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Indefinitpronomen: jemand, alle und man

Personen, Dinge und Mengen unbestimmt benennen: Wähle passende Pronomen, erkenne ihre Fälle und verbinde sie mit der richtigen Verbform.

Verstehen · ausprobieren · selbst anwenden
Etwa 25–35 Minuten mit Übungen · je nach Lernstand

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Was kannst du schon?

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Das passende Wort oder die passende Form. Nutze die Bedeutung und den Fall. Die Hinweise grenzen die gesuchte Antwort ein.

Gesucht ist jemand oder niemand.

Gesucht ist etwas oder nichts.

Jeder Junge erhält eine Karte. Setze jeder in den Dativ.

Lösungen mit Erklärungen
  1. jemand – Jemand bezeichnet eine nicht näher genannte Person.
  2. etwas – Etwas bezeichnet eine nicht näher bestimmte Sache.
  3. jedem – Geben: Ich gebe wem? Jedem. Hier brauchst du Dativ.

Direkt mit der Erklärung beginnen →

JederSingularhatpassende Verbformeine Idee.Ergänzung
AllePluralhabenpassende Verbformeine Idee.Ergänzung

Jemand, etwas, alle: Personen und Dinge unbestimmt benennen

„Jemand klopft an die Tür.“ Du weißt, dass eine Person klopft, aber der Satz sagt nicht, wer es ist. „Etwas liegt auf dem Tisch.“ Auch hier bleibt die Sache zunächst unbestimmt. Solche Wörter heißen Indefinitpronomen oder unbestimmte Fürwörter.

JemandPerson nicht näher genannthatVerbetwasSache nicht näher genanntvergessen.Verbteil

Die Gruppe ist vielfältig. Manche Wörter lassen offen, wer oder was gemeint ist. Andere geben eine Menge an, beziehen alle Mitglieder einer Gruppe ein oder verneinen: einige, alle, jeder, niemand, nichts, keiner. Unbestimmt bedeutet deshalb nicht immer, dass du gar nichts über die gemeinte Menge weißt.

Das lernst du: passende Indefinitpronomen auswählen, ihre Bedeutung vergleichen, wichtige Formen beugen, die Verbform anpassen und man von Mann unterscheiden.

Welches Wort passt zu deiner Aussage?

Häufige Indefinitpronomen und ihre Bedeutung
Wort oder Wortgruppe Wozu du es brauchst Beispiel
jemand / irgendjemand Eine nicht näher bezeichnete Person Jemand hat angerufen.
niemand Keine Person Niemand hat angerufen.
etwas / irgendetwas Eine nicht näher bezeichnete Sache Etwas fehlt noch.
nichts Keine Sache in dem gemeinten Zusammenhang Nichts fehlt.
einige / manche / mehrere Eine nicht genau bezifferte Anzahl Einige warten draußen.
alle Die ganze gemeinte Gruppe Alle warten draußen.
jeder / jede / jedes Jedes einzelne Mitglied einer Gruppe Jeder bekommt eine Karte.
einer / eine / eines Ein einzelnes Mitglied oder Exemplar Von den Stiften fehlt einer.
keiner / keine / keines Kein Mitglied oder Exemplar Von den Stiften fehlt keiner.
man Menschen allgemein oder eine unbestimmte Personengruppe Hier kann man leise arbeiten.

Der Zusammenhang grenzt die Gruppe ein: „Alle sind da“ kann zum Beispiel alle Kinder der Klasse meinen. Alle bedeutet dann nicht alle Menschen der Welt. „Einige sind da“ gibt keine genaue Zahl an.

Person oder Sache?

„Ich suche jemanden, der mir hilft.“ → eine Person.

„Ich suche etwas zum Schreiben.“ → eine Sache.

Nicht alle ist nicht niemand

„Nicht alle sind da.“ → Mindestens eine Person fehlt.

„Niemand ist da.“ → Keine Person der gemeinten Gruppe ist anwesend.

Mit irgend- betonst du oft, dass die genaue Identität offen oder gleichgültig ist: „Irgendjemand weiß bestimmt Rat.“ Es geht weiterhin um eine Person; einen Namen nennt der Satz nicht.

Welche Indefinitpronomen verändern ihre Form?

Nicht alle Wörter dieser Gruppe werden gleich gebeugt. Etwas und nichts bleiben in den hier behandelten Verwendungen unverändert: „Etwas fehlt.“ – „Ich sehe etwas.“ Bei jemand und niemand kann der Fall durch eine Endung sichtbar werden.

Jemand und niemand in den vier Fällen
Fall jemand niemand
Nominativ jemand niemand
Genitiv jemandes niemandes
Dativ jemandem (auch: jemand) niemandem (auch: niemand)
Akkusativ jemanden (auch: jemand) niemanden (auch: niemand)

„Ich helfe jemandem“ zeigt den Dativ deutlich. „Ich sehe niemanden“ zeigt den Akkusativ. Endungslose Formen sind ebenfalls möglich. Zum Einüben der Fälle helfen dir zunächst die Formen mit sichtbarer Endung. Der Genitiv kommt seltener vor, etwa in „Das ist niemandes Schuld“.

Jeder: Formen im Singular
Fall Maskulin Feminin Neutrum
Nominativ jeder jede jedes
Genitiv jedes jeder jedes
Dativ jedem jeder jedem
Akkusativ jeden jede jedes

Welche Form passt, hängt von der gemeinten Person oder Sache und dem Fall ab: „Von den Jungen erhält jeder eine Karte.“ – „Ich gebe jedem eine Karte.“ Das Wort kann auch ein Nomen begleiten: „Ich gebe jedem Kind eine Karte.“

Im Plural achtest du besonders auf den Dativ: „Ich spreche mit allen.“ – „Ich helfe einigen.“ – „Ich danke manchen.“ In „mit allen Kindern“ trägt auch Kinder die zusätzliche Dativ-Plural-Endung -n.

Auch einer und keiner passen sich an. „Ein Stift fehlt – einer fehlt.“ „Eine Karte fehlt – eine fehlt.“ „Ein Heft fehlt – eins/eines fehlt.“ Bei einer Verneinung: keiner, keine, keins/keines. Lerne die Form zusammen mit dem gemeinten Nomen und dem benötigten Fall.

Selbstständiges Pronomen oder Begleiter beim Nomen?

Das Nomen wird mitgenannt
EinigeBegleiterKinderNomenlesen.Verb
Das Nomen ist aus dem Zusammenhang bekannt
Einigeselbstständiges PronomenlesenVerbschon.Ergänzung

Einige Kinder nennt die Gruppe ausdrücklich. In „Einige lesen schon“ steht einige selbstständig. Im Schulunterricht wird die Bezeichnung Indefinitpronomen teilweise als Oberbegriff für beide Verwendungen genutzt.

Die Unterscheidung hilft dir beim Satzbau: Prüfe, ob ein Nomen zur gleichen Wortgruppe gehört. „Jede Aufgabe ist wichtig“ enthält einen Begleiter; „Jede ist wichtig“ verwendet jede selbstständig, wenn vorher von Aufgaben die Rede war.

Die Verbform muss passen

Singular

„Jeder hat eine Idee.“
„Niemand fehlt.“
„Man lernt dazu.“

Obwohl jeder viele Personen einzeln einschließen kann, steht das Verb hier im Singular.

Plural

„Alle haben eine Idee.“
„Einige fehlen.“
„Mehrere lernen zusammen.“

Diese Subjekte bezeichnen hier mehrere Personen; das Verb steht im Plural.

Man: klein, mit einem n und ohne genaue Person

„Hier darf man lesen.“ Man steht in dieser Verwendung im Nominativ und verlangt die 3. Person Singular. Es bezeichnet Menschen allgemein und hat nichts mit einem männlichen Geschlecht zu tun. Mann ist dagegen ein Nomen: „Der Mann liest.“

Für entsprechende unbestimmte Bezüge im Akkusativ und Dativ verwendet man einen und einem: „Das kann einen überraschen.“ – „Musik kann einem helfen.“ Man selbst wird also nicht zu „manem“ oder „manen“ gebeugt.

Vertiefung: etwas Neues, nichts Wichtiges

In „Ich lerne etwas Neues“ wird neu als Nomen gebraucht. Darum schreibt man Neues groß. Genauso: „nichts Wichtiges“, „alles Gute“ und „viel Schönes“. Die Pronomen etwas und nichts bleiben mitten im Satz klein.

Vergleiche mit einem ausdrücklich genannten Nomen: „Ich lerne eine neue Regel.“ Hier beschreibt neue das Nomen Regel und wird kleingeschrieben.

Indefinitpronomen-Explorer: kleine Wörter, andere Aussagen

Bedeutung, Form und Verb vergleichen

Orange kennzeichnet die untersuchten Pronomen oder Begleiter, Blau das zugehörige Nomen und Grün die wichtige Verbform. Jede Auswahl zeigt zwei vergleichbare Beispiele.

Eine Person ist gemeint
JemandPerson unbestimmthatVerbangerufen.Verbteil
Keine Person ist gemeint
NiemandVerneinunghatVerbangerufen.Verbteil

Jemand lässt offen, welche Person angerufen hat. Niemand verneint, dass eine Person angerufen hat. Beide Subjekte verlangen hier Singular.

Typische Fehler und bessere Formulierungen

„Jeder haben eine Karte“ → „Jeder hat eine Karte“
Jeder verlangt hier Singular, auch wenn viele Personen einzeln gemeint sind.
„Mann darf hier lesen“ → „Man darf hier lesen“
Für eine allgemeine Aussage brauchst du man mit einem n. Mann ist ein Nomen.
„Ich helfe jemanden“ → „Ich helfe jemandem“
Helfen verlangt Dativ. Die endungslose Form jemand ist ebenfalls möglich; jemanden ist Akkusativ.
„Etwas neues“ → „etwas Neues“
Das als Nomen gebrauchte Adjektiv wird großgeschrieben. Am Satzanfang schreibt man natürlich auch Etwas groß.
Vage Aussagen passend präzisieren
„Jemand hat etwas gemacht“ ist grammatisch möglich, aber wenig informativ. Wenn die Einzelheiten wichtig und bekannt sind, nenne sie: „Mila hat die Tafel geputzt.“

Selbst ausprobieren

Üben & prüfen

Mit Erklärungen üben oder dein Wissen testen – du entscheidest.

Indefinitpronomen auswählen und anwenden

1 · Das passende Wort oder die passende Form

Nutze die Bedeutung und den Fall. Die Hinweise grenzen die gesuchte Antwort ein.

Gesucht ist jemand oder niemand.Antwort: __________________

Gesucht ist jemand oder niemand.Antwort: __________________

Gesucht ist etwas oder nichts.Antwort: __________________

Gesucht ist etwas oder nichts.Antwort: __________________

Jeder Junge erhält eine Karte. Setze jeder in den Dativ.Antwort: __________________

Alle sind zu sehen. Setze jeder in den Akkusativ.Antwort: __________________

Allgemeiner Personenbezug: man, einen oder einem?Antwort: __________________

Allgemeiner Personenbezug: man, einen oder einem?Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. jemand – Jemand bezeichnet eine nicht näher genannte Person.
  2. niemand – Niemand bedeutet, dass keine Person anwesend ist.
  3. etwas – Etwas bezeichnet eine nicht näher bestimmte Sache.
  4. nichts – Nichts verneint hier, dass etwas in der Tasche ist.
  5. jedem – Geben: Ich gebe wem? Jedem. Hier brauchst du Dativ.
  6. jeden – Wen sehe ich? Jeden. Hier brauchst du Akkusativ.
  7. einem – Helfen verlangt Dativ; für den unbestimmten Bezug steht einem.
  8. einen – Wen kann der Knall erschrecken? Einen. Hier steht Akkusativ.

2 · Gebrauch, Verbform und Schreibung prüfen

Untersuche das markierte Wort oder ergänze die verlangte Form.

In welchem Fall steht man?Antwort: __________________

Verlangt jeder hier Singular oder Plural?Antwort: __________________

Begleiter oder selbstständiges Pronomen?Antwort: __________________

Begleiter oder selbstständiges Pronomen?Antwort: __________________

Ergänze neu als nominalisiertes Adjektiv; achte auf die Schreibung.Antwort: __________________

Ergänze haben im Präsens in der passenden Form.Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Nominativ – Man ist das Subjekt und steht im Nominativ.
  2. Singular – Jeder betrachtet die Mitglieder einzeln und verlangt hier Singular.
  3. Pronomen – Einige steht selbstständig, ohne ein Nomen in derselben Wortgruppe.
  4. Begleiter – Einige begleitet das Nomen Kinder.
  5. Neues – In etwas Neues wird das Adjektiv als Nomen gebraucht und großgeschrieben.
  6. haben – Alle ist hier ein Subjekt im Plural. Daher passt haben.

3 · Genau so bestimmt schreiben, wie es nötig ist

Formuliere drei kurze Sätze über eine Gruppenarbeit: Nenne zuerst, dass alle eine Aufgabe haben; dann, dass eine nicht näher genannte Person Hilfe braucht; zuletzt, dass keine Person ausgeschlossen wird. Erkläre, warum deine Pronomen passen.

Mögliche Lösung mit Begründung

„Alle haben eine Aufgabe. Jemand braucht Hilfe. Niemand wird ausgeschlossen.“

Alle schließt die gesamte Gruppe ein; jemand lässt die Person offen; niemand verneint einen Ausschluss für jede Person der Gruppe. Achte auf haben im Plural sowie braucht und wird im Singular. Wenn du weißt, wer Hilfe braucht und dies wichtig ist, kannst du den Namen ergänzen.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Das passende Wort oder die passende Form. Nutze die Bedeutung und den Fall. Die Hinweise grenzen die gesuchte Antwort ein.

Gesucht ist jemand oder niemand.

Gesucht ist etwas oder nichts.

Alle sind zu sehen. Setze jeder in den Akkusativ.

Lösungen mit Erklärungen
  1. niemand – Niemand bedeutet, dass keine Person anwesend ist.
  2. nichts – Nichts verneint hier, dass etwas in der Tasche ist.
  3. jeden – Wen sehe ich? Jeden. Hier brauchst du Akkusativ.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Pronomen und LehrplanPLUS Deutsch 6. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.

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