner · deiner
er · sie · es
seiner · ihrer · seiner
wir · ihr · sie
unser · euer · ihrer
Sie (Anrede)
Ihrer
Verwechsle die Form nicht mit einem Possessivbegleiter: In „Das ist mein Heft“ zeigt „mein“ Zugehörigkeit an und begleitet das Nomen. Die Tabellenform „meiner“ ist also nicht die pauschale Antwort auf jede Frage nach Besitz.
Sie, sie und ihr: Der Zusammenhang entscheidet
Gleiche Form, unterschiedliche Bedeutung
Beispiel
Bedeutung
Woran erkennst du es?
Mila liest. Sie übt.
3. Person Singular
Der Bezug ist Mila; das Verb steht im Singular. Das große S entsteht hier durch den Satzanfang.
Mila und Ben lesen. Sie üben.
3. Person Plural
Der Bezug ist eine Gruppe; das Verb lautet üben.
Frau Kaya, üben Sie mit?
Höfliche Anrede
Frau Kaya wird direkt angesprochen. Sie wird auch mitten im Satz großgeschrieben.
Mila, ich helfe dir.
Vertraute Anrede im Dativ
Dir gehört zu du.
Frau Kaya, ich helfe Ihnen.
Höfliche Anrede im Dativ
Ihnen gehört zur Höflichkeitsform Sie und wird großgeschrieben.
Auch ihr hat mehrere Verwendungen: „Ihr lest“ spricht eine Gruppe an; „Ich helfe ihr“ verweist im Dativ auf eine weibliche Person oder ein feminines Bezugsnomen. In „ihr Buch“ steht dagegen ein Possessivbegleiter beim Nomen. Prüfe immer den ganzen Satz.
Du, ihr, dir und euch werden normalerweise kleingeschrieben, sofern sie nicht am Satzanfang stehen. In Briefen und vergleichbaren persönlichen Mitteilungen ist bei der direkten Anrede auch Großschreibung möglich. Die höfliche Anrede Sie, Ihnen, Ihr schreibt man dagegen groß.
Abgrenzung: Personalpronomen oder Reflexivpronomen?
„Mila wäscht sie“ meint normalerweise eine andere weibliche Person. „Mila wäscht sich“ bezieht sich auf Mila selbst. Sich ist ein Reflexivpronomen. In der 1. und 2. Person können dieselben Formen wie bei Personalpronomen reflexiv gebraucht werden: „Ich wasche mich.“ Reflexivpronomen sind ein eigenes Folgethema.
Pronomen-Explorer: Bezug und Form vergleichen
Wer ist gemeint – und welcher Fall passt?
Wechsle die Auswahl und vergleiche beide Zeilen. Die Bausteine nennen jeweils Bezug, Person oder Fall. Nominativ ist blau, Dativ grün und Akkusativ orange.
Gemeint bleibt Ben. Die Perspektive wechselt: Ben nennt sich „ich“, Mila spricht ihn mit „du“ an. Deshalb verändert sich auch die Verbform.
Typische Pronomenfehler vermeiden
„Mila hilft ihn.“ Helfen verlangt Dativ: „Mila hilft ihm.“ Ihn ist die Akkusativform, zum Beispiel in „Mila sieht ihn“.
„Ein Pronomen behält den Fall seines Bezugsworts.“ Der Fall wird im neuen Satz bestimmt: „Der Hund kommt. Ich sehe ihn.“ Der Hund steht im Nominativ, ihn im Akkusativ.
„Ein großes Sie bedeutet immer höfliche Anrede.“ Am Satzanfang wird auch ein normales sie groß: „Mila kommt. Sie winkt.“ Prüfe den Bezug und die Sprechsituation.
„Personalpronomen stehen nur für Personen.“ Auch ein Gegenstand kann gemeint sein: „Das Fahrrad ist neu. Es fährt gut.“
„Man sollte Namen immer durch Pronomen ersetzen.“ Nur wenn der Bezug klar bleibt. Bei „Ben trifft Leo. Er lacht“ kann eine Namenswiederholung nötig sein.
Selbst ausprobieren
Üben & prüfen
Mit Erklärungen üben oder dein Wissen testen – du entscheidest.
Personalpronomen sicher einsetzen
3 · Einen Text flüssig und eindeutig schreiben
Überarbeite: „Ben findet einen Vogel. Ben beobachtet den Vogel. Ben bringt dem Vogel Wasser.“ Ersetze passende Wiederholungen durch Personalpronomen. Schreibe daneben, worauf jedes Pronomen verweist und in welchem Fall es steht.
Mögliche Lösung und Selbstcheck
„Ben findet einen Vogel. Er beobachtet ihn. Er bringt ihm Wasser.“ Er verweist auf Ben (Nominativ), ihn auf den Vogel (Akkusativ), ihm auf den Vogel (Dativ).
Prüfe: Bleibt jeder Bezug klar? Passen Genus und Numerus? Verlangt das Verb oder eine Präposition einen bestimmten Fall? Wenn eine zusätzliche männliche Person vorkäme, könnte eine Namenswiederholung nötig werden.
Wie sicher bist du jetzt?
Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.
Ersetze die markierte Wortgruppe. Schreibe nur das passende Personalpronomen. Die gesamte markierte Wortgruppe wird ersetzt.
Lösungen mit Erklärungen
ihn – Den Igel steht im Akkusativ. Die passende Form lautet ihn.
sie – Die Tasche wird im Akkusativ durch sie ersetzt.
sie – Im Akkusativ Plural heißt das Personalpronomen sie.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Pronomen, IDS: Kasus und LehrplanPLUS Deutsch 5. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.