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Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7

Die vier Fälle einfach bestimmen

Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ? Lerne die Fragen, erkenne die Formen und bestimme den Fall Schritt für Schritt im Satz.

Verstehen · ausprobieren · selbst anwenden
Etwa 25–35 Minuten mit Übungen · je nach Lernstand

der HundNominativdes HundesGenitivdem HundDativden HundAkkusativ

Ein Nomen, vier Fälle – immer im Satzzusammenhang.

Warum heißt es der, den, dem oder des?

Der Hund sieht den Mann“ und „Den Hund sieht der Mann“ erzählen nicht dasselbe. Die Wortgruppen stehen an ähnlichen Stellen, aber ihre Formen zeigen unterschiedliche Beziehungen im Satz. Der Fall heißt auch Kasus. Im Deutschen gibt es vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.

Der MannNominativ · wer?gibtVerbdem HundDativ · wem?den Ball.Akkusativ · wen oder was?

Wer gibt etwas? Der Mann. Wem gibt er etwas? Dem Hund. Wen oder was gibt er dem Hund? Den Ball. So werden die Beziehungen zwischen den Beteiligten deutlich. Die Wortstellung allein reicht zum Bestimmen des Falls nicht aus.

Das lernst du: die vier Fälle unterscheiden, passende Fragen stellen, Artikel und Nomen gemeinsam untersuchen und den Fall mit einer Ersatzprobe absichern.

Die vier Fälle im Überblick

Fälle, Fragen und Beispiele
Fall Frage Beispiel
1. Fall: Nominativ Wer oder was? Der Hund bellt. → Wer oder was bellt?
2. Fall: Genitiv Wessen? Das Fell des Hundes ist nass. → Wessen Fell ist nass?
3. Fall: Dativ Wem? Mila hilft dem Hund. → Wem hilft Mila?
4. Fall: Akkusativ Wen oder was? Mila sieht den Hund. → Wen oder was sieht Mila?

Stelle die Frage immer zum vorliegenden Satz. Frage nicht losgelöst „Wer ist das?“, wenn du zum Beispiel „Mila hilft dem Hund“ untersuchst. Damit würdest du einen neuen Satz erzeugen und den ursprünglichen Fall nicht bestimmen.

Die Artikel ändern sich je nach Fall

Bestimmte Artikel in allen vier Fällen
Fall Maskulin Feminin Neutrum Plural
Nominativ der Hund die Katze das Kind die Kinder
Genitiv des Hundes der Katze des Kindes der Kinder
Dativ dem Hund der Katze dem Kind den Kindern
Akkusativ den Hund die Katze das Kind die Kinder

Der Artikel allein ist nicht immer eindeutig. „Der“ kann zum Beispiel bei „der Hund“ Nominativ, bei „der Katze“ aber Dativ oder Genitiv anzeigen. Du brauchst zusätzlich das Nomen und den Zusammenhang. Auch Nominativ und Akkusativ sehen bei „das Kind“ und „die Katze“ gleich aus.

Beim unbestimmten Artikel folgt die Form demselben Fall: ein Hund → eines Hundes → einem Hund → einen Hund. Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel ein/eine. Weitere Beispiele zu Genus und Plural findest du bei Nomen und Artikeln.

Auch das Nomen kann sich ändern: Im Genitiv Singular steht bei vielen maskulinen und neutralen Nomen -(e)s: des Hundes, des Kindes. Im Dativ Plural kommt häufig -n hinzu: mit den Kindern. Bei einem bereits vorhandenen -n oder einer Mehrzahl auf -s kommt kein weiteres -n dazu: mit den Frauen, mit den Autos.

Einen Fall Schritt für Schritt bestimmen

  1. Markiere die ganze zu untersuchende Wortgruppe. In „Mila hilft dem kleinen Hund“ gehören „dem“, „kleinen“ und „Hund“ zusammen.
  2. Suche das Verb und mögliche Präpositionen. Hier lautet das Verb „hilft“. Die Verbindung ist: jemandem helfen.
  3. Stelle die passende Frage im Satz. „Wem hilft Mila?“ → „dem kleinen Hund“. Die Antwort steht im Dativ.
  4. Kontrolliere die Form. „Dem“ passt zum Dativ des maskulinen Nomens Hund. Auch das Adjektiv steht in einer dazu passenden Form.

Wenn die Form mehrdeutig ist: Ersatzprobe

Im Satz „Ich sehe die Katze“ kannst du den Fall an „die“ noch nicht sicher erkennen. Ersetze die Wortgruppe gedanklich durch eine maskuline Wortgruppe im Singular: „Ich sehe den Hund.“ Die Form den macht den Akkusativ sichtbar. Der Satzbau und das Verb bleiben dabei gleich.

Die Ersatzprobe mit der Hund
Ausgangssatz Ersatzprobe Ergebnis
Das Kind lacht. Der Hund lacht. Nominativ: der
Ich sehe das Kind. Ich sehe den Hund. Akkusativ: den
Ich helfe der Katze. Ich helfe dem Hund. Dativ: dem
Das Spielzeug der Katze ist neu. Das Spielzeug des Hundes ist neu. Genitiv: des

Bei der Ersatzprobe darf ein ungewöhnlicher Inhalt entstehen. Es geht hier darum, die grammatische Form im gleichen Satzbau sichtbar zu machen. Verändere deshalb nicht zugleich das Verb oder die Präposition.

Was bestimmt den Fall?

Das Verb

Ein Verb kann einen bestimmten Fall bei seiner Ergänzung verlangen: jemanden sehen (Akkusativ), jemandem helfen (Dativ). „Geben“ verbindet oft beide: jemandem etwas geben.

Eine Präposition

Eine Präposition legt den Fall ihrer Ergänzung fest: mit dem Bus (Dativ), für den Ausflug (Akkusativ). Lerne die Verbindung mit: mit + Dativ, für + Akkusativ.

Der Genitiv kann eine nähere Beziehung zu einem Nomen ausdrücken: „das Fahrrad meines Bruders“. Die Wortgruppe „meines Bruders“ gehört hier als Attribut zu „Fahrrad“. Es geht nicht nur um Eigentum: In „der Beginn des Films“ bezeichnet der Genitiv eine andere Beziehung.

Fall und Satzglied sind nicht dasselbe. Der Nominativ ist ein Fall; das Subjekt ist eine Satzgliedfunktion. Ein Dativ kann ein Dativobjekt sein („Ich helfe dem Kind“) oder innerhalb einer Präpositionalgruppe stehen („Ich fahre mit dem Bus“). „Dem Bus“ ist hier kein Dativobjekt.

Vertiefung: besondere Formen

Bei einigen maskulinen Nomen steht außerhalb des Nominativs Singular die Endung -(e)n: der Junge → des Jungen, dem Jungen, den Jungen. Deshalb heißt es „Ich sehe den Jungen“. Diese Gruppe nennt man schwache Nomen.

Bei Wechselpräpositionen wie „in“ kann der Fall von der Bedeutung abhängen: „Das Kind läuft im Garten“ beschreibt einen Ort (Dativ), „Das Kind läuft in den Garten“ eine Richtung zum Ziel (Akkusativ). Bewegung allein bedeutet also nicht Akkusativ. Präpositionen und Wechselpräpositionen werden in eigenen Folgethemen vertieft.

Kasus-Explorer: Fragen und Formen verbinden

Den Fall sichtbar machen

Jeder Fall behält seine Farbe: Nominativ blau, Genitiv violett, Dativ grün, Akkusativ orange. Die Beschriftung nennt den Fall zusätzlich.

Aussage
Der JungeNominativträgtVerbeinen Rucksack.Akkusativ
Frage und Antwort
Wer oder wasNominativfrageträgt einen Rucksack?Frage ergänzenDer Junge.Antwort

Der Junge ist das Subjekt. Die ganze Wortgruppe steht im Nominativ; im Satz zeigt „der“ diese Form an.

Diese Abkürzungen führen oft in die Irre

„Das erste Nomen ist immer Nominativ.“
Auch „Den Ball sucht der Hund“ ist ein richtiger Satz. Bestimme den Fall mit Frage, Form und Zusammenhang.
„Der bedeutet immer Nominativ.“
In „Ich helfe der Frau“ ist der Frau Dativ. Das Genus und der Satzkontext gehören zur Prüfung dazu.
„Personen stehen im Dativ, Dinge im Akkusativ.“
Beides ist möglich: Ich sehe den Lehrer (Person, Akkusativ). Ich nähere mich dem Haus (Ding, Dativ). Das Verb entscheidet mit.
„Sobald sich etwas bewegt, steht der Akkusativ.“
„Wir laufen im Park“ beschreibt Bewegung an einem Ort und enthält Dativ. Bei Wechselpräpositionen ist die Beziehung von Ort und Ziel entscheidend.
„Kasus ist ein anderes Wort für Satzglied.“
Kasus bezeichnet die grammatische Form. Eine Wortgruppe kann innerhalb verschiedener Satzglieder oder Attribute einen Fall tragen.

Die vier Fälle selbst bestimmen

1 · Welcher Fall ist markiert?

Schreibe Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ. Auch die Angaben 1. Fall bis 4. Fall werden akzeptiert.

Wer oder was singt?Antwort: __________________

Wessen Dach ist rot?Antwort: __________________

Wem hilft Ben?Antwort: __________________

Wen oder was findet Mila?Antwort: __________________

Die Wortstellung ist kein sicherer Hinweis.Antwort: __________________

Welchen Fall verlangt mit?Antwort: __________________

Ersatzprobe: Ich suche den Rucksack.Antwort: __________________

Wessen Anfang ist spannend?Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Nominativ – Der Vogel antwortet auf Wer oder was singt? und steht im Nominativ.
  2. Genitiv – Des Hauses ist ein Genitivattribut zum Nomen Dach.
  3. Dativ – Helfen verlangt Dativ: seiner Schwester.
  4. Akkusativ – Den Schlüssel ist die Akkusativergänzung zu finden.
  5. Akkusativ – Mila ist das Subjekt. Wen sieht Mila? Den Hund, also Akkusativ.
  6. Dativ – Die Präposition mit verlangt Dativ. Dem Bus ist hier Teil einer Präpositionalgruppe.
  7. Akkusativ – Die Form die ist mehrdeutig; den Rucksack macht den Akkusativ sichtbar.
  8. Genitiv – Der Geschichte ergänzt das Nomen Anfang im Genitiv. Der Genitiv zeigt hier keinen Besitz an.

2 · Die richtige Form einsetzen

Ergänze nur den bestimmten Artikel oder die verlangte Nomenform.

Lehrer ist maskulin; danken verlangt Dativ.Antwort: __________________

Gesucht ist der bestimmte Artikel; sehen verlangt Akkusativ.Antwort: __________________

Wessen Heft? Ergänze den bestimmten Artikel.Antwort: __________________

Setze Kind in die passende Pluralform.Antwort: __________________

Ergänze nur die Form von Auto im Dativ Plural.Antwort: __________________

Beachte die besondere Endung des Nomens.Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. dem – Jemandem danken: dem Lehrer. Der Dativartikel ist dem.
  2. den – Jemanden sehen: den Lehrer. Der Akkusativartikel ist den.
  3. des – Des Kindes steht im Genitiv Singular Neutrum.
  4. Kindern – Die Präposition mit verlangt Dativ: mit den Kindern. Zur Mehrzahl Kinder tritt -n.
  5. Autos – Der Dativ Plural auf -s erhält kein weiteres -n: mit den Autos.
  6. Jungen – Junge ist ein schwaches Nomen: im Akkusativ Singular den Jungen.

3 · Ein Satz, drei Fälle

Bilde einen Satz mit „geben“, der ein Subjekt, eine Dativ- und eine Akkusativergänzung enthält. Schreibe zu jeder Wortgruppe eine passende Frage. Stelle anschließend den Satz um und prüfe, ob sich die Fälle ändern.

Mögliche Lösung mit Begründung

Die Lehrerin gibt dem Kind das Heft.“ Wer gibt etwas? Die Lehrerin → Nominativ. Wem gibt sie etwas? Dem Kind → Dativ. Wen oder was gibt sie dem Kind? Das Heft → Akkusativ.

Umgestellt: „Das Heft gibt die Lehrerin dem Kind.“ Die Fälle bleiben gleich. Nur die Reihenfolge und die Betonung ändern sich.

Ideen für den Unterricht

Einstieg: „Der Hund sucht den Ball“ und „Den Ball sucht der Hund“ vergleichen. Die Lernenden begründen, warum dieselbe Handlung beschrieben wird.

Differenzierung: Zunächst maskuline Wortgruppen mit eindeutigem Artikel verwenden. Danach feminine und neutrale Formen sowie die Ersatzprobe ergänzen.

Transfer: Einen kurzen Text untersuchen. Neben der Fallfrage immer das Verb, die Präposition oder die Beziehung zum Bezugsnomen nennen lassen.

Kostenlose Materialien zum Weiterüben

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Deutsch Arbeitsblatt: Die 4 Fälle (Kasus) im Deutschen – Nominativ bis Akkusativ mit Übungen

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Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Kasus und LehrplanPLUS Deutsch 5. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.

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