Wetter: jetzt und hier
Der Zustand der Atmosphäre an einem Ort zu einer bestimmten Zeit: „Heute um 14 Uhr regnet es bei 16 °C.“ Temperatur, Niederschlag, Wind, Bewölkung, Luftdruck und Luftfeuchte beschreiben ihn.
Geografie · Wetter & Klima · Klasse 5–7
Warum sagt eine regnerische Woche noch wenig über das Klima aus? Entdecke die verschiedenen Zeitmaßstäbe und erkläre, wie Meer, Höhenlage und Breite das Klima prägen.

Das kannst du danach: Wetter, Witterung und Klima unterscheiden, Klimafaktoren erklären und maritimes mit kontinentalem Klima vergleichen.
Im Einstiegsbild regnet es links, rechts scheint die Sonne. Beides kann am selben Ort im selben Sommer vorkommen. Daraus kennen wir noch nicht sein Klima.
Der Zustand der Atmosphäre an einem Ort zu einer bestimmten Zeit: „Heute um 14 Uhr regnet es bei 16 °C.“ Temperatur, Niederschlag, Wind, Bewölkung, Luftdruck und Luftfeuchte beschreiben ihn.
Der vorherrschende Wetterverlauf über einen längeren zusammenhängenden Zeitraum: „Die letzten zwei Wochen waren kühl und regnerisch.“
Die statistische Beschreibung des Wetters einer Region: Mittelwerte, typische Schwankungen und Extreme. Dafür betrachtet man lange Zeiträume; als Vergleichszeiträume sind 30 Jahre üblich.
Für den morgigen Ausflug brauchst du eine Wettervorhersage. Für die Frage, welche Pflanzen langfristig zu einer Region passen, sind Klimadaten wichtig.
Merksatz: Wetter erlebst du heute. Klima erkennst du in vielen Wetterbeobachtungen über lange Zeit.
An vergleichbaren Messorten regelmäßig Wetterdaten erfassen.
Tageswerte zu Monats- und Jahreswerten zusammenfassen. Temperatur wird gemittelt, Niederschlag zunächst aufsummiert.
Viele Jahre gemeinsam auswerten: Was ist typisch, wie stark schwankt es, wie häufig treten Extreme auf?
Eine häufig genutzte Referenzperiode ist 1991–2020. Eine Aussage wie „wärmer als üblich“ braucht immer einen Vergleich: für welchen Ort, welchen Monat und welchen Bezugszeitraum?
In zwei erfundenen Wochen kann die mittlere Temperatur jeweils 15 °C betragen. In der einen schwanken die Tage zwischen 14 und 16 °C, in der anderen zwischen 5 und 25 °C. Gleicher Mittelwert bedeutet also nicht gleicher Verlauf.
Ein kalter Tag widerlegt keine langfristige Erwärmung. Ebenso beweist ein heißer Tag allein keinen Klimatrend. Dafür müssen lange, vergleichbare Messreihen untersucht werden. Wie sich der menschlich verstärkte Treibhauseffekt auswirkt, behandeln wir später gesondert.
Nahe dem Äquator steht die Sonne im Jahresverlauf meist höher. Ihre Energie trifft auf eine kleinere Fläche als bei flachem Sonnenstand. Dadurch unterscheiden sich die Temperaturbedingungen.
In der unteren Atmosphäre wird es mit zunehmender Höhe im Mittel kälter. Eine hoch gelegene Stadt kann deshalb trotz südlicher Lage kühl sein. Der genaue Temperaturverlauf hängt von der Wetterlage ab.
Wasser erwärmt und kühlt sich langsamer als Land. Meere speichern Wärme und gleichen Temperaturen aus. Meeresströmungen transportieren Wärme und beeinflussen Küstenregionen.
Winde bringen warme oder kalte, feuchte oder trockene Luft. Gebirge lenken Luftströmungen und können auf der Luvseite Niederschlag begünstigen; im Lee liegt häufig ein Regenschatten.
Auch Bodenbedeckung, Vegetation und Bebauung beeinflussen das lokale Klima. Ein dicht bebautes Stadtzentrum kann nachts wärmer bleiben als sein Umland. Steigungsregen genauer verstehen →

| Merkmal | Maritim: vom Meer geprägt | Kontinental: vom Land geprägt |
|---|---|---|
| Sommer | eher kühl bis mäßig warm | oft wärmer |
| Winter | eher mild | oft deutlich kälter |
| Temperaturunterschied im Jahr | eher klein | eher groß |
| Niederschlag | häufig ganzjährig, oft reichlich | im Inneren von Kontinenten oft geringer; häufig Sommermaximum |
Warum? Im Sommer nimmt das Meer viel Wärme auf, ohne sich so schnell wie Land zu erwärmen. Im Winter gibt es gespeicherte Wärme wieder ab. Ob diese Wirkung einen Ort erreicht, hängt auch von Wind und Gebirgen ab.
In Europa ist die Atlantikküste meist stärker maritim geprägt, weit im Osten nimmt der kontinentale Einfluss häufig zu. Deutschland liegt in einem Übergangsbereich. Vergleiche möglichst Orte auf ähnlicher Breite und Höhe: Sonst wirken mehrere Ursachen zugleich.
Bildauftrag: Beschreibe zuerst, was du siehst. Erkläre dann den Unterschied mit der Wärmespeicherung des Meeres. Ein einzelnes Landschaftsbild allein reicht nicht, um ein Klima sicher zu bestimmen.
Eine Messung zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreibt Wetter.
Der Wettercharakter mehrerer Tage beschreibt die Witterung.
Die Aussage fasst viele Jahre zusammen.
Material: zwei gleiche flache Schalen, Wasser, trockener Sand, zwei geeignete Thermometer, Uhr. Stelle beide Schalen bei gleicher Ausgangstemperatur nebeneinander in die Sonne; fülle sie gleich hoch und miss in gleicher Tiefe. Erhitze nichts auf Herd oder Feuer.
Unter geeigneten Bedingungen ändert sich die Temperatur des Sands schneller. Prüfe bei anderen Ergebnissen Verschattung, Messort und Ausgangstemperaturen. Gleiche Füllhöhen bedeuten nicht gleiche Massen. Der Versuch zeigt ein vereinfachtes Modell; beim Meer wirken zusätzlich Durchmischung, Verdunstung und Strömungen. Er bildet kein vollständiges Küstenklima nach.
Eine Familie plant einen Küstenurlaub im Juli. Was kann das Klima helfen einzuschätzen, was nicht?
Musterlösung: Klimadaten zeigen typische Temperatur- und Niederschlagsbedingungen. Sie garantieren kein bestimmtes Urlaubswetter. Kurz vorher braucht die Familie eine Wettervorhersage.
Klasse 5–7 · etwa 45–60 Minuten. Einstieg: beide Wetterbilder beschreiben. Dann die drei Zeitmaßstäbe ordnen und den Meeresvergleich begründen. Der Versuch eignet sich als zusätzliche praktische Einheit.
Differenzierung: Als Hilfe die Satzanfänge „Wetter beschreibt …“ und „Das Meer speichert …“ nutzen. Zur Vertiefung erklären Lernende, warum zwei Orte trotz gleicher Breite unterschiedliches Klima haben können.
Abgedeckt: Wetter/Witterung/Klima, statistische Betrachtung, Klimafaktoren, maritimes und kontinentales Klima, Modellversuch, Datenkritik. Wetterelemente und Messmethoden vertieft die vorherige Seite; Klimadiagramme folgen auf der nächsten.
Lehrplanorientierung: Baden-Württemberg, Sekundarstufe I 5/6: Grundlagen von Wetter und Klima; Bayern, Gymnasium 7: Arbeitstechniken und Naturgeographie Europas. Klassenangaben sind Richtwerte; die Zuordnung unterscheidet sich nach Schulform und Bundesland.
Fachlicher Bezug: Weltorganisation für Meteorologie: Klima und Deutscher Wetterdienst: Klimaüberwachung.
Passend zum Lernziel: kostenlose PDFs mit Lösungen auf Lernmarktplatz.

Aussagen einordnen und den Unterschied auf Papier üben.
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Temperaturkurven, Niederschlagssäulen und Kenngrößen auswerten.
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