Produzenten · organische Stoffe aufbauen
Grüne Pflanzen und Algen stellen mithilfe der Fotosynthese aus CO₂ und Wasser organische Stoffe her. Sie nutzen dafür Lichtenergie. „Produzent“ bedeutet nicht, dass sie Energie aus dem Nichts erzeugen.
Biologie · Verstehen und üben
Lies Nahrungspfeile sicher, unterscheide Produzenten und Konsumenten und erkunde ein Nahrungsnetz. Begründe mögliche Folgen einer Veränderung, ohne mehr zu behaupten, als das Modell zeigt.
Eine Nahrungskette zeigt eine ausgewählte Folge von Nahrungsbeziehungen. In einem üblichen Nahrungsnetz zeigt der Pfeil vom gefressenen Organismus zum Verbraucher. Er bedeutet: „dient als Nahrung für“ – nicht „frisst“.
Mit der Nahrung werden organische Stoffe und darin gespeicherte chemische Energie weitergegeben. Die Pfeilrichtung ist deshalb dieselbe wie die Richtung dieses Transfers.
Pflanze → Raupe: Die Pflanze dient der Raupe als Nahrung. In Alltagssprache lautet dieselbe Beziehung: „Die Raupe frisst an der Pflanze.“
Die Kette ist ein Ausschnitt möglicher Beziehungen am Waldrand. Sie behauptet nicht, dass Kohlmeisen nur Raupen fressen oder Waldkäuze nur Kohlmeisen. Welche Nahrung tatsächlich genutzt wird, hängt unter anderem von Jahreszeit, Entwicklungsstadium und Angebot ab.
Grüne Pflanzen und Algen stellen mithilfe der Fotosynthese aus CO₂ und Wasser organische Stoffe her. Sie nutzen dafür Lichtenergie. „Produzent“ bedeutet nicht, dass sie Energie aus dem Nichts erzeugen.
Tiere beziehen organische Stoffe, indem sie andere Organismen oder deren Teile fressen. Pflanzenfresser, Räuber und Allesfresser gehören dazu. Auch Samen und Früchte sind pflanzliche Nahrung.
Abgestorbenes organisches Material und Ausscheidungen heißen zusammen Detritus. Viele Bodentiere fressen oder zerkleinern dieses Material und unterstützen damit den Abbau.
Viele Pilze und Bakterien bauen organisches Material enzymatisch ab. Bei der Mineralisierung entstehen anorganische Stoffe, die Produzenten wieder aufnehmen können. Nicht alle Pilze oder Bakterien ernähren sich auf diese Weise.
In Schulbüchern wird Destruenten teils als Sammelbegriff für am Abbau beteiligte Organismen verwendet. Hier unterscheiden wir Detritusfresser und mikrobiellen Abbau, damit die jeweiligen Aufgaben deutlich bleiben. Beide gehören in die Betrachtung eines Ökosystems.
Pflanze: baut organische Stoffe auf. Erste Trophiestufe.
Raupe: frisst Pflanzenmaterial. Zweite Trophiestufe.
Kohlmeise: frisst in dieser Kette die Raupe. Dritte Trophiestufe.
Waldkauz: frisst hier die Kohlmeise. Vierte Trophiestufe.
Frisst eine Kohlmeise Samen, wirkt sie in diesem Nahrungsweg als Primärkonsument. Frisst sie eine pflanzenfressende Raupe, wirkt sie als Sekundärkonsument. Die Stufe beschreibt den betrachteten Nahrungsweg, nicht einen festen Rang der Tierart.
Auch der Waldkauz kann auf unterschiedlichen Stufen stehen: Im Weg Pflanze → samenfressende Waldmaus → Waldkauz ist er Sekundärkonsument. „Konsument 1. Ordnung“ bedeutet Primärkonsument; die Zahl der Trophiestufe liegt jeweils um eins höher, weil der Produzent mitgezählt wird.
Ein Nahrungsnetz verbindet mehrere Nahrungsketten. Ein Organismus kann mehrere Nahrungsquellen und mehrere Fressfeinde haben. Dadurch entstehen Verzweigungen. Das folgende Netz ist bewusst klein: Es zeigt mögliche Nahrungswege am Waldrand, keine vollständige Artenliste.
Wähle eine Gruppe. Blau markierte eingehende Pfeile zeigen ihre Nahrung, braun markierte ausgehende Pfeile ihre Verbraucher. Die Textauswertung nennt dieselben Beziehungen.
*Waldmäuse sind hier auf dem Nahrungsweg über Samen dargestellt. Tatsächlich können sie auch tierische Nahrung nutzen. „Pflanzen“ fasst mehrere Arten zusammen; die Nahrungspfeile können verschiedene Pflanzenteile betreffen.
Verändere das Netz gedanklich. Zuerst betrachten wir die sichere Änderung im Diagramm, danach mögliche Folgen für die Natur. Das ist keine Populationssimulation.
Alle sechs eingezeichneten Nahrungsbeziehungen sind vorhanden.
Das Diagramm zeigt Möglichkeiten, aber weder die Häufigkeit der Fraßereignisse noch die Anzahl der Tiere.
Blätter, tote Tiere und Ausscheidungen können von jeder Trophiestufe in das Detritusnetz gelangen. Der Abbau beginnt deshalb nicht erst beim letzten Räuber einer Nahrungskette. Detritusfresser und Mikroorganismen nutzen einen Teil der organischen Stoffe für ihren eigenen Stoffwechsel.
Die Darstellung verfolgt vereinfacht den Weg von Mineralstoffen. Für einen vollständigen Stoffkreislauf muss man angeben, welches Element betrachtet wird. Kohlenstoff wird beispielsweise auch als CO₂ freigesetzt und bei der Fotosynthese aufgenommen.
Energie verhält sich anders: Bei Stoffwechselvorgängen wird chemische Energie umgewandelt und schließlich als Wärme an die Umgebung abgegeben. Diese Wärme wird von Pflanzen nicht als Lichtenergie recycelt. Ökosysteme benötigen eine fortlaufende Energiezufuhr; am Waldrand kommt sie überwiegend von der Sonne.
Stoffe können wiederholt genutzt werden. Energie durchläuft das System und wird zunehmend als Wärme verteilt. Die bekannte „10-%-Regel“ ist eine grobe Modellannahme, kein für alle Nahrungsbeziehungen gültiger Naturwert.
1. Legende prüfen: Welche Bedeutung haben Pfeile und Symbole? In unseren Netzen gilt Nahrung → Verbraucher.
2. Produzenten finden: Welche Organismen stellen organische Stoffe selbst her?
3. Einen Weg verfolgen: Beginne beim Produzenten und folge verbundenen Pfeilen. Bestimme die Rolle jeder Station in genau diesem Weg.
4. Verzweigungen beachten: Suche alternative Nahrung und gemeinsame Verbraucher.
5. Grenzen benennen: Das Netz allein verrät keine Populationsgrößen und keine exakten Folgen einer Störung.
„Kohlmeisen sind in diesem Netz sowohl Primär- als auch Sekundärkonsumenten: Sie können Pflanzensamen direkt fressen oder Raupen nutzen, die zuvor Pflanzen gefressen haben.“
Löse zuerst selbst. Ein Tipp hilft beim Einstieg; die Lösung zeigt die fachliche Begründung.
Was zeigt ein Pfeil von einer Raupe zur Kohlmeise?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Den Alltagssatz „Die Kohlmeise frisst eine Raupe“ in einen Nahrungspfeil übersetzen.
Partnerarbeit: Eine Person verfolgt einen Nahrungsweg, die andere begründet die Konsumentenordnungen. Danach Rollen tauschen.
Transfer: Im Veränderungsmodell direkte Änderungen und nur mögliche Folgen farblich oder sprachlich trennen.
Vertiefung: Ein eigenes kleines Netz aus überprüften Nahrungsbeziehungen erstellen und erläutern, was bewusst weggelassen wurde.
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Arbeitsblatt ansehen →Fachliche Vertiefung: OpenStax · Biology 2e: Ecology of Ecosystems · Energy Flow through Ecosystems. Eigene Erklärungen, Schaubilder und vereinfachte Unterrichtsmodelle. Klassenstufen und Vertiefung unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart.