Kosten & Lizenzmodelle
Bei Klett Diagnostik ist wichtig, zwischen Portal und Testverfahren zu unterscheiden: Das Portal dient als Arbeitsplatz für Planung, Durchführung (bei Online-Tests), Auswertung, Dokumentation und Maßnahmenplanung und wird als „kostenloses Klett Diagnostikportal“ beschrieben.
Kosten entstehen typischerweise so:
Erstens über Testhefte (Papier/Hybrid): Du führst den Test mit Testheften durch und wertest anschließend im Portal aus. Bei PLT und HSP wird die Auswertung explizit im kostenlosen Portal beschrieben; zudem sind Auswertungscodes an das Material gekoppelt (z. B. „Auswertungscode auf der Rückseite“).
Zweitens über Lizenzkarten für Online-Tests: HSP smart und PLT smart funktionieren über Lizenzcodes (typisch in 5er-Paketen), mit denen du im Portal die Testdurchführung freischaltest und planst.
Drittens über LENA-Lizenzen: LENA ist als zusätzliches, lizenzpflichtiges Modul ausgelegt, das du im Diagnostikportal per Lizenzcode freischaltest; es gibt eine 30‑Tage‑Probelizenz und anschließend Klassen-/Schullizenzen.
Ein weiterer, separater Baustein im Klett-Ökosystem ist Testen und Fördern: Das ist eine kostenlose Online-Diagnose, die auf Inhalte bestimmter Klett-Lehrwerke zugeschnitten ist (inklusive automatischer Auswertungen und Fördermaterialien). Das ist nicht identisch mit den standardisierten Klett-Diagnostiktests, kann aber als ergänzende Alternative für lehrwerksgebundene Lernstandschecks interessant sein.
Einsatzbereiche im Unterricht
Klett Diagnostik positioniert sich als Lösung für Basiskompetenzen (Lesen, Schreiben, Sprache, Rechnen) und für die gesamte Spannbreite von Klassen-, Gruppen- und Einzeltestungen – je nach Verfahren.
In der Praxis sind diese Szenarien besonders relevant:
Im Anfangs- und Verlaufsscreening in der Grundschule: Der PLT (Klassen 1–4) erhebt u. a. Worterkennen und Leseverstehen und ist laut Klett innerhalb einer Schulstunde durchführbar. Die Auswertung erfolgt im Portal und wird als wissenschaftlich fundiert und im Ampel-System eingeordnet beschrieben.
Für digitale Lesediagnostik im Unterrichtsalltag: PLT smart ist als Online-Lesetest (Klassen 1–4) konzipiert, ganzjährig einsetzbar, mit Durchführung und Auswertung im Diagnostikportal. Für die Online-Durchführung sind Erklärvideos und eine geführte Testoberfläche vorgesehen, was die selbstständige Bearbeitung durch Lernende erleichtern soll.
Für Rechtschreibdiagnostik (Grundschule bis Sek I): Die Hamburger Schreib‑Probe (HSP) ist für Klassen 1–4 (und Varianten für die Sekundarstufe) vorgesehen, mit empfohlenen Testzeitpunkten (z. B. Mitte/Ende Schuljahr) und kostenloser Online-Auswertung im Portal.
Für Online-Rechtschreibdiagnostik ohne „Übertragungsaufwand“: HSP smart ist eine adaptive Online-Lösung (empfohlen ab Klasse 3 bis Klasse 10), bei der Lernende den Test online bearbeiten; Durchführung, Statuskontrolle und Auswertung laufen im Diagnostikportal.
Für Mathediagnostik (Arithmetik): Die Leipziger Rechenprobe (LRP) wird als wissenschaftlich abgesichertes Verfahren beschrieben, mit bis zu vier Testzeitpunkten im Schuljahr und Ergebnissen als Grundlage für Maßnahmenplanung.
Für Sprachscreening: Die RoSP (Klassen 1–5) ist ein Screening zur frühzeitigen Erkennung von Hinweisen auf Sprachentwicklungsstörungen; sie ist innerhalb einer Schulstunde durchführbar, wird im Diagnostikportal ausgewertet und betont ausdrücklich: Für eine sichere Bestimmung braucht es vertiefende logopädische Diagnostik.
Für Sekundarstufe‑Lesediagnostik bei Verdachtsfällen oder Einzelbeobachtung: LeSek ist als Einzeltest für Klassen 5–9 beschrieben, mit Online-Auswertung im Portal (inkl. Einordnung und Förderprofil).
Wichtig für deinen Alltag: Klett beschreibt die Diagnostiktests als lehrwerksunabhängig einsetzbar; gleichzeitig lassen sie sich – wenn du ohnehin mit Klett-Lehrwerken arbeitest – in Klett‑Strukturen integrieren (z. B. Hinweise auf Testzeiträume).
Funktionen und Anwendung
Diagnose-Workflow im Klett Diagnostikportal
Klett beschreibt die Verfahren als Mischung aus hybriden Angeboten (Papier + Online-Auswertung) bis zu reinen Online-Tests. Im Diagnostikportal findest du die Auswertung der Testangebote sowie „Förderdokumentation und individuelle Maßnahmenplanung“.
Bei Papier-/Hybridtests läuft es typischerweise so: Testhefte werden in der Klasse oder Gruppe durchgeführt (häufig innerhalb einer Schulstunde), danach überträgst du die Ergebnisse in Eingabemasken, die laut Produktseiten eng am Testmaterial ausgerichtet sind. Die Auswertungen werden als differenziert, wissenschaftlich fundiert und schnell verfügbar dargestellt (teils inklusive Ampel-System).
Bei Online-Tests (z. B. PLT smart) kommt die Planung im Portal dazu: Du löst einen Lizenzcode ein, planst den Test im Portal, erhältst automatisch generierte Zugangskarten (inkl. QR‑Code) und bekommst nach Testende eine sofort abrufbare Auswertung.
Lernpfad: Verlauf auf einen Blick
Seit 11.12.2023 nennt Klett die Integration des Lernpfads als wesentlichen Baustein im Portal (zusammen mit HSP smart und der Einbindung von Förderplan-Lizenzen).
Der Lernpfad wird im Help Center als „neues zentrales Element“ auf der Schülerdetailseite beschrieben: Er zeigt chronologisch, welche Tests mit einer Schülerkennung durchgeführt wurden, ist filterbar (Zeitraum/Tests) und bietet Schnelleinstiege zu vorhandenen Einzel- und Klassenauswertungen; außerdem werden mögliche künftige Diagnostikzeitpunkte passend zum Testzeitraum angezeigt.
LENA: Förderpläne erstellen und fortschreiben
LENA ist im Klett-Kontext die Kurzbezeichnung, die im Umfeld des „(digitalen) Lernentwicklungsassistenten“ auftaucht (z. B. in der UI-/Screenshot-Beschriftung).
Die Grundidee: Förderpläne werden digital erstellt, indem du Entwicklungsstand, Förderziele und Maßnahmen über Textbausteine auswählst und anpassen kannst. Die Inhalte orientieren sich laut Handlungsanweisungen an der Grundschule in Deutsch und Mathematik und werden um Entwicklungsbereiche ergänzt (u. a. Lern- und Arbeitsverhalten, Sozialverhalten, Emotionalität, Sprache, Kognition, Motorik, Wahrnehmung).
Für die Förderplanerstellung stellt LENA sehr umfangreiche Bausteine bereit: In den Handlungsanweisungen wird beispielhaft „eine Auswahl an über 2150 Fördermaßnahmen“ genannt; gleichzeitig wird betont, dass du eigene Förderbereiche/Fächer hinzufügen und Bausteine ergänzen kannst.
Der Förderplan ist so aufgebaut, dass du pro Bereich einen Entwicklungsstand (z. B. geringer/mittlerer/hoher Förderbedarf) auswählen kannst; passend dazu werden Zielformulierungen angeboten und Maßnahmen vorgeschlagen, die du anpassen kannst.
Praktisch für den Schulalltag ist zudem das Arbeiten mit Erfassungszeitpunkten (Fortschreibung/Revision im Schuljahr) sowie Export/Druck – inklusive der Möglichkeit, auf dem Ausdruck Namen handschriftlich zu ergänzen.
Aktuelle Weiterentwicklung: Anfang 2026 beschreibt Klett ein Update mit zusätzlichen Freitextfeldern (z. B. Vereinbarungen/Evaluation), optimierter Kopierfunktion und überarbeiteten Textbausteinen, um Förderplanung (nach SMART-Logik) flexibler evaluierbar zu machen.
Didaktischer Mehrwert
Klett Diagnostik zielt darauf ab, Diagnostik als durchgängigen Prozess aus Erheben → Auswerten → Einordnen → Fördern → Dokumentieren abzubilden: Klett beschreibt explizit, dass du „vom Test über die Dokumentation bis hin zur Planung passender Fördermaßnahmen“ den Überblick behalten sollst.
Ein didaktischer Nutzen entsteht vor allem dann, wenn Diagnostik systematisch eingesetzt wird und tatsächlich in Unterrichtsplanung/Fördermaßnahmen überführt wird (nicht nur „Testen um des Testens willen“). Der Landesbildungsserver Baden‑Württemberg betont in diesem Zusammenhang grundsätzlich, dass systematische Diagnostik und die Planung von Fördermaßnahmen zusammengehören.
Konkrete Mehrwerte, die aus den beschriebenen Funktionen ableitbar sind:
Zeitgewinn und Standardisierung: Viele Verfahren sind so angelegt, dass die Durchführung im Rahmen einer Unterrichtsstunde möglich ist und die Online-Auswertung im Portal „nur wenige Minuten“ in Anspruch nehmen soll. Das reduziert den Aufwand gegenüber rein manueller Auswertung und senkt die Hürde, Diagnostik regelmäßig durchzuführen.
Bessere Anschlussfähigkeit an Förderung: Mehrere Tests werden explizit mit „praxisnahen Förderhinweisen“ bzw. Förderprofilen verknüpft (z. B. bei PLT/HSP/LeSek). Zusätzlich existieren passende Fördermaterialien (z. B. „Wir lesen“ bzw. HSP-Förderhefte), die Klett als Anschlussoption nennt.
Verlaufsbeobachtung statt Momentaufnahme: Durch Lernpfad (chronologische Darstellung) und wiederholte Testzeitpunkte (z. B. LRP bis zu vier Zeitpunkte) wird Diagnostik stärker als Lernverlaufsbeobachtung nutzbar – besonders, wenn du feste Diagnostikfenster im Schuljahr etablierst.
Entlastung bei Förderplänen (LENA): Förderpläne sind in vielen Kontexten vorgeschrieben bzw. praktisch notwendig. In einem Interview wird hervorgehoben, dass Förderpläne „handfest“ für Elterngespräche sein können und für Dokumentationspflichten (z. B. bei Förderverfahren oder Lehrkraftwechsel) helfen; der digitale Lernentwicklungsassistent soll diese Arbeit deutlich vereinfachen.
Wichtig als didaktische Grenze: Einige Verfahren sind ausdrücklich Screenings oder schulische Diagnoseinstrumente – keine klinischen Diagnosen. Das wird z. B. bei RoSP klar formuliert (Screening/Marker; vertiefende logopädische Diagnostik nötig).
Datenschutz
AVV als zentrale Voraussetzung
Für die Nutzung von Klett Diagnostik ist laut Help Center grundsätzlich ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) notwendig, da Schülerdaten/Testergebnisse personenbezogene Daten sind – auch wenn sie pseudonymisiert verarbeitet werden; Klett nennt als Rechtsgrundlage u. a. Art. 28 DSGVO und behält sich vor, Zugänge ohne AVV zu sperren.
Klett stellt eine AVV‑Vorlage und technische/organisatorische Maßnahmen (TOM) als Downloads bereit; der AVV soll ausgefüllt und per E‑Mail an den Support gesendet werden (mit Eingangsbestätigung).
Pseudonymisierung und Umgang mit Schülerdaten
Im Diagnostikportal sind Klarnamen nicht erlaubt; Klett begründet das mit dem Schutz besonders sensibler Daten (insbesondere in der Förderplanung). Außerdem wird betont: Dem Verlag sind die Klardaten (Zuordnung zum Pseudonym) nicht bekannt; empfohlen wird eine externe Zuordnungsliste, die du sicher verwahrst.
Auch in LENA gilt: Lernende werden über Schülerkennungen geführt; Namen dürfen (wenn überhaupt) erst auf dem ausgedruckten Förderplan ergänzt werden.
Zur technischen Einordnung beschreibt Klett im Help Center, dass Pseudonymisierung eine TOM nach Art. 32 DSGVO ist, um Risiken zu senken (auch als Auftragsverarbeiter).
Zusammenarbeit im Kollegium
Für Schulen oft entscheidend: Klett bietet bewusst keinen Schulaccount, da der Datenschutz sonst nicht gewährleistet werden könne. Accounts sind personenbezogen; das Teilen eines Accounts sowie das Teilen von Klassen oder Weiterleiten von Auswertungen zwischen Accounts ist laut Help Center nicht vorgesehen.
Das bedeutet praktisch: Zusammenarbeit läuft entweder über getrennte Diagnostikprozesse je Lehrkraft oder (wenn nötig) über Export/Druck und datenschutzkonforme interne Ablagen – nicht über gemeinsames Arbeiten im selben Konto.
Löschen, Korrigieren, Lizenzlogik
Du kannst Schülerdaten und Tests löschen oder korrigieren; beim Löschen einer Schülerkennung werden die Schülerkennung sowie alle zugehörigen Test‑ und Förderplandaten gelöscht. Gleichzeitig gilt: Zugeordnete Lizenzen bleiben als „verwendet“ markiert; frei werdendes Kontingent ist nicht auf andere Lernende übertragbar.
Bei Klassentests kann es passieren, dass Einzelergebnisse nach Löschung in anonymisierter Form weiterhin in Klassenstatistiken einfließen (laut Help Center).
Für LENA gilt zusätzlich: Nach Ablauf der Lizenz sind Daten zwar einsehbar, aber nicht mehr änderbar; Löschfunktionen sind weiterhin verfügbar.
Hosting/Partner und Sicherheitsnachweise
Klett verweist im Help Center auf Zertifizierungen von Partnern (u. a. iteratec GmbH und Adacor Hosting GmbH).
Beide Partner kommunizieren (öffentlich) ISO‑27001‑Zertifizierungen für ihr Informationssicherheitsmanagement.
Erfahrungen und Bewertungen
Erfahrungsberichte aus der Unterrichtspraxis heben vor allem die Niedrigschwelligkeit hervor: In einem Praxisbericht wird der Lernentwicklungsassistent als „selbsterklärend“ beschrieben; außerdem wird positiv hervorgehoben, dass Förderziele und Maßnahmen per Klick vorgeschlagen werden und sich individuell ergänzen lassen, wenn ein sehr spezieller Bedarf nicht direkt auffindbar ist.
In demselben Erfahrungsbericht wird auch ein typischer Vorteil sichtbar: Nach bereits durchgeführter Diagnostik (z. B. PLT/HSP) ist die Lerngruppe oft schon im Portal angelegt; andernfalls lässt sie sich über die Schülerverwaltung schnell erstellen. Gleichzeitig wird die Klarnamen‑Regel als fester Bestandteil des Workflows bestätigt.
Für PLT wird in einer ausführlichen Praxisanleitung beschrieben, dass die Online-Auswertung nach Eingabe als „ruckzuck“ erreichbar sei und dass Einordnung/Prozentränge/Ampel-System bei der Interpretation helfen. (Das ist eine externe Lehrkräfte-Seite – nützlich als Praxisblick, aber nicht als amtliche Produktdokumentation.)
Als wiederkehrender Kritikpunkt (vor allem aus Sicht von Schulen/Teams) gilt die fehlende Kontoteilung: Kein Schulaccount, keine Weiterleitung/Teilung von Klassen oder Auswertungen zwischen Accounts – das ist datenschutzseitig nachvollziehbar, kann aber die Zusammenarbeit in Jahrgangsteams erschweren, wenn mehrere Lehrkräfte dieselbe Lerngruppe diagnostisch begleiten sollen.
Aus Produktsicht ist außerdem die Lizenzlogik relevant: Wenn du Schülerkennungen löschst, werden Daten entfernt, aber verbrauchte Lizenzen bleiben verbraucht; das kann bei Online-Lizenzen organisatorisch und finanziell ins Gewicht fallen, wenn häufig neu zugeordnet werden muss.