Jemand, etwas, alle: Personen und Dinge unbestimmt benennen
„Jemand klopft an die Tür.“ Du weißt, dass eine Person klopft, aber der Satz sagt nicht, wer es ist. „Etwas liegt auf dem Tisch.“ Auch hier bleibt die Sache zunächst unbestimmt. Solche Wörter heißen Indefinitpronomen oder unbestimmte Fürwörter.
JemandPerson nicht näher genannthatVerbetwasSache nicht näher genanntvergessen.Verbteil
Die Gruppe ist vielfältig. Manche Wörter lassen offen, wer oder was gemeint ist. Andere geben eine Menge an, beziehen alle Mitglieder einer Gruppe ein oder verneinen: einige, alle, jeder, niemand, nichts, keiner. Unbestimmt bedeutet deshalb nicht immer, dass du gar nichts über die gemeinte Menge weißt.
Das lernst du: passende Indefinitpronomen auswählen, ihre Bedeutung vergleichen, wichtige Formen beugen, die Verbform anpassen und man von Mann unterscheiden.
Welches Wort passt zu deiner Aussage?
Häufige Indefinitpronomen und ihre Bedeutung
Wort oder Wortgruppe
Wozu du es brauchst
Beispiel
jemand / irgendjemand
Eine nicht näher bezeichnete Person
Jemand hat angerufen.
niemand
Keine Person
Niemand hat angerufen.
etwas / irgendetwas
Eine nicht näher bezeichnete Sache
Etwas fehlt noch.
nichts
Keine Sache in dem gemeinten Zusammenhang
Nichts fehlt.
einige / manche / mehrere
Eine nicht genau bezifferte Anzahl
Einige warten draußen.
alle
Die ganze gemeinte Gruppe
Alle warten draußen.
jeder / jede / jedes
Jedes einzelne Mitglied einer Gruppe
Jeder bekommt eine Karte.
einer / eine / eines
Ein einzelnes Mitglied oder Exemplar
Von den Stiften fehlt einer.
keiner / keine / keines
Kein Mitglied oder Exemplar
Von den Stiften fehlt keiner.
man
Menschen allgemein oder eine unbestimmte Personengruppe
Hier kann man leise arbeiten.
Der Zusammenhang grenzt die Gruppe ein: „Alle sind da“ kann zum Beispiel alle Kinder der Klasse meinen. Alle bedeutet dann nicht alle Menschen der Welt. „Einige sind da“ gibt keine genaue Zahl an.
Person oder Sache?
„Ich suche jemanden, der mir hilft.“ → eine Person.
„Ich suche etwas zum Schreiben.“ → eine Sache.
Nicht alle ist nicht niemand
„Nicht alle sind da.“ → Mindestens eine Person fehlt.
„Niemand ist da.“ → Keine Person der gemeinten Gruppe ist anwesend.
Mit irgend- betonst du oft, dass die genaue Identität offen oder gleichgültig ist: „Irgendjemand weiß bestimmt Rat.“ Es geht weiterhin um eine Person; einen Namen nennt der Satz nicht.
Welche Indefinitpronomen verändern ihre Form?
Nicht alle Wörter dieser Gruppe werden gleich gebeugt. Etwas und nichts bleiben in den hier behandelten Verwendungen unverändert: „Etwas fehlt.“ – „Ich sehe etwas.“ Bei jemand und niemand kann der Fall durch eine Endung sichtbar werden.
Jemand und niemand in den vier Fällen
Fall
jemand
niemand
Nominativ
jemand
niemand
Genitiv
jemandes
niemandes
Dativ
jemandem (auch: jemand)
niemandem (auch: niemand)
Akkusativ
jemanden (auch: jemand)
niemanden (auch: niemand)
„Ich helfe jemandem“ zeigt den Dativ deutlich. „Ich sehe niemanden“ zeigt den Akkusativ. Endungslose Formen sind ebenfalls möglich. Zum Einüben der Fälle helfen dir zunächst die Formen mit sichtbarer Endung. Der Genitiv kommt seltener vor, etwa in „Das ist niemandes Schuld“.
Jeder: Formen im Singular
Fall
Maskulin
Feminin
Neutrum
Nominativ
jeder
jede
jedes
Genitiv
jedes
jeder
jedes
Dativ
jedem
jeder
jedem
Akkusativ
jeden
jede
jedes
Welche Form passt, hängt von der gemeinten Person oder Sache und dem Fall ab: „Von den Jungen erhält jeder eine Karte.“ – „Ich gebe jedem eine Karte.“ Das Wort kann auch ein Nomen begleiten: „Ich gebe jedem Kind eine Karte.“
Im Plural achtest du besonders auf den Dativ: „Ich spreche mit allen.“ – „Ich helfe einigen.“ – „Ich danke manchen.“ In „mit allen Kindern“ trägt auch Kinder die zusätzliche Dativ-Plural-Endung -n.
Auch einer und keiner passen sich an. „Ein Stift fehlt – einer fehlt.“ „Eine Karte fehlt – eine fehlt.“ „Ein Heft fehlt – eins/eines fehlt.“ Bei einer Verneinung: keiner, keine, keins/keines. Lerne die Form zusammen mit dem gemeinten Nomen und dem benötigten Fall.
Selbstständiges Pronomen oder Begleiter beim Nomen?
Einige Kinder nennt die Gruppe ausdrücklich. In „Einige lesen schon“ steht einige selbstständig. Im Schulunterricht wird die Bezeichnung Indefinitpronomen teilweise als Oberbegriff für beide Verwendungen genutzt.
Die Unterscheidung hilft dir beim Satzbau: Prüfe, ob ein Nomen zur gleichen Wortgruppe gehört. „Jede Aufgabe ist wichtig“ enthält einen Begleiter; „Jede ist wichtig“ verwendet jede selbstständig, wenn vorher von Aufgaben die Rede war.
Die Verbform muss passen
Singular
„Jeder hat eine Idee.“ „Niemand fehlt.“ „Man lernt dazu.“
Obwohl jeder viele Personen einzeln einschließen kann, steht das Verb hier im Singular.
Plural
„Alle haben eine Idee.“ „Einige fehlen.“ „Mehrere lernen zusammen.“
Diese Subjekte bezeichnen hier mehrere Personen; das Verb steht im Plural.
Man: klein, mit einem n und ohne genaue Person
„Hier darf man lesen.“ Man steht in dieser Verwendung im Nominativ und verlangt die 3. Person Singular. Es bezeichnet Menschen allgemein und hat nichts mit einem männlichen Geschlecht zu tun. Mann ist dagegen ein Nomen: „Der Mann liest.“
Für entsprechende unbestimmte Bezüge im Akkusativ und Dativ verwendet man einen und einem: „Das kann einen überraschen.“ – „Musik kann einem helfen.“ Man selbst wird also nicht zu „manem“ oder „manen“ gebeugt.
Vertiefung: etwas Neues, nichts Wichtiges
In „Ich lerne etwas Neues“ wird neu als Nomen gebraucht. Darum schreibt man Neues groß. Genauso: „nichts Wichtiges“, „alles Gute“ und „viel Schönes“. Die Pronomen etwas und nichts bleiben mitten im Satz klein.
Vergleiche mit einem ausdrücklich genannten Nomen: „Ich lerne eine neue Regel.“ Hier beschreibt neue das Nomen Regel und wird kleingeschrieben.
Indefinitpronomen-Explorer: kleine Wörter, andere Aussagen
Bedeutung, Form und Verb vergleichen
Orange kennzeichnet die untersuchten Pronomen oder Begleiter, Blau das zugehörige Nomen und Grün die wichtige Verbform. Jede Auswahl zeigt zwei vergleichbare Beispiele.
Eine Person ist gemeint
JemandPerson unbestimmthatVerbangerufen.Verbteil
Keine Person ist gemeint
NiemandVerneinunghatVerbangerufen.Verbteil
Jemand lässt offen, welche Person angerufen hat. Niemand verneint, dass eine Person angerufen hat. Beide Subjekte verlangen hier Singular.
Typische Fehler und bessere Formulierungen
„Jeder haben eine Karte“ → „Jeder hat eine Karte“ Jeder verlangt hier Singular, auch wenn viele Personen einzeln gemeint sind.
„Mann darf hier lesen“ → „Man darf hier lesen“ Für eine allgemeine Aussage brauchst du man mit einem n. Mann ist ein Nomen.
„Ich helfe jemanden“ → „Ich helfe jemandem“ Helfen verlangt Dativ. Die endungslose Form jemand ist ebenfalls möglich; jemanden ist Akkusativ.
„Etwas neues“ → „etwas Neues“ Das als Nomen gebrauchte Adjektiv wird großgeschrieben. Am Satzanfang schreibt man natürlich auch Etwas groß.
Vage Aussagen passend präzisieren „Jemand hat etwas gemacht“ ist grammatisch möglich, aber wenig informativ. Wenn die Einzelheiten wichtig und bekannt sind, nenne sie: „Mila hat die Tafel geputzt.“
Selbst ausprobieren
Üben & prüfen
Mit Erklärungen üben oder dein Wissen testen – du entscheidest.
Indefinitpronomen auswählen und anwenden
3 · Genau so bestimmt schreiben, wie es nötig ist
Formuliere drei kurze Sätze über eine Gruppenarbeit: Nenne zuerst, dass alle eine Aufgabe haben; dann, dass eine nicht näher genannte Person Hilfe braucht; zuletzt, dass keine Person ausgeschlossen wird. Erkläre, warum deine Pronomen passen.
Mögliche Lösung mit Begründung
„Alle haben eine Aufgabe. Jemand braucht Hilfe. Niemand wird ausgeschlossen.“
Alle schließt die gesamte Gruppe ein; jemand lässt die Person offen; niemand verneint einen Ausschluss für jede Person der Gruppe. Achte auf haben im Plural sowie braucht und wird im Singular. Wenn du weißt, wer Hilfe braucht und dies wichtig ist, kannst du den Namen ergänzen.
Wie sicher bist du jetzt?
Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.
Das passende Wort oder die passende Form. Nutze die Bedeutung und den Fall. Die Hinweise grenzen die gesuchte Antwort ein.
Lösungen mit Erklärungen
niemand – Niemand bedeutet, dass keine Person anwesend ist.
nichts – Nichts verneint hier, dass etwas in der Tasche ist.
jeden – Wen sehe ich? Jeden. Hier brauchst du Akkusativ.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Pronomen und LehrplanPLUS Deutsch 6. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.