Vorhaben oder Versprechen
„Ich werde morgen die Requisiten mitbringen.“ Du kündigst eine Handlung an. Mit „Ich werde dir helfen“ kannst du auch etwas versprechen. Ob das Versprechen eingehalten wird, sagt die Grammatik nicht voraus.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Werde lernen, wirst lesen, wird kommen: Bilde das Futur I und unterscheide Zukunftsaussagen von Vermutungen über jetzt.
Werden wird gebeugt. Die Grundform bleibt gleich.
„Nächste Woche werden wir ein Theaterstück aufführen.“ Die Klasse schaut auf etwas, das noch bevorsteht. Die Verbgruppe werden aufführen steht im Futur I. Du sprichst den Namen „Futur eins“ aus; die römische Zahl I bedeutet eins.
Mit dem Futur I kannst du Erwartungen, Vorhaben oder Versprechen ausdrücken. Es kann aber auch eine Vermutung über die Gegenwart sein: „Ben wird gerade zu Hause lernen.“ Deshalb untersuchst du immer zwei Fragen: Wie ist die Verbform gebaut? Worauf bezieht sich die Aussage im Zusammenhang?
Das lernst du: werden passend zum Subjekt beugen, die Teile im Satz richtig anordnen und Futur I von anderen Formen unterscheiden. Die Zeitform und der tatsächliche Zeitpunkt sind nicht dasselbe. Ein Zukunftswort wie morgen allein macht einen Satz noch nicht zum Futur.
| Person | Mit lernen | Mit lesen |
|---|---|---|
| ich | werde lernen | werde lesen |
| du | wirst lernen | wirst lesen |
| er / sie / es | wird lernen | wird lesen |
| wir | werden lernen | werden lesen |
| ihr | werdet lernen | werdet lesen |
| sie / Sie | werden lernen | werden lesen |
Die Form von werden zeigt Person und Zahl. Du brauchst beispielsweise wirst für du und werdet für ihr. Bei „Mila und Ben“ stehen zwei Personen gemeinsam als Subjekt: „Mila und Ben werden lesen.“ Bei „die Klasse“ steht das Verb dagegen im Singular: „Die Klasse wird lesen.“
Das zweite Verb verändert sich nicht mit dem Subjekt. Vergleiche „du liest“ im Präsens und „du wirst lesen“ im Futur I. Der Stammwechsel von liest gehört nicht in die Grundform. „Du wirst liest“ ist deshalb falsch. Auch sein bleibt im Infinitiv: „Ich werde da sein.“
| Satzart | Beispiel | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Aussage | Morgen wird Mila ein Buch lesen. | Die Personalform steht an zweiter Satzgliedposition; der Infinitiv steht am Ende. |
| Ja-Nein-Frage | Wird Mila morgen ein Buch lesen? | Die Personalform steht am Satzanfang. |
| W-Frage | Wann wird Mila das Buch lesen? | Das Fragewort steht vor der Personalform. |
| Nebensatz mit weil | Mila freut sich, weil sie morgen lesen wird. | Im gewöhnlichen Nebensatz steht die Personalform nach dem Infinitiv. |
„An zweiter Stelle“ bedeutet nicht „zweites Wort“. In „Nach dem Unterricht wird Mila lesen“ bildet die ganze Zeitangabe die erste Position. Werden und der Infinitiv umschließen weitere Satzteile. Diese Anordnung heißt Satzklammer.
Trennbare Verben bleiben im Infinitiv zusammen: „Ich werde mein Zimmer aufräumen.“ Im Präsens heißt es „Ich räume mein Zimmer auf“. Im Futur I steht also nicht „Ich werde mein Zimmer räumen auf“. Auch „Wir werden früh aufstehen“ und „Du wirst mitkommen“ folgen diesem Muster.
Eine ganze Aussage kannst du etwa so verneinen: „Ich werde morgen nicht kommen.“ Bei einem Nomen passt je nach Aussage kein: „Ich werde kein neues Heft kaufen.“ Die Verneinung verändert die Zeitform nicht.
Mit einem Modalverb können zwei Infinitive am Ende stehen: „Ich werde länger bleiben müssen.“ Werden bildet das Futur; müssen ergänzt eine Notwendigkeit. Für den Einstieg übst du zuerst Sätze mit einem Infinitiv. Die Anzahl der Verbwörter allein ist keine sichere Methode zur Zeitformbestimmung.
„Ich werde morgen die Requisiten mitbringen.“ Du kündigst eine Handlung an. Mit „Ich werde dir helfen“ kannst du auch etwas versprechen. Ob das Versprechen eingehalten wird, sagt die Grammatik nicht voraus.
„Die Aufführung wird etwa eine Stunde dauern.“ Du äußerst eine Erwartung. Wörter wie wahrscheinlich oder vermutlich können die Einschätzung genauer ausdrücken. Das Futur I ist kein Beweis, dass etwas sicher eintritt.
„Mila antwortet gerade nicht. Sie wird wohl proben.“ Vermutlich probt sie jetzt. Die Form ist Futur I, obwohl es in diesem Zusammenhang um die Gegenwart geht.
Wörter wie morgen, bald und nächste Woche helfen beim Zeitbezug. Jetzt und gerade können auf eine gegenwärtige Vermutung hinweisen. Doch du musst den ganzen Satz lesen: „Gerade plane ich, was ich morgen machen werde“ enthält beide Zeitbereiche. Ein einzelnes Wort entscheidet nicht für den gesamten Satz.
Ja. „Du wirst jetzt bitte zuhören!“ kann eine nachdrückliche Aufforderung sein. Die Form heißt weiterhin Futur I. Die kommunikative Absicht – jemanden zu etwas auffordern – unterscheidest du von der grammatischen Zeitform. Für freundliche Anweisungen sind andere Formulierungen oft passender.
Im Deutschen ist eine Zukunftsaussage im Präsens ganz normal: „Morgen treffen wir uns um drei.“ Der Zeitpunkt wird durch morgen klar. „Morgen werden wir uns um drei treffen“ ist ebenfalls möglich, kann aber stärker wie eine Ankündigung wirken. Du musst nicht jeden Zukunftssatz in Futur I umwandeln.
| Satz | Grammatische Form | Bedeutung im Beispiel |
|---|---|---|
| Morgen fahren wir los. | Präsens | Ein zukünftiger Aufbruch. |
| Morgen werden wir losfahren. | Futur I | Ein zukünftiger Aufbruch wird angekündigt. |
| Er wird jetzt schlafen. | Futur I | Eine Vermutung über jetzt. |
| Mila wird müde. | Präsens von werden | Eine Veränderung; kein weiterer Infinitiv. |
| Mila wird Ärztin. | Präsens von werden | Ärztin ist ein Nomen, kein Infinitiv. |
| Mila wird gerufen. | Passiv im Präsens | Gerufen ist ein Partizip II; keine Futur-I-Aktivform. |
In „Mila wird morgen müde werden“ kommen zwei Formen von werden vor. Die erste bildet als Hilfsverb das Futur I. Die zweite ist der Infinitiv, der die Veränderung bezeichnet. Das ist grammatisch möglich. Suche also die Funktion der Wörter, statt nur zu zählen, wie oft werden vorkommt.
Wähle ein Beispiel. Die beiden Zeilen bleiben gleich aufgebaut und farbig beschriftet.
Die Form von werden verändert sich. Lernen bleibt als Infinitiv gleich.
Schreibe drei Sätze für die Ankündigung einer Klassenaufführung: ein Vorhaben im Futur I, eine Erwartung im Futur I und einen Termin im Präsens. Markiere die ganzen Verbgruppen. Erkläre, warum der Termin trotz Zukunftsbezug im Präsens stehen darf.
„Wir werden ein kurzes Stück aufführen. Das Publikum wird hoffentlich viel lachen. Die Vorstellung beginnt morgen um 17 Uhr.“
Werden aufführen kündigt das Vorhaben an. Wird lachen drückt eine Erwartung aus. Beginnt ist Präsens; morgen um 17 Uhr macht den zukünftigen Termin deutlich. Eine andere passende Formulierung kann ebenso richtig sein.
Einstieg: Pläne für den nächsten Tag sammeln. Zuerst auf die Aussage hören, dann die Verbformen untersuchen. Dabei auch korrekte Zukunftsaussagen im Präsens zulassen.
Differenzierung: Die Werden-Tabelle als Hilfe anbieten. Fortgeschrittene erhalten Sätze mit werden als Veränderung oder mit einer gegenwärtigen Vermutung.
Abschluss: Ankündigungen austauschen und jeweils Form, Zeitbezug und Absicht benennen.
Wähle ein Arbeitsblatt oder eine Lernhilfe. Auf der Produktseite findest du die Angaben zum Material und zum Download.
Futur I mit einem passenden Deutsch-Arbeitsblatt weiterüben.
Kostenloses Material ansehen →Die Zeitformen nebeneinander betrachten und ihre Formen vergleichen.
Kostenloses Material ansehen →Grundform, Personalform und die Wortart Verb wiederholen.
Kostenloses Material ansehen →Zum fachlichen Nachlesen: IDS: Futurformen · IDS: Futur und Präsens im Vergleich · IDS: Fachbegriff Futur. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt. Klassenangaben sind eine Orientierung; Reihenfolge und Vertiefung unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform.