Nahrung
Altsteinzeit: überwiegend Sammeln, Jagen und Fischen. Jungsteinzeit: zusätzlich bzw. zunehmend Ackerbau und Tierhaltung; Jagd und Sammeln verschwanden nicht.
Geschichte · Grundlagen · Klasse 5–6
Wie wurde aus mobilen Gruppen bäuerliches Dorfleben? Erkunde die Veränderungen und beurteile, welche Chancen und Probleme sie mit sich brachten.

Das kannst du danach: Ackerbau, Tierhaltung und Sesshaftigkeit erklären, Lebensweisen vergleichen und den Wandel beurteilen.
Lernschritt 1
In der Jungsteinzeit, dem Neolithikum, veränderte sich die Lebensweise vieler Menschen grundlegend: Sie bauten Nutzpflanzen an und hielten domestizierte Tiere. Nahrung wurde nun nicht nur gesammelt, gejagt oder gefischt, sondern zunehmend gezielt erzeugt.
Domestikation ist die über viele Generationen erfolgende Veränderung von Pflanzen oder Tieren durch menschliche Auswahl und Haltung. Sie ist mehr als das Zähmen eines einzelnen Wildtiers.
Wichtige frühe Entwicklungen fanden seit etwa 10.000 v. Chr. in Südwestasien statt, besonders in Teilen des „Fruchtbaren Halbmonds“. In Teilen Mitteleuropas verbreitete sich die bäuerliche Lebensweise ab etwa 5500 v. Chr. Menschen wanderten zu, brachten Kenntnisse mit und begegneten bereits dort lebenden Gruppen. Weltweit entstanden Formen der Landwirtschaft auch in anderen Regionen unabhängig.
Neolithische Revolution: „Revolution“ meint hier einen tiefgreifenden Wandel der Lebensweise. Er geschah nicht an einem einzigen Tag und nicht überall gleichzeitig.
Lernschritt 2

Bild entdecken: Wähle ein Detail und erkläre, was es über das Leben verrät.
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Felder: Aussäen, Pflegen und Ernten banden Arbeit an einen Ort und an den Jahreslauf. Frühe Getreidearten waren zum Beispiel Emmer und Einkorn.
Tiere: Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen wurden in frühen bäuerlichen Gemeinschaften gehalten. Tierhaltung erforderte Futter, Schutz und Pflege.
Häuser: In Teilen Mitteleuropas lebten frühe Bauern in langen Häusern aus Holz, Flechtwerk und Lehm. Bauformen unterschieden sich je nach Region und Zeit.
Mahlen und Töpfern: Mahlsteine halfen bei der Verarbeitung von Getreide. Keramikgefäße konnten beim Kochen und Lagern dienen. Beide Tätigkeiten erforderten Können und Zeit.
Sesshaftigkeit bedeutet, länger an einem Ort zu wohnen. Felder, Vorräte und dauerhafte Häuser begünstigten diese Lebensweise. Sesshaftigkeit und Landwirtschaft entwickelten sich aber nicht überall in derselben Reihenfolge: Auch einige Gruppen ohne Ackerbau lebten bereits längere Zeit an einem Ort.
„Bandkeramik“ nennt man eine frühe bäuerliche Kultur Mitteleuropas nach typischen bandförmigen Verzierungen ihrer Tongefäße. Solche Bezeichnungen ordnen ähnliche archäologische Funde; sie überliefern keinen Eigennamen der Menschen.
Lernschritt 3
Vergleiche beide Bilder zuerst ohne Text. Welche Unterschiede findest du bei Nahrung, Wohnen und Arbeit? Die Rekonstruktionen zeigen typische Beispiele, keine vollständigen Abbilder aller damaligen Gesellschaften.


Altsteinzeit: überwiegend Sammeln, Jagen und Fischen. Jungsteinzeit: zusätzlich bzw. zunehmend Ackerbau und Tierhaltung; Jagd und Sammeln verschwanden nicht.
Altsteinzeit: häufig wechselnde Lager und unterschiedliche Unterkünfte. Jungsteinzeit: vielerorts dauerhaftere Dörfer in der Nähe bewirtschafteter Flächen.
In beiden Zeiten waren Stein, Holz und Knochen wichtig. In der Jungsteinzeit verbreiteten sich in vielen Regionen unter anderem geschliffene Steinbeile und Keramik.
Beide Lebensweisen beeinflussten die Umwelt. Für Ackerflächen und Häuser wurde nun vielerorts Wald gerodet; Menschen formten Landschaften zunehmend um.
Kein kompletter Austausch: Neue Techniken ersetzten ältere nicht immer. Auch bäuerliche Gemeinschaften sammelten Wildpflanzen und nutzten Jagd oder Fischfang.
Lernschritt 4
Der Wandel brachte neue Möglichkeiten und neue Abhängigkeiten. Ein begründetes Urteil betrachtet beide Seiten.
Vorräte konnten Zeiten mit wenig frischer Nahrung überbrücken. Dauerhafte Häuser boten Raum für Besitz und Arbeit. Landwirtschaft konnte auf einer Fläche mehr Menschen ernähren und langfristig Bevölkerungswachstum ermöglichen.
Feldarbeit und Getreideverarbeitung waren anstrengend. Dürren, Schädlinge oder Missernten gefährdeten die Versorgung. Dichteres Zusammenleben und engerer Tierkontakt konnten die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen.
Land, Vieh und Vorräte konnten ungleich verteilt sein. Dadurch konnten Unterschiede zwischen Menschen und Konflikte um Ressourcen wachsen. Wie stark dies geschah, war jedoch von Gemeinschaft und Zeitraum abhängig.
Die Aussage ist zu pauschal. Vorräte konnten die Versorgung verbessern, aber eine schlechte Ernte konnte viele Menschen gleichzeitig treffen. Ein gutes Urteil lautet zum Beispiel: „Landwirtschaft eröffnete neue Möglichkeiten der Versorgung, schuf aber auch Abhängigkeiten von Ernteerträgen und brachte zusätzliche Risiken.“
So begründest du: Nenne zuerst eine Veränderung. Erkläre dann eine Chance und eine Belastung. Formuliere schließlich ein abgewogenes Urteil.
Lernschritt 5
Holzhäuser sind häufig längst vergangen. Im Boden können dunkle Verfärbungen ehemaliger Pfostengruben erhalten bleiben. Ihre Anordnung hilft, Grundrisse zu erschließen. Verkohlte Getreidekörner, Tierknochen, Geräte und Keramikscherben ergänzen das Bild.
Ein Grundriss, verarbeitete Pflanzenarten, manche Tierarten und bestimmte Herstellungstechniken können durch Funde und Untersuchungen erschlossen werden.
Die Namen der Bewohner, die genaue Aufteilung jedes Arbeitstages oder die Gespräche am Feuer bleiben meist unbekannt. Rekonstruktionen müssen solche Lücken sichtbar lassen.
Unter besonders günstigen Bedingungen bleiben auch organische Materialien erhalten. Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen unterscheidet zwischen Originalfunden und nachgebauten Häusern. Solche Rekonstruktionen zeigen, wie Forschung anschaulich vermittelt werden kann.
Nein. Die Anordnung von Pfostengruben kann einen Hausgrundriss stützen. Für Dachmaterial, Dachform oder Farben braucht es weitere Hinweise. Ein vollständiges Rekonstruktionsbild enthält daher unterschiedlich sichere Bestandteile.
Wähle je Frage eine Antwort. Prüfe anschließend deine Begründung. Du kannst beliebig oft neu starten.
Vertiefe das Thema mit den passenden kostenlosen Arbeitsblättern für Klasse 5–6. Die PDFs enthalten Lösungen.

Die Lebensweisen vergleichen und Veränderungen begründen.
Arbeitsblatt ansehen →Vergleicht die Bilder mit den Kriterien Nahrung, Wohnen, Werkzeuge und Umwelt. Jede Gruppe erklärt eine Veränderung sowie eine Chance und eine Belastung. Sammelt anschließend belegbare Aussagen getrennt von Vermutungen. Als Abschluss schreiben die Lernenden ein Urteil in drei Sätzen: Veränderung – Abwägung – Schluss.
Dein Merksatz: Der Übergang zur Landwirtschaft veränderte Nahrung, Wohnen, Arbeit und Umwelt. Er verlief regional unterschiedlich und brachte Chancen sowie neue Probleme.
Lehrplanbezug: historisches Einordnen, Quellen und Darstellungen unterscheiden, Lebensweisen vergleichen und Urteile begründen. Die Klassenangabe 5–6 ist eine Orientierung; die Einordnung variiert nach Schulform und Bundesland.
Die erzählenden Bilder sind KI-generierte Illustrationen bzw. Rekonstruktionen von Lernmarktplatz. Sie veranschaulichen mögliche Situationen und zeigen keine konkreten historischen Ereignisse. Kleidung, Gesichter und die dargestellte Aufgabenverteilung sind nicht im Einzelnen belegt.