Gleiche Form, anderer Bezug
„Ich höre mich auf der Aufnahme.“ → Rückbezug auf ich.
„Du hörst mich auf der Aufnahme.“ → Mich bezeichnet eine andere Person als du.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Ich freue mich, ich merke mir etwas: Verstehe den Rückbezug, wähle den passenden Fall und unterscheide sich selbst von einander.
Wer ist gemeint? Welcher Fall passt zur Verbverbindung?
„Mila betrachtet sich im Spiegel.“ Wer betrachtet? Mila. Wen betrachtet sie? Sich selbst, also ebenfalls Mila. Das Pronomen sich verweist hier auf das Subjekt zurück. Deshalb heißt es Reflexivpronomen oder rückbezügliches Fürwort.
Vergleiche: „Mila betrachtet ihn.“ Nun betrachtet Mila eine andere Person. Ob ein Pronomen rückbezüglich gebraucht wird, erkennst du deshalb am Bezug im Satz, nicht nur an seiner Form.
Die Form richtet sich nach der Person und Zahl des Subjekts sowie nach dem benötigten Fall. Für die wichtigsten Anwendungen brauchst du Akkusativ und Dativ. Reflexivpronomen übernehmen in diesen Sätzen nicht die Rolle des Subjekts.
| Subjekt | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er / sie / es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie (Mehrzahl) | sich | sich |
| Sie (höfliche Anrede) | sich | sich |
Nur bei ich und du unterscheiden sich die beiden Fälle sichtbar: mich/mir und dich/dir. Die Form sich bleibt dagegen gleich, egal ob sie im Akkusativ oder Dativ steht und ob das Subjekt männlich, weiblich oder sächlich ist.
„Ich höre mich auf der Aufnahme.“ → Rückbezug auf ich.
„Du hörst mich auf der Aufnahme.“ → Mich bezeichnet eine andere Person als du.
„Frau König, setzen Sie sich bitte.“
Sie wird großgeschrieben; sich bleibt mitten im Satz klein. Das gilt auch dann, wenn mehrere Personen höflich angesprochen werden.
Die Verbindung mit dem Verb entscheidet, welcher Fall benötigt wird. Beginne mit einem Satzpaar, in dem du die Satzteile gut erfragen kannst:
Wen wasche ich? Mich. Was wasche ich im zweiten Satz? Die Hände. Wem wasche ich die Hände? Mir. Mit ich und du wird der Unterschied an der Form sichtbar.
Weitere nützliche Verbindungen: sich etwas merken → „Ich merke mir die Regel.“; sich etwas wünschen → „Du wünschst dir ein Buch.“ Lerne jeweils Verb, Pronomen und mögliche Ergänzungen zusammen.
Wenn du bei sich unsicher bist, kann ein Wechsel zu ich helfen: „Mila wäscht sich.“ → „Ich wasche mich“ (Akkusativ). „Mila wäscht sich die Hände.“ → „Ich wasche mir die Hände“ (Dativ). Die Bedeutung und die übrigen Satzteile müssen dabei erhalten bleiben.
„Mila kämmt sich.“ – „Mila kämmt ihre Schwester.“
Kämmen kann sich auf die handelnde Person oder auf jemand anderen beziehen.
„Mila beeilt sich.“ – „Wir erholen uns.“
Bei sich beeilen und sich erholen gehört das Pronomen zur üblichen Verbverbindung. „Mila beeilt“ ist in dieser Bedeutung kein vollständiger Satz.
| Verbindung | Beispiel |
|---|---|
| sich beeilen | Ich beeile mich. |
| sich erholen | Ihr erholt euch nach dem Training. |
| sich für etwas interessieren | Du interessierst dich für Technik. |
| sich an etwas erinnern | Wir erinnern uns an den Ausflug. |
| sich etwas merken | Sie merkt sich die Adresse. |
| sich etwas vorstellen | Ich stelle mir einen ruhigen Garten vor. |
Bei manchen Verben ändert sich die Bedeutung mit dem Satzbau: „Ich stelle mich vor“ bedeutet, dass ich etwas über meine Person sage. „Ich stelle mir einen Garten vor“ bedeutet, dass ich ihn mir in Gedanken ausmale.
Achte auf die ganze Satzstruktur: „Ich freue mich.“ – „Heute freue ich mich.“ – „…, weil ich mich freue.“ Im Nebensatz steht das finite Verb am Ende. Daraus folgt nicht, dass das Pronomen immer direkt hinter dem Verb stehen müsste.
Bei einer Präposition bleibt die passende Verbindung erhalten: „Mila spricht mit sich selbst.“ Hier verlangt mit Dativ.
Bei mehreren Personen kann eine Aussage mehrdeutig sein: „Ben und Mila fotografieren sich.“ Fotografiert jeder sich selbst oder fotografieren sie einander? Der Zusammenhang kann das klären; manchmal brauchst du genauere Wörter.
Einander bedeutet gegenseitig. Es wird auch Reziprokpronomen genannt. Du kannst oft gegenseitig ergänzen: Sie fotografieren sich gegenseitig.
Mit Präpositionen entstehen Zusammenschreibungen wie miteinander, füreinander und aufeinander: „Wir warten aufeinander.“ Achte beim Schreiben darauf, ob du einen Rückbezug auf dieselbe Person oder eine wechselseitige Beziehung ausdrücken möchtest.
Blau kennzeichnet das Subjekt, Orange die untersuchte Pronomenform und Grün ein zusätzliches Akkusativobjekt. Vergleiche immer beide Zeilen.
Mit dem Subjekt ändern sich die Verbform und das Reflexivpronomen: ich freue mich, du freust dich.
Schreibe drei Sätze mit ich: einen mit mich, einen mit mir und einen weiteren mit einem passenden Reflexivpronomen. Begründe den Unterschied zwischen mich und mir in deinen Sätzen.
„Ich wasche mich. Danach putze ich mir die Zähne. Ich beeile mich, damit ich den Bus erreiche.“
Im ersten Satz ist mich Akkusativ: Wen wasche ich? Im zweiten Satz ist die Zähne das Akkusativobjekt; mir bezeichnet im Dativ die Person, deren Zähne geputzt werden. Sich beeilen wird hier mit Akkusativ verwendet.
Einstieg: „Mila sieht sich“ und „Mila sieht ihn“ mit Namenskarten darstellen. Den Bezug durch Zuordnen der Karten sichtbar machen.
Differenzierung: Zuerst ich/du und sichtbare Fallunterschiede üben; anschließend Sätze mit sich zu ich umformen und begründen.
Transfer: Eine kurze Alltagsschilderung schreiben. Partner markieren Subjekt, Reflexivpronomen und gegebenenfalls ein zusätzliches Akkusativobjekt.
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