Mathe verstehen und üben / Vierfeldertafeln und bedingte Wahrscheinlichkeit

Mathe · Klasse 8–10 · etwa 40–60 Minuten

Vierfeldertafeln und bedingte Wahrscheinlichkeit

Du ergänzt Vierfeldertafeln, bestimmst die richtige Bezugsgruppe und rechnest bedingte Wahrscheinlichkeiten in beide Richtungen.

Voraussetzungen ansehen

Ereignisse, Brüche, Prozentrechnung und Pfadregeln.

01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten

Was kannst du schon?

3 kurze Aufgaben

Drei kurze Aufgaben zeigen dir, wo du einsteigen kannst. Löse sie zunächst ohne Hilfe.

Wahrscheinlichkeiten als Bruch mit / oder Dezimalzahl mit Komma oder Punkt eingeben. Mehrere Werte mit Semikolon trennen. Ohne Rundungsauftrag exakt rechnen.

02 · Verstehen

Eine Vierfeldertafel lesen

Die Bezugsgruppe macht den Unterschied

20 von 100 insgesamt
20 von 30 aus der Musik-AG

Derselbe Zähler kann zu verschiedenen Wahrscheinlichkeiten führen. Entscheidend ist die Frage.

Ausgangstafel: 100 Personen, zwei AGs
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20 30 50
Keine Sport-AG (nicht A) 10 40 50
Summe 30 70 100

Die vier weißen Innenfelder zählen die Gruppen. Die hellblauen Randfelder zeigen die Summen. Jede Person steht in genau einem Innenfeld.

Eine Vierfeldertafel ordnet zwei Merkmale mit jeweils zwei Möglichkeiten. In unserem Beispiel steht A für „nimmt an der Sport-AG teil“ und B für „nimmt an der Musik-AG teil“. Wer beide AGs besucht, steht im Feld A und B.

Die vier inneren Felder enthalten 20, 30, 10 und 40 Personen. Sie überschneiden sich nicht und ergeben zusammen 100. Die Randzahlen sind die Zeilen- und Spaltensummen.

Für die Wahrscheinlichkeiten auf dieser Seite wählen wir eine Person aus diesen 100 gleichwahrscheinlich aus. Die Tabelle ist ein Übungsbeispiel und keine Aussage darüber, wie häufig bestimmte AGs allgemein besucht werden.

Fehlende Felder mit den Randsummen ergänzen

Wenn einige Felder fehlen, helfen Addition und Subtraktion. Aus „50 Personen in der Sport-AG, davon 20 auch in der Musik-AG“ folgt: 50 − 20 = 30 nur in der Sport-AG.

  1. Beschrifte beide Ereignisse und ihre Gegenereignisse.
  2. Trage sichere Angaben in die richtigen Felder oder Ränder ein.
  3. Ergänze fehlende Werte durch Zeilen- und Spaltensummen.
  4. Prüfe, dass alle vier inneren Felder zusammen die Gesamtzahl ergeben.
  5. Prüfe auch beide Zeilensummen und beide Spaltensummen.

Beispiel · Schritt für Schritt

Die vier Gruppen vervollständigen

100 Personen · 50 in Sport · 30 in Musik · 20 in beiden AGs

RechnungErklärung zum Schritt
50 − 20 = 30
1 Nur Sport bestimmen

Von den 50 Sport-Teilnehmenden besuchen 20 auch Musik. Die übrigen 30 gehören zum Feld A und nicht B.

30 − 20 = 10
2 Nur Musik bestimmen

Von den 30 Musik-Teilnehmenden besuchen 20 auch Sport. Es bleiben 10 ohne Sport-AG.

100 − 20 − 30 − 10 = 40
3 Letztes Feld bestimmen

Ziehe die drei bekannten, getrennten Gruppen von allen 100 Personen ab. Die übrigen 40 besuchen keine der beiden AGs.

Zum Ergänzen: Welche beiden Zahlen fehlen?
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20 ? 50
Keine Sport-AG (nicht A) 10 ? 50
Summe 30 70 100

Nutze zuerst die beiden Zeilensummen. Kontrolliere anschließend die Spalte „Keine Musik-AG“.

Ausgefüllte Tafel und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Die beiden fehlenden Felder ergänzen

Sport-Zeile: 20 + ? = 50
Ohne Sport: 10 + ? = 50

RechnungErklärung zum Schritt
50 − 20 = 30
1 Oberes Feld ergänzen

Nutze die Zeilensumme der Sport-Teilnehmenden.

50 − 10 = 40
2 Unteres Feld ergänzen

Nutze die Zeilensumme der Personen ohne Sport-AG.

30 + 40 = 70
3 Spalte kontrollieren

Die beiden ergänzten Felder ergeben zusammen die Randzahl für keine Musik-AG.

Lösung: Die beiden fehlenden Werte sind 30 und 40
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20 30 50
Keine Sport-AG (nicht A) 10 40 50
Summe 30 70 100

Einfache und gemeinsame Wahrscheinlichkeiten

Ohne zusätzliche Bedingung bezieht sich die Frage auf alle 100 Personen. Eine Randzahl liefert die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Ereignisses:

Beispiel · Schritt für Schritt

Wie wahrscheinlich ist die Sport-AG?

A = Sport-AG · 50 von insgesamt 100 Personen

RechnungErklärung zum Schritt
P(A) =
1 Zähler und Bezugsgruppe wählen

Die 50 Sport-Teilnehmenden werden auf alle 100 Personen bezogen.

P(A) = 0,5 = 50 %
2 Bruch auswerten

Die gleichwahrscheinliche Auswahl einer Person erlaubt hier das Rechnen mit Anzahlen.

Beispiel · Schritt für Schritt

Wie wahrscheinlich ist die Musik-AG?

B = Musik-AG · 30 von insgesamt 100 Personen

RechnungErklärung zum Schritt
P(B) =
1 Zähler und Bezugsgruppe wählen

Die 30 Musik-Teilnehmenden werden auf alle 100 Personen bezogen.

P(B) = 0,3 = 30 %
2 Bruch auswerten

Die gleichwahrscheinliche Auswahl einer Person erlaubt hier das Rechnen mit Anzahlen.

A ∩ B bedeutet „A und B treten beide ein“. Dafür verwendest du das gemeinsame innere Feld:

A und B: beide AGs unter allen 100 Personen
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20Zähler 30 50
Keine Sport-AG (nicht A) 10 40 50
Summe 30 70 100Nenner

Blau markiert: 20 Personen besuchen beide AGs. Der Nenner ist die Gesamtzahl 100. Rechnung: 20 von 100.

Beispiel · Schritt für Schritt

Wie wahrscheinlich sind beide AGs?

20 Personen besuchen beide AGs · Bezugsgruppe: alle 100

RechnungErklärung zum Schritt
P(A ∩ B) =
1 Zähler und Bezugsgruppe wählen

20 Personen besuchen beide AGs. Ohne zusätzliche Bedingung bleibt die Bezugsgruppe die Gesamtzahl 100.

P(A ∩ B) = 0,2 = 20 %
2 Bruch auswerten

Die gleichwahrscheinliche Auswahl einer Person erlaubt hier das Rechnen mit Anzahlen.

„Nur A“ bedeutet A und nicht B. Dafür gilt hier P(A ∩ nicht B) = = 30 %. Das ist etwas anderes als P(A), denn zu A gehören auch die Personen aus beiden AGs.

Mindestens eines: A oder B

„A oder B“ bedeutet in der Wahrscheinlichkeitsrechnung normalerweise: mindestens eines der beiden Ereignisse, also auch beide zusammen. Das Zeichen dafür ist A ∪ B.

In der Tabelle zählen die Felder 20, 30 und 10 dazu. Zusammen sind das 60 Personen. Alternativ addierst du die beiden Randsummen und ziehst die doppelt gezählte Schnittmenge einmal ab:

A oder B: mindestens eine AG
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20mitzählen 30mitzählen 50
Keine Sport-AG (nicht A) 10mitzählen 40 50
Summe 30 70 100Nenner

Die drei blauen Felder zählen: 20 + 30 + 10 = 60. Das Feld „beide AGs“ wird nur einmal gezählt. Bezugsgruppe: alle 100 Personen.

Beispiel · Schritt für Schritt

Wie wahrscheinlich ist mindestens eine AG?

50 in Sport · 30 in Musik · 20 in beiden · insgesamt 100

RechnungErklärung zum Schritt
P(A ∪ B)
= P(A) + P(B) − P(A ∩ B)
1 Doppelte Zählung vermeiden

Beim Addieren der beiden AG-Wahrscheinlichkeiten wird die gemeinsame Gruppe zweimal erfasst. Ziehe sie einmal ab.

P(A ∪ B) = 0,5 + 0,3 − 0,2
P(A ∪ B) = 0,6 = 60 %
2 Werte einsetzen

Das entspricht 20 + 30 + 10 = 60 Personen von insgesamt 100.

„Weder A noch B“ trifft auf die übrigen 40 Personen zu. „Genau eine AG“ wäre dagegen nur Sport oder nur Musik: 30 + 10 = 40 Personen. Lies Wörter wie „mindestens“, „genau“ und „beide“ sorgfältig.

Bedingte Wahrscheinlichkeit: eine kleinere Bezugsgruppe

Nun wissen wir bereits, dass die ausgewählte Person in der Musik-AG ist. Gefragt ist: Wie wahrscheinlich ist es unter dieser Bedingung, dass sie auch in der Sport-AG ist?

Betrachte nur die Spalte B: Von den 30 Personen in der Musik-AG sind 20 auch in der Sport-AG. Die übrigen 70 Personen gehören jetzt nicht zur Bezugsgruppe.

P(A | B): Sport innerhalb der Musik-AG
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20Zähler 30 50
Keine Sport-AG (nicht A) 10 40 50
Summe 30Nenner 70 100

Die Bedingung B begrenzt die Rechnung auf die Musik-Spalte. Zähler: 20 mit Sport. Nenner: alle 30 aus dieser Spalte. Die 70 Personen ohne Musik-AG zählen hier nicht mit.

Beispiel · Schritt für Schritt

Sport unter den Musik-Teilnehmenden

Bekannt: Musik-AG (30 Personen)
Gesucht: Sport darunter (20 Personen)

RechnungErklärung zum Schritt
P(A | B) =
1 Bedingungsgruppe als Nenner verwenden

Die Bedingung B begrenzt die Auswahl auf 30 Musik-Teilnehmende. Davon besuchen 20 auch Sport.

P(A | B) = ≈ 66,67 %
2 Wahrscheinlichkeit berechnen

Die Bezugsgruppe ist nicht leer. Das Ereignis rechts vom Bedingungsstrich legt die Bezugsgruppe und damit den Nenner fest; bei Prozentangaben wird gegebenenfalls gerundet.

Der senkrechte Strich wird als „unter der Bedingung“ gelesen. Rechts davon steht die bekannte Bedingung. Manche Schulbücher schreiben dafür PB(A).

P(A | B) =

Diese Formel setzt P(B) > 0 voraus. Mit Häufigkeiten kannst du direkt „passendes gemeinsames Feld geteilt durch Summe der Bedingungsgruppe“ rechnen. Mit Wahrscheinlichkeiten ergibt sich hier und damit derselbe Wert.

Die Bedingung nicht vertauschen

P(A | B) fragt nach Sport unter den Musik-Teilnehmenden. P(B | A) fragt nach Musik unter den Sport-Teilnehmenden. Die zweite Bezugsgruppe enthält 50 Personen:

P(B | A): Musik innerhalb der Sport-AG
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20Zähler 30 50Nenner
Keine Sport-AG (nicht A) 10 40 50
Summe 30 70 100

Jetzt begrenzt die Bedingung A die Rechnung auf die Sport-Zeile. Zähler: wieder 20 mit Musik. Nenner: diesmal alle 50 aus dieser Zeile.

Beispiel · Schritt für Schritt

Musik unter den Sport-Teilnehmenden

Bekannt: Sport-AG (50 Personen)
Gesucht: Musik darunter (20 Personen)

RechnungErklärung zum Schritt
P(B | A) =
1 Bedingungsgruppe als Nenner verwenden

Die Bedingung A begrenzt die Auswahl auf 50 Sport-Teilnehmende. Davon besuchen 20 auch Musik.

P(B | A) = 0,4 = 40 %
2 Wahrscheinlichkeit berechnen

Die Bezugsgruppe ist nicht leer. Das Ereignis rechts vom Bedingungsstrich legt die Bezugsgruppe und damit den Nenner fest; bei Prozentangaben wird gegebenenfalls gerundet.

Frage Rechnung Ergebnis
Sport und Musik unter allen Personen 20 %
Sport unter den Musik-Teilnehmenden etwa 66,67 %
Musik unter den Sport-Teilnehmenden 40 %

Der gemeinsame Zähler ist gleich, die Nenner sind verschieden. Deshalb darfst du P(A | B) und P(B | A) nicht einfach austauschen.

Probier es selbst: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für Sport, wenn die Person nicht in der Musik-AG ist?

Lösung ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Sport unter den Personen ohne Musik-AG

Bekannt: keine Musik-AG (70 Personen)
Davon besuchen 30 die Sport-AG

RechnungErklärung zum Schritt
P(A | nicht B) =
1 Bedingung und Treffer ablesen

Von den 70 Personen ohne Musik-AG besuchen 30 die Sport-AG.

P(A | nicht B) =
≈ 42,86 %
2 Kürzen und in Prozent umrechnen

Die 70 Personen bilden die Bezugsgruppe. Runde erst das Endergebnis.

Von der Vierfeldertafel zum Baumdiagramm

Du kannst dieselben Daten als zweistufigen Baum darstellen. Wenn du zuerst nach Sport-AG verzweigst, steht am ersten Ast P(A) = 0,5 und am anderen P(nicht A) = 0,5.

Erster Zweig Zweite Stufe: B Zweite Stufe: nicht B
A = 0,4 = 0,6
nicht A = 0,2 = 0,8

Beispiel · Schritt für Schritt

Die Wahrscheinlichkeit für Musik über zwei Pfade berechnen

P(A) = P(nicht A) = 0,5
P(B | A) = 0,4 · P(B | nicht A) = 0,2

RechnungErklärung zum Schritt
P(A ∩ B) = 0,5 · 0,4 = 0,2
1 Ersten Pfad berechnen

Multipliziere P(A) mit der bedingten Wahrscheinlichkeit P(B | A). Dafür wird keine Unabhängigkeit vorausgesetzt.

P(nicht A ∩ B) = 0,5 · 0,2
P(nicht A ∩ B) = 0,1
2 Zweiten Pfad zu B berechnen

Multipliziere P(nicht A) mit P(B | nicht A).

P(B) = 0,2 + 0,1 = 0,3
3 Getrennte Pfade addieren

Die Wege A und B sowie nicht A und B überschneiden sich nicht. Zusammen enthalten sie alle Musik-Teilnehmenden.

Wird zuerst nach B verzweigt, ändern sich die Astwahrscheinlichkeiten. Die Wahrscheinlichkeiten der vier gemeinsamen Endereignisse bleiben gleich.

Die Richtung mit der Bayes-Formel umkehren

Die gemeinsame Wahrscheinlichkeit lässt sich als P(A) · P(B | A) schreiben. Einsetzen in die bedingte Wahrscheinlichkeit ergibt:

Richtungswechsel: Der gemeinsame Zähler bleibt 20
Teilnahme Musik-AG
(B)
Keine Musik-AG
(nicht B)
Summe
Sport-AG (A) 20Zähler 30 50
Keine Sport-AG (nicht A) 10 40 50
Summe 30Nenner 70 100

P(B | A) nutzt 20 von 50. Für P(A | B) wird derselbe gemeinsame Anteil auf die 30 Musik-Teilnehmenden bezogen. Die Bayes-Formel rechnet genau diesen Wechsel.

P(A | B) =

Beispiel · Schritt für Schritt

Die Bedingungsrichtung mit Bayes umkehren

P(B | A) = 0,4 · P(A) = 0,5 · P(B) = 0,3
Gesucht: P(A | B)

RechnungErklärung zum Schritt
P(A | B) =
1 Bayes-Formel einsetzen

Gegeben sind P(B | A) = 0,4, P(A) = 0,5 und P(B) = 0,3. Beide bedingten Wahrscheinlichkeiten sind hier definiert, weil P(A) und P(B) positiv sind.

P(A | B) = =
2 Gemeinsamen Anteil neu beziehen

Der Zähler 0,2 beschreibt beide AGs. Teile durch die Wahrscheinlichkeit der nun bekannten Bedingung B.

Die Formel hilft, wenn Angaben für die eine Richtung bekannt sind, die Frage aber die andere Richtung verlangt. Eine Vierfeldertafel macht dieselbe Rechnung oft besonders übersichtlich.

Prüfe vor jeder Rechnung: Was ist gesucht? Was ist bereits bekannt? Welche Personen oder Ergebnisse bilden deshalb den Nenner? Eine Bedingung mit Wahrscheinlichkeit 0 erlaubt diese Quotientenformel nicht.

03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten

Übe in deinem Tempo

18 Aufgaben · 3 Stufen

Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Rechne und begründe zuerst auf Papier. In den Kartentafeln stehen die Zeilen für A / nicht A und die Spalten für B / nicht B. Eine Karte wird gleichwahrscheinlich ausgewählt. Die Beispiele sind vorgegebene Übungsmodelle.

04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten

Wie sicher bist du jetzt?

5 gemischte Aufgaben

Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.

Lieber auf Papier? Weitere Aufgaben mit Rechenwegen

Dein Wissen anwenden

Sechs Aufgaben zum Selbstcheck

Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.

1 · Wie viele Personen sind im Beispiel weder in Sport noch Musik?

Lösung und Rechenweg ansehen

40 Personen, im Feld nicht A und nicht B.

Erklärung wiederholen →

2 · Bestimme P(B).

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

P(B) bestimmen

30 Musik-Teilnehmende · insgesamt 100 Personen

RechnungErklärung zum Schritt
P(B) =
1 Passendes Feld und Nenner wählen

Im Musik-Randfeld stehen 30 Personen. Die Grundgesamtheit umfasst 100.

P(B) = 30 %
2 In Prozent angeben

Es liegt keine zusätzliche Bedingung vor; der Nenner bleibt 100.

Erklärung wiederholen →

3 · Bestimme P(A ∩ B).

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

P(A ∩ B) bestimmen

20 Personen in beiden AGs · insgesamt 100

RechnungErklärung zum Schritt
P(A ∩ B) =
1 Passendes Feld und Nenner wählen

Im gemeinsamen Feld stehen 20 Personen. Die Auswahl erfolgt unter allen 100.

P(A ∩ B) = 20 %
2 In Prozent angeben

Es liegt keine zusätzliche Bedingung vor; der Nenner bleibt 100.

Erklärung wiederholen →

4 · Eine Person aus dem Ausgangsbeispiel besucht die Sport-AG. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie nicht in der Musik-AG ist?

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Keine Musik unter den Sport-Teilnehmenden

Bekannt: Sport-AG (50 Personen)
Davon sind 30 nicht in der Musik-AG

RechnungErklärung zum Schritt
Bezugsgruppe: 50
Passendes Feld: 30
1 Bedingung und gesuchtes Ereignis lesen

Die Person gehört zu A. Unter den 50 Sport-Teilnehmenden besuchen 30 keine Musik-AG.

P(nicht B | A) = = 60 %
2 Durch die Bedingungsgruppe teilen

Durch 100 zu teilen würde die gemeinsame Wahrscheinlichkeit unter allen Personen berechnen und damit eine andere Frage beantworten.

100 % − 40 % = 60 %
3 Innerhalb derselben Gruppe kontrollieren

Das Gegenereignis zu nicht B ist B. Es gilt P(B | A) = 40 %, sodass die beiden bedingten Anteile zusammen 100 % ergeben.

Erklärung wiederholen →

5 · Neues Beispiel: Von 60 Personen besuchen 24 die Sport-AG (A), 18 die Musik-AG (B) und 6 beide. Eine Person wird gleichwahrscheinlich ausgewählt. Berechne P(A | B) und P(B | A).

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Die beiden Bedingungsrichtungen vergleichen

60 Personen · 24 in Sport · 18 in Musik · 6 in beiden

RechnungErklärung zum Schritt
P(A | B) = =
≈ 33,33 %
1 Sport unter Musik berechnen

Die Bedingung B legt die 18 Musik-Teilnehmenden als Bezugsgruppe fest. Davon besuchen 6 auch Sport.

P(B | A) = = 25 %
2 Musik unter Sport berechnen

Nun ist A bekannt: Der Nenner ist 24. Der gemeinsame Zähler bleibt 6.

18 ≠ 24
3 Bezugsgruppen vergleichen

Die Gesamtzahl 60 ist bei keiner der beiden bedingten Fragen der Nenner. Gleicher Zähler bedeutet deshalb nicht gleiche Wahrscheinlichkeit.

Erklärung wiederholen →

6 · Im Ausgangsbeispiel: Wie wahrscheinlich sind „mindestens eine AG“ und „genau eine AG“? Erkläre den Unterschied.

Lösung und Rechenweg ansehen

Lösung · Schritt für Schritt

Mindestens eine und genau eine AG unterscheiden

Beide: 20 · nur Sport: 30 · nur Musik: 10 · insgesamt 100

RechnungErklärung zum Schritt
P(A ∪ B) =
P(A ∪ B) = 60 %
1 Mindestens eine AG

Beide AGs, nur Sport und nur Musik zählen mit. Die Gesamtgruppe bleibt 100.

P(genau eine AG) =
P(genau eine AG) = 40 %
2 Genau eine AG

Die 20 Personen mit beiden AGs zählen nicht mit.

60 % − 40 % = 20 Prozentpunkte
3 Unterschied einordnen

Die Differenz entspricht genau der Wahrscheinlichkeit, beide AGs zu besuchen.

Erklärung wiederholen →

Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.

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Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.

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Für Eltern: in zehn Minuten gemeinsam wiederholen

Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.

Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.

Für Lehrkräfte: Vorschlag für eine Übungsstunde

Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.

Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen A ∩ B und A | B?

A ∩ B bezeichnet das gemeinsame Eintreten beider Ereignisse. Bei P(A | B) wird innerhalb der Gruppe gerechnet, für die B bereits feststeht.

Kann ich direkt mit Anzahlen rechnen?

Ja, wenn die Ergebnisse gleichwahrscheinlich ausgewählt werden: passendes Feld geteilt durch die Anzahl in der Bezugsgruppe. Vermische dabei nicht Anzahlen und Prozentwerte.

Müssen in einer Vierfeldertafel immer 100 Personen stehen?

Nein. Die Gesamtzahl kann beliebig sein. Eine Wahrscheinlichkeitstafel hat stattdessen die Gesamtsumme 1 beziehungsweise 100 %.

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