Matrizenstrang = Vorlage
Die Polymerase liest den Matrizenstrang in Richtung 3′ → 5′. Die RNA wird dazu komplementär in Richtung 5′ → 3′ aufgebaut. In Schulaufgaben heißt die Vorlage oft auch codogener Strang.
Biologie · Verstehen und üben
Verfolge, wie ein Gen abgeschrieben wird – mit Strangrichtungen, RNA-Verarbeitung und einer Werkstatt zum selbstständigen Üben.
Die DNA speichert genetische Information. Für die Herstellung eines Proteins wird zunächst eine RNA-Abschrift des betreffenden Gens erzeugt. Dieser Vorgang heißt Transkription. Die Boten-RNA oder mRNA kann anschließend am Ribosom als Vorlage dienen.
Bei eukaryotischen Zellen findet die Transkription der Kerngene im Zellkern statt. Die DNA bleibt dort; eine verarbeitete mRNA gelangt durch eine Kernpore ins Cytoplasma. Erst die Translation stellt daraus eine Aminosäurekette her.
Die RNA-Polymerase ist ein Enzym. Sie verknüpft RNA-Nukleotide zu einem Strang. Dazu nutzt sie einen DNA-Einzelstrang als Vorlage. Die DNA wird dabei weder verbraucht noch in RNA umgewandelt.
RNA enthält den Zucker Ribose und statt Thymin die Base Uracil (U). Die mRNA ist im Grundmodell einzelsträngig. Sie kann sich dennoch abschnittsweise falten.
Nicht jede transkribierte RNA ist eine mRNA: Auch tRNA und rRNA entstehen durch Transkription. Hier verfolgen wir ein proteincodierendes Gen.
Die Polymerase liest den Matrizenstrang in Richtung 3′ → 5′. Die RNA wird dazu komplementär in Richtung 5′ → 3′ aufgebaut. In Schulaufgaben heißt die Vorlage oft auch codogener Strang.
Der andere DNA-Strang hat in 5′ → 3′ gelesen dieselbe Basenfolge wie die RNA, nur mit T statt U. Er ist bei diesem Gen nicht die abgelesene Vorlage.
| Gegebener Strang | Beispiel | Passende RNA |
|---|---|---|
| Matrizenstrang 3′ → 5′ | 3′–TAC GGA–5′ | 5′–AUG CCU–3′ |
| Codierender Strang 5′ → 3′ | 5′–ATG CCT–3′ | 5′–AUG CCU–3′ |
Nur am codierenden DNA-Strang darfst du bei gleicher 5′→3′-Orientierung einfach T durch U ersetzen. Beim Matrizenstrang musst du komplementär ergänzen: DNA-A → RNA-U, T → A, G → C, C → G.
Am Promotor wird der Start der Transkription organisiert. Bei Eukaryoten helfen Transkriptionsfaktoren dabei, die Polymerase richtig zu positionieren. Der Promotor legt mit fest, welcher Strang als Vorlage dient.
Die Polymerase bewegt sich am Matrizenstrang entlang. Sie fügt passende RNA-Nukleotide an das 3′-Ende der wachsenden RNA an. Hinter ihr schließt sich die DNA wieder.
Die Transkription endet durch entsprechende Signale und molekulare Vorgänge. Die RNA wird freigesetzt. Die genauen Mechanismen unterscheiden sich zwischen Bakterien und Eukaryoten.
Ein Promotor ist kein Startcodon. Ein Stoppcodon beendet die Translation am Ribosom und ist nicht einfach das Endsignal der Transkription.
Wähle eine Aufgabe, leite die RNA selbst ab und blende dann den Lösungsweg ein. Alle Folgen sind kurze Modellabschnitte, keine vollständigen Gene.
Komplementär ergänzen und RNA in 5′→3′ angeben.
Bei einem typischen eukaryotischen proteincodierenden Gen entsteht zunächst prä-mRNA. Die Verarbeitung beginnt teilweise schon während der Transkription.
5′-Cap: Eine veränderte Guanin-Struktur am 5′-Ende unterstützt Schutz, Export und spätere Translation.
Poly-A-Schwanz: Nach einem Schnitt wird bei den meisten mRNAs am 3′-Ende eine Folge von Adenin-Nukleotiden angefügt. Sie beeinflusst unter anderem Stabilität und Translation.
Spleißen: Introns werden entfernt; Exons werden miteinander verknüpft. Exons bleiben in der reifen RNA, enthalten aber nicht ausschließlich proteincodierende Sequenz.
Vertiefung – alternatives Spleißen: Unterschiedliche Kombinationen von Exons können verschiedene RNA-Varianten aus demselben Gen erzeugen. So können auch verschiedene Proteinvarianten entstehen.
| Vorgang | Vorlage und Produkt | Aufgabe |
|---|---|---|
| Replikation | DNA → DNA | Das Erbmaterial vor einer Zellteilung kopieren |
| Transkription | DNA → RNA | Die Information ausgewählter Gene als RNA nutzbar machen |
| Translation | mRNA → Polypeptid | Die Basenfolge in eine Aminosäurefolge übersetzen |
Bakterien besitzen keinen Zellkern. Dort können Ribosomen bereits eine RNA übersetzen, während diese noch transkribiert wird. Bei Kerngenen eukaryotischer Zellen trennen Zellkern, RNA-Verarbeitung und Export die Schritte räumlich und zeitlich.
Löse zunächst ohne Hilfe. Die Tipps führen zum Ansatz; die Lösungen zeigen, welche Fachbegriffe und Begründungen dazugehören.
Welcher Strang ist die direkte Vorlage der RNA-Polymerase?
Wähle eine Antwort.
Einstieg: DNA, RNA und Protein den drei Vorgängen zuordnen.
Erarbeitung: Ein DNA-Strang wird mit Enden und Bezeichnung vorgegeben. Lernende begründen zuerst ihre Leserichtung und ergänzen erst dann die RNA.
Differenzierung: Zunächst Aufgabe 2 und 3, anschließend die umgekehrte Orientierung in Aufgabe 4. Cap, Poly-A-Schwanz und alternatives Spleißen eignen sich zur Vertiefung.
Kostenlos weiterlernen
Die Bilder zeigen eine Vorschau. Über Bild oder Link gelangst du zur Produktseite und zum PDF-Bezug.

Passende Übungen zum Abschreiben der Erbinformation.
Material ansehen →
Grundbegriffe für den Einstieg wiederholen.
Material ansehen →
Anschlussmaterial: den nächsten Schritt der Proteinbiosynthese üben.
Material ansehen →Fachliche Vertiefung: OpenStax · Biology 2e. Umfang und Klassenstufe unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulart. Eigene schematische Lehrabbildungen.