Anzahl der Signalgruppen
Wie viele unterschiedliche H-Umgebungen sind erkennbar? Ein aufgespaltenes Quartett zählt als eine Signalgruppe, nicht als vier verschiedene Umgebungen.
Chemie · Oberstufe · Verstehen und üben
Ordne Protonengruppen ihren Signalen zu. Verstehe chemische Verschiebung, Integrale und Aufspaltung an gezeichneten Molekülen.
Strukturaufklärung mit ¹H-NMR
Bei der Kernmagnetresonanz-Spektroskopie (NMR) wird eine Probe in ein starkes Magnetfeld gebracht und mit Radiofrequenzimpulsen angeregt. Das gemessene Signal enthält Informationen über bestimmte Atomkerne. Beim ¹H-NMR sind das Wasserstoffkerne, also Protonen.
Elektronen schirmen die Kerne unterschiedlich ab. Deshalb erscheinen H-Atome in verschiedenen chemischen Umgebungen an unterschiedlichen Stellen im Spektrum. Die Farben verbinden hier die Protonengruppen mit ihren Signalen.
Wie viele unterschiedliche H-Umgebungen sind erkennbar? Ein aufgespaltenes Quartett zählt als eine Signalgruppe, nicht als vier verschiedene Umgebungen.
Die Position in ppm hilft, die chemische Umgebung einzugrenzen. Höhere ppm-Werte stehen üblicherweise links.
Die integrierte Signalfläche ist unter geeigneten Messbedingungen proportional zur Zahl der zugehörigen H-Atome. Einzelne Peakhöhen reichen dafür nicht.
Die Kopplung mit benachbarten, nicht gleichwertigen Protonen kann eine Signalgruppe in mehrere Linien aufteilen.
Als Referenz wird häufig TMS mit δ = 0 ppm verwendet. Sauerstoff zieht Elektronendichte ab; Protonen an einem benachbarten C-Atom sind häufig stärker entschirmt und erscheinen bei höheren δ-Werten. Die genaue Lage hängt auch von Bindungsart, Lösungsmittel und weiteren Strukturmerkmalen ab.
H an einfachen gesättigten C-Atomen ohne stark entschirmende Nachbargruppen.
Zum Beispiel die H-Atome in O–CH₃ oder O–CH₂.
Alken-H häufig etwa 4,5–6,5 ppm, Aromaten-H etwa 6–8,5 ppm, Aldehyd-H etwa 9–10 ppm.
Lage und Breite sind stark bedingungsabhängig. Durch Protonenaustausch kann ihre Kopplung ausbleiben. Die einfache Nachbarregel ist hier nicht zuverlässig.
ν ist die Resonanzfrequenz des Signals, ν(Referenz) die des Referenzsignals und ν₀ die Bezugsfrequenz des Spektrometers für den betrachteten Kern. TMS bedeutet Tetramethylsilan. „ppm“ heißt Millionstel.
Ein Abstand von 800 Hz zur Referenz entspricht hier 2,0 ppm. Zähler und Nenner werden vor dem Teilen in derselben Frequenzeinheit eingesetzt.
Betrachte zuerst CH₃: Auf dem benachbarten C sitzen zwei gleichwertige H-Atome → Triplett.
Betrachte dann CH₂: Auf dem benachbarten C sitzen drei gleichwertige H-Atome → Quartett.
3 Linien, idealisierte Intensitäten 1 : 2 : 1. Das Integral der gesamten Gruppe gehört hier zu 3 H.
4 Linien, idealisierte Intensitäten 1 : 3 : 3 : 1. Das Integral der gesamten Gruppe gehört hier zu 2 H.
2 Nachbar-H → 3 Linien (Triplett).
Die gesamte Fläche entspricht 3 H.
3 Nachbar-H → 4 Linien (Quartett).
Die gesamte Fläche entspricht 2 H.
Linienzahl → Nachbarschaft. Integral → Anzahl der signalgebenden H. Beides beantwortet eine andere Frage.
Wähle ein Molekül. Die Farben stimmen in Struktur und Spektrum überein. Die Spektren sind vereinfachte Modelle mit gerundeten Verschiebungen, idealisierten Linien und ohne Lösungsmittel- oder Referenzsignale.
3 Signalgruppen · Integrale 3 : 2 : 3
Blau: CH₃–C(=O), Singulett bei etwa 2,1 ppm. Grün: O–CH₂, Quartett bei etwa 4,1 ppm (2 H). Violett: endständiges CH₃, Triplett bei etwa 1,3 ppm (3 H).
Gegeben: Summenformel C₄H₈O₂; im IR ein Carbonylsignal; im ¹H-NMR ein Singulett bei etwa 2,1 ppm (3 H), ein Quartett bei etwa 4,1 ppm (2 H) und ein Triplett bei etwa 1,3 ppm (3 H).
1. Quartett und Triplett mit Integralen 2:3 passen zu einer Ethylgruppe.
2. Das CH₂ bei etwa 4,1 ppm passt zu einer O–CH₂-Gruppe im Ester.
3. Das 3-H-Singulett bei etwa 2,1 ppm passt zu CH₃–C(=O).
4. Zusammengesetzt ergibt sich ein schlüssiger Vorschlag: Ethansäureethylester (Ethylacetat).
Zeigt unterschiedliche Kohlenstoffumgebungen. Im üblichen breitband-protonenentkoppelten Spektrum erscheinen sie meist ohne C–H-Aufspaltung; Signalhöhen sind nicht einfach proportional zur Zahl der C-Atome.
Massenspektrometrie hilft bei Molekülmasse und Fragmenten, IR bei funktionellen Gruppen, NMR bei Umgebungen und Verknüpfung. Zusammen wird die Strukturzuordnung belastbarer.
Vier Linien in einem einfachen Quartett bedeuten …
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Gleichwertige H-Atome in einer Struktur farbig markieren.
Partnerarbeit: Signalzahl und Aufspaltung vor dem Molekülwechsel vorhersagen.
Sicherung: Die Daten zu C₄H₈O₂ zu einer Struktur zusammensetzen und jede Gruppe begründen.

Direkt passend: Signalgruppen, Integrale und einfache Aufspaltungsmuster.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladen
Vertiefung: Summenformel, IR- und NMR-Daten zu Strukturvorschlägen kombinieren.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladen
Grundlagen: Strukturformeln und funktionelle Gruppen sicher erkennen.
Kostenlos · PDF · mit Lösungen
Material ansehen und herunterladen