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Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7

Präpositionen und Kasus sicher verwenden

Mit dem Bus, für den Ausflug oder wegen des Regens: Erkenne Präpositionen und finde Schritt für Schritt den passenden Fall.

Verstehen · ausprobieren · selbst anwenden
Etwa 25–35 Minuten mit Übungen · je nach Lernstand

mitPräpositiondemDativBusNomen
fürPräpositiondenAkkusativAusflugNomen

Präpositionen verbinden Wörter und zeigen Verhältnisse

„Mila fährt mit dem Bus.“ Das Wort mit verbindet das Fahren mit dem Verkehrsmittel. „Mila fährt ohne ihren Bruder.“ Ohne zeigt, wer nicht dabei ist. Solche Wörter heißen Präpositionen oder Verhältniswörter.

mitPräpositiondemArtikel · DativBusNomen

Eine Präposition bildet häufig zusammen mit einer Nomengruppe eine Präpositionalgruppe: mit dem Bus, für den Ausflug, wegen des Regens. Die Präposition bestimmt dabei den Fall der zugehörigen Nomengruppe. Das Fachwort dafür ist Kasusrektion. Die Präposition selbst wird nicht gebeugt.

Das lernst du: Präpositionen im Satz erkennen, ihre Bedeutung erklären, feste Verbindungen mit Dativ, Akkusativ und Genitiv verwenden sowie Formen wie im und zum auflösen. Du erhältst außerdem einen Einstieg in Wechselpräpositionen.

Ort, Zeit, Art und Weise oder Grund?

Welche Beziehung drückt die Präposition aus?
Bedeutung Beispiele Frage zum Inhalt
Ort oder räumliche Beziehung (lokal) bei der Schule · vor dem Haus · durch den Tunnel Wo? Wohin? Woher? Wo hindurch?
Zeit (temporal) seit einer Woche · nach dem Training · während der Pause Seit wann? Wann? Wie lange?
Art und Weise oder Mittel (modal) mit Geduld · ohne Hilfe · mit dem Fahrrad Wie? Womit?
Grund (kausal) wegen des Regens · aufgrund eines Fehlers Warum? Aus welchem Grund?

Ein und dieselbe Präposition kann unterschiedlich verwendet werden: „vor dem Haus“ beschreibt eine räumliche Beziehung, „vor dem Essen“ eine zeitliche. Untersuche deshalb die ganze Wortgruppe.

Inhaltsfrage und Fallfrage sind nicht dasselbe. „Womit fährt Mila?“ fragt nach dem Verkehrsmittel. Dass in der Antwort „mit dem Bus“ Dativ steht, ergibt sich aus der Präposition mit. Für die Fallbestimmung lernst du Präposition und Fall gemeinsam.

Präposition oder ein anderes Wort?

Während der Pause lesen wir.“ Hier folgt auf während eine Nomengruppe: während ist eine Präposition. „Während wir warten, lesen wir.“ Hier leitet während einen Nebensatz mit eigenem Subjekt und Verb ein; es ist eine Subjunktion, also eine unterordnende Konjunktion.

Auch die Wortgruppe zählt: „Mila sitzt draußen“ enthält ein Adverb. „Mila sitzt vor dem Haus“ enthält eine Präpositionalgruppe. Eine Ortsangabe besteht also nicht immer aus einer Präposition.

Wichtige Präpositionen mit festem Fall

Diese Verbindungen solltest du zusammen lernen
Fall Häufige Präpositionen Beispiele
Dativ aus, außer, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber aus dem Haus · mit dem Bus · seit einer Woche · zu der Schule
Akkusativ durch, für, gegen, ohne, um durch den Tunnel · für den Ausflug · ohne einen Schlüssel
Genitiv in der üblichen Schriftsprache wegen, während, trotz, statt / anstatt wegen des Regens · während der Pause · trotz des Lärms · statt eines Briefes

Lerne nicht nur die Liste, sondern eine ganze Wortgruppe. Zum Beispiel: mit dem Hund, für den Hund, wegen des Hundes. So werden die Unterschiede hörbar und sichtbar.

Dativ: mit wem oder was?

„Ich fahre mit meiner Schwester.“
„Ich fahre mit ihr.“

Mit verlangt Dativ – bei einer Nomengruppe genauso wie bei einem Pronomen.

Akkusativ: für wen oder was?

„Das ist für meine Schwester.“
„Das ist für sie.“

Für verlangt Akkusativ. Das gilt unabhängig davon, ob sich jemand bewegt.

Bei wegen begegnet dir im Alltag auch Dativ, etwa „wegen dem Regen“. In üblichen schriftsprachlichen Schulaufgaben wird meist wegen des Regens erwartet. Auch bei anderen Präpositionen gibt es Varianten. Die Tabelle zeigt ein verlässliches Grundmuster für die hier verwendeten Nomengruppen, keine Regel ohne jede Ausnahme.

Erweiterung: bis, entlang und gegenüber

Bis nennt eine Grenze: bis nächsten Montag, bis Berlin. Es wird auch mit einer weiteren Präposition verbunden: „bis zu der Schule“. Dann richtet sich der Fall der Nomengruppe nach zu, also Dativ.

Entlang steht häufig nach der Nomengruppe und verlangt dann Akkusativ: „den Fluss entlang“. Vorangestellt kommt es beispielsweise mit Genitiv vor: „entlang des Flusses“. Lerne die Stellung mit.

Gegenüber steht mit Dativ und kann vor oder nach der Nomengruppe stehen: „gegenüber dem Rathaus“ oder „dem Rathaus gegenüber“. Die Bezeichnung Präposition bedeutet also nicht, dass jedes dieser Wörter immer davor stehen muss.

Den passenden Fall in vier Schritten finden

  1. Finde die Präposition und ihre ganze Wortgruppe. In „Wir fahren mit einem kleinen Bus“ gehört mit einem kleinen Bus zusammen.
  2. Prüfe die Fallzuweisung der Präposition. Mit verlangt Dativ. Bei einer Wechselpräposition kommt es zusätzlich auf die Verwendung an.
  3. Bestimme Genus und Numerus des Nomens. Bus ist maskulin und steht hier im Singular.
  4. Setze Artikel, gegebenenfalls Adjektiv und Nomen passend ein. Hier: mit einem kleinen Bus. Kontrolliere die ganze Gruppe.
Dativ nach mit
mitverlangt DativeinemArtikelkleinenAdjektivendungBusNomen · maskulin
Akkusativ nach für
fürverlangt AkkusativeinenArtikelkleinenAdjektivendungBusNomen · maskulin

Die Präposition bestimmt den Fall. Der Artikel zeigt hier den Unterschied besonders deutlich: einem oder einen. Die Endung am Adjektiv muss zur ganzen Nomengruppe passen.

Nicht jeder Fall ist äußerlich eindeutig zu sehen: „für die Schule“ ist Akkusativ, obwohl die auch als Nominativform vorkommt. Bei „nach Berlin“ gibt es keinen Artikel, der den von nach verlangten Dativ sichtbar macht. Bestimme den Fall daher nicht allein nach einer Endung.

Im Dativ Plural kann das Nomen ein zusätzliches -n brauchen: „mit den Kindern“. Im Genitiv Singular steht bei vielen maskulinen und neutralen Nomen -(e)s: „wegen des Windes“, „trotz des Regens“.

Wechselpräpositionen und kurze Formen einordnen

Die neun häufigen Wechselpräpositionen lauten an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. Bei räumlicher Verwendung steht meist Dativ für den Ort, an dem etwas stattfindet, und Akkusativ für das Ziel einer Ortsveränderung.

Ort: Wo spielt Mila?
Mila spieltHandlung am OrtinWechselpräpositiondemDativPark.Ort
Ziel: Wohin läuft Mila?
Mila läuftHandlung zum ZielinWechselpräpositiondenAkkusativPark.Zielort

Im ersten Satz findet das Spielen im Park statt. Im zweiten Satz ist der Park das Ziel: Mila läuft hinein.

Bewegung allein entscheidet nicht. „Mila joggt im Park“ beschreibt Bewegung innerhalb eines Ortes und steht mit Dativ. „Mila läuft zum Bahnhof“ nennt ein Ziel, aber zu verlangt ebenfalls Dativ. Die Wo-/Wohin-Unterscheidung hilft bei räumlich verwendeten Wechselpräpositionen; sie ersetzt nicht die Regeln für alle Präpositionen.

In festen Verbverbindungen kannst du den Fall nicht aus einem räumlichen Bild ableiten: „auf den Bus warten“ steht mit Akkusativ, „an dem Projekt arbeiten“ mit Dativ. Lerne hier die ganze Verbindung.

Im, ins, zum: Präposition und Artikel in einem Wort

Häufige Verschmelzungen
Kurzform Ausgeschrieben Fall
im in dem Dativ
ins in das Akkusativ
am an dem Dativ
ans an das Akkusativ
beim bei dem Dativ
vom von dem Dativ
zum zu dem Dativ
zur zu der Dativ

„Wir fahren zum Museum“ enthält also zu + dem. Auch wenn du nur ein Wort siehst, steckt darin eine Präposition mit einem Artikel. Bei betontem oder näher hervorgehobenem Artikel kann die unverschmolzene Form sinnvoll sein: „Ich gehe zu dem Haus dort.“

Präpositions-Explorer: Fall und Bedeutung sichtbar machen

Welche Form verlangt die Präposition?

Orange zeigt die Präposition, Grün die Fallform und Blau das Nomen. Vergleiche, welche Form die jeweilige Präposition verlangt.

Mit verlangt Dativ
mitPräpositiondemDativBusNomen
Ohne verlangt Akkusativ
ohnePräpositiondenAkkusativBusNomen

Mit dem Bus und ohne den Bus unterscheiden sich in Bedeutung und Fall. Lerne die Präposition mit ihrer Fallzuweisung.

Typische Fehler vermeiden

„mit den Bus“ → „mit dem Bus“
Mit verlangt Dativ; Bus ist maskulin Singular.
„für dem Ausflug“ → „für den Ausflug“
Für verlangt Akkusativ. Der Artikel muss dazu passen.
„mit den Kinder“ → „mit den Kindern“
Bei Kinder erhält das Nomen im Dativ Plural zusätzlich -n.
„Bei Bewegung immer Akkusativ“ stimmt nicht
„Wir laufen mit dem Hund“ und „Wir joggen im Park“ enthalten Dativgruppen. Prüfe zuerst die Präposition und dann ihre Verwendung.
„Während“ ist nicht immer eine Präposition
„Während der Pause“ enthält eine Nomengruppe; „während wir warten“ ist ein Nebensatz. Die Aufgabe des Wortes hängt vom Satzbau ab.

Präpositionen und Fälle sicher anwenden

1 · Artikel und Fall zusammenbringen

Ergänze den passenden Artikel. Nutze die Präposition und die Angaben im Hinweis.

Bestimmter Artikel; Bus ist maskulin, Singular.Antwort: __________________

Bestimmter Artikel; Ausflug ist maskulin, Singular.Antwort: __________________

Bestimmter Artikel; Schlüssel ist maskulin, Singular.Antwort: __________________

Setze den unbestimmten Artikel ein; Woche ist feminin.Antwort: __________________

Bestimmter Artikel; verwende hier den Genitiv der üblichen Schriftsprache.Antwort: __________________

Bestimmter Artikel; Unterricht ist maskulin.Antwort: __________________

Bestimmter Artikel; Schule ist feminin.Antwort: __________________

Bestimmter Artikel; Haltestelle ist feminin.Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. dem – Mit verlangt Dativ: mit dem Bus.
  2. den – Für verlangt Akkusativ: für den Ausflug.
  3. den – Ohne verlangt Akkusativ: ohne den Schlüssel.
  4. einer – Seit verlangt Dativ. Feminin im Dativ heißt einer Woche.
  5. des – Wegen des Regens: des und die Endung -s zeigen hier Genitiv.
  6. dem – Nach verlangt Dativ: nach dem Unterricht.
  7. der – Gegenüber verlangt Dativ: gegenüber der Schule.
  8. der – In bis zu der Haltestelle bestimmt zu den Dativ.

2 · Wortart, Fall und Kurzform erklären

Untersuche die Markierung. Schreibe nur die verlangte Antwort.

Welche Wortart ist mit?Antwort: __________________

In welchem Fall steht die markierte Nomengruppe?Antwort: __________________

Löse im in zwei Wörter auf.Antwort: __________________

Präposition oder Subjunktion?Antwort: __________________

In welchem Fall steht die Nomengruppe in dieser Ortsangabe?Antwort: __________________

Welchen Fall verlangt zu hier?Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Präposition – Mit ist eine Präposition und verlangt hier Dativ.
  2. Dativ – Mit verlangt Dativ; dem Rad ist die zugehörige Nomengruppe.
  3. in dem – Im ist die Verschmelzung von in und dem.
  4. Subjunktion – Während leitet hier einen Nebensatz mit Subjekt und Verb ein.
  5. Dativ – Das Joggen findet im Park statt: in dem Park, also Dativ. Bewegung allein löst keinen Akkusativ aus.
  6. Dativ – Zu verlangt Dativ. Zum enthält zu + dem, auch wenn der Bahnhof ein Ziel ist.

3 · Einen Ausflug in zwei Sätzen beschreiben

Schreibe zwei Sätze über einen Ausflug. Verwende die Präpositionen mit, nach und ohne jeweils mit einer passenden Nomengruppe. Markiere die drei Gruppen und begründe ihre Fälle.

Mögliche Lösung mit Begründung

„Wir fahren mit dem Bus zum Museum. Nach dem Besuch gehen wir ohne unseren Lehrer zum Treffpunkt.“

Mit dem Bus und nach dem Besuch stehen im Dativ. Ohne unseren Lehrer steht im Akkusativ. Zusätzlich enthalten zum Museum und zum Treffpunkt jeweils zu + dem, also ebenfalls Dativ.

Ideen für den Unterricht

Einstieg: Aus mit, ohne und für sowie Artikel- und Nomenkarten passende Wortgruppen legen. Die Veränderung des Artikels begründen.

Differenzierung: Erst feste Fallzuweisungen mit maskulinen Nomen üben; anschließend feminine Nomen, Pluralformen und Pronomen ergänzen.

Transfer: Eine Weg- oder Ausflugsbeschreibung schreiben und alle Präpositionalgruppen markieren. Orts-/Zielbedeutung nur bei passenden Wechselpräpositionen zur Fallbestimmung nutzen.

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Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Präposition und LehrplanPLUS Deutsch 6. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.

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