Intermediärer Erbgang
Bei vollständiger Reinerbigkeit rot × weiß kann die F₁ rosa sein. In der F₂ zeigt sich dann auch phänotypisch 1 rot : 2 rosa : 1 weiß. Die Allele werden nicht dauerhaft miteinander vermischt.
Biologie · Verstehen und üben
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Gregor Mendel untersuchte die Vererbung bei Erbsen. Er kreuzte Pflanzen mit unterschiedlichen Merkmalsausprägungen und zählte die Nachkommen. Daraus lassen sich Regeln ableiten – wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Wir betrachten zunächst ein Gen mit zwei Allelen und vollständiger Dominanz. Im vereinfachten Erbsenbeispiel steht A für gelb und a für grün. Das gelbe Allel ist dominant. Die Buchstaben sind frei gewählte Symbole, keine Basen einer DNA-Sequenz.
Genotyp bezeichnet hier die Allelkombination; Phänotyp die beobachtete Merkmalsausprägung. Homozygot bedeutet reinerbig (AA oder aa), heterozygot bedeutet mischerbig (Aa).
Dominant heißt, dass sich die entsprechende Ausprägung bei Aa zeigt. Es bedeutet weder „besser“ noch „häufiger“. Das rezessive Allel verschwindet nicht: Es wird ebenfalls weitergegeben.
Bei der Meiose werden die homologen Chromosomen getrennt. Eine Keimzelle enthält deshalb für den betrachteten Genort nur ein Allel. Bei der Befruchtung kommen wieder zwei Allele zusammen.
| Genotyp des Elternteils | Mögliche Keimzellen | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| AA | nur A | 100 % A |
| Aa | A oder a | je 50 % |
| aa | nur a | 100 % a |
Kreuzt man für das Merkmal reinerbige Eltern AA × aa, erhält jeder Nachkomme A vom einen und a vom anderen Elternteil. Alle besitzen den Genotyp Aa und sind in diesem Beispiel gelb.
Die Eltern heißen P-Generation; ihre Nachkommen bilden die F₁-Generation. „Uniform“ bedeutet hier: untereinander gleich hinsichtlich des betrachteten Merkmals. Die Nachkommen sind deswegen nicht in allen Eigenschaften identisch.
Kreuzt man zwei F₁-Individuen Aa × Aa, können beide A oder a weitergeben. Die F₂ erhält die Kombinationen AA, Aa, aA und aa. Aa und aA bezeichnen denselben Genotyp.
Genotypen: 1 AA : 2 Aa : 1 aa. Bei vollständiger Dominanz ergeben sich die Phänotypen 3 gelb : 1 grün. Das sind erwartete Wahrscheinlichkeiten über viele Nachkommen. Vier Nachkommen müssen nicht genau drei gelbe und einen grünen ergeben.
Wähle die Genotypen der Eltern. Oben stehen die Keimzellen von Elternteil 1, links die von Elternteil 2. Jedes der vier Felder steht für eine mögliche Kombination mit 25 % Wahrscheinlichkeit. Bei reinerbigen Eltern sind Spalten oder Zeilen gleich.
Elternteil 1
Elternteil 2
Bei 100 Nachkommen erwartet: 75 gelb und 25 grün. Die tatsächlichen Zahlen können abweichen.
Eine gelbe Pflanze könnte AA oder Aa sein. Man kreuzt sie zur Untersuchung mit einer homozygot rezessiven Pflanze (aa).
AA × aa: Alle Nachkommen werden Aa und gelb. Aa × aa: Erwartet werden 50 % Aa (gelb) und 50 % aa (grün). Grüne Nachkommen weisen in diesem Modell auf Aa beim gelben Elternteil hin.
Nur gelbe Nachkommen in einer kleinen Stichprobe beweisen AA noch nicht: Auch bei Aa × aa können zufällig nur gelbe entstehen. Pro Nachkomme beträgt diese Wahrscheinlichkeit ½; für vier unabhängige Nachkommen zusammen (½)⁴ = 1/16 = 6,25 %.
Nun betrachten wir zwei Gene: A/a für die Samenfarbe und B/b für die Samenform. B steht im Modell für rund, b für runzlig. Aus AABB × aabb entsteht eine F₁ mit AaBb.
Werden beide Gene unabhängig verteilt, kann AaBb die Keimzellen AB, Ab, aB und ab mit jeweils 25 % bilden. Die F₂ aus AaBb × AaBb kann dadurch auch neue Merkmalskombinationen zeigen.
| Phänotyp in der F₂ | Rechnung | Erwarteter Anteil |
|---|---|---|
| gelb und rund | ¾ × ¾ | 9/16 |
| gelb und runzlig | ¾ × ¼ | 3/16 |
| grün und rund | ¼ × ¾ | 3/16 |
| grün und runzlig | ¼ × ¼ | 1/16 |
Dieses Verhältnis setzt unter anderem unabhängige Verteilung der beiden Gene und vollständige Dominanz an beiden Genorten voraus. Gene auf verschiedenen Chromosomen werden im einfachen Modell unabhängig verteilt. Bei gekoppelten Genen auf demselben Chromosom gilt die Regel nicht ohne Weiteres; Crossing-over kann die Kopplung teilweise aufheben.
Bei vollständiger Reinerbigkeit rot × weiß kann die F₁ rosa sein. In der F₂ zeigt sich dann auch phänotypisch 1 rot : 2 rosa : 1 weiß. Die Allele werden nicht dauerhaft miteinander vermischt.
Zwei Allele können im heterozygoten Zustand beide erkennbar ausgeprägt sein. Ein Beispiel sind die Allele für A und B beim AB0-Blutgruppensystem: Blutgruppe AB zeigt beide Antigene.
Körpergröße und viele andere Merkmale lassen sich nicht sinnvoll als einzelnes dominant-rezessives Gen erklären. Auch Ernährung und andere Umweltfaktoren wirken mit.
3 : 1 ist kein allgemeines Gesetz für jeden Erbgang. Prüfe stets Eltern-Genotypen, Art der Dominanz, Zahl der Gene und Voraussetzungen.
1. Merkmal, Ausprägungen und Dominanz aus der Aufgabe entnehmen. 2. Allelsymbole festlegen. 3. Genotypen der Eltern aufschreiben. 4. Mögliche Keimzellen ableiten. 5. Im Kreuzungsschema kombinieren. 6. Genotypen und Phänotypen getrennt auswerten und Wahrscheinlichkeiten angeben.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Was bedeutet ein Verhältnis von 3 : 1?
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Einstieg: Zwei gelbe Samen mit AA und Aa vergleichen: gleiche Erscheinung, unterschiedlicher Genotyp.
Partnerarbeit: Eine Kreuzung vorhersagen, dann in der Werkstatt prüfen. Die Rollen wechseln zwischen „Schema erstellen“ und „Ergebnis begründen“.
Vertiefung: Die dritte Regel über das Produkt zweier Wahrscheinlichkeiten herleiten. Aufgaben 6 und 8 prüfen das Verständnis von Zufall und Stichproben.
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Monohybride Kreuzungen mit Aufgaben und Lösungen üben.
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Die dritte Regel und dihybride Kreuzungen vertiefen.
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Die Regeln und wichtigen Begriffe im Überblick wiederholen.
Material ansehen →Fachliche Orientierung: OpenStax · Biology 2e. Grundlagen im schulischen Genetikunterricht; die Zuordnung zu Klassenstufen unterscheidet sich nach Bundesland und Schulart. Eigene, vereinfachte Lehrabbildungen.