Wie können Atome verbunden sein, ohne zu einem Ionengitter zu werden? Lerne gemeinsame Elektronenpaare kennen und zeichne Lewis-Formeln mit einer nachvollziehbaren Elektronenbilanz.
H–HUnsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck
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Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.
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Lösungen mit Erklärungen
Sechs – Drei gemeinsame Paare enthalten insgesamt sechs Elektronen.
Ein oder mehrere Elektronenpaare – Gemeinsame Elektronenpaare tragen zum Zusammenhalt der Atomkerne bei.
Was ist eine Atombindung? Ein gemeinsames Elektronenpaar verbindet Atome
Bei einer Atombindung nutzen zwei Atome ein oder mehrere Elektronenpaare gemeinsam. Sie heißt deshalb auch Elektronenpaarbindung oder kovalente Bindung. Die gemeinsam genutzten Elektronen tragen zum Zusammenhalt der Atomkerne bei. Im einfachen Lewis-Modell steht ein Bindungsstrich für ein Paar aus zwei Elektronen.
Vor der Bindung: zwei H-Atome
Jedes H-Atom bringt ein Außenelektron mit. Zusammen sind es zwei.
Im Molekül: ein gemeinsames Paar
Der Strich steht für zwei Elektronen. Das gemeinsame Paar zählt bei der Schalenprüfung für beide H-Atome.
Ein Wasserstoffatom besitzt ein Elektron. Zwei Wasserstoffatome können zusammen ein H₂-Molekül bilden. Ihr gemeinsames Paar ergibt für jedes H eine mit zwei Elektronen besetzte erste Schale. Dabei werden keine zusätzlichen Elektronen erschaffen: Im Molekül sind insgesamt weiterhin zwei Elektronen vorhanden.
Solche Bindungen begegnen dir besonders zwischen Nichtmetallatomen. Viele Stoffe bestehen aus einzelnen Molekülen, etwa Wasser oder Kohlenstoffdioxid. Es gibt aber auch ausgedehnte kovalente Netzwerke wie Diamant. „Atombindung“ bedeutet deshalb nicht automatisch „kleines einzelnes Molekül“.
Lewis-Symbole lesen: Außenelektronen, Bindungspaare und freie Paare
Außenelektronen = Valenzelektronen. Für einfache neutrale Hauptgruppenatome kannst du ihre Anzahl aus dem Periodensystem ableiten: H hat 1, C hat 4, N hat 5 und O hat 6. Lewis-Zeichnungen zeigen nur diese Elektronen der Außenschale.
Ein Lewis-Symbol zeigt das Elementsymbol und seine Außenelektronen als Punkte. Für den Einstieg verteilt man die Punkte zunächst einzeln auf vier Seiten und bildet danach Paare. Die Seiten im Symbol sind eine Zeichenhilfe, keine beobachteten Positionen auf einer Kreisbahn.
In einer Lewis-Formel stehen zwischen verbundenen Atomen bindende Elektronenpaare. Ein Strich bedeutet ein Paar, zwei Striche eine Doppelbindung und drei Striche eine Dreifachbindung. Freie Elektronenpaare liegen am Symbol eines Atoms und sind keiner Bindung zwischen zwei Atomen zugeordnet.
Unsere Grafiken zeichnen Bindungspaare als blaue Striche und freie Paare als grüne Punktpaare. Beide Darstellungen stehen jeweils für zwei Elektronen. Farben unterscheiden die Aufgaben der Paare, nicht verschiedene Arten von Elektronen.
Lewis-Formeln von H₂, H₂O, CO₂ und N₂ vergleichen
Wähle ein Molekül und zähle die Bindungspaare sowie die freien Paare. Multipliziere die Gesamtzahl der Paare mit 2 und vergleiche das Ergebnis mit der Valenzelektronenzahl.
Zwei H-Atome bringen je ein Elektron mit. Das gemeinsame Paar zählt bei der Schalenprüfung für beide Atome: Jedes H erreicht zwei Elektronen. Insgesamt existieren trotzdem nur zwei Valenzelektronen.
Vorhersagen und überprüfen: Wähle H₂O. Reicht es, nur die zwei O–H-Bindungen zu zeichnen? Wie viele Elektronen fehlen dann in der vollständigen Lewis-Formel?
Erklärung nach dem Ausprobieren öffnen
Die zwei Bindungen zeigen 4 Elektronen. H₂O besitzt aber 8 Valenzelektronen. Die übrigen 4 müssen als zwei freie Elektronenpaare am Sauerstoff eingezeichnet werden.
Lewis-Formel von Wasser zeichnen: 8 Elektronen richtig verteilen
1 · Acht Elektronen zählen
Lewis-Symbol von O: 6 Außenelektronen.
6 + 2 · 1 = 8 e−
Das O-Atom liefert 6 Außenelektronen. Zwei H-Atome liefern je 1.
Das sind 4 Elektronenpaare, die du insgesamt einzeichnen musst.
2 · Zwei Bindungspaare zeichnen
Zwei O–H-Bindungen enthalten 4 Elektronen. Es bleiben noch 4.
Zwischenstand: Die freien Paare fehlen hier noch.
3 · Zwei freie Paare ergänzen
Die übrigen 4 Elektronen bilden zwei freie Paare am O.
Blaue Striche: Bindungspaare. Grüne Punktpaare: freie Paare. Wasser ist geknickt dargestellt; die genaue räumliche Form folgt aus der Elektronenpaaranordnung.
4. Besetzung kontrollieren: Am Sauerstoff zählen zwei Bindungspaare und zwei freie Paare, zusammen acht Elektronen. An jedem H zählt ein Bindungspaar, also zwei Elektronen. Die Gesamtzahl im Molekül bleibt acht Valenzelektronen, weil die Bindungspaare bei der lokalen Prüfung gemeinsam genutzt werden.
5. Form einordnen: Wasser ist geknickt. Die freien Paare spielen bei der räumlichen Anordnung eine wichtige Rolle. Eine reine Strichformel allein liefert jedoch noch keine genaue Winkelberechnung; dafür nutzt man ein räumliches Elektronenpaarmodell.
Doppel- und Dreifachbindungen: Elektronenbilanz von CO₂ und N₂
Für CO₂ stehen 4 + 2 · 6 = 16 Valenzelektronen zur Verfügung. Setze C in die Mitte und verbinde zunächst beide O-Atome einfach mit C. Vier Elektronen sind damit in Bindungen. Die zwölf übrigen lassen sich zunächst als freie Paare auf die beiden äußeren O-Atome verteilen.
Nun haben die O-Atome jeweils acht zugeordnete Elektronen, C aber erst vier. Wandle deshalb an jedem O ein freies Paar in ein zusätzliches Bindungspaar zu C um. So entsteht O=C=O. Die Gesamtzahl der Elektronen ändert sich nicht; nur ihre Zuordnung als frei oder bindend ändert sich.
Prüfe am Ende: zwei Doppelbindungen enthalten acht Elektronen. Jedes O besitzt zusätzlich zwei freie Paare, zusammen weitere acht Elektronen. Das ergibt 16. An C sowie an jedem O sind lokal acht Elektronen zugeordnet.
Bei N₂ funktioniert dieselbe Idee mit drei gemeinsamen Paaren zwischen den Atomen. Zusätzlich bleibt an jedem N ein freies Paar. Eine Dreifachbindung ist also nicht ein Strich mit drei Elektronen, sondern besteht im Lewis-Modell aus drei Paaren mit insgesamt sechs Elektronen.
Duett- und Oktettregel: Besetzung prüfen und Ausnahmen beachten
Für viele einfache Verbindungen der zweiten Periode ist ein Oktett eine gute Orientierung. Wasserstoff erreicht dagegen ein Duett mit zwei Elektronen. Es gibt Verbindungen mit Elektronenmangel, ungepaarten Elektronen oder anderen Besonderheiten. Die Oktettregel ist daher eine nützliche Schulregel mit Grenzen.
Bei geladenen Teilchen musst du die Gesamtladung in die Elektronenbilanz aufnehmen: Für jede negative Ladung kommt ein Elektron hinzu, für jede positive fällt eines weg. Mehratomige Ionen setzt man in eckige Klammern mit hochgestellter Gesamtladung. Solche Beispiele sind eine Erweiterung der hier geübten neutralen Moleküle.
Lewis-Formeln zeigen Bindungsverknüpfungen und Elektronenpaare. Sie sind keine Fotos von Elektronen und zeigen nicht deren genaue Aufenthaltswahrscheinlichkeiten. Auch die Polarität einer Bindung oder die räumliche Gestalt muss zusätzlich erklärt werden.
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Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen
1 · Erkennen und zuordnen
1. Wofür steht ein Bindungsstrich in einer Lewis-Formel?
Ein einzelnes Elektron
Zwei Atomkerne
Zwei gemeinsam genutzte Elektronen
Lösung und Erklärung
Zwei gemeinsam genutzte Elektronen
Eine Einfachbindung wird als ein Elektronenpaar dargestellt; ein Paar besteht aus zwei Elektronen.
2. Welche Elektronen zeigt ein Lewis-Symbol eines Atoms?
Nur die innersten Elektronen
Die Valenzelektronen
Alle Elektronen des Atoms
Lösung und Erklärung
Die Valenzelektronen
Lewis-Symbole konzentrieren sich auf die Elektronen der Außenschale.
3. Was ist ein freies Elektronenpaar?
Ein Paar, das keiner Bindung zwischen zwei Atomen zugeordnet ist
Ein Paar, das immer zwei Atome verbindet
Ein Paar positiver Ladungen im Kern
Lösung und Erklärung
Ein Paar, das keiner Bindung zwischen zwei Atomen zugeordnet ist
Freie Paare werden einem Atom zugeordnet und als Punkte oder Striche am Symbol dargestellt.
4. Wie viele gemeinsame Elektronenpaare enthält eine Doppelbindung?
Eines
Vier
Zwei
Lösung und Erklärung
Zwei
Zwei Bindungsstriche stehen für zwei Paare, also vier Elektronen.
5. Welche Besetzung passt für H in einfachen Wasserstoffverbindungen?
Sechs freie Elektronenpaare
Zwei zugeordnete Elektronen
Acht zugeordnete Elektronen
Lösung und Erklärung
Zwei zugeordnete Elektronen
Die erste Schale des Wasserstoffs ist mit zwei Elektronen voll: Duettregel.
6. Welche Bezeichnung meint ebenfalls die Atombindung?
Kovalente Bindung
Metallbindung
Ionenbindung
Lösung und Erklärung
Kovalente Bindung
Atombindung, Elektronenpaarbindung und kovalente Bindung bezeichnen denselben Bindungstyp.
2 · Anwenden und erklären
1. Wie viele Valenzelektronen enthält CH₄? Gegeben: C hat 4, H hat 1.
5
12
8
Lösung und Erklärung
8
4 + 4 · 1 = 8 Valenzelektronen. Sie bilden vier Bindungspaare.
2. NH₃ hat acht Valenzelektronen. Drei N–H-Bindungen sind eingezeichnet. Wie viele freie Paare bleiben am N?
Drei
Eines
Zwei
Lösung und Erklärung
Eines
Drei Bindungen enthalten sechs Elektronen. Die übrigen zwei bilden ein freies Paar.
3. Wie viele freie Elektronenpaare hat Sauerstoff in einer vollständigen Lewis-Formel von H₂O?
Zwei
Eines
Vier
Lösung und Erklärung
Zwei
Von insgesamt acht Valenzelektronen stecken vier in zwei Bindungen und vier in zwei freien Paaren.
4. Welche Bindungsverknüpfung erfüllt im einfachen Lewis-Modell das Oktett an C und O in CO₂?
O–C–O ohne weitere Bindungen
O≡C≡O
O=C=O
Lösung und Erklärung
O=C=O
Zwei Doppelbindungen geben C lokal acht Elektronen. Jedes O besitzt zusätzlich zwei freie Paare.
5. N₂ hat insgesamt zehn Valenzelektronen. Nach einer Dreifachbindung bleiben wie viele freie Paare insgesamt?
Eines
Zwei
Vier
Lösung und Erklärung
Zwei
Sechs Elektronen bilden die Dreifachbindung. Vier bleiben als zwei freie Paare, je eines pro N.
6. Zwei H-Atome bilden H₂. Wie viele Elektronen sind insgesamt im Molekül vorhanden?
Zwei
Vier
Eines
Lösung und Erklärung
Zwei
Jedes Atom bringt ein Elektron mit. Das gemeinsame Paar wird für beide Schalenprüfungen genutzt, aber nicht verdoppelt.
3 · Prüfen und übertragen
1. In einer Wasserformel stehen nur zwei O–H-Striche, freie Paare fehlen. Was ist zu ergänzen?
Eine O=H-Doppelbindung an jedem H
Zwei weitere Wasserstoffatome
Zwei freie Paare am O
Lösung und Erklärung
Zwei freie Paare am O
Die zwei Bindungen zeigen nur vier der acht Valenzelektronen. Die übrigen vier gehören als freie Paare an O.
2. Jemand zählt die Elektronen einer Bindung doppelt zur Gesamtzahl. Was ist der Denkfehler?
Jeder Bindungsstrich enthält tatsächlich vier Elektronen
Gemeinsame Nutzung bei der Schalenprüfung erzeugt keine zusätzlichen Elektronen
Bindungselektronen gehören nie zur Gesamtbilanz
Lösung und Erklärung
Gemeinsame Nutzung bei der Schalenprüfung erzeugt keine zusätzlichen Elektronen
Für die lokale Schalenprüfung zählt ein Paar bei beiden Partnern. In der Gesamtbilanz zählt jedes Elektron nur einmal.
3. Warum ist die Aussage „Atombindung bedeutet immer kleine einzelne Moleküle“ falsch?
Es gibt ausgedehnte kovalente Netzwerke wie Diamant
Jede Atombindung bildet ein Ionengitter
Kovalente Stoffe enthalten keine Atome
Lösung und Erklärung
Es gibt ausgedehnte kovalente Netzwerke wie Diamant
Kovalente Bindungen können ein ausgedehntes Netzwerk bilden, statt einzelne kleine Moleküle abzugrenzen.
4. Für ein einfach negativ geladenes mehratomiges Ion wird die Elektronenbilanz erstellt. Was ist zu tun?
Ein Elektron von der Summe abziehen
Ein Proton zur Summe addieren
Ein Elektron zur Summe neutraler Atome addieren
Lösung und Erklärung
Ein Elektron zur Summe neutraler Atome addieren
Die negative Gesamtladung entspricht einem zusätzlichen Elektron gegenüber der Summe der neutralen Atome.
5. Welche Grenze hat eine Lewis-Formel?
Sie enthält grundsätzlich keine chemischen Symbole
Sie liefert allein keine exakten räumlichen Bindungswinkel
Sie kann keine Bindungspaare darstellen
Lösung und Erklärung
Sie liefert allein keine exakten räumlichen Bindungswinkel
Lewis-Formeln zeigen Verknüpfung und Elektronenpaare. Die räumliche Gestalt erfordert ein zusätzliches Modell.
6. Weshalb ist die Oktettregel keine ausnahmslose Naturregel?
Es gibt etwa Elektronenmangel und ungepaarte Elektronen
Sie gilt schon für H nur mit acht Elektronen
Jedes Molekül muss eine ungerade Elektronenzahl besitzen
Lösung und Erklärung
Es gibt etwa Elektronenmangel und ungepaarte Elektronen
Die Regel hilft bei vielen einfachen Verbindungen, hat aber bekannte Grenzen. Für H gilt bereits die Duettregel.
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Lösungen mit Erklärungen
16 – Vier bindende Paare ergeben acht Elektronen; vier freie Paare ergeben weitere acht.
Falsch, H benötigt in diesen Molekülen ein Duett – Die erste Schale von H ist mit zwei Elektronen besetzt. Eine gewöhnliche Einfachbindung liefert dieses Duett.
Ein Elektron weniger als die Summe der neutralen Atome – Eine positive Gesamtladung bedeutet einen Elektronenmangel gegenüber den neutralen Atomen.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Weitere Aufgaben zum Selbstcheck
Sechs Aufgaben zum Selbstcheck
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1 · Wie viele Elektronen stehen für eine Bindungslinie?
Lösung ansehen
Zwei: Eine Linie bezeichnet ein Elektronenpaar.
2 · Wie viele Valenzelektronen besitzt H₂O insgesamt?
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Acht: sechs von O und je eines von zwei H.
3 · Wie viele freie Elektronenpaare besitzt O im Wassermolekül?
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Zwei. Zusätzlich bildet es zwei Bindungspaare zu den H-Atomen.
4 · Wie viele Elektronen sind in den zwei Doppelbindungen von CO₂?
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Acht Elektronen: vier Paare in zwei Doppelbindungen.
5 · Wie viele freie Paare bleiben in N₂ insgesamt?
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Zwei, je eines pro N. Sechs der zehn Valenzelektronen stecken in der Dreifachbindung.
6 · Braucht Wasserstoff in diesen Molekülen acht zugeordnete Elektronen?
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Nein. Seine erste Schale ist mit zwei Elektronen vollständig besetzt: Duettregel.