Präsynaptisches Endknöpfchen
Es enthält Vesikel mit Neurotransmittern und den Apparat für ihre Freisetzung. Spannungsabhängige Calciumkanäle koppeln die ankommende elektrische Erregung an die Abgabe des Botenstoffs.
Biologie · Verstehen und üben
Wie überträgt eine Nervenzelle Informationen auf die nächste? Entdecke die Rollen von Calcium, Vesikeln, Botenstoffen und Rezeptoren – und prüfe sie in Gedankenexperimenten.
An einer chemischen Synapse überträgt eine Zelle ein Signal mithilfe eines Botenstoffs auf eine andere. Die sendende Seite heißt präsynaptisch, die empfangende postsynaptisch. Beide Membranen sind durch den synaptischen Spalt getrennt.
Es enthält Vesikel mit Neurotransmittern und den Apparat für ihre Freisetzung. Spannungsabhängige Calciumkanäle koppeln die ankommende elektrische Erregung an die Abgabe des Botenstoffs.
Sie trägt passende Rezeptoren. Welche Wirkung ein Transmitter auslöst, hängt unter anderem vom Rezeptortyp und den Eigenschaften der empfangenden Zelle ab.
Hier betrachten wir eine schnelle chemische Synapse mit einem direkt an einen Ionenkanal gekoppelten Rezeptor. Solche Rezeptoren heißen ionotrop. Andere, metabotrope Rezeptoren wirken über intrazelluläre Signalwege und können langsamere oder länger anhaltende Antworten auslösen.
Wähle die Stationen in der richtigen Reihenfolge. Der goldene Kreis ordnet die Erklärung dem Schaubild zu.
Violette Kreise: Vesikel; kleine violette Punkte: Transmitter; grünes Protein rechts oben: Calciumkanal; grünes Protein unten: Rezeptorkanal. Gestrichelter Pfeil: Entfernung aus dem Spalt. Größen und Abstände sind nicht maßstäblich.
Ein erregendes postsynaptisches Potenzial (EPSP) begünstigt das Auslösen eines Aktionspotenzials. Bei typischen schnellen erregenden Synapsen öffnen Kationenkanäle; nahe dem Ruhepotenzial überwiegt netto der Einstrom positiver Ladung und die Membran depolarisiert.
Hemmende synaptische Wirkungen erschweren die Auslösung. Dazu können beispielsweise erhöhte Chlorid- oder Kaliumleitfähigkeiten beitragen. Hemmung muss nicht immer eine deutlich sichtbare Hyperpolarisation bedeuten: Eine erhöhte Leitfähigkeit kann auch andere erregende Eingänge abschwächen.
Ein Transmitter lässt sich daher nicht unabhängig vom Rezeptor und der Zelle pauschal als immer erregend oder immer hemmend beurteilen. Entscheidend ist die ausgelöste Wirkung. Ein postsynaptisches Potenzial ist außerdem abgestuft; es ist nicht selbst automatisch ein Aktionspotenzial.
Mehrere Eingänge können zusammenwirken: zeitliche Summation bei rasch aufeinanderfolgenden Signalen und räumliche Summation bei verschiedenen Synapsen. Ob die Schwelle an der Auslösestelle erreicht wird, hängt von der gesamten Verarbeitung ab.
Bleibt ein Botenstoff wirksam im Spalt, kann die Antwort länger anhalten. Die Zelle braucht deshalb Wege, seine Wirkung zu begrenzen. Je nach Transmitter und Synapse geschieht dies durch Wiederaufnahme in Zellen, enzymatischen Abbau und Diffusion aus dem wirksamen Bereich.
Ein konkretes Beispiel ist Acetylcholin an der motorischen Endplatte: Dort baut Acetylcholinesterase den Transmitter ab. Das entstehende Cholin kann wieder aufgenommen und für die erneute Synthese verwendet werden. Nicht jeder Transmitter wird nach genau diesem Muster beendet.
Auch die Vesikelmembran wird wiederverwendet. Freisetzung, Rückgewinnung und erneute Bereitstellung sind zusammenhängende Prozesse; das Endknöpfchen besitzt keinen unbegrenzt gefüllten Vorrat.
Vier Gedankenexperimente zeigen, warum die einzelnen Schritte nötig sind. Vergleiche zuerst die veränderte Bedingung mit dem normalen Ablauf.
Was erwartest du? Formuliere deine Vermutung.
Die klassische schnelle chemische Übertragung verläuft von der präsynaptischen Freisetzungsstelle zu den postsynaptischen Rezeptoren. Die unterschiedliche Ausstattung der beiden Seiten erklärt diese Richtung. Das ist eine andere Begründung als die Refraktärzeit bei der Leitung entlang eines Axons.
Freisetzung, Diffusion und Rezeptorwirkung benötigen Zeit. Deshalb entsteht eine synaptische Verzögerung. Elektrische Synapsen nutzen dagegen direkte Verbindungen zwischen Zellen, sogenannte Gap Junctions. Sie übertragen über Ionenströme und benötigen für diesen Übertragungsweg keinen Transmitter im Spalt.
Ein Aktionspotenzial erreicht das Endknöpfchen. Entsteht zwingend ein Aktionspotenzial in der nächsten Nervenzelle?
Wähle eine Antwort und begründe sie zunächst selbst.
Versuche jede Aufgabe zuerst selbst. Nutze bei Bedarf den Tipp und vergleiche erst danach mit der Lösung.
Senden oder empfangen?
Präsynaptisch bezeichnet die sendende Seite mit der Freisetzung, postsynaptisch die empfangende Seite mit den passenden Rezeptoren.
Was enthalten sie und was geschieht bei der Fusion?
Sie speichern Transmitter. Bei der Fusion mit der präsynaptischen Membran wird ihr Inhalt durch Exocytose freigesetzt.
Welche Größe verändert das Aktionspotenzial?
Das Aktionspotenzial verändert die Membranspannung. Die betrachteten Calciumkanäle sind spannungsabhängig und öffnen bei der Depolarisation.
Ein Auslöser innen und ein Bote zwischen den Zellen.
Ca²⁺ strömt in das Endknöpfchen ein und löst die Freisetzung aus. Transmitter gelangt in den Spalt und aktiviert Rezeptoren der empfangenden Seite.
Beginne beim elektrischen Signal.
Ankunft des Aktionspotenzials → Calcium-Einstrom → Vesikelfusion und Freisetzung → Diffusion und Rezeptorbindung.
Wo liegt die Bindungsstelle im dargestellten Modell?
Nein. Er bindet an die von außen zugängliche Bindungsstelle des postsynaptischen Membranrezeptors.
Rezeptor und Kanal gehören zusammen.
Der Rezeptor ist Teil eines Ionenkanalkomplexes. Transmitterbindung verändert die Kanalöffnung und damit die Ionenleitfähigkeit.
Denke an Schwelle und andere Eingänge.
Ein einzelnes EPSP kann zu klein sein. Zusätzlich wirken weitere erregende und hemmende Eingänge sowie die momentane Erregbarkeit der Zelle.
Mehrere Zeitpunkte oder mehrere Orte?
Zeitlich: rasch aufeinanderfolgende synaptische Antworten überlagern sich. Räumlich: Antworten verschiedener Synapsen wirken zusammen.
Die Blockade liegt nach der Freisetzung.
Ja. Ankunft, Calcium-Einstrom und Vesikelfusion können normal ablaufen. Die modellierte postsynaptische Rezeptorantwort bleibt dennoch aus.
Nicht jede Synapse nutzt alle gleich stark.
Wiederaufnahme, enzymatischer Abbau und Diffusion aus dem wirksamen Bereich. Welcher Weg wichtig ist, hängt vom Transmitter und der Synapse ab.
Vergleiche Ausstattung und Erholungszustand.
An der klassischen chemischen Synapse liegen Freisetzung und Rezeptoren auf verschiedenen Seiten. Im Axon unterstützt dagegen die vorübergehende Refraktärität des zuvor aktiven Abschnitts die Vorwärtsleitung.

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Arbeitsblatt ansehen →Vertiefung: UTHealth: Mechanisms of Neurotransmitter Release, Synaptic Transmission at the Neuromuscular Junction und Synaptic Transmission in the Central Nervous System. Schaubild und Eingriffe sind vereinfachte Lernmodelle, keine realen Messversuche.