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Bakterien und Viren

Vergleiche Zellbau und Viruspartikel, erkunde ihre Vermehrung und verstehe Infektionen, Antibiotika und Resistenz.

Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck

Was kannst du schon?

Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1Welche Gruppe besteht aus eigenständigen Zellen?

Wähle genau eine Antwort.

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Aufgabe 2Wofür ist eine Wirtszelle bei Viren wesentlich?

Wähle genau eine Antwort.

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Aufgabe 3Was bedeutet Antibiotikaresistenz?

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Lösungen mit Erklärungen
  1. Bakterien – Bakterien besitzen eine Zellorganisation; Viruspartikel sind keine Zellen.
  2. Für die Herstellung neuer Virusbestandteile und Viruspartikel – Viren sind für ihre Vermehrung auf die Ausstattung geeigneter Wirtszellen angewiesen.
  3. Bakterien sind gegenüber einem bestimmten Antibiotikum unempfindlich oder weniger empfindlich – Resistenz ist eine Eigenschaft der betroffenen Bakterien gegenüber einem Wirkstoff.

Direkt mit der Erklärung beginnen →

Bakterien und Viren sind grundverschieden

Bakterien und Viren können Infektionen verursachen, sind aber nicht dasselbe. Ein Bakterium ist eine Zelle mit eigenen Stoffwechselvorgängen. Ein Virus ist keine Zelle; neue Viruspartikel entstehen nur mithilfe lebender Wirtszellen. Dieser Unterschied erklärt auch, warum beide sich anders vermehren und nicht gleich behandelt werden.

Lichtmikroskop und geschlossenes Probengefäß auf einem Labortisch
KI-generierte Laborillustration. Sie zeigt Geräte zur Untersuchung, keine Aufnahme von Erregern.

Was zeigt ein Lichtmikroskop?

Viele Bakterien sind mit geeigneter Präparation sichtbar. Ihre inneren Feinheiten lassen sich damit nicht so darstellen wie im gezeichneten Modell.

Warum sind Viren schwieriger zu sehen?

Typische Viren sind viel kleiner. Für ihre Feinstruktur braucht man beispielsweise Elektronenmikroskopie. Eine Zeichnung ist deshalb kein unverändertes Mikroskopbild.

Bauplan-Labor: Zelle oder Viruspartikel?

Wechsle zwischen beiden Modellen. Die Bilder sind unterschiedlich stark vergrößert und zeigen keinen gemeinsamen Maßstab.

Bakterienzelle · schematischer Schnitt1234561 Zellwand · 2 Zellmembran · 3 DNA-Bereich4 Plasmid · 5 Ribosomen · 6 Geißel (bei manchen Arten)

Bakterium · eine vollständige Zelle

Bakterien besitzen Zellmembran, Zellplasma, Ribosomen und DNA. Die DNA liegt nicht in einem Zellkern. Meist gibt es eine Zellwand; zusätzliche Plasmide, Geißeln oder Kapseln kommen je nach Art vor. Das Modell zeigt eine mögliche Ausstattung.

Auf kleinen Bildschirmen kannst du die Schaubilder bei Bedarf seitlich verschieben.

Was die Bestandteile leisten

Bakterienzelle Viruspartikel
Zellmembran: grenzt ab und reguliert Stoffaustausch. Zellplasma: Ort vieler Stoffwechselvorgänge. Capsid: schützt das Erbmaterial. Es besteht aus Proteinen und ist keine Zellwand.
Ribosomen: stellen Proteine her. DNA: enthält Erbinformation. Ein membranumhüllter Zellkern fehlt. DNA oder RNA: enthält die Information für neue Virusbestandteile. Eigene Ribosomen fehlen.
Die Zellwand der meisten Bakterien trägt zur Form und Stabilität bei. Plasmide können zusätzliche Gene tragen. Manche Viren besitzen eine Hülle mit Lipiden und Proteinen. Andere sind unbehüllt.
Viele typische Bakterien liegen in der Größenordnung weniger Mikrometer. Viele typische Viren liegen in der Größenordnung von Zehn bis Hunderten Nanometern; es gibt Ausnahmen.
Prokaryot bedeutet: Zelle ohne membranumhüllten Zellkern. Bakterien sind Prokaryoten. Viren sind keine Prokaryoten, denn sie sind überhaupt keine Zellen. 1 µm = 1 000 nm.

Bakterien vermehren sich durch Zweiteilung

1 · Erbmaterial kopieren

Vor der Teilung wird das Bakterienchromosom verdoppelt. Die Zelle wächst; die DNA-Kopien werden räumlich getrennt.

2 · Zwei Tochterzellen entstehen

Membran und Zellwand bilden eine Trennwand. Aus einer Zelle werden zwei. Das ist Zweiteilung, keine Mitose eines Zellkerns.

Unter günstigen Bedingungen kann die Zahl einer Population wiederholt verdoppelt werden. Die Teilungszeit hängt von Art, Nährstoffangebot, Temperatur und weiteren Bedingungen ab. In einer realen Kultur verhindern Platzmangel, Nährstoffmangel und Stoffwechselprodukte unbegrenztes Wachstum.

Verdopplungs-Labor

Starte mit einer Zelle. Verschiebe den Regler und berechne zunächst selbst, wie viele Zellen nach vollständigen Teilungsrunden vorhanden wären.

3

1 × 2³ = 8 Zellen

Idealmodell: Alle Zellen teilen sich gleichzeitig, keine stirbt. Der Regler beschreibt keine feste Zeitdauer und keine Krankheitsschwere.

Viren nutzen die Wirtszelle zur Vermehrung

Virusvermehrung braucht eine Wirtszelle1 · AnheftenPassende Wirtszelle2 · EindringenErbmaterial wird zugänglich3 · HerstellenGenomkopien und Proteine4 · ZusammenbauenNeue Viruspartikel5 · FreisetzenWeitere Zellen erreichbar

1 · Anheften

Virale Oberflächenstrukturen binden an passende Rezeptoren der Wirtszelle. Deshalb kann ein Virus nicht automatisch jeden Zelltyp infizieren.

Sind Viren Lebewesen? Sie besitzen Erbinformation und können sich evolutionär verändern. Ihnen fehlen jedoch Zellaufbau, eigener Stoffwechsel und selbstständige Vermehrung. Nach üblichen schulischen Kriterien werden sie deshalb nicht als eigenständige Lebewesen eingeordnet.

Lytisch oder durch Knospung? Bei der Lyse wird die Wirtszelle aufgelöst und setzt neue Partikel frei. Bei der Knospung treten bestimmte behüllte Viren durch eine Zellmembran aus und erhalten dabei ihre Hülle. Die Zelle muss dabei nicht sofort zerfallen. Der Ablauf oben fasst verschiedene Virusgruppen zusammen.

Besiedlung, Infektion und Erkrankung unterscheiden

Nicht alle Bakterien machen krank

Viele Bakterien leben ohne Schaden auf Haut und Schleimhäuten oder im Darm. Einige unterstützen beispielsweise den Stoffwechsel oder erschweren anderen Mikroorganismen die Ansiedlung.

Krankheitserreger können schädigen

Pathogene Bakterien können etwa Gewebe angreifen oder Giftstoffe bilden. Viren können infizierte Zellen schädigen; auch die Abwehrreaktion trägt bei manchen Infektionen zu Beschwerden bei.

Eine Infektion umfasst das Eindringen beziehungsweise Ansiedeln und Vermehren eines Erregers im Körper. Sie führt nicht zwangsläufig zu spürbaren Symptomen. Bei einer Infektionskrankheit treten krankhafte Veränderungen oder Beschwerden auf. Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen. Ansteckungsfähigkeit und sichtbare Symptome müssen zeitlich nicht zusammenfallen.

Beispiel Darm: an den Lebensraum angepasst

Im Dickdarm steht vielen Bakterien wenig Sauerstoff zur Verfügung. Zahlreiche Arten gewinnen Energie deshalb durch anaerobe, also ohne Sauerstoff ablaufende Stoffwechselwege. Manche zerlegen dabei Nahrungsbestandteile, die der Mensch selbst nicht vollständig verdauen kann. Symbiose bezeichnet hier eine Beziehung, von der beide Partner profitieren. Ob eine Art harmlos, nützlich oder schädlich wirkt, hängt auch von ihrem Aufenthaltsort und den Bedingungen ab.

Übertragungswege erklären passende Schutzmaßnahmen

Übertragungsweg Passende Unterbrechung
Erregerhaltige Partikel in der Atemluft Je nach Situation Lüften, Abstand und geeigneter Atemschutz.
Über Hände, Oberflächen oder verunreinigte Lebensmittel Händehygiene und Lebensmittelhygiene unterbrechen mögliche Übertragungsketten.
Über Blut oder bestimmte Körperflüssigkeiten Geeignete Schutzmaßnahmen und sterile Instrumente; Schutz richtet sich nach dem Erreger und Kontaktweg.
Durch Überträger wie Zecken oder Mücken Schutz vor Stichen beziehungsweise Zecken und erregerspezifische Vorbeugung.

Nicht jeder Erreger nutzt alle Wege. Die Form einer gezeichneten Bakterienzelle verrät weder ihren Übertragungsweg noch ihre Gefährlichkeit.

Lehrplanbeispiel: HIV und gezielter Schutz

HIV kann etwa durch bestimmte Sexualkontakte oder gemeinsam benutzte, verunreinigte Spritzen übertragen werden. Kondome und sterile, nicht gemeinsam benutzte Spritzen unterbrechen diese Übertragungswege. Weitere Möglichkeiten sind ärztlich begleitete medikamentöse Vorbeugung (PrEP) und wirksame Behandlung. Bei dauerhaft nicht nachweisbarer Viruslast unter wirksamer Therapie wird HIV beim Sex nicht übertragen.

Händeschütteln, Umarmen und gemeinsam benutztes Geschirr übertragen HIV nicht. HIV ist das Virus; AIDS bezeichnet ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium, das durch Behandlung verhindert werden kann. Schutzmaßnahmen müssen zum tatsächlichen Übertragungsweg passen.

Warum Antibiotika keine Viren bekämpfen

Antibiotika greifen bestimmte bakterielle Strukturen oder Vorgänge an, etwa den Aufbau der Zellwand oder die bakterielle Proteinherstellung. Viren besitzen diese Zielstrukturen nicht. Gegen eine reine Virusinfektion sind Antibiotika daher nicht wirksam. Für manche Viren existieren gezielte antivirale Medikamente.

Resistenz bedeutet, dass ein Bakterium gegenüber einem bestimmten Antibiotikum unempfindlich ist. Entsprechende Varianten können durch Mutationen entstehen oder Resistenzgene von anderen Bakterien erhalten. Ein Antibiotikum begünstigt dann das Überleben und die Vermehrung resistenter Varianten: Selektion. Nicht der Mensch wird antibiotikaresistent.

Antibiotika können auch nützliche Bakterien beeinflussen. Unnötige oder unsachgemäße Anwendung begünstigt Resistenzprobleme. Die Behandlung einer Infektion richtet sich nach ärztlicher Beurteilung; aus Symptomen allein lässt sich der Erregertyp nicht sicher ableiten.

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Mit Erklärungen üben oder dein Wissen testen – du entscheidest.

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Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst nach einem Tipp erneut antworten. Wähle die passende Antwort. Begründe deine Entscheidung zunächst selbst und vergleiche sie anschließend mit der Erklärung.

Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen

1 · Erkennen und zuordnen

1. Welches Merkmal kennzeichnet Bakterien?

  • Sie besitzen grundsätzlich einen Zellkern wie Tierzellen
  • Sie bestehen ausschließlich aus einer Proteinhülle ohne Zellinneres
  • Sie sind Zellen mit eigenem Stoffwechsel
Lösung und Erklärung

Sie sind Zellen mit eigenem Stoffwechsel

Bakterien sind prokaryotische Zellen: Sie besitzen keinen membranumhüllten Zellkern.

2. Welche Bauteile gehören grundsätzlich zu einem Viruspartikel?

  • Eigene Ribosomen und eine vollständige bakterielle Zelle
  • Erbmaterial und Proteinhülle
  • Zellkern, Mitochondrien und Chloroplasten
Lösung und Erklärung

Erbmaterial und Proteinhülle

Viren enthalten Erbmaterial in einer Proteinhülle. Manche besitzen zusätzlich eine Membranhülle.

3. Wie vermehren sich Bakterien typischerweise?

  • Durch Zellteilung nach Verdopplung ihres Erbmaterials
  • Durch Mitose eines membranumhüllten Zellkerns
  • Ausschließlich durch Zusammenbau in einer fremden Wirtszelle
Lösung und Erklärung

Durch Zellteilung nach Verdopplung ihres Erbmaterials

Bei der Zweiteilung entstehen aus einer Bakterienzelle zwei Tochterzellen.

4. Warum brauchen Viren geeignete Wirtszellen zur Vermehrung?

  • Sie sind stets größer als sämtliche Wirtszellen
  • Sie können ihr Erbmaterial nur durch bakterielle Zweiteilung verteilen
  • Ihnen fehlen unter anderem eigene Ribosomen zur Proteinherstellung
Lösung und Erklärung

Ihnen fehlen unter anderem eigene Ribosomen zur Proteinherstellung

Viren nutzen die Ausstattung der Wirtszelle zur Herstellung neuer Virusbestandteile.

5. Was bezeichnet die Inkubationszeit?

  • Die Lebensdauer jedes Virus außerhalb eines Körpers
  • Die Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen
  • Die Zeit zwischen zwei beliebigen Zellteilungen
Lösung und Erklärung

Die Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen

Der Zeitpunkt einer Infektion und der Beginn von Beschwerden fallen nicht notwendigerweise zusammen.

6. Welche Aussage über Bakterien ist richtig?

  • Viele sind harmlos oder nützlich; manche können Krankheiten verursachen
  • Alle Bakterien verursachen immer schwere Krankheiten
  • Bakterien kommen ausschließlich in Krankenhäusern vor
Lösung und Erklärung

Viele sind harmlos oder nützlich; manche können Krankheiten verursachen

Bakterien übernehmen zahlreiche ökologische und körperbezogene Funktionen; ihre Wirkung hängt auch vom Kontext ab.

2 · Anwenden und erklären

1. Warum wirkt ein Antibiotikum gegen bakterielle Zellwandsynthese nicht direkt gegen Viren?

  • Viren besitzen grundsätzlich eine viel dickere bakterielle Zellwand
  • Antibiotika erkennen ausschließlich die Körpertemperatur
  • Viren besitzen diesen bakteriellen Angriffspunkt nicht
Lösung und Erklärung

Viren besitzen diesen bakteriellen Angriffspunkt nicht

Die Wirkung richtet sich gegen bestimmte bakterielle Strukturen oder Prozesse, die Viren fehlen.

2. Welche Reihenfolge passt zur Vermehrung vieler Viren?

  • Bakterielle Teilung → Bildung eines Zellkerns → Umwandlung in einen Pilz
  • Anheften und Eindringen → Herstellung von Bestandteilen → Zusammenbau → Freisetzung
  • Zusammenbau → Wirtskontakt → Erzeugung eigener Ribosomen → bakterielle Teilung
Lösung und Erklärung

Anheften und Eindringen → Herstellung von Bestandteilen → Zusammenbau → Freisetzung

Die Einzelheiten unterscheiden sich zwischen Virusarten, das Grundprinzip beruht aber auf der Nutzung einer Wirtszelle.

3. Ein Größenmodell zeigt Bakterium und Virus gleich groß. Welche Folgerung ist ohne Maßstab zulässig?

  • Die Darstellung erlaubt noch keinen Vergleich ihrer tatsächlichen Größen
  • Beide sind in Wirklichkeit zwangsläufig gleich groß
  • Das Virus ist in Wirklichkeit zwingend größer
Lösung und Erklärung

Die Darstellung erlaubt noch keinen Vergleich ihrer tatsächlichen Größen

Modelle können unterschiedliche Vergrößerungen verwenden. Ein Größenvergleich erfordert einen gemeinsamen Maßstab.

4. In einem Idealmodell starten zwei Bakterien und teilen sich dreimal vollständig. Wie viele entstehen?

  • 6
  • 8
  • 16
Lösung und Erklärung

16

Die Zahl verdoppelt sich in jeder Runde: 2 → 4 → 8 → 16. Das Modell berücksichtigt keine Todesfälle oder Begrenzungen.

5. Was folgt aus den drei Teilungsrunden ohne Angabe einer Teilungsdauer?

  • Die Vermehrung dauert sicher genau drei Tage
  • Die Endzahl ist berechenbar, die verstrichene Zeit jedoch nicht
  • Die Vermehrung dauert sicher genau drei Minuten
Lösung und Erklärung

Die Endzahl ist berechenbar, die verstrichene Zeit jedoch nicht

Rundenzahl und Zeitdauer sind unterschiedliche Angaben. Erst eine Dauer pro Runde verbindet beides.

6. Eine Person ist infiziert, hat aber noch keine Beschwerden. Welche Aussage ist angemessen?

  • Eine Infektion kann ohne sofort erkennbare Symptome vorliegen
  • Ohne Beschwerden kann grundsätzlich kein Erreger vorhanden sein
  • Symptome beginnen bei jeder Infektion im Moment des ersten Kontakts
Lösung und Erklärung

Eine Infektion kann ohne sofort erkennbare Symptome vorliegen

Infektion und symptomatische Erkrankung sind zu unterscheiden; auch die Ansteckungsfähigkeit ist nicht allein an Beschwerden ablesbar.

3 · Prüfen und übertragen

1. Vor einer Antibiotikawirkung sind bereits wenige resistente Bakterien vorhanden. Was erklärt ihren später höheren Anteil?

  • Alle Bakterien entscheiden gemeinsam, widerstandsfähig zu werden
  • Der menschliche Körper verwandelt sich selbst in ein resistentes Bakterium
  • Empfindliche Bakterien werden stärker gehemmt; resistente können eher überleben und sich vermehren
Lösung und Erklärung

Empfindliche Bakterien werden stärker gehemmt; resistente können eher überleben und sich vermehren

Das ist Selektion vorhandener Unterschiede. Resistenz betrifft die Bakterien, nicht eine Gewöhnung des Menschen.

2. Weshalb kann reales Bakterienwachstum nicht unbegrenzt dem Verdopplungsmodell folgen?

  • Das Erbmaterial verschwindet bei jeder zweiten Teilung vollständig
  • Nährstoffe und Platz werden begrenzt, Stoffwechselprodukte können sich anreichern
  • Jede Bakterienzelle wird nach genau drei Teilungen zu einem Virus
Lösung und Erklärung

Nährstoffe und Platz werden begrenzt, Stoffwechselprodukte können sich anreichern

Das Idealmodell blendet begrenzende Umweltbedingungen und mögliche Todesfälle aus.

3. Warum reicht ein passender Oberflächenrezeptor allein nicht immer für erfolgreiche Virusvermehrung?

  • Auch die inneren Bedingungen der Wirtszelle müssen geeignet sein
  • Ein Rezeptor ersetzt grundsätzlich alle Zellbestandteile
  • Viren können nach dem Anheften immer jede Zelle gleich gut nutzen
Lösung und Erklärung

Auch die inneren Bedingungen der Wirtszelle müssen geeignet sein

Anheften ist ein wichtiger Schritt; erfolgreiche Vermehrung setzt weitere passende Bedingungen in der Zelle voraus.

4. Warum beweisen ähnliche Symptome nicht, dass zwei Erkrankungen denselben Erreger haben?

  • Jedes Symptom kommt weltweit nur bei einer einzigen Virusart vor
  • Bakterien und Viren haben grundsätzlich keine unterschiedlichen Eigenschaften
  • Verschiedene Erreger können ähnliche Körperreaktionen auslösen
Lösung und Erklärung

Verschiedene Erreger können ähnliche Körperreaktionen auslösen

Beschwerden allein lassen sich nicht eindeutig einem bestimmten Erregertyp zuordnen.

5. Welche Aussage zur Freisetzung neuer Viren ist differenziert?

  • Alle Viren verlassen Zellen durch eigene Geißeln
  • Manche werden durch Zellzerfall, andere durch Knospung freigesetzt
  • Jede Freisetzung führt zwingend im selben Moment zum Zerplatzen der Zelle
Lösung und Erklärung

Manche werden durch Zellzerfall, andere durch Knospung freigesetzt

Unterschiedliche Viren nutzen unterschiedliche Freisetzungswege; Knospung bedeutet nicht zwingend sofortigen Zelltod.

6. Ein Bakterium ist 1,5 µm lang, ein Viruspartikel misst 150 nm. Was stimmt für diese Längen?

  • Die Bakterienlänge ist zehnmal so groß
  • Das Bakterienvolumen ist damit sicher genau zehnmal so groß
  • Beide Längen sind gleich, da die Zahlen ähnlich aussehen
Lösung und Erklärung

Die Bakterienlänge ist zehnmal so groß

1,5 µm entsprechen 1500 nm; 1500 geteilt durch 150 ergibt 10. Das Längenverhältnis ist keine direkte Volumenaussage.

Wie sicher bist du jetzt?

Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.

Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.

Aufgabe 1Welche Gegenüberstellung ist korrekt?

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Aufgabe 2Warum ist „Infektion bedeutet sofort sichtbare Krankheit“ falsch?

Wähle genau eine Antwort.

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Aufgabe 3Warum sind resistente Bakterien nach einer Behandlung manchmal häufiger vertreten?

Wähle genau eine Antwort.

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Lösungen mit Erklärungen
  1. Bakterien besitzen eigene Ribosomen; Viren nutzen die Proteinherstellung ihrer Wirtszellen – Bakterien können selbst Proteine herstellen. Viren fehlen eigene Ribosomen; ihre Wirte müssen nicht Menschen sein.
  2. Eine Infektion kann zunächst oder dauerhaft ohne erkennbare Beschwerden verlaufen – Die Anwesenheit und Vermehrung eines Erregers ist von den daraus entstehenden Krankheitszeichen zu unterscheiden.
  3. Die Behandlung kann empfindliche Bakterien benachteiligen und damit resistente Varianten selektieren – Unterschiede in der Empfindlichkeit beeinflussen Überleben und Vermehrung. Das erklärt eine Veränderung der Anteile.

Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.

Weitere Aufgaben zum Selbstcheck

14 Aufgaben: Wissen anwenden und Zusammenhänge erklären

Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.

1 · Nenne den entscheidenden Unterschied zwischen Bakterium und Virus.

Tipp anzeigen
Zelle und eigener Stoffwechsel.
Lösung anzeigen
Ein Bakterium ist eine Zelle mit Ribosomen und eigenem Stoffwechsel. Ein Virus ist keine Zelle und benötigt für neue Viruspartikel eine Wirtszelle.

2 · Welche Funktionen haben Membran, Ribosomen und DNA im Bakterium?

Tipp anzeigen
Abgrenzung, Proteinherstellung und Information.
Lösung anzeigen
Die Membran begrenzt die Zelle und regelt Stoffaustausch. Ribosomen stellen Proteine her. DNA speichert Erbinformation.

3 · Warum sind Viren keine Prokaryoten?

Tipp anzeigen
Prokaryoten sind eine Gruppe von Zellen.
Lösung anzeigen
Prokaryoten besitzen keinen membranumhüllten Zellkern, sind aber Zellen. Viren haben keinen Zellaufbau und zählen deshalb nicht dazu.

4 · Hat jedes Virus eine Membranhülle?

Tipp anzeigen
Unterscheide Capsid und zusätzliche Hülle.
Lösung anzeigen
Nein. Viren besitzen ein Proteincapsid; nur manche haben zusätzlich eine Membranhülle. Ein behülltes Virus im Modell steht nicht für alle Viren.

5 · Eine Zelle durchläuft sechs vollständige Teilungsrunden. Wie viele entstehen im Modell?

Tipp anzeigen
2 hoch Anzahl der Runden.
Lösung anzeigen
1 × 2⁶ = 64 Zellen. Alle Zellen müssen sich in jeder Runde teilen, ohne dass Zellen sterben.

6 · Vier Zellen teilen sich dreimal. Berechne die Endzahl.

Tipp anzeigen
Der Startwert ist diesmal vier.
Lösung anzeigen
4 × 2³ = 32 Zellen. Drei Runden bedeuten drei Verdopplungen, nicht eine Verdreifachung.

7 · Warum kann eine Bakterienkultur nicht unbegrenzt exponentiell wachsen?

Tipp anzeigen
Betrachte Nahrung, Raum und Produkte.
Lösung anzeigen
Nährstoffe und Platz werden begrenzt; Stoffwechselprodukte verändern die Umgebung. Wachstum verlangsamt sich, und Zellen können sterben.

8 · Ordne die Schritte der Virusvermehrung.

Tipp anzeigen
Beginne mit einer passenden Wirtszelle.
Lösung anzeigen
Anheften → Eindringen/Freilegen → Erbmaterial und Proteine herstellen → Partikel zusammenbauen → Freisetzung.

9 · Warum kann ein Virus nicht jede beliebige Zelle infizieren?

Tipp anzeigen
Anheften erfordert molekulare Passung.
Lösung anzeigen
Passende Zellrezeptoren und geeignete Bedingungen im Zellinneren sind notwendig. Die Wirts- und Zellspezifität unterscheidet sich zwischen Viren.

10 · Ist jede Infektion sofort eine Erkrankung mit Symptomen?

Tipp anzeigen
Beachte symptomlose Verläufe.
Lösung anzeigen
Nein. Erreger können sich vermehren, ohne erkennbare Beschwerden auszulösen. Die Inkubationszeit reicht von der Infektion bis zu ersten Symptomen, falls solche auftreten.

11 · Begründe, warum Antibiotika nicht gegen reine Virusinfektionen wirken.

Tipp anzeigen
Welche Ziele fehlen Viren?
Lösung anzeigen
Viren haben zum Beispiel keine bakterielle Zellwand und keine eigenen bakteriellen Ribosomen. Entsprechende Antibiotikaziele fehlen.

12 · „Der Körper gewöhnt sich an Antibiotika und wird resistent.“ Korrigiere.

Tipp anzeigen
Wer wird ausgewählt und vermehrt sich?
Lösung anzeigen
Resistente Bakterien überleben ein bestimmtes Antibiotikum eher und können sich vermehren. Resistenz betrifft die Bakterien, nicht eine Gewöhnung des Körpers.

13 · Ein Bakterium ist 2 µm, ein Viruspartikel 100 nm groß. Vergleiche ihre Längen.

Tipp anzeigen
Wandle zuerst beide Angaben in Nanometer um.
Lösung anzeigen
2 µm = 2 000 nm. 2 000 / 100 = 20: Das Bakterium ist in diesem Beispiel 20-mal so lang. Daraus folgt keine 20-fache Fläche oder kein 20-faches Volumen. Die Bilder im Bauplan-Labor haben keinen gemeinsamen Maßstab.

14 · Vor einer Antibiotikagabe sind wenige Bakterien resistent. Danach nimmt ihr Anteil zu. Erkläre, ohne eine absichtliche Anpassung zu behaupten.

Tipp anzeigen
Trenne vorhandene Unterschiede von der anschließenden Auslese.
Lösung anzeigen
Empfindliche Bakterien werden stärker gehemmt oder getötet. Bereits resistente Varianten überleben eher und vermehren sich. Ihr Anteil steigt durch Selektion. Das Antibiotikum bringt Bakterien nicht zielgerichtet bei, wie sie widerstandsfähig werden.
Zusätzlicher Begriffscheck

Kurzer Begriffscheck

Welche Aussage ist richtig?

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Fachliche Orientierung: LehrplanPLUS · Biologie 10, Ökosystem Mensch. Umfang je nach Schulart und Bundesland unterschiedlich. Zum Vertiefen: OpenStax · Biology 2e; WHO · Resistenz. Eigene schematische Zeichnungen.

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