Person oder Sache?
„Ich suche jemanden, der mir hilft.“ → eine Person.
„Ich suche etwas zum Schreiben.“ → eine Sache.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Personen, Dinge und Mengen unbestimmt benennen: Wähle passende Pronomen, erkenne ihre Fälle und verbinde sie mit der richtigen Verbform.
„Jemand klopft an die Tür.“ Du weißt, dass eine Person klopft, aber der Satz sagt nicht, wer es ist. „Etwas liegt auf dem Tisch.“ Auch hier bleibt die Sache zunächst unbestimmt. Solche Wörter heißen Indefinitpronomen oder unbestimmte Fürwörter.
Die Gruppe ist vielfältig. Manche Wörter lassen offen, wer oder was gemeint ist. Andere geben eine Menge an, beziehen alle Mitglieder einer Gruppe ein oder verneinen: einige, alle, jeder, niemand, nichts, keiner. Unbestimmt bedeutet deshalb nicht immer, dass du gar nichts über die gemeinte Menge weißt.
| Wort oder Wortgruppe | Wozu du es brauchst | Beispiel |
|---|---|---|
| jemand / irgendjemand | Eine nicht näher bezeichnete Person | Jemand hat angerufen. |
| niemand | Keine Person | Niemand hat angerufen. |
| etwas / irgendetwas | Eine nicht näher bezeichnete Sache | Etwas fehlt noch. |
| nichts | Keine Sache in dem gemeinten Zusammenhang | Nichts fehlt. |
| einige / manche / mehrere | Eine nicht genau bezifferte Anzahl | Einige warten draußen. |
| alle | Die ganze gemeinte Gruppe | Alle warten draußen. |
| jeder / jede / jedes | Jedes einzelne Mitglied einer Gruppe | Jeder bekommt eine Karte. |
| einer / eine / eines | Ein einzelnes Mitglied oder Exemplar | Von den Stiften fehlt einer. |
| keiner / keine / keines | Kein Mitglied oder Exemplar | Von den Stiften fehlt keiner. |
| man | Menschen allgemein oder eine unbestimmte Personengruppe | Hier kann man leise arbeiten. |
Der Zusammenhang grenzt die Gruppe ein: „Alle sind da“ kann zum Beispiel alle Kinder der Klasse meinen. Alle bedeutet dann nicht alle Menschen der Welt. „Einige sind da“ gibt keine genaue Zahl an.
„Ich suche jemanden, der mir hilft.“ → eine Person.
„Ich suche etwas zum Schreiben.“ → eine Sache.
„Nicht alle sind da.“ → Mindestens eine Person fehlt.
„Niemand ist da.“ → Keine Person der gemeinten Gruppe ist anwesend.
Mit irgend- betonst du oft, dass die genaue Identität offen oder gleichgültig ist: „Irgendjemand weiß bestimmt Rat.“ Es geht weiterhin um eine Person; einen Namen nennt der Satz nicht.
Nicht alle Wörter dieser Gruppe werden gleich gebeugt. Etwas und nichts bleiben in den hier behandelten Verwendungen unverändert: „Etwas fehlt.“ – „Ich sehe etwas.“ Bei jemand und niemand kann der Fall durch eine Endung sichtbar werden.
| Fall | jemand | niemand |
|---|---|---|
| Nominativ | jemand | niemand |
| Genitiv | jemandes | niemandes |
| Dativ | jemandem (auch: jemand) | niemandem (auch: niemand) |
| Akkusativ | jemanden (auch: jemand) | niemanden (auch: niemand) |
„Ich helfe jemandem“ zeigt den Dativ deutlich. „Ich sehe niemanden“ zeigt den Akkusativ. Endungslose Formen sind ebenfalls möglich. Zum Einüben der Fälle helfen dir zunächst die Formen mit sichtbarer Endung. Der Genitiv kommt seltener vor, etwa in „Das ist niemandes Schuld“.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | jeder | jede | jedes |
| Genitiv | jedes | jeder | jedes |
| Dativ | jedem | jeder | jedem |
| Akkusativ | jeden | jede | jedes |
Welche Form passt, hängt von der gemeinten Person oder Sache und dem Fall ab: „Von den Jungen erhält jeder eine Karte.“ – „Ich gebe jedem eine Karte.“ Das Wort kann auch ein Nomen begleiten: „Ich gebe jedem Kind eine Karte.“
Im Plural achtest du besonders auf den Dativ: „Ich spreche mit allen.“ – „Ich helfe einigen.“ – „Ich danke manchen.“ In „mit allen Kindern“ trägt auch Kinder die zusätzliche Dativ-Plural-Endung -n.
Einige Kinder nennt die Gruppe ausdrücklich. In „Einige lesen schon“ steht einige selbstständig. Im Schulunterricht wird die Bezeichnung Indefinitpronomen teilweise als Oberbegriff für beide Verwendungen genutzt.
Die Unterscheidung hilft dir beim Satzbau: Prüfe, ob ein Nomen zur gleichen Wortgruppe gehört. „Jede Aufgabe ist wichtig“ enthält einen Begleiter; „Jede ist wichtig“ verwendet jede selbstständig, wenn vorher von Aufgaben die Rede war.
„Jeder hat eine Idee.“
„Niemand fehlt.“
„Man lernt dazu.“
Obwohl jeder viele Personen einzeln einschließen kann, steht das Verb hier im Singular.
„Alle haben eine Idee.“
„Einige fehlen.“
„Mehrere lernen zusammen.“
Diese Subjekte bezeichnen hier mehrere Personen; das Verb steht im Plural.
„Hier darf man lesen.“ Man steht in dieser Verwendung im Nominativ und verlangt die 3. Person Singular. Es bezeichnet Menschen allgemein und hat nichts mit einem männlichen Geschlecht zu tun. Mann ist dagegen ein Nomen: „Der Mann liest.“
Für entsprechende unbestimmte Bezüge im Akkusativ und Dativ verwendet man einen und einem: „Das kann einen überraschen.“ – „Musik kann einem helfen.“ Man selbst wird also nicht zu „manem“ oder „manen“ gebeugt.
In „Ich lerne etwas Neues“ wird neu als Nomen gebraucht. Darum schreibt man Neues groß. Genauso: „nichts Wichtiges“, „alles Gute“ und „viel Schönes“. Die Pronomen etwas und nichts bleiben mitten im Satz klein.
Vergleiche mit einem ausdrücklich genannten Nomen: „Ich lerne eine neue Regel.“ Hier beschreibt neue das Nomen Regel und wird kleingeschrieben.
Orange kennzeichnet die untersuchten Pronomen oder Begleiter, Blau das zugehörige Nomen und Grün die wichtige Verbform. Jede Auswahl zeigt zwei vergleichbare Beispiele.
Jemand lässt offen, welche Person angerufen hat. Niemand verneint, dass eine Person angerufen hat. Beide Subjekte verlangen hier Singular.
Formuliere drei kurze Sätze über eine Gruppenarbeit: Nenne zuerst, dass alle eine Aufgabe haben; dann, dass eine nicht näher genannte Person Hilfe braucht; zuletzt, dass keine Person ausgeschlossen wird. Erkläre, warum deine Pronomen passen.
„Alle haben eine Aufgabe. Jemand braucht Hilfe. Niemand wird ausgeschlossen.“
Alle schließt die gesamte Gruppe ein; jemand lässt die Person offen; niemand verneint einen Ausschluss für jede Person der Gruppe. Achte auf haben im Plural sowie braucht und wird im Singular. Wenn du weißt, wer Hilfe braucht und dies wichtig ist, kannst du den Namen ergänzen.
Einstieg: Aussagen über eine bekannte Gruppe sammeln: alle, einige, niemand. Die Bedeutungsunterschiede mit konkreten Beispielen erklären lassen.
Differenzierung: Erst passende Bedeutungen wählen; dann Fälle und Verbformen begründen. Stärkere Lernende vergleichen „nicht alle“ mit „niemand“.
Transfer: Kurze Mitteilungen auf unnötig ungenaue Angaben prüfen. Diskutieren, wann ein unbestimmter Bezug sinnvoll ist und wann Namen oder Zahlen helfen.
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