Wortart: Was für ein Wort ist es?
In „Wir warten draußen“ ist draußen ein Adverb. Die Wortart beschreibt die grammatischen Eigenschaften des einzelnen Wortes.
Deutsch · Grammatik · etwa Klasse 5–7
Heute, draußen oder gern: Erkenne Adverbien, untersuche ihre Bedeutung und trenne die Wortart von ihrer Aufgabe im Satz.
„Mila liest.“ Dieser Satz ist schon verständlich. Mit zusätzlichen Angaben wird er genauer: „Mila liest heute draußen gern.“ Heute sagt etwas über die Zeit, draußen über den Ort und gern über ihre Vorliebe beim Lesen. Diese drei Wörter sind Adverbien.
Ein Adverb ist eine Wortart. Adverbien werden nicht dekliniert: Du bildest bei heute oder draußen keine unterschiedlichen Endungen für Genus, Zahl oder Fall. Viele Adverbien können im Aussagesatz allein vor dem finiten Verb stehen: „Heute liest Mila.“
Für den Einstieg helfen vier Gruppen: Ort, Zeit, Art und Weise sowie Grund. Fachwörter dafür sind lokal, temporal, modal und kausal. Ordne nach der Bedeutung im konkreten Satz, nicht bloß nach einem auswendig gelernten Etikett.
| Gruppe | Hilfreiche Fragen | Beispiele im Satz |
|---|---|---|
| Ort · lokal | Wo? Wohin? Woher? | Das Fahrrad steht draußen. Komm her! |
| Zeit · temporal | Wann? Wie oft? Wie lange? | Wir üben morgen. Ben liest oft. |
| Art und Weise · modal | Wie? Auf welche Weise? | Mila zeichnet gern. Mach es so. |
| Grund / Zusammenhang · kausal | Warum? Weshalb? | Es regnet. Deshalb bleiben wir drinnen. |
Zu Zeitangaben gehören auch Häufigkeiten: immer, oft, manchmal und nie. Ortsadverbien wie hier, dort oder oben benennen häufig keinen Ort mit Namen. Du verstehst sie erst durch die Situation oder den vorherigen Text.
Bei deshalb wird ein Zusammenhang hergestellt: Der Regen erklärt, warum wir drinnen bleiben. Das Wort verweist auf den zuvor genannten Grund. Nicht jedes Adverb passt eindeutig in nur eine einfache Schublade; diese vier Gruppen bilden eine erste Orientierung.
In „Wir warten draußen“ ist draußen ein Adverb. Die Wortart beschreibt die grammatischen Eigenschaften des einzelnen Wortes.
Draußen sagt, wo wir warten. Im Satz bildet es eine adverbiale Bestimmung des Ortes, auch Ortsadverbial genannt.
| Satz | Form der Angabe | Funktion im Satz |
|---|---|---|
| Wir warten draußen. | Adverb | Adverbiale Bestimmung des Ortes |
| Wir warten vor dem Haus. | Präpositionalgruppe | Adverbiale Bestimmung des Ortes |
| Mila läuft schnell. | Adverbial verwendetes Adjektiv | Adverbiale Bestimmung der Art und Weise |
Eine adverbiale Bestimmung ist also nicht automatisch ein Adverb. „Vor dem Haus“ besteht aus Präposition, Artikel und Nomen. Zusammen übernehmen die Wörter hier dieselbe Satzfunktion wie draußen. Beim Bestimmen musst du wissen, ob nach der Wortart oder dem Satzglied gefragt wird.
Vergleiche auch „Ben antwortet freundlich“. Freundlich beschreibt hier die Art des Antwortens. Es bleibt nach der auf dieser Seite verwendeten Einteilung ein Adjektiv, obwohl es im Satz adverbial gebraucht wird. Genau diese Trennung verhindert viele Verwechslungen.
Untersuche „Mila läuft schnell“. Das Wort steht ohne Endung. Trotzdem ist schnell ein Adjektiv: Du kannst es auch vor einem passenden Nomen verwenden und dabei deklinieren, etwa „ein schneller Lauf“ oder „mit einem schnellen Schritt“.
„Mila läuft schnell.“ → „ein schneller Lauf“
Die Endungsprobe zeigt die Eigenschaften des Adjektivs. Dass schnell im ersten Satz ohne Endung steht, ändert die Wortart nicht.
„Wir üben heute.“ → Nicht: „ein heute Termin“
Für einen Ausdruck vor dem Nomen brauchst du das andere Wort heutig: ein heutiger Termin. Das ist eine Ableitung und keine gebeugte Form von heute.
Manche Schulmaterialien sprechen bei schnell in „läuft schnell“ vereinfacht von einem Adverb. Hier unterscheiden wir genauer: Adjektiv bezeichnet die Wortart, adverbial den Gebrauch. Prüfe bei Schulaufgaben, welche Einteilung im Unterricht vereinbart wurde.
Viele Adverbien können unterschiedliche Stellen im Satz einnehmen: „Mila liest heute“ und „Heute liest Mila“. Die Zeitangabe bleibt dieselbe. Am Satzanfang kann sie besonders hervorgehoben werden oder den Anschluss an den vorherigen Text bilden.
Im einfachen Aussagesatz steht das finite Verb an zweiter Satzgliedposition. Gemeint ist nicht unbedingt das zweite Wort. Auch eine längere Zeitangabe kann den ersten Platz besetzen: „Am frühen Morgen liest Mila.“ Danach folgt sofort das finite Verb liest.
Das gilt auch bei verbindenden Adverbien wie deshalb oder trotzdem: „Es regnet. Deshalb bleiben wir drinnen.“ Deshalb steht im zweiten Satz auf Position 1, bleiben auf Position 2. Solche Adverbien heißen auch Konjunktionaladverbien, weil sie zusätzlich einen Zusammenhang herstellen.
Die meisten Adverbien wie hier, heute und draußen bilden keine Steigerungsreihe. Einzelne haben Vergleichsformen: gern – lieber – am liebsten. „Ich lese gern, zeichne aber lieber.“ Eine Steigerungsmöglichkeit allein beweist deshalb noch nicht, dass ein Wort ein Adjektiv ist.
Als Adverbien schreibt man sie mitten im Satz klein: „Wir treffen uns morgen.“ Am Satzanfang gilt die normale Großschreibung: „Morgen treffen wir uns.“ Das Nomen in „der Morgen“ oder „am Morgen“ schreibt man dagegen groß.
Orange hebt das untersuchte Wort hervor. Grün zeigt ein finites Verb oder eine Vergleichsform; Blau markiert den passenden Bezug. Alle Auswahlen zeigen zwei Vergleichsbeispiele.
Draußen beantwortet Wo?, heute beantwortet Wann? Beide sind Adverbien, ihre Bedeutung unterscheidet sich.
Aus „Wir treffen uns. Wir lesen.“ soll eine verständliche Nachricht werden. Ergänze mindestens zwei Adverbien und eine Präpositionalgruppe. Stelle ein Adverb an den Satzanfang. Benenne anschließend die Wortarten und die Funktion der Orts- oder Zeitangaben.
„Morgen treffen wir uns vor der Bücherei. Dort lesen wir gemeinsam eine Geschichte.“
Morgen ist ein Zeitadverb und bildet eine adverbiale Bestimmung der Zeit. Dort ist ein Ortsadverb; vor der Bücherei ist eine Präpositionalgruppe. Beide übernehmen in ihren Sätzen die Funktion einer Ortsangabe. Gemeinsam ist hier ein adverbial verwendetes Adjektiv. Nach Morgen und Dort folgt jeweils das finite Verb.
Einstieg: Einen knappen Satz durch Angaben zu Zeit, Ort und Art und Weise erweitern. Die Wirkung der zusätzlichen Informationen besprechen.
Differenzierung: Zuerst eindeutige Adverbien wie heute und draußen untersuchen. Danach schnell und freundlich mit der Adjektivprobe abgrenzen.
Transfer: Ein Wortartenplakat und ein Satzgliederplakat getrennt anlegen. Dasselbe Beispiel unter beiden Blickwinkeln beschreiben, damit Wortart und Funktion nicht vermischt werden.
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