Wortfamilie: gemeinsamer Stamm
spielen – Spieler – Spielplatz
Die Wörter enthalten den Stamm spiel. Sie sind miteinander verwandt und bilden eine Wortfamilie.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Erkenne, wie Wörter aufgebaut sind und zusammenhängen. Nutze Wortverwandtschaft zum richtigen Schreiben und Wortfelder für treffende Formulierungen.
Spielen, Spieler und Spielplatz haben einen gemeinsamen Kern: spiel. Gehen, schleichen und wandern passen dagegen zusammen, weil sie verwandte Arten der Fortbewegung bezeichnen. Du kannst Wörter also nach ihrem Aufbau oder nach ihrer Bedeutung ordnen.
spielen – Spieler – Spielplatz
Die Wörter enthalten den Stamm spiel. Sie sind miteinander verwandt und bilden eine Wortfamilie.
gehen – schleichen – wandern
Die Wörter beschreiben verwandte Tätigkeiten. Ein gemeinsamer Wortstamm ist dafür nicht nötig.
Der Wortstamm trägt den Bedeutungskern eines Wortes. Die Wortfamilie verbindet verwandte Wörter. Das Wortfeld hilft dir, Bedeutungen zu vergleichen und ein treffendes Wort auszuwählen. Diese drei Begriffe ergänzen sich, sind aber nicht austauschbar.
Vergleiche mehrere Wörter oder Formen miteinander: mal-en, Mal-er, mal-t. Der gemeinsame Stamm lautet mal. An ihn können Endungen oder weitere Wortbausteine treten. Die Striche zeigen hier nur die Untersuchung; im normalen Text schreibst du malen, Maler und malt.
| Wort oder Form | Zur Untersuchung zerlegt | Gemeinsamer Stamm |
|---|---|---|
| spielen | spiel + en | spiel |
| Spieler | Spiel + er | spiel |
| spielt | spiel + t | spiel |
| verspielen | ver + spiel + en | spiel |
| Spielplatz | Spiel + Platz | spiel und platz |
Ein Wortstamm muss nicht allein als fertiges Wort vorkommen. Lern in lern-en ist ein Stamm, aber die Grundform des Verbs lautet lernen. Bei einem zusammengesetzten Wort können mehrere Stämme vorkommen: Spielplatz enthält Spiel und Platz.
Zur Familie von fahr gehören fahren, Fahrer, Fahrt und Fahrkarte. Die Wörter sind über ihren Stamm verwandt. Sie können verschiedenen Wortarten angehören und unterschiedliche Dinge bezeichnen: eine Tätigkeit, eine Person, ein Ereignis oder einen Gegenstand.
| Wort | Wortart | Bedeutungsbezug |
|---|---|---|
| fahren | Verb | eine Tätigkeit ausführen |
| Fahrer | Nomen | eine Person, die fährt |
| Fahrt | Nomen | ein Vorgang oder eine Strecke des Fahrens |
| Fahrkarte | Nomen | eine Berechtigung für eine Fahrt |
| fahrbar | Adjektiv | kann gefahren oder befahren werden, je nach Bezug |
Die Mitglieder einer Wortfamilie bedeuten also nicht alle dasselbe. Ein Fahrer ist keine Fahrt. Die Wörter hängen inhaltlich und in ihrem Aufbau zusammen. Auch längere Zusammensetzungen wie Fahrradfahrt können verwandte Bausteine enthalten.
lernen – Lernheft – lernbar
Hier stehen verschiedene Wörter mit gemeinsamem Stamm und verwandter Bedeutung.
lernen – lernst – lernt
Hier handelt es sich um verschiedene Verbformen von lernen. Für die Aufgabe „Finde drei verschiedene Wörter einer Wortfamilie“ genügt eine solche Formenreihe nicht.
Eine Wortfamilie kann übersichtlich als Sammlung mit einem Stamm in der Mitte dargestellt werden. Sortiere ihre Mitglieder nach Wortarten oder nach Bedeutung. So erkennst du mehr Zusammenhänge, als wenn du nur eine ungeordnete Liste aufschreibst.
Ein Stamm sieht nicht in jedem verwandten Wort genau gleich aus. Bei backen – Bäcker – Gebäck wechselt a zu ä. Bei fahren – fährt passiert ein ähnlicher Umlaut. Die Wortverwandtschaft bleibt erkennbar, obwohl sich die Schreibung verändert.
Es gibt auch andere Vokalwechsel, etwa singen – sang – Gesang. Deshalb ist die Regel „Der Stamm bleibt immer buchstabengenau gleich“ zu streng. Für schwierige Fälle hilft ein Wörterbuch. Versuche nicht, jedes ähnlich klingende Wort gewaltsam derselben Familie zuzuordnen.
Häuser gehört zu Haus. Das verwandte Wort mit au hilft dir, die Schreibung äu zu verstehen.
Kindlich hängt mit Kind und Kinder zusammen. In Kinder kannst du das d deutlicher hören.
Maler gehört zu malen. Mahlzeit gehört nicht zu dieser Wortfamilie.
Auch Hell und Held werden nicht dadurch zu einer Wortfamilie, dass sie ähnlich beginnen. Prüfe Aufbau und Bedeutung zusammen.
Ein Wortfeld versammelt Wörter aus einem verwandten Bedeutungsbereich. Im schulischen Einstieg betrachtet man häufig Wörter derselben Wortart, etwa Verben des Sprechens. Sie unterscheiden sich darin, wie, wie laut oder mit welcher Absicht jemand spricht.
| Wort | Bedeutungsunterschied | Passender Zusammenhang |
|---|---|---|
| flüstern | sehr leise sprechen | Niemand sonst soll die Nachricht hören. |
| rufen | laut sprechen, oft über eine Entfernung | Ben steht auf der anderen Seite des Hofes. |
| murmeln | leise und oft undeutlich sprechen | Mila sagt etwas kaum Verständliches vor sich hin. |
| fragen | eine Auskunft wünschen | Ben möchte wissen, wo sein Heft liegt. |
| antworten | auf eine Frage reagieren | Mila nennt Ben den gesuchten Ort. |
Die Wörter sind keine beliebig austauschbaren Ersatzteile. „flüstern“ und „rufen“ stellen dieselbe Szene unterschiedlich dar. „fragen“ verlangt eine passende inhaltliche Absicht. Prüfe beim Ersetzen auch den Satzbau: „Mila antwortet Ben“, aber nicht „Mila sagt Ben“ als vollständiger Ersatz dafür.
Ein Wortfeld kann auch Adjektive enthalten, zum Beispiel schnell, rasch und flink. Selbst ähnlich bedeutende Wörter passen nicht in jeden Zusammenhang gleich gut. Flink beschreibt häufig geschickte, schnelle Bewegung. Ein Wörterbuch kann dir typische Verwendungen zeigen.
Heft, Pause, Lehrerin und rechnen gehören zum gemeinsamen Thema Schule. Das ist zunächst eine thematische Wortsammlung, auch Sachfeld genannt. Mit Wortfeld meinen wir hier enger verwandte Bedeutungen, zum Beispiel verschiedene Verben des Sprechens. In Schulmaterialien wird der Begriff manchmal weiter verwendet; achte auf die Aufgabenstellung.
Aus „Ben ging durch den dunklen Flur“ kann „Ben schlich durch den dunklen Flur“ werden. Die neue Form macht sein vorsichtiges, möglichst leises Verhalten deutlicher. Wenn Ben dagegen entspannt Zeit vertrödelt, könnte schlenderte passender sein.
Orange zeigt einen gemeinsamen Stamm oder ein untersuchtes Wort. Blau markiert den Zusammenhang; Grün macht eine Veränderung oder genauere Wortwahl sichtbar. Alle Auswahlen enthalten zwei Vergleichszeilen.
Die erste Reihe bildet eine Wortfamilie. Die zweite gehört zu einem Wortfeld; ein gemeinsamer Stamm ist dafür nicht nötig.
Schreibe drei Sätze über eine Szene auf dem Schulhof. Nutze drei treffende Verben aus dem Wortfeld des Sprechens. Wähle anschließend eines deiner Verben und suche zwei weitere verschiedene Wörter seiner Wortfamilie. Begründe deine Wortwahl.
„Mila flüsterte Ben einen Tipp zu. Ben rief seine Freundin über den Hof. Die Freundin fragte nach dem Treffpunkt.“
Flüstern beschreibt die leise Mitteilung, rufen die laute Verständigung über eine Entfernung und fragen den Wunsch nach einer Auskunft. Zur Wortfamilie von fragen gehören zum Beispiel Frage und Nachfrage. Fragte ist dagegen eine Vergangenheitsform des Verbs fragen.
Einstieg: Wortkarten in zwei Gruppen legen: spielen, Spieler, Spielplatz sowie flüstern, rufen, murmeln. Die beiden Sortierregeln in eigenen Worten erklären.
Differenzierung: Zunächst unveränderte Stämme wie mal und spiel verwenden. Anschließend Umlaute, verschiedene Wortarten und zusammengesetzte Wörter einbeziehen.
Transfer: Einen kurzen Text überarbeiten und jede Ersetzung begründen. Wiederholungen beibehalten, wenn sie einen Sachverhalt eindeutig und verständlich halten.
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