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Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7

Reflexivpronomen: mich oder mir?

Ich freue mich, ich merke mir etwas: Verstehe den Rückbezug, wähle den passenden Fall und unterscheide sich selbst von einander.

Verstehen · ausprobieren · selbst anwenden
Etwa 25–35 Minuten mit Übungen · je nach Lernstand

IchSubjektmerkeVerbmirReflexivpronomen · Dativdie Regel.Akkusativobjekt

Wer ist gemeint? Welcher Fall passt zur Verbverbindung?

Wenn ein Pronomen auf das Subjekt zurückverweist

„Mila betrachtet sich im Spiegel.“ Wer betrachtet? Mila. Wen betrachtet sie? Sich selbst, also ebenfalls Mila. Das Pronomen sich verweist hier auf das Subjekt zurück. Deshalb heißt es Reflexivpronomen oder rückbezügliches Fürwort.

MilaSubjektbetrachtetVerbsichRückbezug auf Milaim Spiegel.Ergänzung

Vergleiche: „Mila betrachtet ihn.“ Nun betrachtet Mila eine andere Person. Ob ein Pronomen rückbezüglich gebraucht wird, erkennst du deshalb am Bezug im Satz, nicht nur an seiner Form.

Das lernst du: Reflexivpronomen passend zum Subjekt einsetzen, mich/mir und dich/dir unterscheiden, sich von Personalpronomen abgrenzen und wechselseitige Aussagen klar formulieren.

Die Formen: mich, dich, sich, uns und euch

Die Form richtet sich nach der Person und Zahl des Subjekts sowie nach dem benötigten Fall. Für die wichtigsten Anwendungen brauchst du Akkusativ und Dativ. Reflexivpronomen übernehmen in diesen Sätzen nicht die Rolle des Subjekts.

Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ
Subjekt Akkusativ Dativ
ich mich mir
du dich dir
er / sie / es sich sich
wir uns uns
ihr euch euch
sie (Mehrzahl) sich sich
Sie (höfliche Anrede) sich sich

Nur bei ich und du unterscheiden sich die beiden Fälle sichtbar: mich/mir und dich/dir. Die Form sich bleibt dagegen gleich, egal ob sie im Akkusativ oder Dativ steht und ob das Subjekt männlich, weiblich oder sächlich ist.

Gleiche Form, anderer Bezug

„Ich höre mich auf der Aufnahme.“ → Rückbezug auf ich.

„Du hörst mich auf der Aufnahme.“ → Mich bezeichnet eine andere Person als du.

Höfliche Anrede

„Frau König, setzen Sie sich bitte.“

Sie wird großgeschrieben; sich bleibt mitten im Satz klein. Das gilt auch dann, wenn mehrere Personen höflich angesprochen werden.

Mich oder mir? Untersuche den ganzen Satz

Die Verbindung mit dem Verb entscheidet, welcher Fall benötigt wird. Beginne mit einem Satzpaar, in dem du die Satzteile gut erfragen kannst:

Die Person wird gewaschen
IchSubjektwascheVerbmich.Akkusativ
Ein Körperteil wird gewaschen
IchSubjektwascheVerbmirDativdie Hände.Akkusativobjekt

Wen wasche ich? Mich. Was wasche ich im zweiten Satz? Die Hände. Wem wasche ich die Hände? Mir. Mit ich und du wird der Unterschied an der Form sichtbar.

  1. Finde das Subjekt. Bei „Du wäschst dir die Haare“ ist das Subjekt du.
  2. Untersuche die Verbindung mit dem Verb. Hier: jemandem die Haare waschen.
  3. Bestimme den Fall des rückbezüglichen Pronomens. „Die Haare“ ist das Akkusativobjekt; dir steht hier im Dativ.
  4. Wähle die passende Form aus der Tabelle. Zu du im Dativ gehört dir.

Weitere nützliche Verbindungen: sich etwas merken → „Ich merke mir die Regel.“; sich etwas wünschen → „Du wünschst dir ein Buch.“ Lerne jeweils Verb, Pronomen und mögliche Ergänzungen zusammen.

Keine mechanische Regel: Ein zusätzliches Nomen bedeutet nicht automatisch Dativ. In „Ich erinnere mich an den Ausflug“ gehört den Ausflug zur Präpositionalgruppe an den Ausflug; mich bleibt Akkusativ. Prüfe immer die gesamte Verbverbindung.

Wenn du bei sich unsicher bist, kann ein Wechsel zu ich helfen: „Mila wäscht sich.“ → „Ich wasche mich“ (Akkusativ). „Mila wäscht sich die Hände.“ → „Ich wasche mir die Hände“ (Dativ). Die Bedeutung und die übrigen Satzteile müssen dabei erhalten bleiben.

Manchmal gehört das Reflexivpronomen fest zum Verb

Rückbezüglicher Gebrauch ist möglich

„Mila kämmt sich.“ – „Mila kämmt ihre Schwester.“

Kämmen kann sich auf die handelnde Person oder auf jemand anderen beziehen.

Die Verbverbindung verlangt es

„Mila beeilt sich.“ – „Wir erholen uns.“

Bei sich beeilen und sich erholen gehört das Pronomen zur üblichen Verbverbindung. „Mila beeilt“ ist in dieser Bedeutung kein vollständiger Satz.

Häufige Verbverbindungen zum Mitlernen
Verbindung Beispiel
sich beeilen Ich beeile mich.
sich erholen Ihr erholt euch nach dem Training.
sich für etwas interessieren Du interessierst dich für Technik.
sich an etwas erinnern Wir erinnern uns an den Ausflug.
sich etwas merken Sie merkt sich die Adresse.
sich etwas vorstellen Ich stelle mir einen ruhigen Garten vor.

Bei manchen Verben ändert sich die Bedeutung mit dem Satzbau: „Ich stelle mich vor“ bedeutet, dass ich etwas über meine Person sage. „Ich stelle mir einen Garten vor“ bedeutet, dass ich ihn mir in Gedanken ausmale.

Vertiefung: Wo steht das Pronomen?

Achte auf die ganze Satzstruktur: „Ich freue mich.“ – „Heute freue ich mich.“ – „…, weil ich mich freue.“ Im Nebensatz steht das finite Verb am Ende. Daraus folgt nicht, dass das Pronomen immer direkt hinter dem Verb stehen müsste.

Bei einer Präposition bleibt die passende Verbindung erhalten: „Mila spricht mit sich selbst.“ Hier verlangt mit Dativ.

Sich selbst oder einander?

Bei mehreren Personen kann eine Aussage mehrdeutig sein: „Ben und Mila fotografieren sich.“ Fotografiert jeder sich selbst oder fotografieren sie einander? Der Zusammenhang kann das klären; manchmal brauchst du genauere Wörter.

Jede Person sich selbst
Ben und MilaSubjekt im PluralfotografierenVerbsich selbst.Rückbezug
Eine Person die andere
Ben und MilaSubjekt im PluralfotografierenVerbeinander.wechselseitiger Bezug

Einander bedeutet gegenseitig. Es wird auch Reziprokpronomen genannt. Du kannst oft gegenseitig ergänzen: Sie fotografieren sich gegenseitig.

Mit Präpositionen entstehen Zusammenschreibungen wie miteinander, füreinander und aufeinander: „Wir warten aufeinander.“ Achte beim Schreiben darauf, ob du einen Rückbezug auf dieselbe Person oder eine wechselseitige Beziehung ausdrücken möchtest.

Reflexivpronomen-Explorer: Bezug und Fall vergleichen

Was verändert sich im Satz?

Blau kennzeichnet das Subjekt, Orange die untersuchte Pronomenform und Grün ein zusätzliches Akkusativobjekt. Vergleiche immer beide Zeilen.

1. Person
IchSubjektfreueVerbmich.Reflexivpronomen
2. Person
DuSubjektfreustVerbdich.Reflexivpronomen

Mit dem Subjekt ändern sich die Verbform und das Reflexivpronomen: ich freue mich, du freust dich.

Typische Fehler gezielt vermeiden

„Ich freue sich“ → „Ich freue mich“
Die Person des Subjekts entscheidet mit über die Form. Sich gehört hier nicht zu ich.
„Du wäschst dich die Haare“ → „Du wäschst dir die Haare“
„Die Haare“ ist das Akkusativobjekt. Das Reflexivpronomen steht in dieser Verbindung im Dativ.
„Er erinnert ihm an den Termin“ → „Er erinnert sich an den Termin“
Für den Rückbezug auf er brauchst du sich. Nicht reflexiv wäre: „Er erinnert ihn an den Termin.“
„Bitte setzen Sie Sich“ → „Bitte setzen Sie sich“
Die höfliche Anrede macht sich nicht zum großgeschriebenen Anredepronomen.
„Sich ist immer Akkusativ“ stimmt nicht
Die Form allein reicht nicht: „Sie merkt sich die Adresse“ enthält ein Reflexivpronomen im Dativ.

Reflexivpronomen einsetzen und begründen

1 · Die passende Form einsetzen

Ergänze jeweils nur das fehlende Reflexivpronomen.

Subjekt: ich.Antwort: __________________

Lerne die Verbindung sich an etwas erinnern.Antwort: __________________

Subjekt: dritte Person Singular.Antwort: __________________

Subjekt: wir.Antwort: __________________

Subjekt: ihr.Antwort: __________________

Achte auch auf die Groß- und Kleinschreibung.Antwort: __________________

„Die Hände“ ist bereits das Akkusativobjekt.Antwort: __________________

Wem wäschst du die Haare?Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. mich – Zu ich gehört hier die Akkusativform mich.
  2. dich – Die Verbindung verlangt hier ein Reflexivpronomen im Akkusativ: dich.
  3. sich – Zu Mila gehört sich. Sich beeilen ist die vollständige Verbverbindung.
  4. uns – Zu wir gehört uns.
  5. euch – Zu ihr gehört euch.
  6. sich – Bei der höflichen Anrede bleibt sich kleingeschrieben.
  7. mir – Jemandem die Hände waschen: Der Rückbezug auf ich steht im Dativ, also mir.
  8. dir – In dieser Verbindung gehört zu du die Dativform dir.

2 · Den Bezug und den Fall erkennen

Untersuche jeweils das deutlich markierte Wort. Antworte mit dem Begriff aus dem Hinweis.

Reflexivpronomen oder Personalpronomen?Antwort: __________________

Reflexivpronomen oder Personalpronomen?Antwort: __________________

Nenne den Fall des markierten Pronomens.Antwort: __________________

Nenne den Fall des markierten Pronomens.Antwort: __________________

Auf wen verweist sich? Schreibe den Namen.Antwort: __________________

Bedeutet einander hier selbst oder gegenseitig?Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Reflexivpronomen – Mich verweist auf das Subjekt ich zurück.
  2. Personalpronomen – Mich bezeichnet hier eine andere Person als das Subjekt du.
  3. Akkusativ – Wen sehe ich? Mich. Das Pronomen steht im Akkusativ.
  4. Dativ – Sich etwas merken: Die Zahl ist Akkusativobjekt; mir steht im Dativ.
  5. Mila – Sich verweist auf das Subjekt Mila zurück.
  6. gegenseitig – Einander drückt aus, dass eine Person der anderen hilft.

3 · Eine kurze Morgenroutine schreiben

Schreibe drei Sätze mit ich: einen mit mich, einen mit mir und einen weiteren mit einem passenden Reflexivpronomen. Begründe den Unterschied zwischen mich und mir in deinen Sätzen.

Mögliche Lösung mit Begründung

„Ich wasche mich. Danach putze ich mir die Zähne. Ich beeile mich, damit ich den Bus erreiche.“

Im ersten Satz ist mich Akkusativ: Wen wasche ich? Im zweiten Satz ist die Zähne das Akkusativobjekt; mir bezeichnet im Dativ die Person, deren Zähne geputzt werden. Sich beeilen wird hier mit Akkusativ verwendet.

Ideen für den Unterricht

Einstieg: „Mila sieht sich“ und „Mila sieht ihn“ mit Namenskarten darstellen. Den Bezug durch Zuordnen der Karten sichtbar machen.

Differenzierung: Zuerst ich/du und sichtbare Fallunterschiede üben; anschließend Sätze mit sich zu ich umformen und begründen.

Transfer: Eine kurze Alltagsschilderung schreiben. Partner markieren Subjekt, Reflexivpronomen und gegebenenfalls ein zusätzliches Akkusativobjekt.

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Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Pronomen und LehrplanPLUS Deutsch 6. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.

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