Wie warm oder kalt ist die Luft? Ein Thermometer in direkter Sonne wird zusätzlich durch Strahlung erwärmt.
Geografie · Wetter & Wasser · Klasse 5–7
Wetter beobachten und messen
Wie wird aus „Heute ist es ungemütlich“ ein genauer Wetterbericht? Entdecke die Messgeräte, prüfe Messorte und werte eine Wetterwoche aus.
Bilder · Ausprobieren · Übungen mit Lösungen
Das kannst du danach: Wetterelemente und Geräte zuordnen, vergleichbar messen, Daten auswerten und einen sachlichen Wetterbericht formulieren.
Lernschritt 1
Wetter lässt sich beschreiben und messen
Wetter ist der Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. „Schön“ oder „schlecht“ sagt wenig aus. Genauer ist: „Heute um 12 Uhr: 14 °C, bewölkt, Wind aus Südwesten.“
Wie viel Wasser fiel im Messzeitraum? 1 mm entspricht 1 Liter je Quadratmeter.
Woher weht die Luft, wie schnell bewegt sie sich? Westwind kommt aus Westen.
Welchen Anteil des Himmels bedecken Wolken? 0/8 ist wolkenlos, 8/8 bedeckt.
Luft übt Druck aus. Druckunterschiede tragen dazu bei, dass Wind entsteht.
Wie nahe liegt der Wasserdampfgehalt an der Sättigung bei dieser Temperatur? Der Prozentwert hängt auch von der Temperatur ab.
Zusätzlich lässt sich die Sonnenscheindauer in Stunden erfassen. Ein ganzer Wetterbericht verbindet mehrere Wetterelemente.
Wetter, Witterung und Klima – kurz unterschieden
Wetter: der aktuelle Zustand. Witterung: der typische Wetterverlauf über mehrere Tage oder Wochen. Klima: die statistische Beschreibung des Wetters über lange Zeiträume; üblich sind 30-jährige Bezugszeiträume. Dazu gehören Mittelwerte, Schwankungen und Extreme. Eine kalte Woche allein beschreibt noch keinen Klimatrend.
Lernschritt 2
Der Messort macht einen Unterschied

Bildauftrag: Welche Messung beschreibt die Lufttemperatur besser?
Die geschützte, belüftete Messung über Gras ist besser vergleichbar. Die linke Messung wird durch den Standort beeinflusst. Das bedeutet nicht, dass sich beide Orte gleich warm anfühlen müssen: Untergründe und Gebäude verändern tatsächlich das lokale Klima.
Vergleichbar messen
Professionelle Lufttemperaturmessungen erfolgen üblicherweise in 2 m Höhe über geeignetem natürlichem Untergrund, belüftet und gegen direkte Strahlung geschützt. Für Schulmessungen dokumentierst du auch abweichende Bedingungen.
Sauber protokollieren
Notiere Datum, Uhrzeit, Ort, Gerät, Einheit und Besonderheiten. Vergleiche möglichst denselben Standort und dieselben Zeiten. Halte einen Temperaturfühler nicht in der warmen Hand.
Regenmesser: waagerecht und mit freier Auffangöffnung aufstellen. Dachkanten, Bäume und Spritzwasser können den Wert verfälschen. Messzeitraum notieren und nach dem Ablesen leeren.
Selbst untersuchen
Zwei kleine Wetter-Untersuchungen
1 · Temperatur: Sonne oder Strahlungsschutz?
Frage: Beeinflusst direkte Sonne den Messwert?
- Vergleiche zwei ähnliche Thermometer zunächst nebeneinander am selben geschützten Ort. Notiere mögliche Abweichungen.
- Lege eines in direkte Sonne, das andere an einen gut belüfteten, vor direkter Strahlung geschützten Platz in unmittelbarer Nähe und gleicher Höhe.
- Lies nach etwa 10 Minuten beide Werte ab. Wiederhole die Beobachtung; tausche die Geräte zwischen den Plätzen.
- Vergleiche: Wandert der höhere Wert mit dem Standort?
Erklärung: Sonnenstrahlung kann das Thermometer über die Lufttemperatur erwärmen. Die Untersuchung prüft einen Messfehler; sie ist kein präziser Vergleich zweier Luftmassen. Fasse die Messfühler nicht an und vermeide Glasthermometer mit Quecksilber.
2 · Niederschlag: Einen Regenmesser nutzen
Frage: Wie viel Regen fällt in 24 Stunden?
- Verwende einen Regenmesser oder einen standfesten, geraden zylindrischen Kunststoffbehälter mit flachem Boden. Öffnung und Innenquerschnitt müssen gleich groß sein.
- Stelle ihn frei und waagerecht auf. Miss die Wasserhöhe mit einem Millimetermaß vom inneren Boden aus.
- Lies täglich zur gleichen Zeit ab, notiere die Menge und leere den Behälter.
- Vergleiche mehrere Tage. 6 mm Wasserhöhe entsprechen 6 l/m² Regen.
Grenze des Modells: Bei trichterförmigen oder ungleich breiten Gefäßen lässt sich die Wasserhöhe nicht einfach als Niederschlagshöhe lesen. Wind und Verdunstung können die Messung beeinflussen. Schnee benötigt ein anderes Vorgehen.
Protokollvorlage: Datum | Uhrzeit | Standort | Gerät | Messwert mit Einheit | Messzeitraum | Besonderheit. Trenne Beobachtung („18 °C“) und Erklärung („Sonne könnte den Fühler erwärmt haben“).
Lernschritt 3
Wetterdaten lesen und vergleichen
Ein Diagramm hilft dir, Veränderungen zu erkennen. Schau zuerst auf Zeitraum, Messzeit, Einheit und Skala. Hier verwendest du erfundene Daten einer Schulwoche.
| Tag | Temperatur | Niederschlag | Wind aus | Windtempo | Wolkenanteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Montag | 12 °C | 0 mm | W | 10 km/h | 2/8 |
| Dienstag | 14 °C | 2 mm | SW | 15 km/h | 5/8 |
| Mittwoch | 11 °C | 8 mm | W | 25 km/h | 8/8 |
| Donnerstag | 9 °C | 5 mm | NW | 20 km/h | 7/8 |
| Freitag | 13 °C | 0 mm | W | 8 km/h | 3/8 |
Dein Wetterbericht
Wähle einen Tag. Beschreibe zuerst die Tabellenwerte mit eigenen Worten.
Datenaufträge mit Lösungen
- Höchster 12-Uhr-Wert? Dienstag mit 14 °C.
- Größte Regenmenge? Mittwoch mit 8 mm in den vorherigen 24 Stunden.
- Gesamter Niederschlag der fünf Zeiträume? 0 + 2 + 8 + 5 + 0 = 15 mm, entsprechend 15 l/m².
- Spannweite der Temperaturwerte? 14 − 9 = 5 °C.
- War Dienstag der wärmste gesamte Tag? Das lässt sich aus einzelnen 12-Uhr-Werten nicht sicher folgern.
Begründen statt raten: Mittwoch ist in dieser Reihe windiger und regnerischer als Dienstag. Daraus folgt nicht, dass stärkerer Wind immer mehr Regen verursacht.
Lernschritt 4
Warum verändern sich die Wetterelemente?
Sonne und Temperatur
Sonnenenergie erwärmt den Boden; dieser gibt Wärme an die Luft ab. Bewölkung, Tageszeit, Wind, Untergrund und Lage beeinflussen die Temperatur.
Luftdruck und Wind
Unterschiede im Luftdruck treiben Luftbewegungen an. Stark vereinfacht wirkt die Druckkraft vom höheren zum niedrigeren Druck. Erdrotation und Reibung verändern die tatsächliche Windrichtung.
Feuchte und Wolken
Kühlt feuchte Luft genügend ab, kann Wasserdampf kondensieren: winzige Wassertröpfchen entstehen. Wolken bestehen aus Tröpfchen und/oder Eiskristallen, nicht aus unsichtbarem Wasserdampf.
Beobachtung und Vorhersage
Eine Beobachtung beschreibt gemessenes Wetter. Eine Vorhersage berechnet mögliche Entwicklungen mit Daten und Modellen. Sie ist mit Unsicherheit verbunden; eine einzelne Wolke ersetzt keine Vorhersage.
Hoch und Tief: keine Schönwetter-Garantie
In Hochdruckgebieten sinkt Luft häufig ab; in Tiefdruckgebieten steigt sie häufig auf. Aufsteigende Luft kann abkühlen und Wolken bilden. Trotzdem kann es im Hoch zum Beispiel Nebel geben. Ein einzelner Luftdruckwert verrät deshalb nicht sicher, ob es regnet.
Üben & anwenden
Bist du bereit für den Wetterbericht?
Wähle jeweils eine Antwort. Prüfe anschließend deine Auswahl und lies die Begründungen.
Transfer: Erstelle einen Bericht für Mittwoch
Mögliche Lösung: Am Mittwoch wurden am Schulmessort um 12 Uhr 11 °C gemessen. Der Himmel war bedeckt (8/8). Der Wind kam aus Westen mit 25 km/h. In den vorausgehenden 24 Stunden fielen 8 mm Niederschlag. Das bedeutet nicht, dass es um 12 Uhr noch regnete.
Für Lehrkräfte
Beobachten, messen, begründen
Unterrichtsvorschlag und Differenzierung
Eine Stunde plus Messwoche: Einstieg über das Stationsbild; Wetterelemente und Geräte zuordnen. Messortvergleich diskutieren. In Gruppen eine der zwei Untersuchungen durchführen, Bedingungen dokumentieren. Anschließend eine Woche zur gleichen Zeit messen und auswerten.
Basis: Temperatur, Niederschlag, Wind und Bewölkung; Geräte und Einheiten. Vertiefung: Luftfeuchte/Luftdruck, Messfehler, Spannweite, Grenzen der Daten und Unterschied zwischen Beschreibung und Erklärung.
Kontrollfrage: Sind die Messungen wirklich vergleichbar? Bei Starkwetter erfolgen Beobachtungen von einem sicheren Innenraum aus.
Weiterlernen
Material zu Wetter und Messungen


Lehrplanbezug, Umfang und Quellen
Schwerpunkt Klasse 5–7: Wetterelemente, Messgeräte und Einheiten, vergleichbare Messungen, zwei Untersuchungen, Protokoll, Datenanalyse und Wetterbericht; Wetter und Klima als Grundunterscheidung. Die Einordnung hängt von Bundesland und Schulform ab.
Abgeglichen mit den unten genannten Lehrplanabschnitten. Diese Seite behandelt das jeweilige Teilthema; Klimadiagramme, maritime und kontinentale Klimate sowie globale Zirkulation werden in eigenen Folgeseiten vertieft. Eine vollständige Deckung aller Landeslehrpläne wird nicht behauptet.
- Baden-Württemberg: Grundlagen von Wetter und Klima, Sekundarstufe I 5/6
- Bayern: Realschule Geographie 7, Lernbereich 1
- MeteoSchweiz: Temperatur und Messung
- Deutscher Wetterdienst: Wetterlexikon
Illustrationen: KI-generierte Anschauungsbilder. Messwerte und Diagramm sind eigens erstellte, ausdrücklich fiktive Übungsdaten. Redaktion Lernmarktplatz · September 2026.