Mathe verstehen und üben / Wahrscheinlichkeit

Mathe · etwa 35–50 Minuten

Wahrscheinlichkeit

Du berechnest Wahrscheinlichkeiten, unterscheidest sie von beobachteten Häufigkeiten und beachtest gleiche Chancen sowie die Ziehregeln.

Voraussetzungen ansehen

Ereignisse, Brüche und Prozentrechnung.

01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten

Was kannst du schon?

3 kurze Aufgaben

Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.

Wahrscheinlichkeiten und relative Häufigkeiten als Bruch mit / oder als Dezimalzahl mit Komma oder Punkt eingeben. Ohne Rundungsauftrag exakt rechnen.

02 · Verstehen

Was bedeutet Wahrscheinlichkeit?

Wie groß ist die Chance?

Fairer Würfel: 3 gerade Augenzahlen von 6.
P(gerade Zahl) = 3 : 6 = 50 %.

Die Zählformel setzt gleich wahrscheinliche Ergebnisse voraus.

0 %25 %50 %75 %100 %unmöglichsicher
Wahrscheinlichkeiten liegen zwischen 0 und 1 beziehungsweise 0 % und 100 %.

Eine Wahrscheinlichkeit beschreibt die Chance, dass ein Ereignis eintritt. Wir schreiben beispielsweise P(E) für die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses E.

In den endlichen Schulbeispielen hier steht 0 für ein unmögliches und 1 für ein sicheres Ereignis. 0,5 entspricht 50 %: Ereignis und Gegenereignis haben dieselbe Chance. Eine Wahrscheinlichkeit kann nicht negativ oder größer als 1 sein.

50 % bedeutet nicht, dass bei zwei Versuchen zwingend genau ein Treffer kommt. Die Angabe beschreibt eine Chance, keine feste Reihenfolge von Ergebnissen.

Günstige durch mögliche Ergebnisse: die Laplace-Regel

Wenn alle einzelnen Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind, gilt:

P(E) = Anzahl günstiger Ergebnisse : Anzahl aller Ergebnisse

Beispiel · Schritt für Schritt

Berechne die Wahrscheinlichkeit mit der Laplace-Regel

Fairer Würfel mit 6 Seiten
E: „gerade Zahl“

RechnungErklärung zum Schritt
Ω = {1, 2, 3, 4, 5, 6}
1 Gleiche Chancen prüfen

Beim fairen sechsseitigen Würfel sind diese sechs einzelnen Ergebnisse gleich wahrscheinlich. Daher gilt die Laplace-Regel.

E = {2, 4, 6}
2 Günstige Ergebnisse wählen

Für das Ereignis „gerade Zahl“ sind drei Ergebnisse günstig.

P(E) = 3 : 6 = 0,5
3 Günstige durch mögliche teilen

Teile die Anzahl günstiger durch die Anzahl aller Ergebnisse.

P(E) = 50 %
4 In Prozent umrechnen

Wandle die Dezimalzahl in Prozent um.

Ereignis Günstige Augenzahlen Wahrscheinlichkeit
„eine 6“ {6} 1/6 ≈ 16,7 %
„höchstens 2“ {1, 2} 2/6 = 1/3 ≈ 33,3 %
„größer als 4“ {5, 6} 2/6 = 1/3 ≈ 33,3 %
„mindestens 2“ {2, 3, 4, 5, 6} 5/6 ≈ 83,3 %

„Günstig“ bedeutet hier nur „zum Ereignis passend“. Es muss kein Gewinn oder persönlich erwünschtes Ergebnis sein.

Kugeln ziehen: die einzelnen Kugeln zählen

In einem Beutel liegen drei rote und zwei blaue Kugeln. Jede einzelne Kugel soll beim verdeckten Ziehen dieselbe Chance haben, zum Beispiel weil die Kugeln gleich groß sind und gut gemischt werden.

Beispiel · Schritt für Schritt

Berechne die Wahrscheinlichkeit für Rot

3 rote und 2 blaue Kugeln
Jede Kugel hat dieselbe Chance

RechnungErklärung zum Schritt
Anzahl aller Kugeln = 3 + 2 = 5
1 Alle Kugeln zählen

Zähle die einzelnen gleich wahrscheinlichen Kugeln, nicht nur die beiden Farben.

P(rot) = 3 : 5 = 0,6
2 Anteil roter Kugeln berechnen

Drei der fünf Kugeln sind rot und damit günstig.

P(rot) = 60 %
3 Ergebnis deuten

Die Farbe Rot ist wahrscheinlicher als Blau; zwei Farben bedeuten hier nicht gleiche Chancen.

Es gibt zwar nur zwei Farben. Diese sind aber nicht gleich wahrscheinlich: Rot wird von drei Kugeln vertreten, Blau nur von zwei. Deshalb ist „zwei Farben, also je 50 %“ falsch.

Die Laplace-Regel funktioniert hier, wenn du die fünf einzelnen Kugeln als gleich wahrscheinliche Ergebnisse betrachtest. Dann sind drei davon für das Ereignis „rot“ günstig.

Mit dem Gegenereignis leichter rechnen

Entweder tritt E ein oder sein Gegenereignis „nicht E“. Deshalb ergänzen sich ihre Wahrscheinlichkeiten zu 1.

P(nicht E) = 1 − P(E)

Beispiel · Schritt für Schritt

Berechne die Chance, keine 6 zu würfeln

Fairer Würfel mit 6 Seiten

RechnungErklärung zum Schritt
P(6) = 1/6
1 Chance für eine 6 bestimmen

Beim fairen sechsseitigen Würfel ist genau eine Augenzahl eine 6.

P(keine 6) = 1 − 1/6
2 Gegenereignis verwenden

Nutze das Gegenereignis. E und nicht E ergänzen sich zum sicheren Ereignis.

P(keine 6) = 5/6
3 Bruch berechnen

Schreibe 1 als 6/6 und subtrahiere.

Beispiel · Schritt für Schritt

Berechne die Chance auf keinen Gewinn

P(Gewinn) = 20 %

RechnungErklärung zum Schritt
P(Gewinn) = 20 %
1 Gegebene Chance ablesen

Die gegebene Chance bezieht sich auf das Ereignis „Gewinn“.

P(kein Gewinn) = 100 % − 20 %
2 Von 100 Prozent abziehen

Ziehe die Gewinnchance von der Gesamtwahrscheinlichkeit ab.

P(kein Gewinn) = 80 %
3 Ergebnis angeben

Das Gegenereignis umfasst alle Ergebnisse ohne Gewinn.

Probier es selbst: Die Chance auf eine rote Kugel beträgt 60 %. Wie groß ist die Chance auf keine rote Kugel?

Lösung ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Berechne die Chance auf keine rote Kugel

P(rot) = 60 %

RechnungErklärung zum Schritt
P(nicht rot) = 100 % − P(rot)
1 Gegenereignis aufstellen

„Keine rote Kugel“ ist das Gegenereignis zu „rote Kugel“.

P(nicht rot) = 100 % − 60 % = 40 %
2 Wert einsetzen

Setze die gegebene Wahrscheinlichkeit ein.

Wahrscheinlichkeit und relative Häufigkeit unterscheiden

Die Wahrscheinlichkeit gehört zum Modell des Versuchs. Die relative Häufigkeit berechnest du aus tatsächlich beobachteten Ergebnissen.

Begriff Beispiel: faire Münze
Wahrscheinlichkeit für Kopf 0,5 = 50 % im Modell
Absolute Häufigkeit 12-mal Kopf in einer Serie von 20 Würfen
Relative Häufigkeit 12 : 20 = 0,6 = 60 % in dieser Serie

Beispiel · Schritt für Schritt

Vergleiche Beobachtung und Modellwahrscheinlichkeit

Faire Münze
12-mal Kopf bei 20 Würfen

RechnungErklärung zum Schritt
h(Kopf) = 12 : 20
1 Treffer durch Versuche teilen

Die relative Häufigkeit ist die beobachtete Trefferzahl geteilt durch die Versuchszahl.

h(Kopf) = 0,6 = 60 %
2 Relative Häufigkeit berechnen

In dieser Serie waren 60 % der Würfe Kopf.

P(Kopf) = 0,5 = 50 %
3 Mit dem Modell vergleichen

Die Modellwahrscheinlichkeit der fairen Münze bleibt 50 %. Beobachtete relative Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit müssen nicht übereinstimmen.

Bei vielen unabhängigen Wiederholungen unter denselben Bedingungen liegt die relative Häufigkeit typischerweise näher an der Wahrscheinlichkeit. Sie muss sich aber nicht mit jedem weiteren Versuch annähern oder jemals exakt gleich sein.

Auch nach fünfmal Kopf bleibt bei einer fairen Münze und unabhängigen Würfen die Chance auf Kopf beim nächsten Wurf 50 %. Die Münze muss frühere Ergebnisse nicht „ausgleichen“.

Zwei Schritte: Pfade multiplizieren, Ereignisse zusammenfassen

Beispiel · Schritt für Schritt

Berechne die Wahrscheinlichkeiten der vollständigen Wege

Zwei unabhängige Würfe
mit einer fairen Münze

RechnungErklärung zum Schritt
P(Kopf) = P(Zahl) = 1/2
1 Einzelchancen festlegen

Wir werfen eine faire Münze zweimal unabhängig voneinander. Beide Ausgänge haben bei jedem Wurf dieselbe Chance.

P(Kopf–Kopf) = 1/2 · 1/2 = 1/4
2 Entlang eines Weges multiplizieren

Multipliziere die Wahrscheinlichkeiten entlang des vollständigen Weges.

P(jeder einzelne Weg) = 1/4
3 Alle Wege vergleichen

Für Kopf–Zahl, Zahl–Kopf und Zahl–Zahl gilt dieselbe Rechnung. Die vier vollständigen Wege sind gleich wahrscheinlich.

Ergebnis Wahrscheinlichkeit Genau einmal Kopf?
Kopf–Kopf ¼ Nein
Kopf–Zahl ¼ Ja
Zahl–Kopf ¼ Ja
Zahl–Zahl ¼ Nein

Beispiel · Schritt für Schritt

Fasse die passenden Wege zusammen

Zwei unabhängige faire Münzwürfe
E: „genau einmal Kopf“

RechnungErklärung zum Schritt
E = {Kopf–Zahl, Zahl–Kopf}
1 Günstige Wege auswählen

Genau einmal Kopf umfasst zwei verschiedene vollständige Wege. Sie schließen einander aus.

P(E) = 1/4 + 1/4
2 Wahrscheinlichkeiten addieren

Addiere die Wahrscheinlichkeiten der beiden passenden Wege.

P(E) = 1/2 = 50 %
3 Ergebnis vereinfachen

Vereinfache und wandle in Prozent um.

Beispiel · Schritt für Schritt

Rechne über das Gegenereignis

Zwei unabhängige faire Münzwürfe
E: „mindestens einmal Kopf“

RechnungErklärung zum Schritt
P(kein Kopf) = 1/4
1 Chance für keinen Kopf bestimmen

Kein Kopf ist nur der Weg Zahl–Zahl.

P(mindestens ein Kopf) = 1 − 1/4
2 Von 1 abziehen

Nutze das Gegenereignis zu keinem Kopf.

P(mindestens ein Kopf) = 3/4 = 75 %
3 Ergebnis berechnen

Direkt gezählt sind drei der vier Wege günstig: Kopf–Kopf, Kopf–Zahl und Zahl–Kopf.

An einem Wahrscheinlichkeitsbaum werden die Wahrscheinlichkeiten entlang eines Pfades multipliziert. Für ein Ereignis addierst du die Wahrscheinlichkeiten der passenden verschiedenen vollständigen Pfade. Die Wahrscheinlichkeiten an späteren Ästen müssen zur jeweiligen Situation passen.

Warum Zurücklegen einen Unterschied macht

Wir ziehen zweimal aus dem Beutel mit drei roten und zwei blauen Kugeln. Gesucht ist „zweimal rot“.

  • Mit Zurücklegen und erneutem Mischen:

    Beispiel · Schritt für Schritt

    Berechne die Chance auf zweimal Rot

    3 rote und 2 blaue Kugeln
    Zwei Züge mit Zurücklegen und Mischen

    RechnungErklärung zum Schritt
    P(rot beim 1. Zug) = 3/5
    1 Erste Chance bestimmen

    Vor dem ersten Zug liegen drei rote unter fünf Kugeln im Beutel.

    P(rot beim 2. Zug nach rot) = 3/5
    2 Zweite Chance bestimmen

    Durch Zurücklegen und erneutes Mischen liegen wieder drei rote unter fünf Kugeln im Beutel; die Chancen bleiben gleich.

    P(zweimal rot) = 3/5 · 3/5
    3 Pfadwahrscheinlichkeiten multiplizieren

    Multipliziere die Wahrscheinlichkeiten entlang des Weges Rot–Rot.

    P(zweimal rot) = 9/25 = 36 %
    4 In Prozent umrechnen

    Multipliziere Zähler und Nenner und rechne in Prozent um.

  • Ohne Zurücklegen:

    Beispiel · Schritt für Schritt

    Berechne die Chance auf zweimal Rot

    3 rote und 2 blaue Kugeln
    Zwei Züge ohne Zurücklegen

    RechnungErklärung zum Schritt
    P(rot beim 1. Zug) = 3/5
    1 Erste Chance bestimmen

    Zu Beginn sind drei der fünf Kugeln rot.

    P(rot beim 2. Zug nach rot) = 2/4
    2 Verbleibende Kugeln zählen

    Nach der ersten roten Kugel bleiben zwei rote unter insgesamt vier Kugeln. Jede verbleibende Kugel hat dieselbe Chance.

    P(zweimal rot) = 3/5 · 2/4
    3 Passende Chancen multiplizieren

    Verwende beim Multiplizieren die zur Vorgeschichte passende zweite Wahrscheinlichkeit.

    P(zweimal rot) = 6/20 = 30 %
    4 Ergebnis berechnen

    Kürzen liefert 3/10. Ohne Zurücklegen beträgt die Chance hier 30 %.

Die zweite Wahrscheinlichkeit ohne Zurücklegen gilt hier für den Weg, auf dem zuerst Rot gezogen wurde. Nach einer blauen Kugel wäre die Zusammensetzung anders.

Eine Rechnung sinnvoll prüfen

  • Gleiche Chancen: Ist die Voraussetzung für die Laplace-Regel erfüllt?
  • Ereignis: Sind „genau“, „mindestens“ und „höchstens“ richtig berücksichtigt?
  • Wertebereich: Liegt das Ergebnis zwischen 0 % und 100 %?
  • Mehrere Schritte: Wird zurückgelegt? Ändern sich die Chancen?
  • Interpretation: Eine hohe Wahrscheinlichkeit ist keine Garantie für den nächsten Versuch.

03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten

Übe in deinem Tempo

18 Aufgaben · 3 Stufen

Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne und begründe zuerst auf Papier. Prüfe die Modellannahmen: gleiche Chancen, Unabhängigkeit und Zurücklegen gelten nur, wenn sie angegeben sind.

04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten

Wie sicher bist du jetzt?

5 gemischte Aufgaben

Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.

Lieber auf Papier? Weitere Aufgaben mit Rechenwegen

Dein Wissen anwenden

Sechs Aufgaben zum Selbstcheck

Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.

1 · Wie wahrscheinlich ist eine ungerade Zahl beim fairen sechsseitigen Würfel?

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Berechne die Wahrscheinlichkeit

Fairer Würfel mit 6 Seiten
E: „ungerade Zahl“

RechnungErklärung zum Schritt
E = {1, 3, 5}
1 Günstige Augenzahlen bestimmen

Die drei ungeraden Augenzahlen sind günstig. Beim fairen Würfel sind alle sechs Ergebnisse gleich wahrscheinlich.

P(E) = 3/6
2 Laplace-Regel anwenden

Wende die Laplace-Regel an.

P(E) = 1/2 = 50 %
3 Bruch kürzen und umrechnen

Kürze durch 3 und rechne in Prozent um.

Erklärung wiederholen →

2 · Ein Beutel enthält 4 rote und 6 blaue gleichwahrscheinliche Kugeln. Wie groß ist P(rot)?

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Berechne P(rot)

4 rote und 6 blaue Kugeln
Jede Kugel hat dieselbe Chance

RechnungErklärung zum Schritt
Anzahl aller Kugeln = 4 + 6 = 10
1 Alle Kugeln zählen

Die einzelnen Kugeln sind laut Aufgabe gleich wahrscheinlich.

P(rot) = 4/10 = 40 %
2 Roten Anteil berechnen

Vier der zehn Kugeln sind rot.

Erklärung wiederholen →

3 · P(Gewinn) = 0,15. Wie groß ist P(kein Gewinn)?

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Berechne P(kein Gewinn)

P(Gewinn) = 0,15

RechnungErklärung zum Schritt
P(kein Gewinn) = 1 − P(Gewinn)
1 Gegenereignis verwenden

Nutze das Gegenereignis.

P(kein Gewinn) = 1 − 0,15 = 0,85
2 Wert einsetzen

Setze die Gewinnchance ein und subtrahiere.

P(kein Gewinn) = 85 %
3 In Prozent umrechnen

Wandle die Dezimalzahl in Prozent um.

Erklärung wiederholen →

4 · 9 Treffer bei 30 Versuchen: Wie groß ist die relative Häufigkeit?

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Berechne die relative Häufigkeit

9 Treffer bei 30 Versuchen

RechnungErklärung zum Schritt
h = 9 : 30
1 Treffer durch Versuche teilen

Teile die Zahl der beobachteten Treffer durch die Anzahl der Versuche.

h = 0,3 = 30 %
2 Ergebnis einordnen

Das ist die relative Häufigkeit in dieser Versuchsreihe, nicht automatisch die Modellwahrscheinlichkeit.

Erklärung wiederholen →

5 · Ein Beutel enthält 3 rote und 2 blaue Kugeln. Du ziehst zweimal ohne Zurücklegen; jede verbleibende Kugel hat dieselbe Chance. Wie wahrscheinlich ist genau eine rote Kugel?

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Berechne die Chance auf genau eine rote Kugel

3 rote und 2 blaue Kugeln
Zwei Züge ohne Zurücklegen

RechnungErklärung zum Schritt
E = {Rot–Blau, Blau–Rot}
1 Passende Wege auswählen

Genau eine rote Kugel lässt zwei passende Wege zu. Rot–Rot gehört nicht dazu.

P(Rot–Blau) = 3/5 · 2/4
2 Rot–Blau ansetzen

Zuerst sind drei von fünf Kugeln rot. Danach bleiben zwei blaue unter vier Kugeln.

P(Rot–Blau) = 6/20 = 3/10
3 Ersten Weg berechnen

Multipliziere die Wahrscheinlichkeiten entlang dieses Weges und kürze.

P(Blau–Rot) = 2/5 · 3/4
4 Blau–Rot ansetzen

Zuerst sind zwei von fünf Kugeln blau. Danach bleiben drei rote unter vier Kugeln.

P(Blau–Rot) = 6/20 = 3/10
5 Zweiten Weg berechnen

Der zweite Nenner ist wieder 4, weil nicht zurückgelegt wird.

P(E) = 3/10 + 3/10
6 Passende Wege addieren

Addiere die Wahrscheinlichkeiten der beiden verschiedenen, einander ausschließenden Wege.

P(E) = 6/10 = 60 %
7 Ergebnis angeben

Entlang eines Weges wird multipliziert; passende Wege werden durch Addition zusammengefasst.

Erklärung wiederholen →

6 · Nach fünfmal Kopf: Wie groß ist die Chance auf Zahl beim nächsten unabhängigen fairen Münzwurf?

Lösung und Rechenweg ansehen

Weiterhin 50 %. Frühere Würfe ändern die nächste Chance nicht.

Erklärung wiederholen →

Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.

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Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.

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Für Eltern: in zehn Minuten gemeinsam wiederholen

Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.

Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.

Für Lehrkräfte: Vorschlag für eine Übungsstunde

Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.

Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.

Häufige Fragen

Wann darf ich günstige durch mögliche Ergebnisse teilen?

Wenn die gezählten einzelnen Ergebnisse alle gleich wahrscheinlich sind. Andernfalls musst du ihre tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten berücksichtigen.

Ist eine Wahrscheinlichkeit von 120 % möglich?

Nein. Wahrscheinlichkeiten liegen zwischen 0 % und 100 %.

Warum unterscheiden sich Versuchsergebnisse von der berechneten Chance?

Endliche Versuchsreihen schwanken zufällig. Außerdem muss das angenommene Modell, etwa eine faire Münze, zum wirklichen Versuch passen.

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