Präpositionen richtig verwenden – kostenloses Deutsch-Arbeitsblatt mit Lösungen (PDF)
Zur Wiederholung der Grundlagen: Präpositionen und passende Fälle mit Lösungen üben.
Kostenloses Material ansehen →Deutsch · Satzbau · etwa Klasse 6–8
Auf den Bus warten oder am Bahnhof warten? Verstehe den Unterschied und bestimme Präpositionalobjekte mit Verbbezug, Fragen und Ersatzproben.
Prüfe immer die Verbindung zum Verb und die Bedeutung der ganzen Gruppe.
„Mila wartet auf den Bus.“ – „Mila wartet an der Haltestelle.“ Beide Wortgruppen beginnen mit einer Präposition. Trotzdem haben sie verschiedene Aufgaben im Satz: Die erste ergänzt, worauf Mila wartet. Die zweite sagt, wo sie wartet. Die äußere Form allein entscheidet also noch nicht über die Satzgliedart.
Das lernst du: typische Verbindungen aus Verb, Präposition und Fall erkennen, vom Verb aus passende Fragen stellen, ganze Objektgruppen markieren und Präpositionalobjekte von adverbialen Bestimmungen sowie Attributen unterscheiden. Beginne bei kurzen Sätzen und kombiniere mehrere Hinweise.
Manche Verben verbinden sich in einer bestimmten Bedeutung mit einer bestimmten Präposition: warten auf, denken an, teilnehmen an. Die Präposition gehört zur Verbindung, obwohl sie als eigenes Wort geschrieben wird. Sie bestimmt außerdem den Fall der folgenden Nomengruppe. Deshalb lernst du am besten alle drei Angaben zusammen.
| Verbindung | Beispiel | Frage |
|---|---|---|
| warten auf + Akkusativ | Wir warten auf den Zug. | Worauf warten wir? |
| denken an + Akkusativ | Ich denke an den Ausflug. | Woran denke ich? |
| teilnehmen an + Dativ | Ben nimmt an dem Kurs teil. | Woran nimmt Ben teil? |
| rechnen mit + Dativ | Wir rechnen mit einer Verzögerung. | Womit rechnen wir? |
| abhängen von + Dativ | Der Start hängt von dem Wetter ab. | Wovon hängt der Start ab? |
| sprechen über + Akkusativ | Mila spricht über den Film. | Worüber spricht Mila? |
| sich interessieren für + Akkusativ | Ben interessiert sich für den Weltraum. | Wofür interessiert sich Ben? |
Bei teilnehmen und abhängen gehören auch die abgetrennten Verbteile zum Prädikat: nimmt … teil, hängt … ab. Suche die ganze Verbverbindung, bevor du das Objekt bestimmst. Bei einem reflexiven Verb lernst du das Reflexivpronomen mit: sich interessieren für. Im Beispielsatz ist für den Weltraum das Präpositionalobjekt.
Die Fälle sind in dieser Verbindung festgelegt. Aus „denken an + Akkusativ“ wird „an den Ausflug“, nicht „an dem Ausflug“. Aus „teilnehmen an + Dativ“ wird „an dem Kurs“ oder zusammengezogen „am Kurs“. Die Zusammenziehung verändert die Funktion nicht.
| Bezug | Frage | Antwort |
|---|---|---|
| Person | Auf wen wartet Mila? | auf ihren Bruder |
| Sache / Ereignis | Worauf wartet Mila? | auf den Bus |
| Person | Mit wem spricht Ben? | mit seiner Freundin |
| Thema | Worüber spricht Ben? | über den Film |
Bei Personen fragst du gewöhnlich mit Präposition + wen oder wem. Bei Sachen und Sachverhalten nutzt du häufig wo(r)-: worauf, woran, womit, wovon. Vor einem Vokal wird ein r eingeschoben: wo + auf → worauf. Die Antwort kann eine einzelne Sache oder eine längere Wortgruppe sein.
Verlass dich nicht nur auf das Fragewort. Auch zu „Die Katze sitzt auf dem Kissen“ kannst du „Worauf sitzt die Katze?“ fragen. Die Gruppe bezeichnet trotzdem den Sitzort. Frage zusätzlich: Beschreibt sie einen Ort, oder verlangt das Verb in dieser Bedeutung gerade diese Präposition?
| Satz | Funktion der markierten Gruppe | Begründung |
|---|---|---|
| Mila wartet auf den Bus. | Präpositionalobjekt | Warten auf bezeichnet das Erwartete. |
| Mila wartet auf dem Bahnsteig. | Adverbiale Bestimmung des Ortes | Die Gruppe nennt den Ort des Wartens. |
| Ben denkt an seine Freundin. | Präpositionalobjekt | Denken an bezeichnet den gedanklichen Bezug. |
| Ben arbeitet an seinem Schreibtisch. | Adverbiale Bestimmung des Ortes | Die Gruppe sagt, wo Ben arbeitet. |
Eine Ortsangabe lässt sich oft durch andere Ortsausdrücke ersetzen: auf dem Bahnsteig, im Warteraum, vor dem Bahnhof, dort. Die räumliche Beziehung verändert sich, das Verb warten behält seine Bedeutung. Beim Präpositionalobjekt kannst du den Inhalt austauschen: auf den Bus, auf den Zug, auf eine Nachricht. Die Verbindung warten auf bleibt dabei erhalten.
Ein Verb kann mehrere Verbindungen und Bedeutungen haben: „sich auf die Ferien freuen“ drückt Vorfreude aus, „sich über ein Geschenk freuen“ einen Anlass zur Freude. Auch „mit jemandem über etwas sprechen“ enthält zwei vom Verb abhängige Präpositionalobjekte. Fest bedeutet hier: Die Präposition passt zur jeweiligen Verbindung und Bedeutung. Es bedeutet nicht, dass jedes Verb weltweit nur eine Präposition erlaubt.
Wenn bereits klar ist, wovon die Rede ist, vermeidest du Wiederholungen: „Mila wartet auf das Ergebnis. Ben wartet auch darauf.“ Wörter wie darauf, daran und damit heißen häufig Pronominaladverbien. Sie können ein Präpositionalobjekt vertreten. Bei Personen verwendest du gewöhnlich Präposition + Personalpronomen: „Mila wartet auf Ben. Sie wartet auf ihn.“
| Ausgangspunkt | Ersatz | Achte darauf |
|---|---|---|
| Wir denken an den Ausflug. | Wir denken daran. | an bleibt in daran erkennbar. |
| Ich rechne mit einer Pause. | Ich rechne damit. | mit steckt in damit. |
| Ich spreche mit Mila. | Ich spreche mit ihr. | Bei einer Person: mit + Dativpronomen. |
| Wir warten auf unseren Lehrer. | Wir warten auf ihn. | Bei einer Person: auf + Akkusativpronomen. |
Auch der Ersatz muss im Zusammenhang geprüft werden. In „Das Buch liegt auf dem Tisch. Der Stift liegt darauf“ verweist darauf auf einen Ort. Das Wort darauf ist also nicht in jedem Satz automatisch ein Präpositionalobjekt. Wieder entscheidet der Bezug zum Verb.
„Wir rechnen damit, dass der Kurs später beginnt.“ Damit kündigt hier einen Inhalt an, der im dass-Satz genauer ausgedrückt wird. Es ist ein Verweiswort, auch Korrelat genannt. Die Ergänzung kann also über eine einfache Nomengruppe hinausgehen. Für den Einstieg genügt: Rechnen mit bleibt die passende Verbverbindung; der Nebensatz beschreibt das Erwartete.
In „Mila wartet auf den Ausflug“ hängt die markierte Gruppe am Verb warten. In „Die Vorfreude auf den Ausflug wächst“ beschreibt sie dagegen das Nomen Vorfreude näher. Dort ist sie ein Präpositionalattribut innerhalb der Subjektgruppe. Eine Frage nach der Präposition allein löst diesen Unterschied nicht.
Frage deshalb immer: Woran hängt die Wortgruppe? Am Verb oder an einem Nomen? Bestimme dann die vollständige Gruppe. „Die große Vorfreude auf den Ausflug“ bildet gemeinsam das Subjekt. „Auf den Ausflug“ ist darin ein Satzgliedteil, kein zusätzliches selbstständiges Objekt.
Unterscheide außerdem äußere Funktion und inneren Fall: In „Ben nimmt an dem Kurs teil“ ist die ganze Präpositionalgruppe ein Präpositionalobjekt. Die enthaltene Nomengruppe dem Kurs steht im Dativ. Deshalb wird an dem Kurs noch nicht zum Dativobjekt. Ein Dativobjekt wäre beispielsweise „Ben hilft dem Kursleiter“.
Wähle ein Beispiel. Orange markiert das Präpositionalobjekt, Grün die Vergleichsgruppe.
Warten auf nennt das Erwartete. Am Bahnhof beschreibt den Ort.
Schreibe drei Sätze über einen Ausflug. Verwende warten auf, denken an und teilnehmen an. Ergänze mindestens eine Orts- und eine Zeitangabe. Unterstreiche die vollständigen Präpositionalobjekte und schreibe daneben, welche Wortgruppen den Ort oder die Zeit nennen.
„Mila wartet am Bahnhof auf den nächsten Zug.“ → Präpositionalobjekt: auf den nächsten Zug; Ortsangabe: am Bahnhof.
„Ben denkt heute an den Ausflug.“ → Präpositionalobjekt: an den Ausflug; Zeitangabe: heute.
„Beide nehmen morgen an einer Führung teil.“ → Präpositionalobjekt: an einer Führung; Zeitangabe: morgen.
Begründe zusätzlich die Fälle: warten auf und denken an stehen hier mit Akkusativ; teilnehmen an steht mit Dativ. Ersetze anschließend auf den nächsten Zug durch darauf.
Einstieg: Auf den Bus und am Bahnhof zum gleichen Verb legen. Die Lernenden erklären zuerst den Bedeutungsunterschied, anschließend die Fachbegriffe.
Differenzierung: Verbkarten mit Präposition und Kasus anbieten. Fortgeschrittene vergleichen Objekt, Ortsangabe und Attribut bei gleicher Präposition.
Partnerarbeit: Eine Person formuliert eine Frage, die andere nennt die vollständige Gruppe. Beide prüfen gemeinsam, ob die Frage allein tatsächlich genügt.
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