MS · Welche Masse?
Massenspektrometrie trennt Ionen nach m/z. Ein richtig zugeordnetes Molekülion hilft bei der Molekülmasse; Fragmente liefern Hinweise auf Teilstrukturen.
Chemie · Verstehen und üben
Kombiniere Summenformel und Spektrendaten zu einer begründeten Struktur – mit zwei interaktiven Übungsfällen.
Hinweise verbinden · Isomere unterscheiden
Massenspektrometrie trennt Ionen nach m/z. Ein richtig zugeordnetes Molekülion hilft bei der Molekülmasse; Fragmente liefern Hinweise auf Teilstrukturen.
Infrarotabsorption regt Molekülschwingungen an. Charakteristische Banden helfen, zum Beispiel O–H- oder C=O-Gruppen zu erkennen.
Die Kernspinresonanz zeigt chemische Umgebungen. Im ¹H-NMR helfen Signallage, Integrale und Aufspaltung bei der Verknüpfung der Bausteine.
Strukturaufklärung bedeutet: Aus Messdaten einen begründeten Strukturvorschlag ableiten. Eine Summenformel verrät die Atomzahlen, aber noch nicht deren Verknüpfung. Erst die zusammenpassenden Hinweise schränken mögliche Isomere ein.
Passt die vorgegebene Summenformel zum Molekülion? Der intensivste Peak ist der Basispeak und muss nicht das Molekülion sein.
Ringe und Mehrfachbindungen verringern die H-Zahl. Ein Doppelbindungsäquivalent entspricht einem Ring oder einer Doppelbindung.
IR-Banden eingrenzen: C=O meist etwa 1650–1800 cm⁻¹, Alkohol-OH häufig breit um 3200–3600 cm⁻¹. Die genaue Lage hängt von der Umgebung ab.
Integrale zählen relative H-Anzahlen; Signalpositionen zeigen Umgebungen. Aufspaltungen helfen, gekoppelte Nachbargruppen zu erkennen.
Hier stehen C, N, H und X für die Atomzahlen; X zählt Halogene. Für übliche neutrale organische Verbindungen mit normaler Valenz beeinflussen O-Atome die Rechnung nicht. Eine Dreifachbindung entspricht zwei DBE.
DBE steht für double bond equivalent, auf Deutsch Doppelbindungsäquivalent. Bei C₃H₆O hätte eine unverzweigte oder verzweigte gesättigte Verbindung ohne Ring die Formel C₃H₈O. Zwei H fehlen: Das passt zu einer Doppelbindung oder einem Ring. Welche Möglichkeit vorliegt, zeigen erst die Spektren.
Wähle einen Fall, untersuche alle drei Datensätze und entscheide dich dann für eine Struktur.
Vorgegebene Summenformel: C₃H₆O · nominale Molekülmasse: 58 u · DBE = 1
Molekülion M⁺• bei m/z 58 (z = +1). Ein starkes Fragment bei m/z 29 ist für sich allein nicht eindeutig.
Ausgewählte Signale: keine vollständigen Spektren. Signalhöhen im NMR-Bild sind keine Integrale; die H-Anzahlen stehen ausdrücklich dabei. t = Triplett, q = Quartett, s = Singulett, m = Multiplett.
Vergleiche alle Hinweise und wähle einen Vorschlag.
Das Molekülion bei m/z 58 passt zur vorgegebenen Formel. DBE = 1 erlaubt beispielsweise eine Carbonylgruppe. Das IR-Signal stützt C=O; das ¹H-NMR-Signal um 9,8 ppm mit einem Integral für ein H-Atom spricht für –CHO. Die übrigen 2 H und 3 H passen zu –CH₂–CH₃.
Propanon ist ein Isomer mit derselben Summenformel und ebenfalls einer Carbonylgruppe. Es scheidet durch das NMR aus: Seine sechs H-Atome sind äquivalent und ergeben im einfachen Spektrum ein Singulett. Gleiche Masse und gleiche funktionelle Gruppe reichen nicht zur eindeutigen Identifikation.
Ein 3-H-Triplett und ein 2-H-Quartett deuten auf eine Ethylgruppe. Dass das Quartett etwa bei 4,1 ppm liegt, spricht hier für O–CH₂–CH₃. Das zusätzliche 3-H-Singulett um 2,05 ppm passt zu CH₃–C(=O)–. Zusammen ergibt sich Ethylethanoat.
Die Alternative besitzt ebenfalls C₄H₈O₂ und eine Estergruppe, aber andere Protonenumgebungen: O–CH₃ statt O–CH₂. Genau dafür braucht man die chemischen Verschiebungen zusätzlich zu Integralen und Aufspaltungen.
Bei Elektronenionisation kann M⁺• schwach sein oder fehlen. Andere Ionisationsmethoden können etwa [M+H]⁺ liefern; dann ist m/z nicht direkt die neutrale Molekülmasse.
Die einfache Regel gilt für passende, annähernd erstordentliche Kopplung zu n äquivalenten Nachbarprotonen. Mehrere Nachbargruppen können komplexere Muster liefern.
Ein 3-H-Signal kann niedriger aussehen als ein 1-H-Signal. OH-Protonen können austauschen; ihre Lage und Kopplung sind besonders variabel.
Bandlagen und chemische Verschiebungen hängen von Bedingungen ab. Prüfe am Ende Atomzahlen, Valenzen und sämtliche verfügbaren Daten gemeinsam.
Was macht einen Strukturvorschlag überzeugend?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Isomere mit gleicher Summenformel vergleichen.
Gruppenarbeit: MS, IR und NMR getrennt auswerten und die Hinweise zusammentragen.
Sicherung: Den richtigen Vorschlag begründen und jeden verworfenen Kandidaten mit einem konkreten Widerspruch ausschließen.

Direkt passend: Summenformel und Spektrendaten zu einer Struktur zusammenführen.
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Teiltraining: funktionelle Gruppen anhand von IR-Banden erkennen.
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Teiltraining: Molekülion, Fragmente und Isotopenmuster auswerten.
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Material ansehen und herunterladenWeiterführend: OpenStax zu chemischen Verschiebungen, NMR-Aufspaltung und IR-Auswertung.