Zeitliche Summation
Dieselbe Synapse wird kurz hintereinander aktiv. Die Wirkung des ersten Eingangs ist noch nicht abgeklungen, wenn der nächste eintrifft. Bei größeren Zeitabständen bleibt weniger Überlagerung.
Biologie · Verstehen und üben
Wie aus vielen synaptischen Eingängen eine gemeinsame Wirkung entsteht: Entdecke Erregung, Hemmung und die Bedeutung von Ort und Zeit.
Eine Nervenzelle erhält über ihre Synapsen viele Eingänge. Einige erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Aktionspotenzials, andere verringern sie. Entscheidend ist, wie diese Wirkungen am auslösenden Membranabschnitt zusammenkommen – bei vielen Nervenzellen am Axoninitialsegment.
Ein EPSP ist ein erregendes postsynaptisches Potenzial. Es verschiebt die Spannung in Richtung der Auslöseschwelle. Ein IPSP ist ein hemmendes postsynaptisches Potenzial. Hemmung erschwert das Erreichen der Schwelle. Postsynaptische Potenziale sind abgestuft, breiten sich passiv aus und klingen ab.
Dieselbe Synapse wird kurz hintereinander aktiv. Die Wirkung des ersten Eingangs ist noch nicht abgeklungen, wenn der nächste eintrifft. Bei größeren Zeitabständen bleibt weniger Überlagerung.
Verschiedene Synapsen liefern Eingänge, deren Wirkungen sich zeitlich überlappen. Erregende und hemmende Einflüsse können dabei zusammenwirken.
| Frage | Zeitliche Summation | Räumliche Summation |
|---|---|---|
| Woher stammen die Eingänge? | Wiederholt von derselben Synapse | Von verschiedenen Synapsen |
| Was ist entscheidend? | Zeitabstand und Abklingen | Ort, Stärke und zeitliche Überlappung |
| Können beide zusammen auftreten? | Ja: mehrere Synapsen können jeweils wiederholt aktiv werden. | Ja: beide Begriffe beschreiben unterschiedliche Aspekte. |
Wähle eine Situation. Wir betrachten jeweils einen festgelegten Zeitpunkt. Die Zahlen sind bereits am Initialsegment wirksame Beiträge; sie sind für dieses Rechenmodell gewählt.
Ein Potenzial wird bei passiver Ausbreitung meist kleiner. Deshalb erzeugen gleich starke Synapsen an verschiedenen Stellen nicht automatisch dieselbe Spannungsänderung am Initialsegment. Auch die Gestalt der Dendriten und aktive Membraneigenschaften können eine Rolle spielen.
Geöffnete hemmende Kanäle können die Membranleitfähigkeit erhöhen und die Wirkung erregender Ströme verringern. Diese Shunting-Hemmung lässt sich nicht immer als festes negatives Millivolt-Paket beschreiben. Ob ein Eingang erregend oder hemmend wirkt, hängt unter anderem von Rezeptor, beteiligten Ionen und deren Gleichgewichtspotenzialen ab.
Zwei Eingänge treffen fast gleichzeitig ein. Allein liegt jeder unter der Schwelle. Gemeinsam können sie die Schwelle erreichen. Treffen sie weit auseinander ein, kann die erste Wirkung schon so weit abgeklungen sein, dass kein Aktionspotenzial ausgelöst wird.
Welche Aussage beschreibt zeitliche Summation?
Wähle eine Antwort und begründe sie zunächst selbst.
Versuche jede Aufgabe zuerst selbst. Nutze bei Bedarf den Tipp und vergleiche erst danach mit der Lösung.
Unterscheide Eingang und Ausgang.
Postsynaptische Potenziale beziehungsweise deren Wirkungen auf die Membranspannung; nicht die Höhe mehrerer Aktionspotenziale.
Denke an dieselbe Synapse.
Mehrere Eingänge folgen so dicht, dass frühere postsynaptische Wirkungen noch nicht abgeklungen sind.
Denke an verschiedene Kontaktstellen.
Die zeitlich überlappenden Wirkungen verschiedener Synapsen werden integriert.
Was passiert zwischen zwei Eingängen?
Das erste Potenzial klingt ab. Bei kurzem Abstand bleibt ein größerer Restbeitrag, wenn der nächste Eingang eintrifft.
Vergleiche die negativen Zahlen.
−62 mV. Die Spannung bleibt unter −55 mV; im Modell wird die Schwelle nicht erreicht.
Beginne bei −70 mV.
−70 + 8 + 8 = −54 mV. Damit wird die angenommene Schwelle von −55 mV erreicht beziehungsweise überschritten.
Rechne vom Ruhewert aus.
−70 + 8 + 8 − 6 = −60 mV. Die Modellschwelle wird nicht erreicht.
Welche Angaben fehlen?
Nein. Stärke, Abstand, Ort, zeitliche Überlappung, Hemmung und Ausgangszustand sind entscheidend; allein die Anzahl genügt nicht.
Mehrere Synapsen feuern wiederholt.
Ja. An einzelnen Synapsen können zeitliche Überlagerungen entstehen, während verschiedene Synapsen räumlich zusammenwirken.
Verfolge die passive Ausbreitung.
Potenziale werden auf dem Weg meist abgeschwächt. Lage und Membraneigenschaften beeinflussen den Beitrag am Initialsegment.
Denke an die Leitfähigkeit.
Nein. Shunting-Hemmung kann erregende Spannungsänderungen abschwächen, ohne eine starke Hyperpolarisation zu erzeugen.
Was bedeutet Alles-oder-nichts?
Die Integration beeinflusst die Auslösung und gegebenenfalls die Folge von Aktionspotenzialen. Deren Höhe wird nicht durch Addition der EPSPs immer größer.

Mit Aufgaben und Lösungen zum selbstständigen Üben oder für den Unterricht.
Arbeitsblatt ansehen →Neuroscience Online, UTHealth: Synaptic Transmission – Vertiefung zu postsynaptischen Potenzialen und Integration. Die Rechenbeispiele auf dieser Seite sind eigene vereinfachte Lernmodelle.