Sammeln
Je nach Region und Jahreszeit lieferten essbare Pflanzen, Früchte, Nüsse und Wurzeln Nahrung. Kenntnisse über Pflanzen waren dafür entscheidend.
Geschichte · Grundlagen · Klasse 5–6
Wie lebten Menschen ohne Landwirtschaft, Städte und Schrift? Entdecke einen Lagerplatz, untersuche ihre Fähigkeiten und prüfe typische Steinzeit-Klischees.

Das kannst du danach: die Lebensweise erklären, Werkzeug und Nutzen verbinden und Grenzen unseres Wissens benennen.
Lernschritt 1
Die Altsteinzeit heißt fachsprachlich Paläolithikum. Sie umfasst einen sehr langen Zeitraum mit unterschiedlichen Menschenarten, Landschaften und Lebensweisen. Frühe Steinwerkzeuge in Afrika markieren ihren Beginn vor mehreren Millionen Jahren; in Schulübersichten wird häufig etwa 2,6 Millionen Jahre genannt. Noch ältere Werkzeugfunde zeigen, dass solche Grenzen durch Forschung überprüft werden.
In Europa endet die Altsteinzeit ungefähr mit dem Ende der letzten Kaltzeit, um 9600 v. Chr. Darauf folgt in vielen Regionen die Mittelsteinzeit. Die Landwirtschaft breitet sich erst später aus.
Einordnung der Bilder: Wir betrachten hier vor allem den Alltag des Homo sapiens in der späten Altsteinzeit Europas. Diese Szenen stehen nicht für die gesamte Altsteinzeit oder für alle Regionen der Welt.
„Steinzeit“ bedeutet nicht, dass alles aus Stein bestand. Holz, Knochen, Geweih, Pflanzenfasern und Tierhäute waren ebenfalls wichtig. Stein bleibt meist länger erhalten als viele organische Materialien. Unsere Funde zeigen deshalb nur einen Teil der damaligen Dinge.
Lernschritt 2

Stell dir vor, deine Gruppe muss Nahrung und Schutz finden. Dafür brauchst du genaue Kenntnisse: Welche Pflanzen sind essbar? Wann ziehen Tiere durch das Tal? Wo gibt es Wasser und geeignetes Gestein? Erfahrung, Lernen und Zusammenarbeit sind überlebenswichtig.
Bild entdecken: Wähle ein Detail und erkläre, was es über das Leben verrät.
Wähle ein Bilddetail.
Werkzeuge: Aus Feuerstein lassen sich scharfe Kanten herstellen. Klingen können schneiden, Schaber Tierhäute bearbeiten. Form und Gebrauchsspuren helfen, Funktionen zu erschließen.
Kleidung: Nadeln aus Knochen und bearbeitete Häute zeigen technisches Können. Gut passende Kleidung half, sich vor Kälte zu schützen.
Feuer: Feuer spendete Wärme und Licht. Es ermöglichte das Garen von Nahrung und konnte bei der Bearbeitung von Materialien helfen.
Gemeinschaft: Wissen musste gelernt und weitergegeben werden. Die Aufgabenverteilung im Bild ist eine Möglichkeit; feste Rollen für alle Gruppen sind daraus nicht ableitbar.
Viele Gruppen wechselten ihre Lagerplätze entsprechend Jahreszeit und Nahrungsangebot. Sie zogen nicht planlos umher. Manche Orte wurden wiederholt besucht. Unterkunft boten unter anderem Zelte, einfache Hütten, Felsüberhänge und teilweise Höhlen.
Auch Lagerplätze im Freien sind nachgewiesen. Höhlen erhalten Spuren oft besonders gut und sind leichter als wiederkehrende Fundorte zu erkennen. Häufige Höhlenfunde bedeuten daher nicht, dass alle Menschen dauerhaft in Höhlen wohnten.
Lernschritt 3
Je nach Region und Jahreszeit lieferten essbare Pflanzen, Früchte, Nüsse und Wurzeln Nahrung. Kenntnisse über Pflanzen waren dafür entscheidend.
Menschen nutzten unterschiedliche Tierarten und Fangtechniken. Speere, später weitere Jagdgeräte sowie Fischfang ergänzten die Ernährung.
Es gab keinen einheitlichen Speiseplan. Klima, Landschaft und Jahreszeit beeinflussten die Möglichkeiten. Die Jagd auf große Tiere war nur ein Teil des Lebens. Materialien eines erlegten Tieres konnten vielfältig genutzt werden: Fleisch als Nahrung, Häute als Kleidung und Knochen oder Geweih als Werkstoff.
Aus Tierknochen, Schnittspuren, Pflanzenresten und Untersuchungen menschlicher Überreste gewinnen Forschende Hinweise auf die Ernährung. Was selten erhalten bleibt, ist allerdings schwerer nachzuweisen.
Merke: In der Altsteinzeit gewannen Menschen ihre Nahrung überwiegend aus wild lebenden Pflanzen und Tieren. Sie betrieben noch keinen bäuerlichen Ackerbau wie die frühen Gemeinschaften der Jungsteinzeit.
Wasser war zum Trinken und für verschiedene Tätigkeiten nötig. An Gewässern konnten essbare Pflanzen und Tiere vorkommen; auch Fischfang war möglich. Ob ein Platz günstig war, hing zusätzlich von Schutz, Überschwemmungsgefahr und weiteren Ressourcen ab.
Lernschritt 4

Aus der späten Altsteinzeit sind unter anderem Höhlenbilder, kleine Figuren, Schmuck und Musikinstrumente bekannt. Sie zeigen, dass Menschen Dinge gestalteten, die über die unmittelbare Nahrungsbeschaffung hinausgingen.
Tierdarstellungen, Zeichen und Handabdrücke geben Einblicke in ihre Ausdrucksmöglichkeiten. Was einzelne Bilder genau bedeuteten, wissen wir häufig nicht. Religiöse Vorstellungen, Erzählungen oder Gruppenbindungen werden als mögliche Zusammenhänge diskutiert. Eine sichere Erklärung für alle Bilder gibt es nicht.
Beobachtung: In der Illustration wird mit einem dunklen Stift eine Tierkontur aufgetragen. Deutung: Die Person möchte vor der Jagd Glück herbeiführen. Die zweite Aussage ist eine mögliche Erzählung, kein belegter Zweck dieser Szene. Das Bild selbst ist eine moderne Rekonstruktion.
Vorsicht mit Klischees: „Primitiv“ wird oft mit „unfähig“ verwechselt. Die Menschen besaßen hoch spezialisiertes Wissen über ihre Umwelt und beherrschten anspruchsvolle Techniken.
Lernschritt 5
Mit dem wärmeren Klima nach der letzten Kaltzeit breiteten sich in vielen Teilen Europas Wälder aus. Tier- und Pflanzenwelt veränderten sich. Menschen passten ihre Jagd, ihre Geräte und ihre Lagerplätze daran an.
Diese Mittelsteinzeit heißt auch Mesolithikum. Sammeln, Jagen und Fischen blieben wichtig. Der Übergang zur Jungsteinzeit kam regional zu unterschiedlichen Zeiten – er folgte nicht überall sofort auf das Ende der Kaltzeit.
Altsteinzeit → Mittelsteinzeit → Jungsteinzeit. Diese Einteilung ist eine Orientierung. Andere Weltregionen haben andere Entwicklungen und teilweise andere Epocheneinteilungen.
Wähle je Frage eine Antwort. Prüfe anschließend deine Begründung. Du kannst beliebig oft neu starten.
Vertiefe das Thema mit den passenden kostenlosen Arbeitsblättern für Klasse 5–6. Die PDFs enthalten Lösungen.

Die Lebensweisen vergleichen und Veränderungen begründen.
Arbeitsblatt ansehen →
Quellenarten unterscheiden und Aussagen kritisch prüfen.
Arbeitsblatt ansehen →Die Lernenden begründen die Wahl eines Lagerplatzes mit mindestens drei Kriterien: Wasser, Nahrung, Schutz, Brennmaterial oder Werkzeugrohstoffe. Als Zusatzaufgabe erklären sie, warum derselbe Ort im Winter anders zu bewerten sein könnte. Es gibt keine einzig richtige Wahl; entscheidend ist die nachvollziehbare Begründung.
Dein Merksatz: Menschen der Altsteinzeit lebten vom Sammeln, Jagen und Fischen. Sie passten sich ihrer Umwelt mit Wissen, Technik und Zusammenarbeit an.
Lehrplanbezug: historisches Einordnen, Quellen und Darstellungen unterscheiden, Lebensweisen vergleichen und Urteile begründen. Die Klassenangabe 5–6 ist eine Orientierung; die Einordnung variiert nach Schulform und Bundesland.
Die erzählenden Bilder sind KI-generierte Illustrationen bzw. Rekonstruktionen von Lernmarktplatz. Sie veranschaulichen mögliche Situationen und zeigen keine konkreten historischen Ereignisse. Kleidung, Gesichter und die dargestellte Aufgabenverteilung sind nicht im Einzelnen belegt.