Carbonsäure
Am einfach gebundenen O sitzt ein H.
Chemie · Klasse 10–13 · Grundlagen & Vertiefung
Wie entstehen aus Carbonsäure und Alkohol neue Verbindungen? Erkenne Estergruppen, setze passende Bausteine zusammen und verstehe, warum die Reaktion ein Gleichgewicht erreicht.
Struktur · Gleichgewicht · Hydrolyse
Bei der hier betrachteten Veresterung reagieren eine Carbonsäure und ein Alkohol zu einem Carbonsäureester und Wasser. Meist wird die Reaktion durch eine Säure katalysiert. Es handelt sich um eine umkehrbare Reaktion.
R und R′ stehen für Reste. Der Säurerest sitzt auf der Seite mit der C=O-Gruppe; der Alkoholrest ist über das einfach gebundene O angeschlossen. Bei Methansäure ist R ein H-Atom.
Das Beispiel zeigt Ethansäureethylester. Die charakteristische Gruppe lautet –C(=O)–O–. Die Carbonylgruppe allein genügt nicht zur Einordnung.
Am einfach gebundenen O sitzt ein H.
Am einfach gebundenen O sitzt ein organischer Rest.
Ein Ether R–O–R′ hat keine benachbarte C=O-Gruppe. Ester und Ether sind deshalb verschiedene Stoffklassen.
Ethansäure liefert den Säureteil, Ethanol den Ethylrest.
Als formale Bausteinbilanz werden das OH der Säure und ein H des Alkohols zu Wasser zusammengefasst. Das einfach gebundene O im Ester stammt beim üblichen Fischer-Veresterungsweg vom Alkohol. Die Bilanz ersetzt nicht den mehrstufigen Mechanismus.
Links und rechts: 4 C, 10 H und 3 O. Die Summenformel des Esters lautet C₄H₈O₂.
Ethansäure + Ethanol → Ethansäureethylester. Der Name Ethylethanoat bezeichnet denselben Stoff; Ethylacetat ist ein gebräuchlicher Name. Der Ethylteil stammt vom Alkohol.
Wähle eine Carbonsäure und einen Alkohol. Sage den Esternamen voraus, bevor du die Lösung aufklappst.
Die Werkstatt zeigt mögliche Produkte und die Stoffbilanz bei passenden Reaktionsbedingungen. Sie berechnet keine reale Ausbeute. Blau markiert den Säureteil, Grün den Alkoholteil.
Bei der Hinreaktion entstehen Ester und Wasser; bei der Rückreaktion werden beide wieder zu Säure und Alkohol umgesetzt. Im Gleichgewicht laufen beide Richtungen gleich schnell. Das bedeutet nicht gleiche Stoffmengen.
Ein Überschuss eines Ausgangsstoffs oder geeignetes Entfernen von Wasser kann das Gleichgewicht zur Esterseite verschieben. Ein Säurekatalysator beschleunigt die Einstellung des Gleichgewichts, verändert aber bei gleicher Temperatur nicht die Gleichgewichtskonstante.
Wir betrachten ein geeignetes homogenes Reaktionssystem bei sonst vergleichbaren Bedingungen. Wähle eine Maßnahme.
Qualitatives Le-Chatelier-Modell. Keine Zeitkurve und keine quantitative Vorhersage für ein bestimmtes Experiment.
Die säurekatalysierte Rückreaktion der Veresterung. Sie ist umkehrbar.
Hier entsteht im basischen Milieu das Carboxylat, nicht zunächst als beständiges Endprodukt die freie Carbonsäure. Hydroxid wird stöchiometrisch verbraucht. Diese Reaktion heißt Verseifung.
Erst nach anschließendem Ansäuern kann aus dem Carboxylat die freie Carbonsäure entstehen. Für einen einfachen Monoester benötigt man im Modell ein Mol OH⁻ pro Mol Ester.
Viele kleine Ester besitzen charakteristische Gerüche und werden als Duft- oder Aromastoffe verwendet. Das ist keine allgemeine Eigenschaft jedes Esters und kein sicherer Stoffnachweis.
Die Estergruppe ist polar. Einfache Ester ohne zusätzliche OH-Gruppen können Wasserstoffbrücken von Wasser annehmen, aber untereinander keine O–H-Wasserstoffbrücken spenden. Ihre Wasserlöslichkeit hängt stark von der Größe der unpolaren Reste ab.
Auch Fette sind Ester – genauer: dreifache Ester des Glycerins mit Fettsäuren. Polyester enthalten viele Estergruppen in ihren Ketten. Die Stoffklasse ist daher weit größer als die Gruppe fruchtig riechender Flüssigkeiten.
Wähle eine Antwort.
25–40 Minuten: Eine Gruppe wählt Säure und Alkohol, die andere zeichnet den Ester. Danach umkehren: Aus einer Esterformel die Ausgangsstoffe bestimmen.
Diagnose: „Katalysator erhöht die Gleichgewichtsausbeute“ als Fehlerdetektiv einsetzen. Zwischen schnellerer Einstellung und veränderter Zusammensetzung unterscheiden.
Vertiefung: Saure und basische Hydrolyse vergleichen und die Ladungsbilanz der Carboxylatbildung erklären. Die Aufgaben sind Papier- und Modellaufgaben.
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