Eindeutig
Ein Codon bezeichnet im Standardcode eine bestimmte Aminosäure oder ein Stoppsignal.
Biologie · Verstehen und üben
Verstehe, wie Ribosomen eine mRNA in eine Aminosäurekette übersetzen – mit Codon-Finder, Schrittmodell und typischen Prüfungsaufgaben.
Die Translation übersetzt die Basenfolge einer mRNA in eine Aminosäurefolge. Das geschieht an Ribosomen. Aminosäuren werden über Peptidbindungen zu einer Polypeptidkette verknüpft. Diese faltet sich und wird häufig noch verändert, bevor ein funktionsfähiges Protein entsteht.
Die mRNA wurde zuvor durch Transkription hergestellt. Bei Eukaryoten findet die Translation im Cytoplasma an freien oder am rauen ER gebundenen Ribosomen statt. Mitochondrien und Chloroplasten besitzen zusätzlich eigene Translationssysteme.
Eine Momentaufnahme vor der nächsten Peptidbindung: Die Kette enthält bereits Methionin und Alanin. Eine zweite tRNA bringt Tyrosin als nächsten Baustein.
Violett: oben die große, unten die kleine Ribosomen-Untereinheit.
Grüne tRNA in P: trägt die bisherige Kette Met–Ala.
Blaue tRNA in A: trägt die nächste Aminosäure Tyr.
E: Austritt · P: Kette · A: Ankunft. Die E-Stelle ist hier leer.
Die Kette Met–Ala wird mit Tyr verknüpft und auf die tRNA in der A-Stelle übertragen. Danach rückt das Ribosom um ein Codon weiter; diese tRNA gelangt in die P-Stelle.
Met = Methionin · Ala = Alanin · Tyr = Tyrosin. Das Schaubild zeigt Funktionen und Zuordnungen; Molekülformen und Größen sind vereinfacht.
mRNA: Sie liefert die Reihenfolge der Bauanweisungen. Das Ribosom liest sie in Richtung 5′→3′.
tRNA: Ein Adaptermolekül trägt eine passende Aminosäure. Sein Anticodon kann mit einem Codon der mRNA paaren. Enzyme, die Aminoacyl-tRNA-Synthetasen, beladen die tRNAs mit den richtigen Aminosäuren.
Ribosom: Es besteht aus rRNA und Proteinen, hält mRNA und tRNAs in der passenden Lage und katalysiert die Verknüpfung. Die Peptidbindungen entstehen unter wesentlicher Beteiligung der ribosomalen RNA.
Ein Codon ist ein Basentriplett der mRNA. Da vier Basen möglich sind, gibt es 4³ = 64 Codons. Im Standardcode stehen 61 für Aminosäuren; drei dienen als Stoppsignale.
AUG codiert Methionin und dient gewöhnlich als Startcodon. UAA, UAG und UGA sind Stoppcodons; sie codieren keine Aminosäure. Ein Startcodon legt im passenden Startkontext das Leseraster fest. Nicht jedes AUG innerhalb einer mRNA bedeutet einen neuen Start.
Ein Codon bezeichnet im Standardcode eine bestimmte Aminosäure oder ein Stoppsignal.
Mehrere Codons können dieselbe Aminosäure bezeichnen. Zum Beispiel codieren GCU, GCC, GCA und GCG Alanin.
Der Code ist bei sehr vielen Lebewesen gleich. Es gibt Ausnahmen, etwa in manchen Mitochondrien.
Bei der gewöhnlichen Translation wird der codierende Abschnitt in aufeinanderfolgenden, nicht überlappenden Tripletts gelesen.
Wähle die drei Basen eines mRNA-Codons in 5′→3′-Richtung. Der Finder enthält alle 64 Codons des Standardcodes. DNA oder ein Anticodon musst du zuerst in das passende mRNA-Codon übertragen.
AUG dient gewöhnlich als Startcodon; innerhalb einer codierenden Sequenz steht es ebenfalls für Methionin.
Das Codon liegt auf der mRNA, das Anticodon auf der tRNA. Beide paaren komplementär und antiparallel.
Beispiel: mRNA-Codon 5′–AUG–3′; dazu passendes Anticodon 3′–UAC–5′. Wird das Anticodon selbst in 5′→3′ geschrieben, lautet es 5′–CAU–3′.
Vertiefung: Durch Wobble-Paarungen können manche tRNAs mehrere Codons erkennen. Für schulische Zuordnungsaufgaben wird häufig die einfache komplementäre Paarung verwendet.
Ribosom, mRNA und Initiator-tRNA lagern sich am passenden Startbereich zusammen. Das Startcodon bestimmt das Leseraster. Die Initiator-tRNA befindet sich zu Beginn in der P-Stelle.
Eine passende beladene tRNA bindet an der A-Stelle. Die wachsende Kette wird auf ihre Aminosäure übertragen; dabei entsteht eine Peptidbindung. Danach rückt das Ribosom um ein Codon weiter.
Nach dem Weiterrücken liegt die tRNA mit der Kette in der P-Stelle. Eine entladene tRNA kann über die E-Stelle austreten. Dann ist die A-Stelle für die nächste tRNA frei.
Erreicht ein Stoppcodon die A-Stelle, bindet ein Freisetzungsfaktor statt einer passenden Aminosäure-tRNA. Die Polypeptidkette wird freigesetzt; der Komplex zerfällt.
Die Kette wächst vom N-Terminus zum C-Terminus. Energie wird unter anderem beim Beladen der tRNAs und bei Schritten am Ribosom benötigt. Das Beispiel zeigt das Grundprinzip; bei Bakterien startet die Kette gewöhnlich mit einer abgewandelten Form von Methionin.
Modellsequenz: 5′–AUG GCU UAC UGA–3′. Wähle einen Schritt. Das Beispiel enthält nur drei Aminosäuren, damit du Codons und Ergebnis direkt zuordnen kannst.
Noch keine Kette. AUG legt im Modell den Beginn fest.
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Gegeben: Matrizenstrang 3′–TAC CGA ATG ACT–5′.
1 · Transkribieren: Komplementär mit U statt T ergibt sich mRNA 5′–AUG GCU UAC UGA–3′.
2 · Leseraster festlegen: Ab AUG in Tripletts gliedern.
3 · Übersetzen: AUG → Methionin; GCU → Alanin; UAC → Tyrosin; UGA → Stopp.
Ergebnis: Methionin–Alanin–Tyrosin, also drei Aminosäuren. Stopp zählt nicht als vierte Aminosäure. Die DNA bleibt unverändert.
Die Aminosäurefolge beeinflusst die räumliche Faltung. Manche Proteine bestehen aus mehreren Ketten; manche werden nach der Translation zugeschnitten oder chemisch verändert. Auch Transport an den richtigen Ort gehört zur Nutzung des Proteins.
Ein Ribosom kann erneut starten, und mehrere Ribosomen können dieselbe mRNA gleichzeitig an verschiedenen Positionen übersetzen: ein Polysom. So lässt sich aus einer RNA-Vorlage mehr als ein Proteinmolekül herstellen.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Was trägt das Stoppcodon zur Aminosäurekette bei?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: Die Bauteile im Ribosomenmodell benennen und ihren Aufgaben zuordnen.
Erarbeitung: Erst eine RNA-Folge selbst übersetzen, dann den Codon-Finder zur Kontrolle nutzen.
Sicherung: Im Schrittmodell begründen, weshalb vier Codons nur drei Aminosäuren liefern. Aufgaben 5 und 10 prüfen Orientierung und Zählverständnis.
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Codons und die Entstehung der Aminosäurekette mit Lösungen üben.
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Von einer DNA-Vorlage zunächst die passende RNA ableiten.
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Die molekularen Grundlagen im Zusammenhang wiederholen.
Material ansehen →Fachliche Vertiefung: OpenStax · Biology 2e. Umfang und Klassenstufe unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulart. Eigene schematische Lehrabbildungen.