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Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–6

Wortarten erkennen und unterscheiden

Nomen, Verb oder Adjektiv? Lerne die wichtigsten Wortarten kennen und bestimme sie mit einfachen Proben – immer im passenden Satz.

Verstehen · ausprobieren · selbst anwenden
Etwa 25–35 Minuten mit Übungen · je nach Lernstand

DerArtikelneugierigeAdjektivHundNomenschnuppert.Verb

Jedes Wort bringt eine andere Eigenschaft mit.

Wortarten: Welche Art von Wort ist das?

In einem Satz arbeiten unterschiedliche Wörter zusammen. Wortarten fassen Wörter mit ähnlichen grammatischen Eigenschaften zusammen: Nomen benennen zum Beispiel Dinge oder Gefühle, Verben können ihre Form an eine Person anpassen. Du untersuchst dabei einzelne Wörter im Satzzusammenhang.

DerArtikelneugierigeAdjektivHundNomenschnuppertVerb

Der Artikel begleitet das Nomen. Das Adjektiv beschreibt den Hund genauer. Das Verb sagt hier, was der Hund tut. Für eine sichere Bestimmung brauchst du neben der Bedeutung auch grammatische Proben.

Das lernst du: wichtige Wortarten unterscheiden, veränderliche und unveränderliche Wörter erkennen und deine Zuordnung mit einer Probe begründen.

Die wichtigsten Wortarten mit Beispielen

Wortarten erkennen
Wortart Woran erkennst du sie? Beispiel im Satz
Nomen / Substantiv Hat ein grammatisches Geschlecht; kann oft mit einem Artikel stehen. Wird großgeschrieben. Die Freude ist groß.
Artikel Begleitet ein Nomen und zeigt oft Genus, Numerus und Kasus mit an. Das Kind liest ein Buch.
Verb Kann konjugiert werden: ich lese, du liest. Bezeichnet Handlungen, Vorgänge oder Zustände. Das Kind schläft.
Adjektiv Beschreibt Eigenschaften; kann meist vor einem Nomen eine Endung erhalten. Viele sind steigerbar. ein leises Lied
Pronomen Verweist auf Personen oder Dinge; kann eine Nomengruppe vertreten. Mila liest. Sie lacht.
Adverb Ist nicht deklinierbar und nennt z. B. Zeit oder Ort. Heute spielen wir draußen.
Präposition Stellt Beziehungen her und verlangt einen Fall bei ihrer Ergänzung. Wir gehen mit dem Hund.
Konjunktion / Subjunktion Verbindet Wörter, Wortgruppen oder Sätze. Subjunktionen leiten Nebensätze ein. Mila und Ben lesen, weil es regnet.
Numerale / Zahlwort Gibt eine Anzahl oder eine Reihenfolge an. Drei Kinder warten am zweiten Eingang.
Interjektion / Ausrufewort Drückt zum Beispiel eine Empfindung oder einen Zuruf aus. Oh! Das ist schön.
Warum nennen Schulbücher manchmal unterschiedlich viele Wortarten? Grammatikmodelle ordnen einzelne Gruppen unterschiedlich ein. Beispielsweise werden Zahlwörter teilweise den Adjektiven zugeordnet. Auch Partikeln wie „ja“ in „Das ist ja toll!“ werden als eigene Gruppe behandelt. Lerne die Bezeichnungen aus deinem Unterricht – und begründe vor allem die Eigenschaften.

So bestimmst du eine Wortart Schritt für Schritt

  1. Lies den ganzen Satz. „Wir laufen“ und „das Laufen“ zeigen: Der Zusammenhang ist entscheidend.
  2. Prüfe die Veränderung. Kannst du Person und Form wechseln: ich spiele, du spielst? Das spricht für ein Verb.
  3. Prüfe die Nomengruppe. Passt ein Artikel: die Freude, eine große Freude? Das spricht hier für ein Nomen.
  4. Prüfe die Verwendung vor einem Nomen. Aus „leise“ wird „ein leises Geräusch“. Das spricht für ein Adjektiv.
  5. Untersuche die Aufgabe im Satz. Verbindet das Wort etwas, stellt es eine Beziehung her oder nennt es Zeit oder Ort?

Veränderliche Wörter

Verben werden konjugiert: ich lerne → du lernst. Nomen, Artikel, viele Pronomen und Adjektive werden dekliniert: der kleine Hund → mit dem kleinen Hund. Solche Formveränderungen heißen Flexion.

Unveränderliche Wörter

Wörter wie heute, mit, und, weil erhalten keine Endungen für Person oder Fall. Aber unveränderlich bedeutet nicht „gleiche Wortart“: „mit“ ist eine Präposition, „heute“ ein Adverb.

Eine Probe ist ein Hinweis, kein Automatismus. „Heute“ steht am Satzanfang groß und ist trotzdem ein Adverb. „Schlafen“ ist eine Verbgrundform, obwohl dabei niemand aktiv handelt. Kombiniere Form, Bedeutung und Verwendung.

Wortarten im Satz untersuchen

Ein Wort – unterschiedliche Beobachtungen

Wähle ein Beispiel. Lies die Erklärung und formuliere selbst die passende Probe.

Im Satz
DieArtikelFreudeNomenwächst.Verb
Artikel- und Erweiterungsprobe
dieArtikelgroßeAdjektivFreudeNomen

Freude ist ein Nomen für ein Gefühl. Du kannst einen Artikel und ein beschreibendes Adjektiv ergänzen: die große Freude.

Wortart oder Satzglied?

Die Wortart beschreibt die grammatische Klasse eines einzelnen Wortes. Ein Satzglied beschreibt eine Funktion im Satz und kann aus mehreren Wörtern bestehen.

Der neugierige Hund schnuppert. Die drei Wörter gehören zu drei Wortarten, bilden hier aber gemeinsam das Subjekt. „Subjekt“ ist deshalb keine Wortart.

Diese Verwechslungen kannst du vermeiden

„Alles Großgeschriebene ist ein Nomen.“
Prüfe den Satzanfang: In „Heute regnet es“ ist „Heute“ ein Adverb. Nomen werden großgeschrieben; die Umkehrung gilt nicht.
„Ein Verb muss eine sichtbare Tätigkeit ausdrücken.“
Auch schlafen, bleiben und sein sind Verben. Nutze die Personalprobe: ich bin, du bist.
„Schnell ist immer ein Adverb, wenn es ein Verb beschreibt.“
Unterscheide Wortart und Verwendung: In „Sie läuft schnell“ wird das Adjektiv „schnell“ adverbial verwendet.
„Mit einem Fragewort finde ich immer die Wortart.“
Fragen wie „Wer oder was?“ helfen bei Satzgliedern. Für Wortarten brauchst du zusätzlich Form- und Verwendungsproben.

Wortarten erkennen und begründen

1 · Bestimme das hervorgehobene Wort

Schreibe die Wortart. Nomen und Substantiv werden beide akzeptiert.

Denke an den Artikel und die Bedeutung.Antwort: __________________

Teste: ich …, du …Antwort: __________________

Das Wort beschreibt das Geräusch.Antwort: __________________

Die Großschreibung allein entscheidet nicht.Antwort: __________________

Das Wort verbindet zwei Namen.Antwort: __________________

Das Wort stellt eine Beziehung her.Antwort: __________________

Das Wort verweist auf Mila.Antwort: __________________

Das Wort begleitet Buch.Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Nomen – Freude ist ein Nomen für ein Gefühl. Die Artikelprobe lautet: die Freude.
  2. Verb – Die Form gehört zu schlafen: ich schlafe, du schläfst.
  3. Adjektiv – Leises ist eine gebeugte Form von leise und beschreibt eine Eigenschaft.
  4. Adverb – Heute nennt die Zeit und ist nicht deklinierbar. Es steht nur wegen des Satzanfangs groß.
  5. Konjunktion – Und ist eine nebenordnende Konjunktion.
  6. Präposition – Mit ist eine Präposition und verlangt hier den Dativ: mit dem Bus.
  7. Pronomen – Sie ist ein Personalpronomen und steht hier für Mila.
  8. Artikel – Das ist hier der bestimmte Artikel zum Nomen Buch.

2 · Genauer hinsehen

Nutze das, was du über Zusammenhang und Proben gelernt hast.

Welche Wortart hat Lesen hier?Antwort: __________________

Gesucht ist die Wortart, nicht die Verwendung im Satz.Antwort: __________________

Nenne die genaue Bezeichnung oder die schulische Obergruppe.Antwort: __________________

Welche in der Tabelle genannte Gruppe bezeichnet eine Anzahl?Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Nomen – Lesen wird hier als Nomen gebraucht: das Lesen. Es handelt sich um eine Nominalisierung.
  2. Adjektiv – Schnell ist ein Adjektiv und wird hier adverbial verwendet. Probe: ein schneller Lauf.
  3. Subjunktion – Weil leitet einen Nebensatz ein. Die genaue Bezeichnung lautet Subjunktion bzw. unterordnende Konjunktion.
  4. Numerale – Drei ist ein Zahlwort bzw. Numerale. Die Zuordnung kann je nach Grammatikmodell genauer unterteilt werden.

3 · Wende dein Wissen beim Schreiben an

Erweitere „Der Hund läuft“ um ein passendes Adjektiv und ein Adverb der Zeit. Bestimme anschließend jedes Wort und erkläre, welche Zusatzinformationen der neue Satz enthält.

Mögliche Lösung ansehen

Heute läuft der neugierige Hund. Heute: Adverb; läuft: Verb; der: Artikel; neugierige: Adjektiv; Hund: Nomen. „Heute“ nennt die Zeit, „neugierige“ beschreibt den Hund genauer. Andere passende Lösungen sind möglich.

Ideen für den Unterricht

Einstieg: Einen kurzen Satz in Wortkarten zerlegen und nach Merkmalen sortieren.

Partnerarbeit: Eine Zuordnung nennen; die Partnerperson verlangt eine passende Probe. Leichtere Variante: zunächst nur Nomen, Verben und Adjektive.

Transfer: Einen eigenen Satz erweitern und erklären, wie zusätzliche Wörter die Aussage verändern.

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Zum fachlichen Nachlesen: IDS: schulgrammatische Fachausdrücke und LehrplanPLUS Deutsch 5. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.

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