Geografie · Wetter & Wasser · Klasse 5–7

Wasserkreislauf und Niederschlag

Warum trocknet eine Pfütze? Wie entstehen Wolken und Regen? Verfolge die Wege des Wassers – vom Meer über die Luft bis in den Boden.

Bilder · Ausprobieren · Übungen mit Lösungen
Landschaft mit Meer, Fluss, See, Wald, Schnee und Regenwolken am Gebirge.
Wasser in einer Landschaft: Welche Speicher und Wege erkennst du? KI-generierte Anschauung.

Das kannst du danach: Verdunstung und Kondensation erklären, Niederschlagsformen unterscheiden und die Wege des Wassers sowie menschliche Einflüsse beschreiben.

Lernschritt 1

Wasser ist unterwegs – und wird gespeichert

Wasser wechselt zwischen Meer, Luft, Land und Lebewesen. Dabei kann es flüssig, gasförmig oder fest sein. Die Sonne liefert Energie für Verdunstung; die Schwerkraft lässt Niederschlag fallen und Wasser bergab fließen.

Schau auf das Einstiegsbild: Wo erkennst du Meer, Fluss, Wolken, Regen und Schnee? Grundwasser und Wasserdampf sind wichtige Teile des Kreislaufs, die du dort nicht sehen kannst.

Verdunsten

Flüssiges Wasser wird zu unsichtbarem Wasserdampf – auch unterhalb von 100 °C. Das geschieht an Gewässern, feuchten Böden und anderen nassen Oberflächen.

Pflanzen geben Wasser ab

Wurzeln nehmen Wasser auf. Über Blätter gelangt ein Teil als Wasserdampf in die Luft: Transpiration. Zusammen mit Verdunstung heißt das Evapotranspiration.

Kondensieren und Wolken bilden

Kühlt feuchte Luft ausreichend ab, kann Wasserdampf zu winzigen Tröpfchen werden. In kalten Wolken gibt es auch Eiskristalle. Wind transportiert feuchte Luft und Wolken.

Niederschlag fällt

Tröpfchen oder Eiskristalle wachsen. Sind sie groß genug, um trotz Luftbewegungen zu fallen, entsteht zum Beispiel Regen oder Schnee. Nicht jede Wolke bringt Niederschlag am Boden.

Versickern oder abfließen

Ein Teil gelangt in den Boden, ein Teil fließt oberirdisch ab. Im Untergrund kann Wasser weiter zum Grundwasser gelangen; Bäche und Flüsse führen Wasser in Seen oder Meere.

Speichern und weiterreisen

Meere, Seen, Böden, Grundwasser, Schnee und Gletscher speichern Wasser unterschiedlich lange. Schmelzen, Quellen, Abfluss und erneute Verdunstung setzen die Reise fort.

Kein Rundkurs mit festem Start: Ein Tropfen kann viele Wege nehmen und lange gespeichert bleiben. Nicht alles Regenwasser fließt sofort ins Meer zurück.

Lernschritt 2

Wasserdampf ist unsichtbar – Wolken sind sichtbar

Verdunstung: flüssig → gasförmig

Eine Pfütze kann kleiner werden, ohne zu kochen. Einzelne Wassermoleküle verlassen die Oberfläche. Wärme, trockene Luft und Luftbewegung begünstigen meist die Verdunstung.

Kondensation: gasförmig → flüssig

Wenn feuchte Luft abkühlt und die Sättigung erreicht, können sich an kleinen Teilchen Tröpfchen bilden. Die Temperatur, bei der Sättigung erreicht wird, heißt Taupunkt.

Warum beim Aufsteigen? Mit der Höhe nimmt der Luftdruck ab. Aufsteigende Luft dehnt sich aus und kühlt dabei ab. Bei ausreichender Feuchte entstehen Wolkentröpfchen. Für eine Wolke braucht es also mehr als bloß vorhandenen Wasserdampf.

Häufiger Denkfehler: Eine Wolke besteht aus kleinen Wassertröpfchen und/oder Eiskristallen. Der gasförmige Wasserdampf selbst ist unsichtbar.

Wolken, Nebel und Tau unterscheiden

Nebel besteht aus kleinen Tröpfchen nahe dem Boden. Tau sind Tropfen, die sich durch Kondensation an kalten Oberflächen bilden. Er fällt nicht als Regen aus einer Wolke. Reif kann entstehen, wenn Wasserdampf an einer kalten Oberfläche direkt zu Eis wird.

Weitere Zustandswechsel: Wasser, Eis und Wasserdampf

Gefrieren: Flüssiges Wasser wird zu Eis. Schmelzen: Eis wird zu flüssigem Wasser. Schnee und Gletscher können Wasser deshalb lange speichern und später wieder abgeben.

Sublimation: Eis geht direkt in Wasserdampf über. Der umgekehrte Übergang heißt Resublimation, etwa bei der Bildung von Reif. Für Schmelzen und Verdunsten wird Energie benötigt; beim Gefrieren und Kondensieren wird Energie frei.

Beobachten & erklären

Woher kommen die Tropfen außen am Glas?

Links ein Glas mit Eiswasser und Tropfen auf der Außenseite, rechts ein Glas mit Wasser ohne Eis und trockener Außenfläche.
Kalt und warm vergleichen: Die Tropfen auf der kalten Außenseite stammen aus dem Wasserdampf der umgebenden Luft. Das rechte Glas dient als Vergleich. KI-generierte Illustration.
Dein Versuch: Vorhersagen, beobachten, erklären
  1. Stelle zwei gleiche, außen trockene Gläser auf Untersetzer. Fülle eines mit Eiswasser, das andere mit zimmerwarmem Wasser.
  2. Vermute: An welchem Glas entstehen außen Tropfen? Notiere deine Begründung.
  3. Beobachte einige Minuten und vergleiche die Außenflächen. Wische außen an einer Stelle trocken: Bilden sich dort neue Tropfen?
  4. Erkläre: Die Luft direkt am kalten Glas kühlt ab. Wasserdampf kann dort kondensieren.

Kontrolle: Beide Gläser enthalten Wasser. Tropfen entstehen bevorzugt an der kalten Außenseite – das spricht gegen „Wasser sickert durch das Glas“. In sehr trockener Luft kann der Effekt schwach sein.

Modellgrenze: Am Glas kondensiert Wasser an einer Oberfläche. In Wolken entstehen Tröpfchen an sehr kleinen Schwebeteilchen. Das Glas zeigt den Zustandswechsel, nicht die gesamte Wolkenbildung.

Lernschritt 3

Wie wird aus einer Wolke Niederschlag?

Winzige Tröpfchen wachsen durch Zusammenstöße; in kalten Wolken können auch Eiskristalle wachsen. Was am Boden ankommt, hängt unter anderem von den Temperaturen auf dem Fallweg ab.

Regen und Niesel

Flüssige Tropfen; Niesel besteht aus besonders kleinen Tropfen. Regen kann auch aus schmelzenden Schneeflocken entstehen.

Schnee

Eiskristalle verbinden sich zu Schneeflocken. Bleibt der Fallweg ausreichend kalt, erreichen sie den Boden als Schnee.

Hagel und Graupel

Graupel entsteht, wenn unterkühlte Tröpfchen an Eisteilchen gefrieren. Hagelkörner wachsen in Gewitterwolken mit kräftigen Aufwinden und können deutlich größer werden.

Drei Wege nach oben

Steigungsregen am Gebirge

Wind führt feuchte Luft gegen ein Gebirge. Sie steigt auf, kühlt ab und kann Wolken und Niederschlag bilden. Die dem Wind zugewandte Seite heißt Luv, die abgewandte Lee.

Wärme und Fronten

Konvektion: erwärmte Luft steigt auf; daraus können Schauer oder Gewitter entstehen. Front: wärmere Luft wird über kältere gehoben. Auch dabei kann sie abkühlen und Niederschlag bilden.

Vertiefung: Regenschatten und Föhn

Im Lee sinkt Luft häufig wieder ab und erwärmt sich. Ihre relative Feuchte sinkt; Wolken können sich auflösen. Deshalb ist die Leeseite in vielen Gebirgslagen trockener: Regenschatten. Ein warmer, trockener Fallwind heißt Föhn. Die genaue Entstehung ist komplexer als dieses Grundmodell; nicht jeder Föhn setzt Niederschlag auf der Luvseite voraus.

Lernschritt 4

Wohin fließt Regen auf dem Schulhof?

Vergleiche drei Oberflächen. Überlege zuerst: Wo kann Wasser am ehesten einsickern? Wo fließt es schneller oberirdisch ab?

Boden und Grundwasser

Versickerndes Wasser füllt zunächst Poren im Boden. Ein Teil wird gespeichert oder von Pflanzen aufgenommen; ein Teil sickert tiefer. Grundwasser füllt verbundene Hohlräume im Untergrund und bewegt sich meist langsam.

Oberflächenabfluss

Wenn Regen nicht schnell genug versickern kann, fließt Wasser über die Oberfläche ab. Dichte Versiegelung, gesättigter Boden und sehr intensiver Regen können diesen Anteil erhöhen.

Die drei Fälle im Vergleich – auch ohne Interaktion

Bewachsene, aufnahmefähige Fläche: Wasser kann in den Boden gelangen; Pflanzen und Boden speichern einen Teil. Dichter Asphalt: Kaum direkte Versickerung, mehr oberflächlicher Abfluss. Gesättigter Boden: Er kann nur noch wenig zusätzlich aufnehmen; auch auf Grünflächen kann viel Wasser abfließen. Bodenart, Gefälle, Regenintensität und Entwässerung verändern das Ergebnis.

Menschen verändern den Kreislauf: Begrünung, durchlässige Beläge und Rückhalteflächen können Wasser zurückhalten. Wasserentnahme und Bewässerung verändern ebenfalls Speicher und Flüsse. Der Kreislauf macht Wasser nicht automatisch sauber oder überall verfügbar.

Transfer: Plane eine Verbesserung

Aufgabe: Ein Schulhof soll weniger Regenwasser sofort in den Kanal abgeben. Schlage zwei Maßnahmen vor und erkläre ihre Wirkung.

Mögliche Lösung: Geeignete Flächen entsiegeln und begrünen, damit Wasser versickern und gespeichert werden kann. Eine bepflanzte Mulde oder ein Gründach hält Wasser zeitweise zurück. Die konkrete Planung muss Untergrund, Platz und Entwässerung berücksichtigen.

Üben & anwenden

Verstehst du die Wege des Wassers?

Wähle jeweils eine Antwort. Prüfe anschließend deine Auswahl und lies die Begründungen.

1. Was liefert hauptsächlich Energie für Verdunstung im natürlichen Wasserkreislauf?

Lösung mit Erklärung

Die Sonne Sonnenenergie treibt einen großen Teil der Verdunstung an; die Schwerkraft treibt unter anderem Abfluss und fallenden Niederschlag.

2. Woraus besteht eine sichtbare Wolke?

Lösung mit Erklärung

Winzigen Wassertröpfchen und/oder Eiskristallen Wasserdampf ist gasförmig und unsichtbar.

3. Warum entstehen außen am kalten Glas Tropfen?

Lösung mit Erklärung

Wasserdampf aus der Luft kondensiert Die Luft am Glas kühlt ab. Wasser aus der Luft geht vom gasförmigen in den flüssigen Zustand über.

4. Wie heißt die Wasserabgabe von Pflanzen über die Blätter?

Lösung mit Erklärung

Transpiration Pflanzen nehmen Wasser mit den Wurzeln auf und geben einen Teil als Wasserdampf ab.

5. Was geschieht beim Steigungsregen?

Lösung mit Erklärung

Feuchte Luft steigt am Gebirge auf und kühlt ab Bei ausreichender Feuchte bilden sich Wolken und Niederschlag.

6. Welche Aussage über Regenwasser stimmt?

Lösung mit Erklärung

Es kann versickern, gespeichert werden oder abfließen Der Kreislauf hat mehrere Wege und Speicher mit unterschiedlichen Aufenthaltszeiten.

7. Was bewirkt dichter Asphalt meist gegenüber aufnahmefähigem bewachsenem Boden?

Lösung mit Erklärung

Weniger Versickerung und mehr Oberflächenabfluss Versiegelung verhindert weitgehend, dass Wasser unmittelbar in den Boden eindringt.

8. Kann Wasser auch unterhalb von 100 °C verdunsten?

Lösung mit Erklärung

Ja Verdunstung findet an der Oberfläche auch ohne Sieden statt, etwa bei trocknender Wäsche.

Erkläraufgabe: Erzähle eine mögliche Wasserreise

Beispiel: Meerwasser verdunstet. Wasserdampf gelangt mit bewegter Luft über Land. Beim Abkühlen kondensiert ein Teil zu Wolkentröpfchen. Regen fällt auf eine Wiese. Wasser versickert, wird gespeichert und von einer Pflanze aufgenommen. Über die Blätter gelangt es erneut als Wasserdampf in die Luft.

Diese Reise ist nur eine Möglichkeit. Andere Wege führen zum Beispiel über Flüsse, Grundwasser oder Schnee.

Für Lehrkräfte

Vom Alltagsphänomen zum Zusammenhang

Unterrichtsimpulse und Differenzierung

Einstieg: Am Glasversuch Vermutungen sammeln und Beobachtung von Erklärung trennen. Anschließend die Zustandswechsel auf Wolken und Niederschlag übertragen.

Sicherung: Lernende zeichnen eine eigene Wasserreise mit beschrifteten Pfeilen. Die Begriffe Verdunstung, Kondensation, Niederschlag und ein Speicher müssen vorkommen; weitere mögliche Wege ergänzen.

Basis: Zustandswechsel und Hauptwege. Vertiefung: Taupunkt, Transpiration, Steigungsregen/Föhn, gesättigte Böden und Versiegelung. Der Schulhofvergleich eignet sich als lokale Bewertungsaufgabe.

Weiterlernen

Material zum Wasserkreislauf

Lehrplanbezug, Umfang und Quellen

Schwerpunkt Klasse 5–7: Verdunstung, Kondensation, Niederschlagsformen, Steigungsregen, Speicher, Abfluss und Versickerung; Föhn als Vertiefung. Die Einordnung hängt von Bundesland und Schulform ab.

Abgeglichen mit den unten genannten Lehrplanabschnitten. Diese Seite behandelt das jeweilige Teilthema; Klimadiagramme, maritime und kontinentale Klimate sowie globale Zirkulation werden in eigenen Folgeseiten vertieft. Eine vollständige Deckung aller Landeslehrpläne wird nicht behauptet.

Illustrationen: KI-generierte Anschauungsbilder. Messwerte und Diagramm sind eigens erstellte, ausdrücklich fiktive Übungsdaten. Redaktion Lernmarktplatz · September 2026.

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