Transport und Signale
Kanal- und Carrierproteine ermöglichen ausgewählten Stoffen einen Weg durch die Membran. Rezeptoren erkennen Signale. Ein Signal zu empfangen ist nicht dasselbe, wie einen Stoff durchzulassen.
Biologie · Verstehen und üben
Wie kann eine Zellgrenze zugleich schützen, Stoffe durchlassen und Signale aufnehmen? Entdecke die Lipiddoppelschicht, erkunde ihre Bauteile und finde passende Wege für verschiedene Stoffe.
Biomembranen sind dünne, bewegliche Grenzschichten in Zellen. Die Zellmembran grenzt das Zellinnere nach außen ab. Weitere Biomembranen umgeben zum Beispiel Organellen und schaffen getrennte Reaktionsräume: Das nennt man Kompartimentierung.
Eine Membran hält nicht einfach alles zurück. Sie ist selektiv permeabel: Bestimmte Stoffe gelangen leichter hindurch als andere. Passende Proteine ermöglichen zusätzlich geregelten Austausch und die Aufnahme von Signalen.

Pflanzenzellen besitzen außen eine stabilisierende Zellwand und darunter eine Zellmembran. Die Zellwand ersetzt die Membran nicht. Tierzellen haben ebenfalls eine Zellmembran, aber keine Zellwand.
Ein typisches Phospholipid besitzt einen hydrophilen, also wasserliebenden Kopfbereich und zwei hydrophobe, also wassermeidende Schwanzbereiche. Es ist damit amphiphil: Verschiedene Teile desselben Moleküls wechselwirken unterschiedlich mit Wasser.
↔ Schaubild bei Bedarf seitlich verschieben.
In einer wässrigen Umgebung können sich solche Lipide zu einer Doppelschicht anordnen: Die Köpfe zeigen auf beiden Seiten zum Wasser, die Schwänze liegen einander zugewandt im Inneren.
Die Doppelschicht wird nicht durch ein bewusstes „Ausrichten“ der Moleküle aufgebaut. Die Anordnung ergibt sich aus ihren physikalisch-chemischen Eigenschaften. Membranen werden zugleich von der Zelle gebildet, erneuert und in ihrer Zusammensetzung reguliert.
Eine einzelne Biomembran enthält eine Lipiddoppelschicht. Eine Doppelmembran, etwa die Hülle eines Mitochondriums, besteht aus zwei getrennten Biomembranen – also aus zwei Doppelschichten mit einem Raum dazwischen.
Wähle einen Baustein. Die passende Struktur wird hervorgehoben und darunter erklärt. Beachte besonders: Wasser befindet sich auf beiden Seiten, während die hydrophoben Schwänze im Inneren der Doppelschicht liegen.
↔ Schaubild bei Bedarf seitlich verschieben.
Die Doppelschicht trennt zwei wässrige Räume. Proteine übernehmen unter anderem Transport und Signalaufnahme; außen können Zuckerketten sitzen. Das Schema zeigt typische Bausteine einer tierischen Zellmembran, stark vereinfacht.
Flüssig bedeutet: Viele Lipide und manche Proteine können sich seitlich in der Membran bewegen. Mosaik meint die unterschiedlichen eingebauten und angelagerten Bestandteile. Die Membran ist dadurch beweglich und zugleich geordnet. Manche Proteine sind an andere Strukturen gebunden und weniger frei beweglich.
Kanal- und Carrierproteine ermöglichen ausgewählten Stoffen einen Weg durch die Membran. Rezeptoren erkennen Signale. Ein Signal zu empfangen ist nicht dasselbe, wie einen Stoff durchzulassen.
Zuckerketten an der äußeren Oberfläche und passende Proteine helfen bei Zellkontakten und der Erkennung. Die beiden Membranseiten sind nicht gleich aufgebaut: Diese Asymmetrie ist funktionell wichtig.
Temperatur, Lipidzusammensetzung und bei tierischen Zellmembranen Cholesterin beeinflussen die Fluidität. Ein höherer Anteil ungesättigter Fettsäureketten kann dichtes Zusammenpacken erschweren.
Eine echte Membran ist dreidimensional, dynamisch und örtlich verschieden organisiert. Die Zeichnung stellt sie als flachen Querschnitt dar. Proteine liegen nicht als zwei lückenlose Außenschichten um eine reine Fettschicht.
Entscheidend sind unter anderem Größe, Ladung, Polarität und Lipidlöslichkeit. Kleine unpolare Moleküle wie Sauerstoff gelangen vergleichsweise gut durch die Lipidschicht. Ionen und viele größere polare Moleküle benötigen wirksame Transportwege über Proteine. Wasser kann langsam durch Lipide und oft deutlich schneller durch Aquaporine gelangen.
Ein geöffneter Kanal bietet einen wasserzugänglichen Weg. Er kann bestimmte Ionen oder Wasser bevorzugt passieren lassen. Ein Kanal transportiert passiv; Öffnung und Selektivität bestimmen, ob der Weg verfügbar ist.
Ein Carrier bindet seinen Transportstoff. Durch Formwechsel wird die Bindungsstelle abwechselnd von der einen und der anderen Seite erreichbar. Carrier können passiv arbeiten oder an eine Energiequelle gekoppelt sein. „Protein beteiligt“ bedeutet daher nicht automatisch „aktiv“.
Wähle einen Stoff und einen Transportweg. Prüfe ausdrücklich diesen einen Weg: Ein ungeeignetes Protein verhindert nicht, dass derselbe Stoff auf einem anderen Weg durch die Membran gelangt. Die Darstellung berechnet keine Geschwindigkeit und keine Nettoflussrichtung.
↔ Schaubild bei Bedarf seitlich verschieben.
Kleine unpolare Sauerstoffmoleküle können sich in der Lipidschicht lösen und sie direkt durchqueren.
Wenn ein Weg offen ist, können Teilchen ihn grundsätzlich in beide Richtungen passieren. Der Nettofluss ergibt sich aus den Bedingungen auf beiden Seiten. Für ungeladene Stoffe betrachtet man unter einfachen Bedingungen den Konzentrationsunterschied; bei Ionen zusätzlich die elektrische Spannung. Bei Wasser spielen das Wasserpotenzial beziehungsweise osmotische und Druckunterschiede eine Rolle.
Einfache und erleichterte Diffusion benötigen keine direkte Energiezufuhr der Zelle für den jeweiligen Durchtritt. Die Bewegung der Teilchen hört bei einem Gleichgewicht nicht auf; lediglich der Nettofluss ist null.
Pumpen und gekoppelte Carrier können Stoffe gegen ihren elektrochemischen Gradienten transportieren. Die Energie kann direkt oder indirekt bereitgestellt werden. Details folgen bei aktivem Transport und Membranpumpen.
Die Zellmembran stülpt sich ein und schnürt ein membranumhülltes Bläschen ab. So können größere Teilchen oder Flüssigkeit mit gelösten Stoffen aufgenommen werden. Der Inhalt tritt dabei nicht einfach durch einen Kanal der Lipidschicht.
Ein Vesikel verschmilzt mit der Zellmembran und gibt seinen Inhalt nach außen ab, zum Beispiel bei der Freisetzung von Botenstoffen. Der Vorgang benötigt zelluläre Energie und eine geregelte Membranfusion.
Ein Glucosemolekül wird durch einen GLUT-Carrier entlang seines Konzentrationsgefälles transportiert. Wie ordnest du das ein?
Wähle eine Antwort.
Löse zuerst selbst. Ein Tipp hilft beim Einstieg; die Lösung zeigt die fachliche Begründung.
Einstieg: Vergleicht Zellwand und Zellmembran an einer Zeichnung der Pflanzenzelle.
Erarbeitung: Baut aus Papierköpfen und zwei Fäden pro Lipid ein Membranmodell. Begründet die Ausrichtung und ergänzt verschiedene Proteine.
Anwendung: Formuliert vor jeder Auswahl im Passage-Labor eine Vorhersage und begründet sie mit Stoffeigenschaften.
Vertiefung: Verbindet das Modell mit Diffusion, Osmose und aktivem Transport.
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Kostenlos · PDF mit LösungenWende die Begriffe und Zusammenhänge in passenden Aufgaben an.
Arbeitsblatt ansehen →Fachliche Vertiefung: OpenStax · Components and Structure · OpenStax · Passive Transport · Alberts et al. · Principles of Membrane Transport · OpenStax · Bulk Transport. Eigene Erklärungen, Aufgaben und schematische Vektorgrafiken; die naturgetreue Einstiegsszene ist eine KI-generierte Illustration. Die Modelle vereinfachen reale Membranen und Transportprozesse. Klassenstufen und Vertiefung unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart.