1 · Was bezeichnet Δx in dieser Beziehung?
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Die Standardabweichung der Ortsverteilung für den betrachteten Quantenzustand.
Physik verstehen und üben · Atom- und Quantenphysik
Physik · Oberstufe
Wie eng können Ort und Impuls gleichzeitig verteilt sein? Untersuche die Untergrenze, rechne mit Einheiten und unterscheide Quantenstreuung von Messfehlern.
Ein Quantenzustand kann in derselben Raumrichtung nicht beliebig scharfe Orts- und Impulsverteilungen besitzen.
Stell dir viele gleich vorbereitete Elektronen vor. An einer Gruppe misst du die x-Position, an einer anderen den x-Impuls. Die Ergebnisse bilden jeweils eine Verteilung. Ihre Standardabweichungen heißen Δx und Δpx. Sie beschreiben die Streuung der möglichen Messwerte für denselben vorbereiteten Zustand.
Diese Streuung ist nicht einfach eine schlechte Skala am Messgerät. Auch ideal genaue Geräte beseitigen die quantenmechanische Untergrenze nicht. Ein realer Messfehler kann zusätzlich auftreten, ist aber eine andere Frage.
„Unschärfe“ meint hier auch nicht die Veränderung zwischen zwei Zeitpunkten. Δpx ist keine auf das Elektron übertragene Stoßmenge und Δx keine zurückgelegte Strecke.
Δx · Δpx ≥ ℏ2 = h4π
h ≈ 6,626 · 10−34 J·s ist die Planck-Konstante. ℏ = h geteilt durch 2π heißt reduzierte Planck-Konstante. Die Untergrenze beträgt ungefähr 5,273 · 10−35 J·s.
Das x am Impuls ist wichtig: Ort und Impuls gehören zur gleichen Raumrichtung. Die Formel setzt endliche Standardabweichungen voraus. Sie ist eine Ungleichung; viele Zustände liegen deutlich über der Untergrenze.
Δpx ≥ ℏ2 · Δx
Halbierst du die vorgegebene Ortsstreuung, verdoppelt sich die kleinste erlaubte Impulsstreuung. Daraus folgt nicht, dass bei einer größeren Ortsstreuung die tatsächliche Impulsstreuung zwingend kleiner sein muss. Die Grenze lässt auch große Werte beider Streuungen zu.
Eine einzelne ideale Welle mit genau einer Wellenzahl ist räumlich nicht auf einen kleinen Bereich begrenzt. Um ein lokalisiertes Paket aufzubauen, überlagert man passende Wellenanteile mit verschiedenen Wellenzahlen.
Über p = ℏk gehören dazu verschiedene Impulsanteile. Stärkere räumliche Bündelung braucht eine ausreichende Breite im Impuls. Das ist eine mathematische Eigenschaft der Orts- und Impulsbeschreibung eines Zustands.
Die folgende Grafik zeigt keine schwingende Flugbahn. Sie stellt direkt erlaubte Kombinationen der beiden Standardabweichungen dar.
Stelle Δx zuerst auf 0,10 nm, danach auf 0,20 nm. Sage voraus, wie sich die kleinste erlaubte Impulsstreuung verändert.
Der Regler markiert stets den kleinstmöglichen Wert. Ein geeignetes Gaußpaket ohne Orts-Impuls-Korrelation kann diese Grenze erreichen. Es wird keine zeitliche Entwicklung eines Elektrons simuliert.
Liegt ein Zustand mit Δx = 0,20 nm und Δpₓ = 5,0 · 10⁻²⁵ kg·m·s⁻¹ im erlaubten Bereich? Ja. Sein Produkt liegt über der Grenze. Die tatsächliche Impulsstreuung muss beim Vergrößern von Δx nicht auf den neuen Mindestwert sinken.
Gegeben: Δx = 0,10 nm. Gesucht ist eine Untergrenze für Δpx.
1. Umrechnen: 0,10 nm = 1,0 · 10−10 m.
Δpx ≥ 1,0546 · 10−34 J·s2 · 1,0 · 10−10 m ≈ 5,27 · 10−25 kg·m·s−1
2. Einheit prüfen: Joule ist kg·m²·s−2. Multipliziert mit Sekunden und geteilt durch Meter ergibt sich kg·m·s−1, die Impulseinheit.
3. Geschwindigkeit einordnen: Für ein nichtrelativistisches Elektron gilt px = mevx und damit Δvx = Δpx geteilt durch me. Mit me ≈ 9,109 · 10−31 kg folgt:
Δvx ≥ 5,27 · 10−25 kg·m·s−19,109 · 10−31 kg ≈ 5,79 · 105 m·s−1
Das ist eine Geschwindigkeitsstreuung, nicht die sichere oder mittlere Geschwindigkeit des Elektrons. Die Umrechnung setzt einen insgesamt nichtrelativistischen Zustand voraus.
Ein engerer Spalt begrenzt die Querposition stärker und führt im passenden Beugungsversuch zu einer breiteren Verteilung der Querimpulse. Das ist eine anschauliche Verbindung zur Wellenbeschreibung.
Aber die Spaltbreite b ist nicht automatisch die Standardabweichung Δx. Ebenso ist der Winkel bis zum ersten Minimum nicht direkt Δpx. Für die exakte Ungleichung braucht man die tatsächlichen Verteilungen und ihre Standardabweichungen. Aus groben Breitenabschätzungen erhält man nur Größenordnungen.
Gleichheitszeichen immer verwenden: Die Rechnung liefert eine Untergrenze. Nur geeignete Zustände erreichen sie.
Δp mit p verwechseln: Die Streuung kann groß sein, obwohl der mittlere Impuls null ist.
Unschärfe als Störung durch den Beobachter erklären: Die hier verwendete Beziehung betrifft den vorbereiteten Zustand. Messrückwirkung ist eine zusätzliche Fragestellung.
Meter und Nanometer vermischen: Vor dem Einsetzen mit SI-Einheiten rechnen.
Beliebige Raumrichtungen kombinieren: Hier gehören x und px zusammen.
Erst vorhersagen oder selbst rechnen, dann die Lösung öffnen.
Die Standardabweichung der Ortsverteilung für den betrachteten Quantenzustand.
Sie verdoppelt sich. Die Aussage betrifft die Untergrenze, nicht automatisch den tatsächlichen Wert.
Etwa 2,64 · 10⁻²⁵ kg·m·s⁻¹.
Die Unschärferelation verbietet es nicht: Es liegt über 5,273 · 10⁻³⁵ J·s.
Nein. Es ist die Standardabweichung der x-Geschwindigkeit.
Nein. Instrumentelle Messfehler können kleiner werden; die quantenmechanische Beziehung bleibt.

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