Fühler sind keine Beine
Fühler sitzen am Kopf des Insekts und dienen vor allem der Wahrnehmung. Beim Zählen musst du echte Laufbeine von Fühlern, Tastern oder anderen Körperanhängen unterscheiden.
Biologie · Verstehen und üben
Käfer, Spinne, Schnecke oder Regenwurm: Welche Merkmale helfen beim Einordnen? Lerne wichtige Gruppen kennen und unterscheide Körperbau, Stützstrukturen und Lebensweisen.
Schmetterling, Schnecke und Regenwurm gehören zu den wirbellosen Tieren. Ihnen fehlt eine Wirbelsäule aus Wirbelelementen. Trotzdem können sie feste Stützstrukturen besitzen: Ein Käfer hat ein Außenskelett, eine Gehäuseschnecke eine Schale und ein Seestern kalkige Elemente in der Körperwand.
„Wirbellose“ ist ein Sammelbegriff für viele verschiedene Tiergruppen. Er bezeichnet keine einzelne Tierklasse und keine geschlossene Abstammungsgruppe. Eine Spinne ist beispielsweise mit einem Käfer näher verwandt als mit einem Regenwurm.

Die Auswahl gibt dir einen Überblick über häufig behandelte Tiergruppen. Sie umfasst nicht alle wirbellosen Tiere; beispielsweise gibt es auch Plattwürmer und Fadenwürmer.
Auf schmalen Bildschirmen kannst du diese Tabelle seitlich verschieben.
| Gruppe | Typische Merkmale | Beispiele |
|---|---|---|
| Gliederfüßer | Gegliederte, gelenkig verbundene Körperanhänge; Außenskelett unter anderem aus Chitin; Wachstum mit Häutungen | Insekten, Spinnentiere, Krebstiere, Tausendfüßer |
| Weichtiere | Weicher Körper mit Mantel; muskulöser Fuß je nach Gruppe unterschiedlich umgebildet; oft eine Schale | Schnecken, Muscheln, Tintenfische |
| Ringelwürmer | Körper aus aufeinanderfolgenden Segmenten; keine gegliederten Laufbeine wie bei Gliederfüßern | Regenwürmer, viele Meeresborstenwürmer, Egel |
| Nesseltiere | Nesselzellen zum Beutefang und zur Abwehr; häufig Tentakel; Polypen- und/oder Medusenform | Süßwasserpolypen, viele Quallen, Korallen |
| Stachelhäuter | Kalkige Skelettelemente in der Körperwand; Wassergefäßsystem; Erwachsene meist fünfstrahlig organisiert | Seesterne, Seeigel, Seegurken |
| Schwämme | Poren- und Kanalsystem; spezialisierte Zellen erzeugen Wasserstrom und filtern Partikel; Erwachsene meist festgewachsen | Verschiedene Meeres- und Süßwasserschwämme |
Im Alltag werden kleine Krabbeltiere oft pauschal „Insekten“ genannt. Biologisch ist das ungenau. Vergleiche den Bauplan eines erwachsenen Insekts mit dem einer Spinne.
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| Merkmal | Erwachsenes Insekt | Spinne |
|---|---|---|
| Laufbeine | 3 Paare = 6 Beine | 4 Paare = 8 Beine |
| Körperabschnitte | Kopf, Brust, Hinterleib | Vorderkörper und Hinterleib |
| Fühler | 1 Paar | Keine |
| Flügel | Bei vielen Arten vorhanden; manche sind flügellos | Keine |
Fühler sitzen am Kopf des Insekts und dienen vor allem der Wahrnehmung. Beim Zählen musst du echte Laufbeine von Fühlern, Tastern oder anderen Körperanhängen unterscheiden.
Kellerasseln gehören zu den Krebstieren. Erwachsene Kellerasseln besitzen sieben Laufbeinpaare. Ihr Lebensraum unter einem Blumentopf macht sie nicht zu Insekten.
Eine Raupe besitzt neben den drei Paaren Brustbeinen meist zusätzliche fleischige Bauchfüße. Diese sind keine weiteren gegliederten Insektenbeine. Der Vergleich oben bezieht sich auf erwachsene Tiere.
Ein Schmetterling ist ein Insekt, ein Vogel ein Wirbeltier. Auch fehlende Flügel schließen ein Insekt nicht aus: Flöhe und viele andere Insekten sind flügellos.
Wähle ein Beispiel und lies die Merkmale. Ordne es einer der sechs hier vorgestellten großen Gruppen zu. Bei Gliederfüßern erklärt die Rückmeldung zusätzlich die Untergruppe.
Zu welcher großen Gruppe gehört das Tier?
Wähle eine Gruppe.
Ein Außenskelett liegt außen und bietet Schutz sowie Ansatzstellen für Muskeln. Bei Gliederfüßern kann die feste Hülle nicht beliebig mitwachsen. Sie wird deshalb während des Wachstums wiederholt abgestreift und durch eine größere ersetzt: Das ist eine Häutung.
Beim Regenwurm arbeiten Ring- und Längsmuskeln gegen weitgehend inkompressible Flüssigkeit im Körperinneren. Dieses Zusammenspiel bildet ein Hydroskelett. Es ermöglicht Formänderung und Bewegung, obwohl keine starre Wirbelsäule vorhanden ist.
Eine Schneckenschale wird dagegen vom Mantel gebildet und kann durch Anlagerung von Material wachsen. Schnecken häuten ihr Gehäuse also nicht nach dem Prinzip eines Insektenaußenskeletts.
Ein Regenwurm bewegt sich durch den Boden, eine Muschel filtert Teilchen aus Wasser, ein Schmetterling fliegt zu Blüten. Wirbellose Tiere übernehmen sehr unterschiedliche Aufgaben in Ökosystemen: Sie können bestäuben, Pflanzen fressen, Beute jagen, Material zerkleinern oder anderen Tieren als Nahrung dienen.
Schau möglichst genau auf die Körperabschnitte, die Ansatzstellen der Beine und weitere Merkmale. Notiere, was du tatsächlich siehst. Fehlende oder verdeckte Beine können das Zählen erschweren. Nutze dann zusätzliche Merkmale, statt aus einem unsicheren Eindruck eine sichere Zuordnung zu machen.
Versuche jede Aufgabe zuerst selbst. Nutze bei Bedarf den Tipp und vergleiche erst danach mit der Lösung.
Vergleiche einen Käfer mit einem Hai.
Wirbellose Tiere besitzen keine Wirbelsäule. Das bedeutet nicht, dass sie ohne Stützstrukturen sind. Ein Käfer hat ein Außenskelett; ein Hai ist trotz seines knorpeligen Skeletts ein Wirbeltier.
Denke an die sehr unterschiedlichen Gruppen in der Übersicht.
Der Begriff fasst zahlreiche Tiergruppen nach dem Fehlen einer Wirbelsäule zusammen. Er bezeichnet keine einzelne Klasse und keine geschlossene Abstammungsgruppe.
Unterscheide Gliederfüßer, Weichtiere und Ringelwürmer.
Marienkäfer: Gliederfüßer, genauer Insekten. Weinbergschnecke: Weichtiere. Regenwurm: Ringelwürmer. Für jede Zuordnung helfen mehrere Merkmale des Bauplans.
Ein Insektenbein sitzt nicht am Hinterleib.
Die Merkmale passen zu einem erwachsenen Insekt. Die Laufbeine bilden drei Paare und setzen am Brustabschnitt an. Fühler am Kopf werden nicht als Beine mitgezählt.
Ein Paar besteht aus zwei Beinen.
Acht Beine entsprechen vier Beinpaaren. Bei Spinnen sitzen sie am Vorderkörper. Der Hinterleib trägt keine Laufbeine.
Der Lebensraum ist nicht das einzige Merkmal einer Verwandtschaftsgruppe.
Krebstiere umfassen auch an Land lebende Gruppen. Die Kellerassel gehört aufgrund ihres Bauplans und ihrer Abstammung dazu. Erwachsene Tiere besitzen sieben Laufbeinpaare und sind keine Insekten.
Nicht jedes typische Merkmal kommt bei jeder Art gleich vor.
Doch, sie ist ein Weichtier. Ein großes äußeres Gehäuse ist kein notwendiges Merkmal aller Weichtiere. Mantel und muskulöser Kriechfuß helfen bei der Einordnung.
Vergleiche eine feste Hülle mit wachsendem Körpergewebe.
Das feste Außenskelett kann nicht unbegrenzt mitwachsen. Bei der Häutung wird die alte Hülle abgestreift; die neue kann sich zunächst erweitern und anschließend festigen.
Denke an Muskeln und Flüssigkeit.
Ring- und Längsmuskeln verändern die Körperform und arbeiten gegen Flüssigkeit im Körperinneren. Dieses Hydroskelett stützt den Körper; beim Regenwurm unterstützen auch Borsten die Verankerung.
Die durchsichtige oder weiche Körperform reicht nicht aus.
Nesselzellen sind das kennzeichnende Merkmal. Sie können beim Beutefang und bei der Abwehr eingesetzt werden. Die Tentakel vieler Nesseltiere tragen zahlreiche solcher Zellen.
Nicht alle Tiere bewegen sich als Erwachsene von Ort zu Ort.
Ortsbewegung ist kein notwendiges Merkmal jedes erwachsenen Tieres. Schwämme sind vielzellige Tiere, die Nahrungspartikel aufnehmen; ihre spezialisierten Zellen erzeugen unter anderem Wasserströme zur Ernährung.
Nutze mindestens ein Gegenbeispiel.
Auch Fadenwürmer und Schlangen können langgestreckt und beinlos sein, gehören aber zu anderen Gruppen. Für Ringelwürmer müssen weitere Merkmale wie die Segmentierung und der innere Bau berücksichtigt werden.
Welche Aussage ist richtig?
Wähle eine Antwort und begründe sie zunächst selbst.

Das vorhandene Arbeitsblatt vertieft die Insekten als eine wichtige Gruppe der wirbellosen Tiere.
Arbeitsblatt ansehen →Eigene Erklärungen und Aufgaben. Die beschrifteten Schemata sind vereinfachte Lernmodelle; die Illustrationen dienen der Veranschaulichung.