1 · Welche Masse ist größer: gebundener Kern oder dieselben freien Nukleonen?
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Die Summe der Massen der freien Nukleonen.
Physik verstehen und üben · Kernphysik
Physik · Sekundarstufe I und II
Warum ist ein gebundener Kern leichter als seine getrennten Bestandteile? Berechne die Energiedifferenz und vergleiche Gesamtenergie und Energie pro Nukleon.
Beim Aufbau eines gebundenen Kerns kann Energie abgegeben werden. Zum vollständigen Zerlegen in freie Protonen und Neutronen muss dieselbe Bindungsenergie wieder zugeführt werden.
Vergleiche einen Kern im Grundzustand mit denselben Protonen und Neutronen, voneinander getrennt und jeweils in Ruhe. Die Summe der Massen der freien Teilchen ist größer als die Masse des gebundenen Kerns. Diese positive Differenz heißt Massendefekt.
Es fehlen keine Protonen oder Neutronen. Unterschiedlich ist die Energie des Systems. Ein gebundener Kern hat weniger Ruheenergie als seine vollständig getrennten Bestandteile. Die beim Binden abgegebene Energie muss in einer vollständigen Bilanz außerhalb des Kerns mitgezählt werden.
Masse und Energie sind über E = mc² verbunden. Dabei ist c die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum. Die verringerte Ruhemasse des Kerns ist eine Systemeigenschaft, kein Hinweis auf verschwundene Nukleonen.
Δm = Z · mp + N · mn − mKern
EB = Δm · c²
Z zählt Protonen, N Neutronen. mp und mn sind die Massen freier Protonen und Neutronen; mKern ist ausdrücklich die Kernmasse ohne Elektronenhülle. EB ist die gesamte Bindungsenergie des Kerns.
Setzt du Δm in Kilogramm und c in Metern pro Sekunde ein, erhältst du Joule. In der Kernphysik sind atomare Masseneinheiten und Megaelektronenvolt praktisch:
1 u · c² ≈ 931,494 MeV
1 MeV = 106 eV ≈ 1,60218 · 10−13 J
Beispiel: Ein Massendefekt von 0,0100 u entspricht etwa 9,31 MeV. u ist eine Masseneinheit, MeV eine Energieeinheit. Der Faktor c² verbindet beide.
Viele Tabellen enthalten die Massen neutraler Atome, also Kern plus Elektronenhülle. Diese Werte darfst du nicht unverändert in eine Formel einsetzen, die nur freie Protonen und Neutronen mit einer Kernmasse vergleicht.
Eine praktische Schulnäherung verwendet die Masse mH des neutralen Wasserstoff-1-Atoms statt der Protonenmasse:
Δm ≈ Z · mH + N · mn − mAtom
Auf beiden Seiten stehen dann insgesamt Z Elektronen. Ihre Ruhemasse hebt sich auf. Unterschiede der elektronischen Bindungsenergien werden in dieser Näherung vernachlässigt. Für sehr genaue Kernbindungsenergien muss man sie korrigieren.
Verwende die Masse des konkreten Isotops. Die mittlere Atommasse eines natürlichen Isotopengemischs aus dem Periodensystem ist dafür ungeeignet.
Helium-4 enthält zwei Protonen und zwei Neutronen. Gegeben sind gerundete Atommassen beziehungsweise Teilchenmassen: mH = 1,007825032 u, mn = 1,008664916 u und m(⁴He-Atom) = 4,002603254 u.
Δm ≈ 2 · 1,007825032 u + 2 · 1,008664916 u − 4,002603254 u
Δm ≈ 0,030376642 u
EB ≈ 0,030376642 · 931,494 MeV ≈ 28,30 MeV
Diese Energie braucht man näherungsweise, um den Helium-4-Kern vollständig in freie Protonen und Neutronen zu zerlegen. Elektronische Bindungsenergien sind hier vernachlässigt.
EBA ≈ 28,30 MeV4 ≈ 7,07 MeV pro Nukleon
A ist hier die Massenzahl, nicht die Aktivität. Die 7,07 MeV sind ein Durchschnittswert. Sie sind nicht automatisch die Energie, die zum Herauslösen eines bestimmten einzelnen Nukleons benötigt wird. Diese Abtrennenergie hängt auch vom verbleibenden Tochterkern ab.
Wähle einen Kern und vergleiche beide Anzeigen. Die obere Skala reicht bis 100 MeV, die untere bis 9 MeV pro Nukleon.
Warum kann man die zwei Balken desselben Kerns nicht direkt nach Länge vergleichen? Sie zeigen verschiedene Größen auf verschiedenen Skalen. Vergleiche stattdessen zuerst die Gesamtenergie zwischen den Kernen, danach die Energie pro Nukleon.
Die Bindungsenergie pro Nukleon steigt bei leichten Kernen im groben Verlauf zunächst stark an. Besonders hohe Werte liegen im Bereich der Eisen- und Nickelisotope. Bei sehr schweren Kernen ist sie wieder etwas niedriger. Einzelne Nuklide weichen vom glatten Trend ab.
Bei passenden Reaktionen leichter Kerne können stärker gebundene Produkte entstehen: Fusion kann dann Energie freisetzen. Auch die Spaltung eines schweren Kerns kann insgesamt stärker gebundene Produkte liefern. Entscheidend ist jeweils die vollständige Energiebilanz der konkreten Reaktion.
Q = (mvorher − mnachher) · c²
Q > 0 bedeutet eine positive Energiefreisetzung aus der Ruhemassebilanz. Für mnachher müssen alle Reaktionsprodukte einschließlich freier Teilchen berücksichtigt werden. Eine hohe mittlere Bindungsenergie allein beweist nicht, dass jedes Nuklid radioaktiv stabil ist oder dass eine bestimmte Reaktion von selbst abläuft.
Atommassen mit Protonenmassen mischen: Die Elektronenbilanz muss stimmen.
Gesamtenergie und Energie pro Nukleon verwechseln: Für den Vergleich pro Nukleon durch A teilen.
Δm negativ berechnen und das Vorzeichen ignorieren: Beim gebundenen Kern lautet die Definition freie Bestandteile minus gebundener Kern.
Den Mittelwert als einzelne Abtrennenergie lesen: EB geteilt durch A ist nicht die Energie jeder denkbaren Teilchenabtrennung.
Erst vorhersagen oder selbst rechnen, dann die Lösung öffnen.
Die Summe der Massen der freien Nukleonen.
Etwa 18,63 MeV.
8 MeV pro Nukleon.
Nein. Die Elektronen müssen korrekt berücksichtigt werden.
0,0100 u.
Nein. Das ist ein Durchschnitt. Eine bestimmte Abtrennenergie hängt vom Anfangs- und Endkern ab.

Massendefekt und Energieumrechnung üben; die Fusionsaufgaben dienen als weiterführende Anwendung.
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