Ein Atom besitzt einen sehr kleinen Kern und eine Elektronenhülle. Der Kern enthält positiv geladene Protonen und elektrisch neutrale Neutronen. Beide heißen zusammen Nukleonen. Elektronen tragen eine negative Elementarladung und gehören bei gewöhnlichen Atomen zur Hülle.
Fast die gesamte Masse des Atoms steckt im Kern. Seine räumliche Ausdehnung ist jedoch viel kleiner als die der Hülle. Zeichnungen, in denen man beide gleichzeitig gut erkennt, sind deshalb meist nicht maßstäblich.
Ein neutrales Atom hat gleich viele Elektronen wie Protonen. Der Kern selbst ist trotzdem positiv geladen: Neutralität entsteht erst durch die entgegengesetzte Ladung der Hülle.
Ein Ion entsteht durch Elektronenabgabe oder -aufnahme
Im Beispiel gibt das neutrale Natriumatom ein Elektron ab. Der Kern enthält weiterhin elf Protonen und zwölf Neutronen: Das Nuklid bleibt Natrium-23.
Nun stehen elf positive Kernladungen nur noch zehn Elektronen gegenüber. Das gesamte Ion trägt daher die Ladung +e. Ein Isotopenwechsel würde dagegen die Neutronenzahl ändern.
Lernschritt 2
Die Nuklidschreibweise lesen
AZX
X ist das Elementsymbol. Z steht links unten und zählt die Protonen: die Ordnungszahl oder Kernladungszahl. A steht links oben und zählt Protonen und Neutronen zusammen: die Massenzahl.
A = Z + N und N = A − Z
N ist die Neutronenzahl. Beispiel: 2311Na steht für Natrium-23. Es besitzt 11 Protonen und 23 − 11 = 12 Neutronen. Als neutrales Atom hat es zusätzlich 11 Elektronen.
Die Massenzahl ist eine ganze Teilchenzahl und hat keine Einheit. Sie ist nicht die genaue Masse des Atoms in Gramm oder in der atomaren Masseneinheit u. Ein Nuklid wird durch seine Protonen- und Neutronenzahl festgelegt; angeregte Kernzustände lassen sich bei Bedarf zusätzlich kennzeichnen.
So gehst du vor
Elementsymbol und Z ablesen
Z steht links unten. Diese Zahl legt das Element und die Anzahl der Protonen fest.
Neutronen berechnen
A zählt alle Nukleonen. Deshalb gilt N = A − Z.
Ladung berücksichtigen
Neutral: Elektronenzahl = Z. Bei q-fach positiver Ladung: Z − q; bei q-fach negativer Ladung: Z + q.
Ergebnis prüfen
Protonen plus Neutronen müssen A ergeben. Protonen minus Elektronen ergeben die Ladungszahl.
Lernschritt 3
Was haben Isotope gemeinsam?
Isotope gehören zum selben Element: Sie haben dieselbe Protonenzahl Z. Ihre Neutronenzahlen unterscheiden sich, daher auch ihre Massenzahlen A. Kohlenstoff-12, Kohlenstoff-13 und Kohlenstoff-14 besitzen jeweils sechs Protonen, aber sechs, sieben beziehungsweise acht Neutronen.
Ihre chemischen Eigenschaften sind ähnlich, weil neutrale Atome desselben Elements die gleiche Elektronenzahl besitzen. Unterschiede der Masse können trotzdem messbare Isotopeneffekte verursachen. Die Kerne können sich stark in ihrer Stabilität unterscheiden: Kohlenstoff-12 und -13 sind stabil, Kohlenstoff-14 ist radioaktiv.
Nicht jedes Isotop ist also radioaktiv. Auch die Regel „gleich viele Protonen und Neutronen bedeutet stabil“ gilt nicht allgemein. Die Stabilität hängt vom gesamten Kernzustand ab.
Gleiches Element, andere Neutronenzahl
Jede Zeile enthält sechs blaue Protonen. Die grünen Neutronen werden von Zeile zu Zeile mehr: sechs, sieben, acht. Daraus folgen die Massenzahlen 12, 13 und 14.
Die geordneten Punkte sind eine Zählhilfe, keine tatsächliche Anordnung im Kern. Für neutrale Atome gehören jeweils sechs Elektronen in die Hülle. C-12 und C-13 sind stabil, C-14 ist radioaktiv.
Lernschritt 4
Isotop oder Ion: Was verändert sich?
Vergleiche zuerst die drei Kohlenstoff-Isotope. Wechsle danach zwischen neutralem Natrium und dem Natrium-Ion. Achte jeweils auf Kern und Elektronenzahl.
A = 12, Z = 6, N = 6. Neutrales Atom; Kern stabil.
Die Kugeln sind eine Zählhilfe, keine feste Anordnung im echten Kern. Elektronen werden als Zahl angegeben, nicht als beobachtete Kreisbahnen gezeichnet.
Unterrichtsimpuls mit Erklärung
Verdecke die Auswahlbezeichnungen und lies nur die Teilchenzahlen ab. Welcher Wechsel verändert das Element? Der Wechsel von sechs auf elf Protonen. Welcher Wechsel erzeugt ein Ion? Der Verlust eines Elektrons beim unveränderten Natriumkern.
Lernschritt 5
Ein Ion vollständig entschlüsseln
Beispiel · Schritt für Schritt
1. Ein neutrales Atom entschlüsseln
Bestimme die Teilchenzahlen von Natrium-23.
Nuklidschreibweise: 2311Na; Atom neutral.
Rechenweg: 1. Ein neutrales Atom entschlüsseln
Rechnung
Erklärung zum Schritt
Z = 11
1Protonenzahl ablesen
Die untere linke Zahl gibt direkt die Anzahl der Protonen an.
N = A − Z = 23 − 11 = 12
2Neutronenzahl bestimmen
Die obere Zahl zählt Protonen und Neutronen zusammen.
Elektronenzahl = 11
3Neutralität verwenden
Positive Kernladung und negative Hüllenladung gleichen sich aus.
11 + 12 = 23; 11 − 11 = 0
4Beide Angaben prüfen
Massenzahl und Gesamtladung passen zur Aufgabenstellung.
Entschlüssle ein Aluminium-27-Ion mit der Ladung 3+.
A = 27; Z = 13; Ion Al³⁺.
Rechenweg: 2. Was bedeutet eine dreifach positive Ladung?
Rechnung
Erklärung zum Schritt
Protonenzahl = Z = 13
1Kernladungszahl verwenden
Die Ionenladung verändert den Kern nicht.
N = 27 − 13 = 14
2Neutronen berechnen
Die Massenzahl bleibt ebenfalls unverändert.
Elektronenzahl = 13 − 3 = 10
3Elektronenmangel beachten
3+ bedeutet drei Elektronen weniger als beim neutralen Aluminiumatom.
13 − 10 = +3
4Ladung überprüfen
13 positive und 10 negative Elementarladungen ergeben einen Überschuss von +3.
Ergebnis:13 Protonen, 14 Neutronen, 10 Elektronen. Ein positives Ion hat Elektronen abgegeben.
Lernschritt 6
Warum steht im Periodensystem oft eine Kommazahl?
Die relative Atommasse im Periodensystem ist häufig ein gewichteter Mittelwert der Isotopenmassen einer natürlichen Probe. Sie ist keine Nukleonenzahl eines einzelnen Atoms. Für genaue Rechnungen verwendet man gemessene Isotopenmassen und Häufigkeiten; die Zusammensetzung kann je nach Probe variieren.
Rechenbeispiel: Warum kann die mittlere Masse eine Kommazahl sein?
Beispiel · Schritt für Schritt
3. Eine Isotopenmischung mitteln
Eine vereinfachte Mischung enthält 75 % Atome mit 35 u und 25 % mit 37 u.
Die Prozentangaben sind Anteile an der Atomzahl.
Rechenweg: 3. Eine Isotopenmischung mitteln
Rechnung
Erklärung zum Schritt
75 % = 0,75; 25 % = 0,25
1Anteile als Dezimalzahlen schreiben
Die Gewichte ergeben zusammen 1.
m̄ = 0,75 · 35 u + 0,25 · 37 u
2Gewichteten Mittelwert bilden
Die häufigere Atomsorte beeinflusst den Mittelwert stärker.
m̄ = 26,25 u + 9,25 u = 35,5 u
3Addieren und einordnen
Der Mittelwert liegt zwischen 35 u und 37 u und näher an 35 u.
Ergebnis: Die mittlere Masse beträgt 35,5 u. Kein einzelner Kern hat deshalb 35,5 Nukleonen.
Lernschritt 7
Warum hält ein Kern zusammen?
Protonen stoßen sich elektrisch ab. Die kurzreichweitige Kernwechselwirkung zwischen Nukleonen kann dennoch gebundene Kerne ermöglichen. Neutronen tragen zur Kernbindung bei, ohne zusätzliche elektrische Abstoßung zu verursachen.
Bei schweren stabilen Kernen findet man typischerweise mehr Neutronen als Protonen. Beliebig viele Neutronen machen einen Kern aber nicht automatisch stabil. Welche Kombinationen existieren und wie sie zerfallen, zeigt eine Nuklidkarte. Die Bindungsenergie behandeln wir später auf einer eigenen Seite.
Lernschritt 8
Vier typische Fehler vermeiden
A als Neutronenzahl lesen: A zählt Protonen und Neutronen gemeinsam.
Isotope und Ionen gleichsetzen: Isotope unterscheiden sich in den Neutronen; Ionen in der Elektronenzahl gegenüber dem neutralen Atom.
Bei einem positiven Ion Elektronen addieren: Positiv bedeutet Elektronenmangel.
Eine Dezimalzahl im Periodensystem als Massenzahl übernehmen: Für ein einzelnes Nuklid braucht man seine ganze Massenzahl.
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ja – Ja. Sie unterscheiden sich in der Neutronenzahl und damit in A, nicht in Z.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
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Physikhelfer
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Berechne Massenzahl, Protonenzahl oder Neutronenzahl mit A = Z + N. Der Rechner prüft ganze Zahlen; Stabilität und tatsächliches Vorkommen eines Nuklids werden daraus nicht bestimmt. Wähle deine gesuchte Größe und lass dir den Rechenweg Schritt für Schritt zeigen.