1 · Ein Kern mit A = 210 und Z = 84 zerfällt unter Alphaemission. Welche Zahlen hat die Tochter?
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A = 206 und Z = 82; N = 124.
Physik verstehen und üben · Kernphysik
Physik · Sekundarstufe I und II
Welche Strahlung verlässt einen instabilen Kern? Vergleiche Teilchen, Ladungen und Kernumwandlungen und lerne, Zerfallsgleichungen zu prüfen.
Bei Alpha- und Betazerfall entsteht ein anderes Element. Bei Gammaemission gibt ein angeregter Kern Energie ab; seine Protonen- und Neutronenzahl bleibt gleich.
Radioaktive Kerne können sich spontan in andere Kernzustände oder Kerne umwandeln. Dabei wird Energie frei und es können Teilchen oder elektromagnetische Strahlung ausgesendet werden. Den genauen Zerfallszeitpunkt eines einzelnen Kerns kann man nicht vorhersagen.
Bei vielen gleichartigen Kernen lassen sich dagegen statistische Aussagen treffen. Wie der Bestand mit der Zeit abnimmt, beschreibt das Zerfallsgesetz. Hier konzentrieren wir uns zunächst auf die ausgesendeten Strahlungsarten und die Veränderung des Kerns.
Alpha-, Beta- und Gammastrahlung können Materie ionisieren, also Elektronen aus Atomen oder Molekülen lösen. Radioaktivität ist eine Eigenschaft instabiler Kerne; ionisierende Strahlung kann auch auf andere Weise entstehen, zum Beispiel in einer Röntgenröhre.
Ein Alphateilchen besteht aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Es ist ein Helium-4-Kern ohne Elektronenhülle und trägt die Ladung +2e. Der Tochterkern hat vier Nukleonen und zwei Protonen weniger.
AZX → A−4Z−2Y + 42He
Beispiel: Uran-238 wird durch Alphazerfall zu Thorium-234. Links und rechts bleibt die Summe der Massenzahlen gleich, ebenso die Summe der Kernladungszahlen. Die frei werdende Energie verteilt sich auf Alphateilchen und Rückstoß des Tochterkerns; zusätzliche Gammaemission ist bei angeregten Tochterzuständen möglich.
Beta-minus: Ein Neutron wandelt sich in ein Proton um. Dabei entstehen ein Elektron und ein Elektron-Antineutrino. Das ausgesandte Elektron stammt nicht aus der vorher vorhandenen Elektronenhülle.
n → p + e− + ν̄e
Die Massenzahl bleibt gleich; die Protonenzahl wächst um eins. Beispiel: Kohlenstoff-14 wird zu Stickstoff-14.
Beta-plus: Ein Proton wird im energetisch möglichen Kernprozess in ein Neutron umgewandelt. Dabei entstehen ein Positron und ein Elektron-Neutrino. Die Protonenzahl sinkt um eins; die Massenzahl bleibt gleich.
p → n + e+ + νe
Diese Kurzform beschreibt die Umwandlung innerhalb eines geeigneten Kerns, keinen spontanen Zerfall eines freien Protons. Beta-plus-Zerfall benötigt eine ausreichende Energiedifferenz zwischen Anfangs- und Endsystem.
Elektron beziehungsweise Positron und (Anti-)Neutrino teilen die verfügbare Energie mit dem Rückstoß. Deshalb zeigt Betastrahlung ein kontinuierliches Energiespektrum. Eine feste Zerfallsenergie bedeutet nicht, dass jedes Betaelektron dieselbe Bewegungsenergie erhält.
Ein angeregter Kern kann in einen energieärmeren Zustand übergehen und dabei ein Photon aussenden. Dieses Photon ist Gammastrahlung: elektrisch neutral, ohne Ruhemasse und im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs.
AZX* → AZX + γ
Das Sternchen kennzeichnet den angeregten Kern. A und Z bleiben unverändert. Gammaemission kann nach einem Alpha- oder Betazerfall folgen, wenn der Tochterkern angeregt zurückbleibt.
Gamma- und Röntgenstrahlung unterscheiden sich nach ihrer Entstehung. Ihre Energiebereiche können überlappen; eine starre Energiegrenze trennt beide nicht.
Wähle eine Strahlungsart. Sage zuerst voraus, ob das Element wechselt und ob die Neutronenzahl steigt oder sinkt.
Warum bleibt A bei Beta-minus konstant? Ein Neutron wird zu einem Proton. Es geht dabei kein Nukleon verloren. Elektron und Antineutrino zählen nicht als Nukleonen.
| Strahlung | Abgegeben | A im Tochterkern | Z im Tochterkern |
|---|---|---|---|
| Alpha | Helium-4-Kern | A − 4 | Z − 2 |
| Beta-minus | Elektron + Antineutrino | A | Z + 1 |
| Beta-plus | Positron + Neutrino | A | Z − 1 |
| Gamma | Photon | A | Z |
Die Regeln helfen beim Zuordnen des Tochterkerns. Sie allein beweisen noch nicht, dass ein bestimmter Zerfall energetisch möglich ist oder tatsächlich auftritt.
Beispiel 1 – Alpha: Uran-238 besitzt Z = 92.
23892U → 23490Th + 42He
Massenzahlen: 238 = 234 + 4. Kernladungszahlen: 92 = 90 + 2. Für die Neutronenzahl des Tochterkerns gilt 234 − 90 = 144.
Beispiel 2 – Beta-minus: Kohlenstoff-14 besitzt Z = 6.
146C → 147N + 0−1e + ν̄e
Massenzahlen: 14 = 14 + 0. Ladungszahlen: 6 = 7 − 1. Das Elektron erhält in dieser Buchführung die Massenzahl 0, weil es kein Nukleon ist. Es ist deshalb nicht masselos.
Beispiel 3 – Beta-plus: Fluor-18 wird zu Sauerstoff-18.
189F → 188O + 0+1e + νe
Ladungszahlen: 9 = 8 + 1. Der Tochterkern hat zehn statt neun Neutronen. Die Elektronenhülle kann sich nach einer Kernumwandlung ebenfalls neu ordnen; diese Gleichungen verfolgen zunächst die Kernreaktion.
Die tatsächliche Ablenkungsstärke hängt unter anderem von Ladung, Impuls, Masse und Feld ab. Aus der gemeinsamen unteren Linie folgt nicht, dass Alpha- und Beta-plus-Teilchen gleich stark abgelenkt würden.
Alphateilchen verlieren ihre Energie auf kurzen Wegen und werden häufig bereits durch Papier oder die äußere Hautschicht gestoppt. Das macht alphastrahlende Stoffe im Körper nicht harmlos. Betastrahlung dringt bei typischen Energien weiter ein; geeignete Kunststoffschichten können sie abschwächen oder stoppen.
Gammastrahlung wird durch Materie schrittweise abgeschwächt. Dichte Materialien wie Blei oder dicke Betonschichten werden dafür genutzt. Eine Skizze mit einer Wand bedeutet keine vollständige Abschirmung für jede Energie.
Eine einzige feste Reichweite gibt es für keine Strahlungsart unabhängig von Energie, Material und Messsituation. Aktivität, Dosis und Strahlenschutz erhalten eine eigene Erklärung; aus der Strahlungsart allein lässt sich keine konkrete Gefährdung berechnen.
Betateilchen für Hüllenelektronen halten: Beim Beta-minus-Prozess entsteht das Elektron in der Kernumwandlung.
Bei Gamma ein anderes Element eintragen: A und Z bleiben gleich.
Massenzahl 0 mit Masse 0 verwechseln: Elektronen und Positronen besitzen Ruhemasse, sind aber keine Nukleonen.
Nur Teilchenzahlen prüfen: Zusätzlich müssen Energie, Impuls und weitere Erhaltungsgrößen stimmen. Das (Anti-)Neutrino gehört deshalb zur vollständigen Beta-Reaktion.
Erst vorhersagen oder selbst rechnen, dann die Lösung öffnen.
A = 206 und Z = 82; N = 124.
N sinkt um 1, während Z um 1 steigt. A bleibt gleich.
Die obere Zahl zählt Nukleonen, nicht die Masse in Kilogramm.
Gammaemission; A und Z bleiben dabei unverändert.
Zur positiv geladenen Platte, weil Elektronen negativ geladen sind.
A = 230 und Z = 89. Erst A um 8 und Z um 4 verringern, dann Z um 1 erhöhen.

Aufgaben mit Lösungen zu Strahlungsarten und Ablenkung im elektrischen Feld.
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