1 · Erkennen und Signale abgeben
Gewebeschäden oder Erregermuster aktivieren Zellen vor Ort. Botenstoffe koordinieren die örtliche Reaktion.
Biologie · Verstehen und üben
Entdecke die Zusammenarbeit von Barrieren, Fresszellen, B- und T-Zellen – vom ersten Kontakt bis zum immunologischen Gedächtnis.
Dein Körper trifft ständig auf Mikroorganismen. Das Immunsystem besteht aus Barrieren, Zellen, Organen und gelösten Stoffen, die den Körper schützen und veränderte oder beschädigte Zellen erkennen können. Es ist kein einzelnes Organ und keine „Armee“ aus lauter gleichen Zellen.
Viele Abwehrzellen gehören zu den Leukozyten, den weißen Blutkörperchen. Sie sind im Blut unterwegs, arbeiten aber auch im Gewebe und in lymphatischen Organen. Angeborene und adaptive Abwehr sind eng miteinander verknüpft.
Wechsle zwischen Barrieren, angeborener und adaptiver Abwehr. Verfolge besonders die Zusammenarbeit der beiden zellulären Abwehrbereiche.
Eine intakte Haut bildet eine mechanische Grenze. Schleim bindet Partikel; Flimmerhärchen transportieren sie aus Atemwegen. Magensäure und antimikrobielle Stoffe ergänzen den Schutz. Diese Barrieren sind Teil der angeborenen Abwehr.
| Ort | Aufgabe |
|---|---|
| Knochenmark | Hier entstehen Blutzellen. B-Lymphozyten reifen beim Menschen im Knochenmark. |
| Thymus | Hier reifen T-Lymphozyten und werden unter anderem darauf geprüft, körpereigene Strukturen nicht unangemessen anzugreifen. |
| Lymphknoten | Filtern Lymphe. Antigene, antigenpräsentierende Zellen und passende Lymphozyten können sich hier begegnen. |
| Milz | Überwacht das Blut und ist an Abwehrreaktionen gegen im Blut befindliche Erreger beteiligt. |
| Schleimhäute und Gewebe | Barrieren und örtliche Abwehrzellen reagieren direkt dort, wo Erreger häufig Kontakt zum Körper haben. |
Gewebeschäden oder Erregermuster aktivieren Zellen vor Ort. Botenstoffe koordinieren die örtliche Reaktion.
Kleine Blutgefäße erweitern sich und werden durchlässiger. Dadurch gelangen Flüssigkeit, Proteine und Abwehrzellen leichter ins betroffene Gewebe.
Typische örtliche Entzündungszeichen sind Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerz. Mehr Durchblutung trägt zu Rötung und Wärme bei; austretende Flüssigkeit zur Schwellung. Botenstoffe und Gewebedruck können Schmerz auslösen. Eine Entzündung unterstützt die Abwehr und Reparatur, kann aber bei unangemessener Stärke oder Dauer auch Gewebe schädigen.
Entzündung ist nicht gleich Infektion: Auch eine Verletzung ohne Erreger kann eine Entzündung auslösen. Umgekehrt wird nicht jede Infektion sofort als deutlich gerötete oder geschwollene Stelle sichtbar.
Makrophagen und neutrophile Granulozyten können Erreger aufnehmen und abbauen. Das nennt man Phagozytose. Die Zeichnung zeigt den Ablauf an einem Bakterium.
Eine Fresszelle erkennt geeignete Oberflächenmuster oder Markierungen. Sie nähert sich dem Erreger. Viele Abwehrzellen können chemischen Lockstoffen folgen.
Zur angeborenen Abwehr gehören auch gelöste Stoffe, etwa das Komplementsystem. Seine Proteine können Erreger markieren, Entzündungsreaktionen unterstützen oder bestimmte Erregermembranen schädigen. Natürliche Killerzellen können unter anderem auffällige virusinfizierte Körperzellen beseitigen.
Ein Antigen ist eine Struktur, an die Antikörper oder passende Immunrezeptoren spezifisch binden können. Antigene sind nicht zwangsläufig ganze Erreger. Beim ersten Kontakt müssen seltene passende Lymphozyten aktiviert und vermehrt werden. Das braucht Zeit.
Passende B-Zellen können sich nach Aktivierung vermehren und zu Plasmazellen entwickeln. Plasmazellen geben große Mengen Antikörper ab. Diese wirken in Körperflüssigkeiten: humorale Immunantwort.
Sie erkennen präsentierte Antigenbruchstücke und unterstützen mit Signalen andere Abwehrzellen, darunter B-Zellen. Sie produzieren nicht die Antikörper.
Sie können Körperzellen erkennen, die passende fremde Antigenbruchstücke präsentieren, und deren kontrollierten Zelltod auslösen. Das gehört zur zellvermittelten Immunantwort.
Ein Antikörper erkennt eine bestimmte Struktur, ein Epitop, an einem Antigen. Durch Bindung kann er beispielsweise die Anheftung eines Erregers blockieren oder ihn für Fresszellen markieren. Ein Antikörper ist ein Protein, keine Zelle.
Antikörper können Erreger oder Giftstoffe neutralisieren, indem sie wichtige Bindungsstellen blockieren. Sie können die Aufnahme durch Fresszellen erleichtern und bestimmte Komplementreaktionen auslösen. Sie „fressen“ nicht selbst und wirken nicht alle auf dieselbe Weise.
Antikörper erreichen nicht einfach jedes Virus im Inneren einer infizierten Körperzelle. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit zellvermittelter Abwehr so wichtig.
Nach einer adaptiven Immunantwort bleiben unter anderem Gedächtnis-B- und Gedächtnis-T-Zellen erhalten. Beim erneuten Kontakt mit passenden Antigenen können sie schneller reagieren. Auch langlebige Plasmazellen können zur längerfristigen Antikörperproduktion beitragen.
Ein zweiter Kontakt kann deshalb zu einer schnelleren und stärkeren spezifischen Antwort führen. Das bedeutet aber nicht automatisch lebenslangen, vollständigen Schutz: Erreger können sich verändern, und Schutz kann mit der Zeit nachlassen.
Eine Impfung präsentiert geeignete Antigene oder deren Bauanleitung, damit der Körper eine eigene spezifische Antwort und Gedächtnis aufbaut. Der Schutz entsteht nicht sofort.
Fertige Antikörper werden bereitgestellt. Sie können rasch wirken, werden aber wieder abgebaut. Allein durch diese Antikörper entsteht kein eigenes immunologisches Gedächtnis.
Wer produziert große Mengen freier Antikörper?
Wähle eine Zellart und ordne ihr eine Aufgabe zu.
Das Immunsystem reagiert unangemessen auf normalerweise harmlose Stoffe, etwa bestimmte Pollenbestandteile. Bei vielen Soforttyp-Allergien spielen IgE-Antikörper und die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen eine Rolle.
Abwehrreaktionen richten sich gegen körpereigene Strukturen. Das ist nicht dasselbe wie eine Pollenallergie und auch nicht einfach eine besonders starke Abwehr.
Eine gute Abwehr muss passend reagieren und sich anschließend wieder begrenzen. „Je stärker, desto besser“ ist deshalb kein sinnvolles Grundprinzip des Immunsystems.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Welche Zuordnung stimmt?
Wähle eine Antwort.
Erarbeitung: Barrieren und Zelltypen mit ihren Aufgaben verbinden. Den Phagozytose-Ablauf ohne Text nacherzählen und anschließend Fachbegriffe ergänzen.
Vertiefung: Humoral und zellvermittelt vergleichen, Antigen und Antikörper sauber trennen. Aktiv und passiv immunisieren anhand der Herkunft der Antikörper erklären.
Transfer: Begründen, weshalb eine schnellere Reaktion nicht automatisch eine angemessene Reaktion ist. Allergie und Autoimmunität als unterschiedliche Fehlsteuerungen einordnen.
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Abwehrmechanismen mit Aufgaben und Lösungen sichern und auf Beispiele übertragen.
Material ansehen →
Die Zusammenhänge für die Wiederholung und gemeinsame Sicherung im Unterricht im Überblick.
Material ansehen →Fachliche Orientierung: LehrplanPLUS · Biologie 10, Ökosystem Mensch. Umfang je nach Schulart und Bundesland unterschiedlich. Zum Vertiefen: OpenStax · Biology 2e; OpenStax · Angeborene Abwehr. Eigene schematische Zeichnungen.