1 · Eine günstige Reaktion liefert den Antrieb
Bei der Hydrolyse von ATP reagieren ATP und Wasser zu ADP und anorganischem Phosphat. Unter typischen Zellbedingungen nimmt dabei die freie Enthalpie ab: Die Reaktion ist exergonisch.
Biologie · Verstehen und üben
Wie Zellen energieverbrauchende Vorgänge antreiben: Entdecke den ATP-ADP-Zyklus und prüfe selbst, wann eine gekoppelte Reaktion begünstigt ist.
Eine Muskelzelle bewegt sich, eine Membranpumpe transportiert Ionen, und eine Zelle baut neue Stoffe auf. Solche Vorgänge benötigen eine geeignete Energiezufuhr. Häufig vermittelt ATP – Adenosintriphosphat zwischen energieliefernden und energieverbrauchenden Prozessen.
ATP besteht aus der Base Adenin, dem Zucker Ribose und drei Phosphatgruppen. Adenin und Ribose zusammen heißen Adenosin. ADP bedeutet Adenosindiphosphat und besitzt zwei Phosphatgruppen.
Bei der Hydrolyse von ATP reagieren ATP und Wasser zu ADP und anorganischem Phosphat. Unter typischen Zellbedingungen nimmt dabei die freie Enthalpie ab: Die Reaktion ist exergonisch.
Der energieverbrauchende Vorgang muss mechanistisch mit dem ATP-Umsatz verbunden sein. Häufig wird eine Phosphatgruppe auf ein Substrat oder Protein übertragen. So entsteht ein verändertes Zwischenprodukt oder eine andere Proteinkonformation.
Die Änderungen der freien Enthalpie der Teilreaktionen addieren sich. Ist die Summe negativ, ist der Gesamtprozess thermodynamisch begünstigt. Ein geeigneter Reaktionsweg und Enzyme sind trotzdem nötig.
ADP und Phosphat werden unter Energiezufuhr wieder zu ATP verbunden. Bei der Zellatmung stammt der Antrieb letztlich aus dem Abbau energiereicher Stoffe; bei der Lichtreaktion aus Lichtenergie.
Das Enzym Hexokinase überträgt eine Phosphatgruppe von ATP auf Glucose. Es entstehen Glucose-6-phosphat und ADP. Die Übertragung verknüpft die beiden Teilprozesse direkt.
Glucose + ATP → Glucose-6-phosphat + ADP
Die Gleichung ist biochemisch vereinfacht. Sie zeigt die Stoffumwandlung; Protonen und genaue Ladungszustände sind weggelassen.
Stelle den Energiebedarf einer fiktiven Reaktion ein. Für die gekoppelte ATP-Hydrolyse verwenden wir einen festen Modellwert von −30 kJ/mol. Alle Werte beziehen sich auf einen molaren Gesamtumsatz mit einem ATP pro Reaktionsumsatz.
ATP-Umsatz treibt Membranpumpen an. Bei der Natrium-Kalium-Pumpe ist er mit Änderungen der Proteinform gekoppelt.
Motorproteine setzen chemische Zustandsänderungen in Bewegung um. Beim Muskel ist der ATP-Zyklus mit dem Zusammenwirken von Myosin und Actin verbunden.
Beim Aufbau von Stoffen können aktivierte Zwischenprodukte entstehen. ATP verbindet dabei günstige mit ungünstigen Teilschritten.
ATP und ADP werden ineinander umgewandelt. Energie wird dabei übertragen und teilweise als Wärme verteilt; sie wird nicht im selben Sinn wie die Moleküle recycelt.
Nein. Energie wird umgewandelt und übertragen. Auch die ATP-Bildung braucht einen Antrieb.
Nein. Es braucht einen gemeinsamen Reaktionsweg, etwa eine enzymatische Phosphatübertragung. Räumliche Nähe allein genügt nicht.
Eine Zielreaktion benötigt +25 kJ/mol, der gekoppelte ATP-Umsatz liefert −30 kJ/mol. Was folgt?
Wähle eine Antwort und begründe sie zunächst selbst.
Versuche jede Aufgabe zuerst selbst. Nutze bei Bedarf den Tipp und vergleiche erst danach mit der Lösung.
Achte auf die Zahl der Phosphatgruppen.
Adenosintriphosphat. Adenosin besteht aus Adenin und Ribose; hinzu kommen drei Phosphatgruppen.
Tri und di geben Zahlen an.
ATP besitzt drei, ADP zwei Phosphatgruppen.
Wasser ist ein Reaktionspartner.
ATP + H₂O → ADP + Pᵢ. Unter typischen Zellbedingungen ist dieser Gesamtumsatz exergonisch.
Unterscheide einen Teilschritt von der Gesamtreaktion.
Bindungsbruch erfordert Energie. Die günstige Gesamtbilanz entsteht durch alle Veränderungen der Reaktion einschließlich Produktbildung und Wechselwirkung mit Wasser.
Addiere die Änderungen der freien Enthalpie.
−15 kJ/mol. Der gekoppelte Gesamtprozess ist thermodynamisch begünstigt.
Reicht ein ATP-Umsatz im Modell?
+10 kJ/mol. In dieser vorgegebenen Kopplung und unter diesen Bedingungen ist der Vorwärtsprozess nicht begünstigt.
Es gibt keinen Netto-Antrieb in eine Richtung.
Bei ΔG = 0 besteht thermodynamisches Gleichgewicht; es gibt keinen Netto-Antrieb für den Vorwärtsumsatz.
Suche die mechanistische Verbindung.
Nein. Die Prozesse müssen gekoppelt sein, etwa über eine enzymatisch vermittelte Phosphatübertragung.
Welche Produkte entstehen?
Eine Phosphatgruppe wird auf Glucose übertragen. Es entstehen Glucose-6-phosphat und ADP.
Denke an Transport und Bewegung.
Zum Beispiel die Tätigkeit der Natrium-Kalium-Pumpe und der Arbeitszyklus von Myosin im Muskel.
ATP wird laufend umgesetzt.
Energieverbrauchende Prozesse setzen ATP um. ADP und Phosphat müssen unter Energiezufuhr wieder zu ATP verbunden werden.
Welche Rolle hat die Aktivierungsbarriere?
Nein. Die Reaktionsgeschwindigkeit hängt auch vom Reaktionsweg und der Aktivierungsbarriere ab. Enzyme können die Umsetzung beschleunigen.

Übe die Zusammenhänge mit Aufgaben und Lösungen.
Arbeitsblatt ansehen →OpenStax Biology 2e: ATP. Die Grafiken und interaktiven Beispiele sind eigens erstellte, vereinfachte Lernmodelle.