Wie funktioniert es im Unterricht?
Praktisch ist Aktion Courage eher ein Schulentwicklungs- und Projektansatz als ein starres Curriculum. Schulen arbeiten mit Projekttagen, Unterrichtseinheiten, Workshops und Aktionen zu Themen wie Rassismus, Mobbing, Rechtsextremismus, Vielfalt oder Menschenrechten; dafür stellt das Netzwerk Materialien, Themenhefte, Bausteine und Handbücher bereit.
Inhaltlich bleibt die Schule handlungsfähig: Die Selbstverpflichtung umfasst nachhaltige Projekte, aktives Eingreifen bei diskriminierenden Vorfällen und mindestens ein Projekt pro Jahr. Zugleich betont das Netzwerk, dass Kinder und Jugendliche die Themen ihres Engagements selbst mitbestimmen sollen.
Was bringt es
Die Stärke des Programms liegt in Verbindlichkeit, Sichtbarkeit und Vernetzung. Schulen erhalten nicht nur ein öffentliches Zeichen, sondern einen klaren Auftrag, Diskriminierung dauerhaft zu bearbeiten, plus Zugang zu Koordinierungsstellen, Kooperationspartnern und politischen Bildungsangeboten.
Für den Schulalltag bedeutet das: Antidiskriminierungsarbeit kann regelmäßiger, strukturierter und leichter anschlussfähig an Unterricht und Projekte werden. Aktion Courage selbst versteht das Netzwerk als Beitrag zu einer demokratischen Schulkultur und als Unterstützung für Schulen, die Gleichwertigkeit aller Menschen zum Lernziel machen wollen.
Wie können Schulen mitmachen?
Der Einstieg ist klar geregelt: Eine Initiativgruppe startet den Prozess, informiert die Schulgemeinschaft, organisiert eine geheime Abstimmung und gewinnt eine Patin oder einen Paten. Wenn mindestens 70 Prozent aller Schulmitglieder zustimmen, schickt die Schulleitung Aufnahmeantrag, Schildbestellung und Pat:innenmeldung an die Bundeskoordination; danach wird die Aufnahmefeier mit der Landes- oder Regionalkoordination abgestimmt.
Kontakt läuft zentral über die Bundeskoordination in Berlin, Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße 11, 10787 Berlin, per E-Mail an schule@aktioncourage.org; zusätzlich gibt es 16 Landeskoordinationen und mehr als 100 Regionalkoordinationen als regionale Anlaufstellen. Da die Begleitung über diese Stellen und über Kooperationspartner organisiert wird, kann die konkrete Unterstützung regional unterschiedlich ausfallen.
Bei den Kosten nennt der offizielle Aufnahmeantrag vor allem das Schild: 115 € für die kleine und 160 € für die große Variante, jeweils inklusive Versand; ein Start-Paket mit Materialien wird kostenfrei mitgeliefert. Viele Downloads sind kostenlos, einzelne Printmaterialien kosten Schutzgebühr, etwa 4,95 € für das Themenheft Rechtsextremismus & Schule. Offizielle Primärquellen für Schulen sind die Seiten Mitmachen, Materialien und Kontakt.