Wer macht learning Gelaber, bzw. „Das digitale Lagerfeuer“?
Das digitale Lagerfeuer wird vom learninglab herausgegeben. Das learninglab ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Köln, die Bildungseinrichtungen, Organisationen und Unternehmen bei Veränderungsprozessen im digitalen Wandel begleitet. Auf der Über-uns-Seite beschreibt sich das learninglab als Organisation, die Bildungseinrichtungen dabei unterstützt, aus Digitalisierung Potenziale zu schöpfen und gestärkt in die Zukunft zu gehen.
Host des Podcasts ist Richard Heinen. Er wird auf der learninglab-Seite als Geschäftsführer genannt und ist im Team unter anderem dem Bereich Schule und Organisationsentwicklung zugeordnet.
Das ist für Lehrer:innen wichtig, weil der Podcast nicht aus einer reinen Kommentar- oder Nachrichtenperspektive entsteht. Viele Gespräche kommen aus der praktischen Begleitung von Schulen, Projekten und Veränderungsprozessen.
Worum geht es in dem Podcast?
„Das digitale Lagerfeuer“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Schule und Lernen im 21. Jahrhundert gestaltet werden können. Auf Apple Podcasts wird das Format so beschrieben, dass Lehrkräfte aus Deutschland zu Wort kommen, die sich mit ihren Schulen auf einer „Expedition in die Digitalität“ befinden. Sie berichten von Wegen, Sackgassen, Hindernissen und davon, wie Schule und Lernen neu gedacht werden können.
Die Themen sind nah an realen Schulentwicklungsprozessen. Sichtbare Folgen behandeln zum Beispiel:
- digitale Schulentwicklung
- Medienbildung
- selbstorganisiertes Lernen
- offene Lernsettings
- OER-Lernmaterialien
- Lernbüros
- KI im Schulmanagement
- Schulleitung im digitalen Wandel
- Schulgründung
- pädagogische Haltung
- Teamarbeit und Kooperation
- digitale Medien in Kita und Schule
In einer Folge zur Werkstatt offenes digitales Lernbüro geht es etwa um selbstorganisiertes und individuelles Lernen, offene Lernsettings und digital unterstützte Lernkultur. In einer Live-Folge zu Schule und Schulleitung im KI-Wandel werden Chancen und Herausforderungen von KI im Schulmanagement diskutiert.
Besonders deutlich wird der Ansatz in der Folge „Freiräume für Innovationen schaffen und nutzen“. Dort spricht Richard Heinen mit Florian März von der Justus-von-Liebig-Sekundarschule in Duisburg-Hamborn über mehr als zehn Jahre Schulentwicklungsarbeit, die mit einem Bring-Your-Own-Device-Projekt begann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Technik gutes Lernen unterstützen kann, ohne zum Selbstzweck zu werden.
Was macht den Podcast stark?
Die größte Stärke von „Das digitale Lagerfeuer“ ist die hohe Praxisnähe. Der Podcast spricht nicht nur über Schulentwicklung, sondern macht sie anhand konkreter Schulen, Projekte und Personen nachvollziehbar.
Besonders wertvoll ist, dass Digitalisierung nicht als Selbstzweck behandelt wird. In der Folge mit Florian März wird ausdrücklich deutlich: Es geht nicht darum, möglichst viel Technik einzusetzen, sondern darum, wie digitale Technik gutes Lernen unterstützen kann. Die Folge zeigt zum Beispiel den Weg von Laptopklassen über BYOD bis zu schulübergreifenden Netzwerken und betont, dass Lehrkräfte vor allem Zeit zum gemeinsamen Ausprobieren brauchen.
Stark ist auch die Haltung des Podcasts: Veränderung wird nicht als fertiges Erfolgsrezept erzählt, sondern als Prozess. Schulen berichten von Ideen, Sackgassen, Hindernissen und Entwicklungswegen. Genau das macht das Format für Lehrer:innen glaubwürdig.
Ein weiterer Pluspunkt ist die institutionelle Verankerung. Das learninglab arbeitet laut eigener Beschreibung wissenschaftlich, systemisch, multiprofessionell und gemeinnützig. Es begleitet Bildungseinrichtungen in Veränderungsprozessen und kooperiert mit dem learninglab-Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement der Universität Duisburg-Essen.
Mögliche Grenzen
„Das digitale Lagerfeuer“ ist kein Podcast für schnelle Unterrichtstricks. Wer eine konkrete Methode für die nächste Stunde sucht, bekommt zwar viele Anregungen, aber selten eine direkte Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Die zweite Grenze liegt im Fokus auf Schulentwicklung. Das ist sehr wertvoll für Schulleitungen, Steuergruppen, Medienbeauftragte und engagierte Lehrkräfte, kann aber für einzelne Lehrer:innen etwas zu groß gedacht wirken, wenn sie gerade nur Unterstützung für den unmittelbaren Unterrichtsalltag suchen.
Außerdem ist der aktuelle Formatstatus wichtig: Die Folge aus Januar 2026 markiert den Übergang zu „Learning Gelaber“. Deshalb sollte man den Podcast eher als starkes Archiv- und Übergangsformat betrachten und zusätzlich prüfen, ob aktuelle Inhalte inzwischen unter dem neuen Namen erscheinen.