Nomen heißen auch Substantive. Sie benennen Menschen, Tiere, Gegenstände und Orte, aber auch Gefühle, Gedanken oder Vorgänge. Du schreibst Nomen groß: das Kind, der Hund, die Idee, die Freude.
Konkret: wahrnehmbar
der Tisch · die Katze · das Dorf Diese Nomen bezeichnen konkrete Lebewesen, Gegenstände oder Orte.
Abstrakt: als Begriff vorstellbar
die Hoffnung · der Mut · das Glück Auch wenn du sie nicht anfassen kannst, sind diese Wörter Nomen.
Lernziel: Nomen mit passenden Proben erkennen, Artikel richtig zuordnen, Einzahl und Mehrzahl bilden und grammatisches Geschlecht, Zahl und Fall auseinanderhalten.
Der Artikel hilft dir, Nomen zu erkennen
Vor vielen Nomen kann ein Artikel stehen. Mit der Artikelprobe prüfst du zum Beispiel: Freude → die Freude. Zwischen Artikel und Nomen können weitere Wörter stehen: die große Freude.
Bestimmter und unbestimmter Artikel im Nominativ
Genus
Bestimmter Artikel
Unbestimmter Artikel
Maskulinum / männlich
der Hund
ein Hund
Femininum / weiblich
die Katze
eine Katze
Neutrum / sächlich
das Buch
ein Buch
Plural / Mehrzahl
die Bücher
Bücher (ohne ein/eine)
Ein neues Exemplar nennen
Im Garten sitzt eine Katze.
Der unbestimmte Artikel führt hier ein noch nicht näher bestimmtes Tier ein.
Ein erkennbares Exemplar meinen
Die Katze hat weiße Pfoten.
Gemeint ist dieselbe Katze. Ein bestimmter Artikel passt auch, wenn schon durch die Situation klar ist, welche Katze gemeint ist.
Auch ohne sichtbaren Artikel kann ein Nomen vorkommen. In „Mila trinkt Wasser“ sind „Mila“ und „Wasser“ Nomen. Namen stehen oft ohne Artikel. „Wasser“ wird hier als Stoff allgemein bezeichnet. Die Artikelprobe ist eine Hilfe, keine Pflicht für jeden Satz.
Genus, Numerus und Kasus: drei verschiedene Fragen
Die drei Merkmale auseinanderhalten
Merkmal
Bedeutung
Beispiel
Genus
Grammatisches Geschlecht: maskulin, feminin oder neutral.
das Mädchen → Neutrum
Numerus
Zahl: Singular (Einzahl) oder Plural (Mehrzahl).
das Buch → die Bücher
Kasus
Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ.
der Hund → mit dem Hund
Das Genus lernst du mit dem Nomen. Bei den meisten Nomen bleibt es fest. Es ist nicht dasselbe wie das Geschlecht eines Lebewesens: „das Mädchen“ ist grammatisch neutral. Bei Wörtern mit verschiedenen Bedeutungen kann auch das Genus wechseln: der See und die See.
Die Artikel ändern sich im Satz. „Der Hund schläft“ und „Ich helfe dem Hund“ enthalten dasselbe maskuline Nomen. „Dem“ zeigt hier einen anderen Fall, keinen Wechsel des Genus.
Die Tabelle oben zeigt den Nominativ. Deshalb heißt es dort „ein Hund“. Im Satz „Ich sehe einen Hund“ ist „einen“ ebenso richtig: Der Satz verlangt hier den Akkusativ. Die vier Fälle sind ein eigenes Vertiefungsthema.
Einzahl und Mehrzahl richtig bilden
Die Mehrzahl hat im Deutschen verschiedene Formen. Lerne neue Nomen möglichst als kleines Paket: Artikel + Einzahl + Mehrzahl, zum Beispiel „das Buch – die Bücher“.
Häufige Pluralformen
Veränderung
Singular → Plural
-e, teilweise mit Umlaut
der Hund → die Hunde · die Hand → die Hände
-(e)n
die Katze → die Katzen · die Frau → die Frauen
-er, oft mit Umlaut
das Kind → die Kinder · das Buch → die Bücher
-s
das Auto → die Autos
Ohne neue Endung, teils mit Umlaut
der Lehrer → die Lehrer · der Apfel → die Äpfel
Diese Muster sind Lernhilfen, keine sichere Regel für jedes neue Wort. Prüfe unbekannte Formen im Wörterbuch.
Nicht jedes Nomen hat beide Zahlen
„Die Milch“ wird als Stoff meist nur im Singular verwendet. „Die Ferien“ steht normalerweise nur im Plural. Bei manchen Wörtern sind besondere Mehrzahlformen nur in bestimmten Bedeutungen üblich.
Zusammengesetzte Nomen
Bei „der Schulhof“ bestimmt das letzte Nomen, „der Hof“, das Genus. Auch der Plural folgt dem Grundwort: die Schulhöfe. Ebenso: das Haus + die Tür → die Haustür.
Nomen-Explorer: Was verändert sich?
Vom Wort zur Nomengruppe
Vergleiche die Formen. Achte darauf, was gleich bleibt und was sich verändert.
Einzahl · Singular
derArtikelHundNomen · Singular
Mehrzahl · Plural
dieArtikelHundeNomen · Plural
Der bestimmte Artikel lautet im Nominativ Plural die. Das Genus von „Hund“ bleibt maskulin; der Plural macht es nicht feminin.
Nominalisierungen werden später in einer eigenen Rechtschreibseite genauer behandelt. Hier genügt: Nicht nur die Grundform, sondern auch der Gebrauch im Satz entscheidet.
Typische Fehler bei Nomen und Artikeln
„Man muss ein Nomen anfassen können.“ Auch Mut, Angst und Freude sind Nomen. Nutze grammatische Proben statt nur die Bedeutung.
„Die Bücher ist weiblich, weil die davorsteht.“ „Die“ ist hier der Artikel der Mehrzahl. Das Genus erkennst du an der Einzahl: das Buch, also Neutrum.
„Ein Bücher“ Der unbestimmte Artikel ein/eine besitzt keinen Plural. Es heißt zum Beispiel: „Ich kaufe Bücher.“
„Der Schulehof“ Das zusammengesetzte Nomen lautet Schulhof. Sein letztes Nomen bestimmt das Genus: der Hof → der Schulhof. Zusammensetzungen schreibt man als ein Wort.
Selbst ausprobieren
Üben & prüfen
Mit Erklärungen üben oder dein Wissen testen – du entscheidest.
Nomen und Artikel selbst anwenden
3 · Einen Gegenstand einführen und wieder aufgreifen
Schreibe zwei zusammenhängende Sätze: Im ersten führst du eine Tasche mit einem unbestimmten Artikel ein. Im zweiten beschreibst du dieselbe Tasche mit einem bestimmten Artikel.
Mögliche Lösung ansehen
Im Flur steht eine Tasche. Die Tasche ist blau.
Eine führt das Exemplar ein. Die greift es wieder auf. Ein Adjektiv wie „blaue“ könnte auch zwischen Artikel und Nomen stehen: eine blaue Tasche.
Wie sicher bist du jetzt?
Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.
Artikel und Mehrzahl. Ergänze nur die fehlende Form. Die Nomen sollen korrekt großgeschrieben werden.
Lösungen mit Erklärungen
Eine – Katze ist feminin: eine Katze. Am Satzanfang schreibt man Eine groß.
Äpfel – Der Plural erhält einen Umlaut, aber keine neue Endung: Äpfel.
Haustür – Die Zusammensetzung lautet Haustür; Tür bestimmt das Genus.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Zum fachlichen Nachlesen: IDS: schulgrammatische Fachausdrücke zu Nomen und Artikel. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.