Dativ: mit wem oder was?
„Ich fahre mit meiner Schwester.“
„Ich fahre mit ihr.“
Mit verlangt Dativ – bei einer Nomengruppe genauso wie bei einem Pronomen.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Mit dem Bus, für den Ausflug oder wegen des Regens: Erkenne Präpositionen und finde Schritt für Schritt den passenden Fall.
„Mila fährt mit dem Bus.“ Das Wort mit verbindet das Fahren mit dem Verkehrsmittel. „Mila fährt ohne ihren Bruder.“ Ohne zeigt, wer nicht dabei ist. Solche Wörter heißen Präpositionen oder Verhältniswörter.
Eine Präposition bildet häufig zusammen mit einer Nomengruppe eine Präpositionalgruppe: mit dem Bus, für den Ausflug, wegen des Regens. Die Präposition bestimmt dabei den Fall der zugehörigen Nomengruppe. Das Fachwort dafür ist Kasusrektion. Die Präposition selbst wird nicht gebeugt.
| Bedeutung | Beispiele | Frage zum Inhalt |
|---|---|---|
| Ort oder räumliche Beziehung (lokal) | bei der Schule · vor dem Haus · durch den Tunnel | Wo? Wohin? Woher? Wo hindurch? |
| Zeit (temporal) | seit einer Woche · nach dem Training · während der Pause | Seit wann? Wann? Wie lange? |
| Art und Weise oder Mittel (modal) | mit Geduld · ohne Hilfe · mit dem Fahrrad | Wie? Womit? |
| Grund (kausal) | wegen des Regens · aufgrund eines Fehlers | Warum? Aus welchem Grund? |
Ein und dieselbe Präposition kann unterschiedlich verwendet werden: „vor dem Haus“ beschreibt eine räumliche Beziehung, „vor dem Essen“ eine zeitliche. Untersuche deshalb die ganze Wortgruppe.
Inhaltsfrage und Fallfrage sind nicht dasselbe. „Womit fährt Mila?“ fragt nach dem Verkehrsmittel. Dass in der Antwort „mit dem Bus“ Dativ steht, ergibt sich aus der Präposition mit. Für die Fallbestimmung lernst du Präposition und Fall gemeinsam.
„Während der Pause lesen wir.“ Hier folgt auf während eine Nomengruppe: während ist eine Präposition. „Während wir warten, lesen wir.“ Hier leitet während einen Nebensatz mit eigenem Subjekt und Verb ein; es ist eine Subjunktion, also eine unterordnende Konjunktion.
Auch die Wortgruppe zählt: „Mila sitzt draußen“ enthält ein Adverb. „Mila sitzt vor dem Haus“ enthält eine Präpositionalgruppe. Eine Ortsangabe besteht also nicht immer aus einer Präposition.
| Fall | Häufige Präpositionen | Beispiele |
|---|---|---|
| Dativ | aus, außer, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber | aus dem Haus · mit dem Bus · seit einer Woche · zu der Schule |
| Akkusativ | durch, für, gegen, ohne, um | durch den Tunnel · für den Ausflug · ohne einen Schlüssel |
| Genitiv in der üblichen Schriftsprache | wegen, während, trotz, statt / anstatt | wegen des Regens · während der Pause · trotz des Lärms · statt eines Briefes |
Lerne nicht nur die Liste, sondern eine ganze Wortgruppe. Zum Beispiel: mit dem Hund, für den Hund, wegen des Hundes. So werden die Unterschiede hörbar und sichtbar.
„Ich fahre mit meiner Schwester.“
„Ich fahre mit ihr.“
Mit verlangt Dativ – bei einer Nomengruppe genauso wie bei einem Pronomen.
„Das ist für meine Schwester.“
„Das ist für sie.“
Für verlangt Akkusativ. Das gilt unabhängig davon, ob sich jemand bewegt.
Bei wegen begegnet dir im Alltag auch Dativ, etwa „wegen dem Regen“. In üblichen schriftsprachlichen Schulaufgaben wird meist wegen des Regens erwartet. Auch bei anderen Präpositionen gibt es Varianten. Die Tabelle zeigt ein verlässliches Grundmuster für die hier verwendeten Nomengruppen, keine Regel ohne jede Ausnahme.
Bis nennt eine Grenze: bis nächsten Montag, bis Berlin. Es wird auch mit einer weiteren Präposition verbunden: „bis zu der Schule“. Dann richtet sich der Fall der Nomengruppe nach zu, also Dativ.
Entlang steht häufig nach der Nomengruppe und verlangt dann Akkusativ: „den Fluss entlang“. Vorangestellt kommt es beispielsweise mit Genitiv vor: „entlang des Flusses“. Lerne die Stellung mit.
Gegenüber steht mit Dativ und kann vor oder nach der Nomengruppe stehen: „gegenüber dem Rathaus“ oder „dem Rathaus gegenüber“. Die Bezeichnung Präposition bedeutet also nicht, dass jedes dieser Wörter immer davor stehen muss.
Die Präposition bestimmt den Fall. Der Artikel zeigt hier den Unterschied besonders deutlich: einem oder einen. Die Endung am Adjektiv muss zur ganzen Nomengruppe passen.
Nicht jeder Fall ist äußerlich eindeutig zu sehen: „für die Schule“ ist Akkusativ, obwohl die auch als Nominativform vorkommt. Bei „nach Berlin“ gibt es keinen Artikel, der den von nach verlangten Dativ sichtbar macht. Bestimme den Fall daher nicht allein nach einer Endung.
Im Dativ Plural kann das Nomen ein zusätzliches -n brauchen: „mit den Kindern“. Im Genitiv Singular steht bei vielen maskulinen und neutralen Nomen -(e)s: „wegen des Windes“, „trotz des Regens“.
Die neun häufigen Wechselpräpositionen lauten an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen. Bei räumlicher Verwendung steht meist Dativ für den Ort, an dem etwas stattfindet, und Akkusativ für das Ziel einer Ortsveränderung.
Im ersten Satz findet das Spielen im Park statt. Im zweiten Satz ist der Park das Ziel: Mila läuft hinein.
In festen Verbverbindungen kannst du den Fall nicht aus einem räumlichen Bild ableiten: „auf den Bus warten“ steht mit Akkusativ, „an dem Projekt arbeiten“ mit Dativ. Lerne hier die ganze Verbindung.
| Kurzform | Ausgeschrieben | Fall |
|---|---|---|
| im | in dem | Dativ |
| ins | in das | Akkusativ |
| am | an dem | Dativ |
| ans | an das | Akkusativ |
| beim | bei dem | Dativ |
| vom | von dem | Dativ |
| zum | zu dem | Dativ |
| zur | zu der | Dativ |
„Wir fahren zum Museum“ enthält also zu + dem. Auch wenn du nur ein Wort siehst, steckt darin eine Präposition mit einem Artikel. Bei betontem oder näher hervorgehobenem Artikel kann die unverschmolzene Form sinnvoll sein: „Ich gehe zu dem Haus dort.“
Orange zeigt die Präposition, Grün die Fallform und Blau das Nomen. Vergleiche, welche Form die jeweilige Präposition verlangt.
Mit dem Bus und ohne den Bus unterscheiden sich in Bedeutung und Fall. Lerne die Präposition mit ihrer Fallzuweisung.
Schreibe zwei Sätze über einen Ausflug. Verwende die Präpositionen mit, nach und ohne jeweils mit einer passenden Nomengruppe. Markiere die drei Gruppen und begründe ihre Fälle.
„Wir fahren mit dem Bus zum Museum. Nach dem Besuch gehen wir ohne unseren Lehrer zum Treffpunkt.“
Mit dem Bus und nach dem Besuch stehen im Dativ. Ohne unseren Lehrer steht im Akkusativ. Zusätzlich enthalten zum Museum und zum Treffpunkt jeweils zu + dem, also ebenfalls Dativ.
Einstieg: Aus mit, ohne und für sowie Artikel- und Nomenkarten passende Wortgruppen legen. Die Veränderung des Artikels begründen.
Differenzierung: Erst feste Fallzuweisungen mit maskulinen Nomen üben; anschließend feminine Nomen, Pluralformen und Pronomen ergänzen.
Transfer: Eine Weg- oder Ausflugsbeschreibung schreiben und alle Präpositionalgruppen markieren. Orts-/Zielbedeutung nur bei passenden Wechselpräpositionen zur Fallbestimmung nutzen.
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