Die grammatische Form
liest → Präsens von lesen
Die Form passt zu Mila, also zur 3. Person Singular.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Ich lerne, du liest, morgen beginnt es: Bilde sichere Präsensformen und erkenne, ob ein Satz Gegenwart, Gewohnheit oder Zukunft meint.
„Mila liest gerade ein Buch.“ – „Morgen liest Mila in der Klasse vor.“ Beide Verbformen stehen im Präsens. Trotzdem beschreibt nur der erste Satz etwas, das gerade passiert. Im zweiten Satz zeigt morgen, dass es um die Zukunft geht.
liest → Präsens von lesen
Die Form passt zu Mila, also zur 3. Person Singular.
gerade → jetzt
morgen → später
Zeitangaben und Zusammenhang zeigen, wann das Geschehen gemeint ist.
Das Präsens heißt auch Gegenwartsform. Dieser Name hilft beim Einstieg, erklärt aber nicht alle Verwendungen. Unterscheide deshalb immer zwei Fragen: „Welche Zeitform hat das Verb?“ und „Auf welche Zeit bezieht sich der Satz?“ Hier übst du das Präsens in gewöhnlichen Aussagesätzen, also im Indikativ.
Bei vielen Verben gehst du von der Grundform, dem Infinitiv, aus: lernen. Ohne die Endung -en erhältst du den Stamm lern-. Ergänze die Personalendung, die zum Subjekt passt.
| Person | Verbform | Stamm + Endung |
|---|---|---|
| ich | lerne | lern + e |
| du | lernst | lern + st |
| er / sie / es | lernt | lern + t |
| wir | lernen | lern + en |
| ihr | lernt | lern + t |
| sie / Sie | lernen | lern + en |
Auch ein Nomen oder eine Wortgruppe kann Subjekt sein: Ben lernt, aber Ben und Mila lernen. Entscheidend sind Person und Zahl des Subjekts. Die Wörter zwischen Subjekt und Verb ändern daran nichts: „Die Kinder aus meiner Klasse lernen zusammen.“
Die höfliche Anrede Sie verwendet die Form der 3. Person Plural, auch wenn nur eine Person angesprochen wird: „Sie lernen Deutsch.“ Das höfliche Sie wird großgeschrieben.
Nein. In „Wir lernen“ ist lernen eine finite Personalform. In „Wir wollen lernen“ ist lernen ein Infinitiv; wollen trägt die Personalendung. Das Aussehen allein reicht also nicht aus. Untersuche die Aufgabe des Verbs im Satz.
| Infinitiv | Präsensbeispiele | Worauf achten? |
|---|---|---|
| arbeiten | du arbeitest · er arbeitet · ihr arbeitet | Vor -st und -t steht hier ein zusätzliches e. |
| öffnen | du öffnest · er öffnet · ihr öffnet | Auch hier erleichtert e die Aussprache. |
| heißen | du heißt · er heißt | Nach dem s-Laut steht bei du nur -t. |
| tanzen | du tanzt · er tanzt | Kein zusätzliches s in der du-Form. |
| sammeln | ich sammle · wir sammeln | Bei -eln fällt in dieser ich-Form ein e weg. |
| fahren | ich fahre · du fährst · er fährt | Stammvokal a → ä bei du und er/sie/es. |
| lesen | ich lese · du liest · er liest | Stammvokal e → ie bei du und er/sie/es. |
| nehmen | ich nehme · du nimmst · er nimmt | Der Stamm verändert sich deutlich. |
Bei einigen starken Verben ändert sich der Stammvokal in der 2. und 3. Person Singular. Übertrage die Änderung nicht auf den Plural: wir fahren, ihr fahrt, nicht „wir fähren“. Auch nicht jedes Verb mit e verändert sich: Es heißt du lernst, nicht „du lirnst“. Lerne schwierige Formen mit einem kurzen Beispielsatz.
| Person | sein | haben | werden |
|---|---|---|---|
| ich | bin | habe | werde |
| du | bist | hast | wirst |
| er / sie / es | ist | hat | wird |
| wir | sind | haben | werden |
| ihr | seid | habt | werdet |
| sie / Sie | sind | haben | werden |
„Es wird dunkel“ steht im Präsens: Werden beschreibt hier eine Veränderung. Das Wort werden allein beweist kein Futur. Erst die gesamte Verbgruppe und ihre Verwendung zeigen die Zeitform.
| Verwendung | Beispiel | Woran erkennst du sie? |
|---|---|---|
| Gerade jetzt | Mila schreibt gerade eine Nachricht. | Gerade und die Situation zeigen den aktuellen Vorgang. |
| Gewohnheit | Ben fährt jeden Dienstag mit dem Rad zur Schule. | Jeden Dienstag bezeichnet eine Wiederholung. |
| Allgemeine Aussage | Ein Quadrat hat vier gleich lange Seiten. | Die Aussage gilt unabhängig von diesem Moment. |
| Zukunft | Nächste Woche besuchen wir das Museum. | Nächste Woche verlegt das Geschehen in die Zukunft. |
Bei Gewohnheiten muss die Handlung nicht in diesem Augenblick stattfinden. Wer sagt „Ich spiele freitags Fußball“, kann gerade am Schreibtisch sitzen. Auch Zustände passen zum Präsens: „Der Schlüssel liegt im Rucksack.“ Präsens bedeutet nicht automatisch eine sichtbare Tätigkeit.
Für zukünftige Pläne oder Termine ist Präsens ganz üblich, wenn der Zeitbezug klar ist. In „Morgen beginnt das Turnier“ macht morgen die Zukunft deutlich. Du musst den Satz nicht zwingend ins Futur I umformen. Ohne Zeitangabe kann der Gesprächszusammenhang ebenfalls genügen.
Manchmal wird Vergangenes im Präsens erzählt, damit es näher und lebendiger wirkt: „Gestern auf dem Schulhof: Plötzlich rollt ein Ball auf mich zu!“ Gestern benennt die Vergangenheit; rollt bleibt grammatisch Präsens. Das ist ein bewusstes Stilmittel. In einem sonst sachlich im Präteritum erzählten Bericht solltest du die Zeitform nicht zufällig wechseln.
In einem gewöhnlichen Aussagesatz steht die finite Verbform an der zweiten Satzgliedstelle. Das ist nicht unbedingt das zweite Wort: „Nach der langen Pause beginnt der Unterricht.“ Die ganze erste Wortgruppe besetzt eine Stelle.
Mila räumt ihr Zimmer auf.
Die finite Form räumt und der Verbzusatz auf gehören zu aufräumen. Trotz der Trennung steht der Satz im Präsens.
Ben kann gut schwimmen.
Kann ist die finite Präsensform. Schwimmen bleibt Infinitiv. Zwei Verbteile bedeuten nicht automatisch eine andere Zeitform.
Vergleiche genauer: „Mila lernt“ steht im Präsens. „Mila hat gelernt“ steht als ganze Verbgruppe im Perfekt, obwohl hat für sich eine Präsensform von haben ist. Bestimme die Zeitform deshalb anhand des gesamten Prädikats.
In einer Inhaltsangabe steht die Haupthandlung üblicherweise im Präsens: „Die Hauptfigur entdeckt einen Brief und sucht dessen Absender.“ Auch wenn die Geschichte selbst in der Vergangenheit erzählt wird, gibst du ihren Inhalt so im Präsens wieder. Für Ereignisse, die innerhalb der Handlung früher liegen, braucht es gegebenenfalls eine andere Zeitform; das wird bei der Tempusfolge vertieft.
Blau zeigt Subjekt oder Zusammenhang, Orange die untersuchte Verbform und Grün die Veränderung. Jede Auswahl enthält zwei Vergleichszeilen.
Die Zahl des Subjekts ändert die Verbendung. Beide Sätze stehen im Präsens.
Schreibe drei Sätze im Präsens: einen über diesen Moment, einen über eine Gewohnheit und einen über einen zukünftigen Plan. Markiere die Verbformen und die Wörter, die den Zeitbezug deutlich machen.
„Gerade schreibe ich einen Text. Jeden Abend lese ich zehn Minuten. Morgen besuche ich meine Freundin.“
Schreibe, lese und besuche sind Präsensformen der 1. Person Singular. Gerade zeigt den aktuellen Vorgang, jeden Abend eine Gewohnheit und morgen den Zukunftsbezug.
Einstieg: Die Klasse vergleicht „Jetzt beginnt das Spiel“ mit „Morgen beginnt das Spiel“. Zeitform und Zeitbezug auf getrennten Karten notieren.
Differenzierung: Zuerst regelmäßige Formen, dann Stammvokalwechsel und sein/haben/werden. Stärkere Lernende untersuchen mehrteilige Prädikate.
Transfer: Einen kurzen Steckbrief oder eine Inhaltsangabe schreiben. Alle finiten Verben markieren und die Formen am Subjekt prüfen.
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