Regelmäßig gebildet
öffnen → öffnete
Das Verb erhält die Präteritummarkierung -te; ein zusätzliches e erleichtert hier die Aussprache.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Lachte, ging oder dachte? Lerne die Präteritumformen schwacher, starker und gemischter Verben und verwende sie in eigenen Erzählungen.
„Mila öffnet die Tür und sieht einen Brief.“ Im Präsens wirkt das Geschehen gegenwärtig. „Mila öffnete die Tür und sah einen Brief.“ Diese Verbformen stehen im Präteritum: Die Erzählung blickt auf Vergangenes zurück.
öffnen → öffnete
Das Verb erhält die Präteritummarkierung -te; ein zusätzliches e erleichtert hier die Aussprache.
sehen → sah
Der Stammvokal verändert sich. Die Form musst du zusammen mit dem Verb lernen.
Das Präteritum wird auch einfache Vergangenheit oder Imperfekt genannt. Die Bezeichnung Imperfekt bedeutet im Deutschen nicht, dass die Handlung unbedingt unvollendet sein muss. „Sie öffnete die Tür“ kann eine vollständig abgeschlossene Handlung bezeichnen.
Bei schwachen Verben bleibt der Stamm bei der Präteritumbildung grundsätzlich erhalten. An den Stamm tritt -te. Hinzu kommt je nach Person eine weitere Endung: lachen → lach-te, lach-te-st, lach-te-n.
| Person | Verbform | Aufbau |
|---|---|---|
| ich | lachte | lach + te |
| du | lachtest | lach + te + st |
| er / sie / es | lachte | lach + te |
| wir | lachten | lach + te + n |
| ihr | lachtet | lach + te + t |
| sie / Sie | lachten | lach + te + n |
Bei Stämmen auf d oder t sowie bei bestimmten weiteren Konsonantenverbindungen steht ein zusätzliches e vor -te: reden → redete, warten → wartete, öffnen → öffnete. Achte auch bei längeren Formen auf alle Buchstaben: du wartetest, ihr wartetet.
Das -te allein legt die Person nicht fest: Ich lachte und sie lachte haben dieselbe Verbform. Das Subjekt zeigt, ob ich oder eine andere Person gemeint ist. Die Personalendung muss auch dann passen, wenn weitere Wörter zwischen Subjekt und Verb stehen.
Bei starken Verben verändert sich der Stammvokal. Man spricht von Ablaut: singen → sang, lesen → las, fahren → fuhr. Du kannst die richtige Form nicht durch ein einziges Muster für alle Verben erraten. Lerne häufige Formen als zusammengehörige Reihe.
| Infinitiv | ich / er im Präteritum | wir im Präteritum |
|---|---|---|
| gehen | ging | gingen |
| kommen | kam | kamen |
| sehen | sah | sahen |
| lesen | las | lasen |
| schreiben | schrieb | schrieben |
| fahren | fuhr | fuhren |
| nehmen | nahm | nahmen |
| finden | fand | fanden |
| essen | aß | aßen |
| bleiben | blieb | blieben |
| Person | Verbform | Endung am Präteritumstamm fuhr- |
|---|---|---|
| ich | fuhr | keine zusätzliche Personalendung |
| du | fuhrst | -st |
| er / sie / es | fuhr | keine zusätzliche Personalendung |
| wir | fuhren | -en |
| ihr | fuhrt | -t |
| sie / Sie | fuhren | -en |
Bei ich und er/sie/es wird hier kein zusätzliches -e oder -t angehängt: ich fuhr, er fuhr. Der Präteritumstamm gilt aber für alle Personen, auch für den Plural. Das unterscheidet sich vom Präsenswechsel in ich fahre – du fährst – wir fahren.
Sprich die Form in einem ganzen Satz: „Gestern nahm ich den Bus.“ Ergänze dann eine zweite Person: „Wir nahmen den Bus.“ Ein Wörterbuch nennt bei unregelmäßigen Verben wichtige Stammformen. Bei bestimmten Verben existieren Varianten; bei backen zum Beispiel backte und buk. In Zweifelsfällen schlägst du die konkrete Form nach.
Einige Verben verbinden eine Stammveränderung mit -te. In der Schule heißen sie oft gemischte Verben: denken → dachte, bringen → brachte. Sie sind weder mit der einfachen Regel „Stamm bleibt gleich“ noch mit „nur der Vokal wechselt, ohne -te“ vollständig beschrieben.
| Infinitiv | ich / er | du | wir |
|---|---|---|---|
| denken | dachte | dachtest | dachten |
| bringen | brachte | brachtest | brachten |
| kennen | kannte | kanntest | kannten |
| nennen | nannte | nanntest | nannten |
| wissen | wusste | wusstest | wussten |
Je nach Grammatik werden diese Verben auch unter unregelmäßigen schwachen Verben eingeordnet. Wichtig ist für deine Anwendung, beide Merkmale zu erkennen: der veränderte Stamm und die Markierung -te. Nicht jedes unregelmäßige Verb muss in eine dieser drei Schubladen gepresst werden.
| Person | sein | haben |
|---|---|---|
| ich | war | hatte |
| du | warst | hattest |
| er / sie / es | war | hatte |
| wir | waren | hatten |
| ihr | wart | hattet |
| sie / Sie | waren | hatten |
Auch die Modalverben kommen oft im Präteritum vor: können → konnte, müssen → musste, dürfen → durfte, wollen → wollte, sollen → sollte, mögen → mochte. Lerne die Formen ohne zusätzlichen Umlaut: konnte ist Präteritum; könnte ist eine andere Form, nämlich Konjunktiv II.
Das Präteritum ist typisch für viele geschriebene Erzählungen, Märchen und Berichte über Vergangenes. Es eignet sich dazu, eine Folge von Ereignissen zu schildern: „Mila betrat den Raum. Sie entdeckte den Brief und las ihn leise.“ Auch erfundene Geschichten können im Präteritum stehen; die Zeitform beweist nicht, dass die Ereignisse wirklich passiert sind.
In Gesprächen wird für vergangene Ereignisse häufig das Perfekt verwendet: „Ich habe den Brief gelesen.“ Besonders sein, haben und Modalverben stehen aber auch mündlich oft im Präteritum: „Ich war müde“, „Ich hatte keine Zeit“, „Ich konnte nicht kommen“. Wie häufig man Präteritum oder Perfekt verwendet, hängt außerdem von Region und Situation ab.
Mila las den Brief.
Das Vollverb trägt selbst die Vergangenheitsform.
Mila hat den Brief gelesen.
Hilfsverb und Partizip II bilden gemeinsam die Zeitform.
Beide Sätze können dasselbe vergangene Lesen beschreiben. Der Unterschied ist nicht einfach „kurze Handlung“ gegen „lange Handlung“. Auch gestern erzwingt keine bestimmte Vergangenheitsform: „Gestern las ich“ und „Gestern habe ich gelesen“ sind möglich. Prüfe die Verbformen und beachte die Textsorte.
„Einfache Vergangenheit“ heißt nicht, dass jedes Prädikat nur ein Wort umfasst. Bei trennbaren Verben bleiben die Teile im Aussagesatz getrennt: „Mila räumte den Tisch ab.“ Mit Modalverb: „Ben wollte helfen.“ Räumte und wollte stehen im Präteritum; ab und helfen gehören zum jeweiligen Prädikat.
Die Haupthandlung kann im Präteritum bleiben, während wörtliche Rede eine eigene Perspektive hat: „Mila öffnete den Brief und sagte: Ich bin gespannt!“ Ein noch früheres Ereignis kann mit dem Plusquamperfekt ausgedrückt werden: „Sie hatte den Brief gestern gefunden.“ Entscheidend ist ein begründeter Zeitwechsel. Die genaue Tempusfolge wird auf einer eigenen Seite vertieft.
Blau markiert das Subjekt, Orange die Ausgangsform und Grün die Präteritumform. Die Vergleiche behalten in jeder Auswahl dieselbe Gestaltung.
Bei lachen bleibt der Stamm lach- gleich. Die Markierung -te zeigt das Präteritum.
Schreibe vier Sätze über einen erfundenen Fund. Verwende mindestens ein schwaches, ein starkes und ein gemischtes Verb im Präteritum. Markiere die Formen und erkläre, wie sie gebildet sind.
„Mila wartete vor der Schule. Unter einer Bank fand sie einen Schlüssel. Sie dachte an das Fundbüro. Dort gab sie ihn ab.“
Wartete gehört zum schwachen Verb warten. Fand und gab gehören zu den starken Verben finden und geben. Dachte gehört zum gemischten Verb denken. Gab … ab ist die getrennte Präteritumform von abgeben.
Einstieg: Eine kurze Szene zuerst im Präsens, dann im Präteritum vorlesen. Nur die veränderten Verbformen sammeln.
Differenzierung: Schwache Verben mit einer Endungstabelle üben; starke Verben mit Wortkarten sortieren. Fortgeschrittene vergleichen Stammveränderung und Personalendung.
Transfer: Einen Erzählabschnitt überarbeiten: Verbformen kontrollieren, Zeitwechsel begründen und passende Verben statt häufiger Wiederholungen auswählen.
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