Das Verb
Ein Verb kann einen bestimmten Fall bei seiner Ergänzung verlangen: jemanden sehen (Akkusativ), jemandem helfen (Dativ). „Geben“ verbindet oft beide: jemandem etwas geben.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ? Lerne die Fragen, erkenne die Formen und bestimme den Fall Schritt für Schritt im Satz.
Ein Nomen, vier Fälle – immer im Satzzusammenhang.
„Der Hund sieht den Mann“ und „Den Hund sieht der Mann“ erzählen nicht dasselbe. Die Wortgruppen stehen an ähnlichen Stellen, aber ihre Formen zeigen unterschiedliche Beziehungen im Satz. Der Fall heißt auch Kasus. Im Deutschen gibt es vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.
Wer gibt etwas? Der Mann. Wem gibt er etwas? Dem Hund. Wen oder was gibt er dem Hund? Den Ball. So werden die Beziehungen zwischen den Beteiligten deutlich. Die Wortstellung allein reicht zum Bestimmen des Falls nicht aus.
| Fall | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| 1. Fall: Nominativ | Wer oder was? | Der Hund bellt. → Wer oder was bellt? |
| 2. Fall: Genitiv | Wessen? | Das Fell des Hundes ist nass. → Wessen Fell ist nass? |
| 3. Fall: Dativ | Wem? | Mila hilft dem Hund. → Wem hilft Mila? |
| 4. Fall: Akkusativ | Wen oder was? | Mila sieht den Hund. → Wen oder was sieht Mila? |
Stelle die Frage immer zum vorliegenden Satz. Frage nicht losgelöst „Wer ist das?“, wenn du zum Beispiel „Mila hilft dem Hund“ untersuchst. Damit würdest du einen neuen Satz erzeugen und den ursprünglichen Fall nicht bestimmen.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der Hund | die Katze | das Kind | die Kinder |
| Genitiv | des Hundes | der Katze | des Kindes | der Kinder |
| Dativ | dem Hund | der Katze | dem Kind | den Kindern |
| Akkusativ | den Hund | die Katze | das Kind | die Kinder |
Der Artikel allein ist nicht immer eindeutig. „Der“ kann zum Beispiel bei „der Hund“ Nominativ, bei „der Katze“ aber Dativ oder Genitiv anzeigen. Du brauchst zusätzlich das Nomen und den Zusammenhang. Auch Nominativ und Akkusativ sehen bei „das Kind“ und „die Katze“ gleich aus.
Beim unbestimmten Artikel folgt die Form demselben Fall: ein Hund → eines Hundes → einem Hund → einen Hund. Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel ein/eine. Weitere Beispiele zu Genus und Plural findest du bei Nomen und Artikeln.
Im Satz „Ich sehe die Katze“ kannst du den Fall an „die“ noch nicht sicher erkennen. Ersetze die Wortgruppe gedanklich durch eine maskuline Wortgruppe im Singular: „Ich sehe den Hund.“ Die Form den macht den Akkusativ sichtbar. Der Satzbau und das Verb bleiben dabei gleich.
| Ausgangssatz | Ersatzprobe | Ergebnis |
|---|---|---|
| Das Kind lacht. | Der Hund lacht. | Nominativ: der |
| Ich sehe das Kind. | Ich sehe den Hund. | Akkusativ: den |
| Ich helfe der Katze. | Ich helfe dem Hund. | Dativ: dem |
| Das Spielzeug der Katze ist neu. | Das Spielzeug des Hundes ist neu. | Genitiv: des |
Bei der Ersatzprobe darf ein ungewöhnlicher Inhalt entstehen. Es geht hier darum, die grammatische Form im gleichen Satzbau sichtbar zu machen. Verändere deshalb nicht zugleich das Verb oder die Präposition.
Ein Verb kann einen bestimmten Fall bei seiner Ergänzung verlangen: jemanden sehen (Akkusativ), jemandem helfen (Dativ). „Geben“ verbindet oft beide: jemandem etwas geben.
Eine Präposition legt den Fall ihrer Ergänzung fest: mit dem Bus (Dativ), für den Ausflug (Akkusativ). Lerne die Verbindung mit: mit + Dativ, für + Akkusativ.
Der Genitiv kann eine nähere Beziehung zu einem Nomen ausdrücken: „das Fahrrad meines Bruders“. Die Wortgruppe „meines Bruders“ gehört hier als Attribut zu „Fahrrad“. Es geht nicht nur um Eigentum: In „der Beginn des Films“ bezeichnet der Genitiv eine andere Beziehung.
Bei einigen maskulinen Nomen steht außerhalb des Nominativs Singular die Endung -(e)n: der Junge → des Jungen, dem Jungen, den Jungen. Deshalb heißt es „Ich sehe den Jungen“. Diese Gruppe nennt man schwache Nomen.
Bei Wechselpräpositionen wie „in“ kann der Fall von der Bedeutung abhängen: „Das Kind läuft im Garten“ beschreibt einen Ort (Dativ), „Das Kind läuft in den Garten“ eine Richtung zum Ziel (Akkusativ). Bewegung allein bedeutet also nicht Akkusativ. Präpositionen und Wechselpräpositionen werden in eigenen Folgethemen vertieft.
Jeder Fall behält seine Farbe: Nominativ blau, Genitiv violett, Dativ grün, Akkusativ orange. Die Beschriftung nennt den Fall zusätzlich.
Der Junge ist das Subjekt. Die ganze Wortgruppe steht im Nominativ; im Satz zeigt „der“ diese Form an.
Bilde einen Satz mit „geben“, der ein Subjekt, eine Dativ- und eine Akkusativergänzung enthält. Schreibe zu jeder Wortgruppe eine passende Frage. Stelle anschließend den Satz um und prüfe, ob sich die Fälle ändern.
„Die Lehrerin gibt dem Kind das Heft.“ Wer gibt etwas? Die Lehrerin → Nominativ. Wem gibt sie etwas? Dem Kind → Dativ. Wen oder was gibt sie dem Kind? Das Heft → Akkusativ.
Umgestellt: „Das Heft gibt die Lehrerin dem Kind.“ Die Fälle bleiben gleich. Nur die Reihenfolge und die Betonung ändern sich.
Einstieg: „Der Hund sucht den Ball“ und „Den Ball sucht der Hund“ vergleichen. Die Lernenden begründen, warum dieselbe Handlung beschrieben wird.
Differenzierung: Zunächst maskuline Wortgruppen mit eindeutigem Artikel verwenden. Danach feminine und neutrale Formen sowie die Ersatzprobe ergänzen.
Transfer: Einen kurzen Text untersuchen. Neben der Fallfrage immer das Verb, die Präposition oder die Beziehung zum Bezugsnomen nennen lassen.
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