Eine Möglichkeit
Mia ist vielleicht zu Hause.
Du hältst es für möglich, weißt es aber nicht sicher.
Englisch · Modalverben · etwa Klasse 7–9
Vielleicht kommt jemand, vielleicht klappt ein Plan – oder du fragst höflich nach Erlaubnis. Verstehe may und might mit klaren Beispielen und Übungen.
Mia may be at home. – Mia ist vielleicht zu Hause. May I use your pen? – Darf ich deinen Stift benutzen? Dasselbe Modalverb kann unterschiedliche Aufgaben haben.
Mia ist vielleicht zu Hause.
Du hältst es für möglich, weißt es aber nicht sicher.
Darf ich deinen Stift benutzen?
Du fragst höflich, ob es erlaubt ist.
| Muster | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Subjekt + may + Grundform | He may arrive later. | Er kommt vielleicht später an. |
| Subjekt + might + Grundform | He might arrive later. | Er kommt vielleicht später an. |
| Subjekt + may not + Grundform | He may not arrive today. | Vielleicht kommt er heute nicht an. |
| Subjekt + might not + Grundform | He might not arrive today. | Vielleicht kommt er heute nicht an. |
May und might bekommen kein -s bei he/she/it. Das nächste Verb bleibt in der Grundform: She may come, nicht she mays come oder she may comes. Auch to entfällt: might rain, nicht might to rain.
Bei einem Zustand brauchst du oft be: The shop may be closed. – Das Geschäft ist vielleicht geschlossen. Das be ist Teil des Satzes und darf nicht fehlen.
It may rain tomorrow. und It might rain tomorrow. drücken beide aus, dass Regen morgen möglich ist. Ohne weiteren Kontext sind oft beide Formen passend.
Might kann vorsichtiger oder weniger sicher wirken. Es gibt aber keine feste Prozentregel wie may = 50 % und might = 30 %. Tonfall, Zusammenhang und Sprechabsicht beeinflussen, wie sicher die Aussage wirkt.
Auch could kann eine Möglichkeit ausdrücken: The key could be in my bag. – Der Schlüssel könnte in meiner Tasche sein. Auf dieser Seite übst du hauptsächlich may und might.
Leo kommt vielleicht zur Party.
Sein Kommen ist eine Möglichkeit.
Leo kommt vielleicht nicht zur Party.
Sein Nichtkommen ist eine Möglichkeit. Es ist noch nicht sicher.
Might not come bedeutet also nicht automatisch „Er kommt ganz sicher nicht“. Das not verneint die mögliche Handlung, nicht die Unsicherheit.
Du setzt not direkt nach may/might: It may not work. – Es funktioniert vielleicht nicht. Du brauchst kein don’t oder doesn’t: nicht it doesn’t may work.
May I sit here? – Darf ich hier sitzen? May I …? ist eine höfliche, eher formelle Frage nach Erlaubnis. Im Alltag sind auch Can I …? und Could I …? üblich.
Die Antwort kann lauten: Yes, you may. – Ja, du darfst. Oder alltagssprachlich: Of course. – Natürlich.
Erlaubnis geben: You may use a dictionary. – Du darfst ein Wörterbuch benutzen. Erlaubnis verweigern: You may not use your phone during the test. – Du darfst dein Handy während des Tests nicht benutzen. Das ist eine formelle Regel, keine unsichere Vorhersage.
Might I ask a question? ist ebenfalls möglich, klingt aber sehr höflich und eher formell. Für den Einstieg ist May I …? das einfachere Muster.
| Situation | Satz | Gemeinte Bedeutung |
|---|---|---|
| Ungewisser Besuch | Mia may not come tomorrow. | Vielleicht kommt Mia morgen nicht. |
| Regel im Unterricht | You may not use your phone during the test. | Du darfst dein Handy im Test nicht benutzen. |
Du kannst die Bedeutung nicht allein am not erkennen. Geht es um eine unsichere Entwicklung oder um eine Regel bzw. Erlaubnis? Bei Zweifeln hilft eine klarere Formulierung: Perhaps Mia won’t come. oder You are not allowed to use your phone.
Vielleicht als eigenes Wort: Maybe Mia is at home. und Mia may be at home. sagen hier ungefähr dasselbe. Maybe ist ein Wort; may be besteht aus Modalverb und Verb. Schreibe nicht Mia maybe at home.
Jetzt: The key might be in the drawer. – Der Schlüssel ist vielleicht in der Schublade. Morgen: We may visit Leo tomorrow. – Vielleicht besuchen wir Leo morgen.
Vermutung über Vergangenes: Das Muster lautet may/might + have + dritte Verbform: Mia might have missed the bus. – Mia hat vielleicht den Bus verpasst. Hier zeigt have missed den Rückblick, nicht might allein.
Nach einer Möglichkeit fragen: Ein natürliches Einsteigermuster ist Do you think it might rain? – Glaubst du, dass es vielleicht regnet? Dagegen übst du May I …? hier gezielt als Frage nach Erlaubnis.
Vergleiche positive und negative Vermutungen. Beide bleiben unsicher. Die Beispiele handeln hier nicht von Erlaubnis.
Mia kommt vielleicht morgen.
Eine unsichere Möglichkeit. Might come wäre hier ebenfalls passend.
Schreibe vier Sätze: eine Vermutung über jetzt mit may; eine Vermutung über morgen mit might; eine negative Vermutung mit might not; eine höfliche Frage nach Erlaubnis mit May I …?
My notebook may be in my bag. I might visit Leo tomorrow. It might not rain tomorrow. May I use your pen?
Die ersten drei Sätze drücken Möglichkeiten aus; nur der letzte fragt nach Erlaubnis.
Einstieg: Einen Gegenstand verdecken und Vermutungen formulieren. May und might als Möglichkeiten verwenden, ohne Prozentwerte zuzuordnen.
Partnerphase: Satzkarten in Vermutung und Erlaubnis einordnen. May not in beiden Bedeutungen mit eindeutigem Kontext ergänzen.
Sicherung: Maybe + vollständiger Satz und may be als Verbgruppe vergleichen. Einen Satz mit might und tomorrow bewusst als Zukunft einordnen.
Fachlicher Hintergrund und weitere Übungen: British Council: May and might. Beispiele und Aufgaben sind eigenständig für Lernmarktplatz erstellt.