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Futur I bilden und richtig verwenden

Werde lernen, wirst lesen, wird kommen: Bilde das Futur I und unterscheide Zukunftsaussagen von Vermutungen über jetzt.

Verstehen · ausprobieren · selbst anwenden
Etwa 25–35 Minuten mit Übungen · je nach Lernstand

Was wird passieren?

IchSubjektwerdePersonalformlernen.Infinitiv

Werden wird gebeugt. Die Grundform bleibt gleich.

Futur I: nach vorn schauen und Vermutungen ausdrücken

„Nächste Woche werden wir ein Theaterstück aufführen.“ Die Klasse schaut auf etwas, das noch bevorsteht. Die Verbgruppe werden aufführen steht im Futur I. Du sprichst den Namen „Futur eins“ aus; die römische Zahl I bedeutet eins.

WirSubjektwerdenHilfsverbaufführen.Infinitiv
Die Grundformel: werden im Präsens + Infinitiv. Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs, zum Beispiel lernen, lesen oder aufführen. Er steht hier ohne zu.

Mit dem Futur I kannst du Erwartungen, Vorhaben oder Versprechen ausdrücken. Es kann aber auch eine Vermutung über die Gegenwart sein: „Ben wird gerade zu Hause lernen.“ Deshalb untersuchst du immer zwei Fragen: Wie ist die Verbform gebaut? Worauf bezieht sich die Aussage im Zusammenhang?

Das lernst du: werden passend zum Subjekt beugen, die Teile im Satz richtig anordnen und Futur I von anderen Formen unterscheiden. Die Zeitform und der tatsächliche Zeitpunkt sind nicht dasselbe. Ein Zukunftswort wie morgen allein macht einen Satz noch nicht zum Futur.

Werden beugen – die Grundform bleibt gleich

Futur I von lernen und lesen
Person Mit lernen Mit lesen
ich werde lernen werde lesen
du wirst lernen wirst lesen
er / sie / es wird lernen wird lesen
wir werden lernen werden lesen
ihr werdet lernen werdet lesen
sie / Sie werden lernen werden lesen

Die Form von werden zeigt Person und Zahl. Du brauchst beispielsweise wirst für du und werdet für ihr. Bei „Mila und Ben“ stehen zwei Personen gemeinsam als Subjekt: „Mila und Ben werden lesen.“ Bei „die Klasse“ steht das Verb dagegen im Singular: „Die Klasse wird lesen.“

Das zweite Verb verändert sich nicht mit dem Subjekt. Vergleiche „du liest“ im Präsens und „du wirst lesen“ im Futur I. Der Stammwechsel von liest gehört nicht in die Grundform. „Du wirst liest“ ist deshalb falsch. Auch sein bleibt im Infinitiv: „Ich werde da sein.“

So merkst du dir die schwierigen Formen: du wirst, er wird, ihr werdet. Sprich sie zuerst allein, dann mit einer Tätigkeit: du wirst helfen – er wird helfen – ihr werdet helfen.

Aussage, Frage und Nebensatz bilden

Die Stellung der Verbteile
Satzart Beispiel Worauf du achtest
Aussage Morgen wird Mila ein Buch lesen. Die Personalform steht an zweiter Satzgliedposition; der Infinitiv steht am Ende.
Ja-Nein-Frage Wird Mila morgen ein Buch lesen? Die Personalform steht am Satzanfang.
W-Frage Wann wird Mila das Buch lesen? Das Fragewort steht vor der Personalform.
Nebensatz mit weil Mila freut sich, weil sie morgen lesen wird. Im gewöhnlichen Nebensatz steht die Personalform nach dem Infinitiv.

„An zweiter Stelle“ bedeutet nicht „zweites Wort“. In „Nach dem Unterricht wird Mila lesen“ bildet die ganze Zeitangabe die erste Position. Werden und der Infinitiv umschließen weitere Satzteile. Diese Anordnung heißt Satzklammer.

Trennbare Verben bleiben im Infinitiv zusammen: „Ich werde mein Zimmer aufräumen.“ Im Präsens heißt es „Ich räume mein Zimmer auf“. Im Futur I steht also nicht „Ich werde mein Zimmer räumen auf“. Auch „Wir werden früh aufstehen“ und „Du wirst mitkommen“ folgen diesem Muster.

Verneinung und Modalverben als Vertiefung

Eine ganze Aussage kannst du etwa so verneinen: „Ich werde morgen nicht kommen.“ Bei einem Nomen passt je nach Aussage kein: „Ich werde kein neues Heft kaufen.“ Die Verneinung verändert die Zeitform nicht.

Mit einem Modalverb können zwei Infinitive am Ende stehen: „Ich werde länger bleiben müssen.“ Werden bildet das Futur; müssen ergänzt eine Notwendigkeit. Für den Einstieg übst du zuerst Sätze mit einem Infinitiv. Die Anzahl der Verbwörter allein ist keine sichere Methode zur Zeitformbestimmung.

Was möchtest du mit dem Satz ausdrücken?

Vorhaben oder Versprechen

„Ich werde morgen die Requisiten mitbringen.“ Du kündigst eine Handlung an. Mit „Ich werde dir helfen“ kannst du auch etwas versprechen. Ob das Versprechen eingehalten wird, sagt die Grammatik nicht voraus.

Erwartung oder Prognose

„Die Aufführung wird etwa eine Stunde dauern.“ Du äußerst eine Erwartung. Wörter wie wahrscheinlich oder vermutlich können die Einschätzung genauer ausdrücken. Das Futur I ist kein Beweis, dass etwas sicher eintritt.

Vermutung über jetzt

„Mila antwortet gerade nicht. Sie wird wohl proben.“ Vermutlich probt sie jetzt. Die Form ist Futur I, obwohl es in diesem Zusammenhang um die Gegenwart geht.

Wörter wie morgen, bald und nächste Woche helfen beim Zeitbezug. Jetzt und gerade können auf eine gegenwärtige Vermutung hinweisen. Doch du musst den ganzen Satz lesen: „Gerade plane ich, was ich morgen machen werde“ enthält beide Zeitbereiche. Ein einzelnes Wort entscheidet nicht für den gesamten Satz.

Kann Futur I auch eine Aufforderung sein?

Ja. „Du wirst jetzt bitte zuhören!“ kann eine nachdrückliche Aufforderung sein. Die Form heißt weiterhin Futur I. Die kommunikative Absicht – jemanden zu etwas auffordern – unterscheidest du von der grammatischen Zeitform. Für freundliche Anweisungen sind andere Formulierungen oft passender.

Präsens für die Zukunft – und andere Formen mit werden

Im Deutschen ist eine Zukunftsaussage im Präsens ganz normal: „Morgen treffen wir uns um drei.“ Der Zeitpunkt wird durch morgen klar. „Morgen werden wir uns um drei treffen“ ist ebenfalls möglich, kann aber stärker wie eine Ankündigung wirken. Du musst nicht jeden Zukunftssatz in Futur I umwandeln.

Form und Zeitbezug auseinanderhalten
Satz Grammatische Form Bedeutung im Beispiel
Morgen fahren wir los. Präsens Ein zukünftiger Aufbruch.
Morgen werden wir losfahren. Futur I Ein zukünftiger Aufbruch wird angekündigt.
Er wird jetzt schlafen. Futur I Eine Vermutung über jetzt.
Mila wird müde. Präsens von werden Eine Veränderung; kein weiterer Infinitiv.
Mila wird Ärztin. Präsens von werden Ärztin ist ein Nomen, kein Infinitiv.
Mila wird gerufen. Passiv im Präsens Gerufen ist ein Partizip II; keine Futur-I-Aktivform.

In „Mila wird morgen müde werden“ kommen zwei Formen von werden vor. Die erste bildet als Hilfsverb das Futur I. Die zweite ist der Infinitiv, der die Veränderung bezeichnet. Das ist grammatisch möglich. Suche also die Funktion der Wörter, statt nur zu zählen, wie oft werden vorkommt.

Prüfschritte: Finde die ganze Verbgruppe. Suche die passende Präsensform von werden und den Infinitiv. Bestimme danach aus dem Zusammenhang, ob Zukunft, Vermutung oder eine andere Absicht gemeint ist.

Futur-Explorer: Formen und Bedeutungen vergleichen

Futur I im Vergleich

Wähle ein Beispiel. Die beiden Zeilen bleiben gleich aufgebaut und farbig beschriftet.

Eine Person
IchSubjektwerdeHilfsverblernen.Infinitiv
Mehrere Personen
WirSubjektwerdenHilfsverblernen.Infinitiv

Die Form von werden verändert sich. Lernen bleibt als Infinitiv gleich.

Diese Fehler kannst du vermeiden

„Du werdest morgen helfen.“
Für das hier geübte Futur I im Indikativ heißt es: „Du wirst morgen helfen.“ Werdest gehört zum Konjunktiv I.
„Ihr werden kommen.“
Das Subjekt ihr verlangt werdet.
„Sie wird zu lesen.“
Nach dem Futur-Hilfsverb steht der Infinitiv ohne zu: Sie wird lesen.
„Morgen lerne ich“ sei Futur I.
Der Zukunftsbezug ändert die Präsensform lerne nicht.
Jedes wird sei Futur I.
Prüfe die ganze Verbgruppe: wird müde und wird gerufen sind anders gebaut als wird lernen.

Futur I bilden, erkennen und erklären

1 · Ergänze die passende Verbform

Schreibe nur die gesuchte Form oder Wortgruppe in die Lücke.

Setze werden passend zu ich ein.Antwort: __________________

Setze werden passend zu du ein.Antwort: __________________

Das Subjekt die Klasse steht im Singular.Antwort: __________________

Setze werden passend zu wir ein.Antwort: __________________

Setze werden passend zu ihr ein.Antwort: __________________

Die beiden Namen bilden zusammen ein Subjekt.Antwort: __________________

Verwende die Grundform von liest.Antwort: __________________

Ergänze kommen und werden im Futur I; Personalform am Nebensatzende.Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. werde – Ich werde helfen: werde ist die 1. Person Singular.
  2. wirst – Du verlangt wirst; lesen bleibt unverändert.
  3. wird – Die Klasse wird aufführen; viele Mitglieder machen das Wort Klasse nicht zum Plural.
  4. werden – Wir werden kommen ist die 1. Person Plural.
  5. werdet – Ihr verlangt werdet.
  6. werden – Mila und Ben entsprechen sie im Plural.
  7. lesen – Nach wirst steht der Infinitiv lesen, nicht liest.
  8. kommen wird – Im Nebensatz steht kommen vor der Personalform wird.

2 · Bestimme Form oder Bedeutung

Lies den Hinweis genau. Mal ist die Zeitform, mal der zeitliche Bezug gefragt.

Nenne die grammatische Zeitform der markierten Form.Antwort: __________________

Nenne die Zeitform der gesamten markierten Verbgruppe.Antwort: __________________

Worauf bezieht sich die Vermutung: Gegenwart oder Vergangenheit?Antwort: __________________

Schreibe Präsens oder Futur I.Antwort: __________________

Setze aufräumen im Infinitiv ein.Antwort: __________________

Ersetze nur die falsche markierte Form.Antwort: __________________

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst.

Lösungen mit Erklärungen öffnen
  1. Präsens – Fahren steht im Präsens; morgen liefert den Zukunftsbezug.
  2. Futur I – Werden und der Infinitiv losfahren bilden Futur I.
  3. Gegenwart – Wohl schlafen erklärt hier, was Ben vermutlich gerade tut.
  4. Präsens – Werden bezeichnet eine Veränderung; ein weiterer Infinitiv fehlt.
  5. aufräumen – Der Infinitiv aufräumen bleibt ein Wort.
  6. werdet – Die richtige Personalform lautet ihr werdet.

3 · Eine Ankündigung schreiben

Schreibe drei Sätze für die Ankündigung einer Klassenaufführung: ein Vorhaben im Futur I, eine Erwartung im Futur I und einen Termin im Präsens. Markiere die ganzen Verbgruppen. Erkläre, warum der Termin trotz Zukunftsbezug im Präsens stehen darf.

Mögliche Lösung mit Begründung

„Wir werden ein kurzes Stück aufführen. Das Publikum wird hoffentlich viel lachen. Die Vorstellung beginnt morgen um 17 Uhr.“

Werden aufführen kündigt das Vorhaben an. Wird lachen drückt eine Erwartung aus. Beginnt ist Präsens; morgen um 17 Uhr macht den zukünftigen Termin deutlich. Eine andere passende Formulierung kann ebenso richtig sein.

Ideen für den Unterricht

Einstieg: Pläne für den nächsten Tag sammeln. Zuerst auf die Aussage hören, dann die Verbformen untersuchen. Dabei auch korrekte Zukunftsaussagen im Präsens zulassen.

Differenzierung: Die Werden-Tabelle als Hilfe anbieten. Fortgeschrittene erhalten Sätze mit werden als Veränderung oder mit einer gegenwärtigen Vermutung.

Abschluss: Ankündigungen austauschen und jeweils Form, Zeitbezug und Absicht benennen.

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Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Futurformen · IDS: Futur und Präsens im Vergleich · IDS: Fachbegriff Futur. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.

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