Verstehe, wie Arten zusammenleben, wer davon profitiert und was einen Parasiten von einem Räuber unterscheidet. Erkunde Mykorrhiza, Flechten und sechs Fallbeispiele.
+ / −Unsicher beim Einstieg?3 Aufgaben im freiwilligen Kurzcheck
Was kannst du schon?
Drei kurze Aufgaben helfen dir, deinen Startpunkt zu finden. Wenn du unsicher bist, wähle „Weiß ich noch nicht“.
Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.
Lösungen mit Erklärungen
Beide Partner profitieren – Die Vorteile werden jeweils relativ zu einer geeigneten Vergleichssituation bewertet.
Nein, meist eine Grünalge oder ein Cyanobakterium – Pilz und fotosynthetischer Partner erfüllen verschiedene zentrale Leistungen.
Er ist für eine bestimmte Lebensphase oder seinen Lebenszyklus auf die Beziehung angewiesen – Die notwendige Abhängigkeit kann für die beiden Partner unterschiedlich ausfallen.
Lebewesen stehen in vielen Beziehungen zueinander. Ein Pilz kann eine Pflanzenwurzel bei der Nährstoffversorgung unterstützen. Eine Zecke saugt dagegen Blut an einem Wirt. In beiden Fällen nutzen Lebewesen andere Lebewesen, aber die Folgen für die Beteiligten unterscheiden sich.
Um die Beziehung zu verstehen, frage für jeden Partner einzeln: Verbessert oder verschlechtert sie seine Möglichkeiten zu wachsen, zu überleben und sich fortzupflanzen? Der Vergleich gilt gegenüber einer vergleichbaren Situation ohne diese Beziehung.
Symbiose im engeren Sinn: +/+
Verschiedene Arten leben eng zusammen, und beide Partner profitieren. Diese im deutschen Schulunterricht verbreitete Bedeutung verwenden wir hier.
Parasitismus: +/−
Ein Parasit nutzt einen lebenden Wirt als Ressourcenquelle und schädigt ihn dabei. Der Parasit profitiert; der Wirt hat einen Nachteil.
Warum du manchmal eine andere Definition liest
In vielen internationalen Fachtexten bedeutet „Symbiose“ allgemein ein enges, längerfristiges Zusammenleben verschiedener Arten. Dann kann der Oberbegriff auch Parasitismus und Kommensalismus umfassen. Mutualismus bezeichnet eindeutig den wechselseitigen Nutzen (+/+); er kann auch bei weniger engem oder kurzfristigem Kontakt auftreten. Prüfe deshalb immer, welche Definition ein Text verwendet.
Die Zeichen richtig deuten
↔ Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.
Wirkung auf die beteiligten Partner
Beziehung
Partner A
Partner B
Beispiel
Mutualismus / Symbiose im engeren Sinn
+
+
Pflanze und Mykorrhizapilz
Parasitismus
+ Parasit
− Wirt
Zecke und Säugetier
Kommensalismus
+
0
Nistender Vogel und kaum beeinflusster Baum
Räuber-Beute-Beziehung
+ Räuber
− Beute
Eule und erbeutete Maus
Konkurrenz
−
−
Zwei Pflanzen bei knappem Licht
+ bedeutet einen Vorteil, − einen Nachteil. 0 bedeutet hier: Unter den betrachteten Bedingungen ist kein wesentlicher Vor- oder Nachteil erkennbar. In der Natur ist dieser Nachweis oft schwierig.
Die Zeichen nennen weder die Stärke des Effekts noch die momentane Bestandsänderung. Auch eine von Parasiten geschädigte Population kann wachsen, wenn insgesamt genug Nachkommen hinzukommen. Und eine +/+-Beziehung bedeutet nicht, dass beide Partner gleich stark profitieren oder keine Kosten haben.
Mykorrhiza: Pflanzenwurzel und Pilz
Mykorrhiza bezeichnet die Verbindung eines Pilzes mit einer Pflanzenwurzel. Feine Pilzfäden – die Hyphen – erschließen Bodenbereiche und können mineralische Nährstoffe, besonders Phosphat, aufnehmen. Je nach Bedingungen verbessern sie auch die Wasserversorgung der Pflanze.
Die Pflanze betreibt Fotosynthese. Sie gibt einen Teil ihrer organischen Kohlenstoffverbindungen an den Pilz ab. Dazu gehören je nach Mykorrhizatyp Zucker und weitere Stoffe. Der Pilz nutzt sie als Energie- und Baustoffquelle, denn er betreibt selbst keine Fotosynthese.
↔ Schaubild bei Bedarf seitlich verschieben.
Beispiel einer Ektomykorrhiza: Der Pilz bildet einen Mantel an Wurzelspitzen; seine Hyphen reichen in den Boden. Das Bild vereinfacht den Bau und ist nicht maßstabsgetreu. Andere Mykorrhizaformen sind anders aufgebaut.
Eine Bilanz mit Nutzen und Kosten
Die Pflanze gibt selbst erzeugte Stoffe ab, der Pilz investiert in sein Hyphennetz. Ein Vorteil für beide ergibt sich, wenn der jeweilige Nutzen die Kosten unter den betrachteten Bedingungen überwiegt. Die Stärke des Vorteils hängt etwa vom Nährstoffangebot und von den beteiligten Arten ab.
Flechten: Fotosynthese trifft Pilzgeflecht
Eine Flechte ist eine enge Lebensgemeinschaft mit einem Pilz und einem fotosynthetisch aktiven Partner: meist einer Grünalge oder einem Cyanobakterium, manchmal auch mit mehreren solchen Partnern. Cyanobakterien sind Bakterien, keine Pflanzen.
Der fotosynthetische Partner bildet mit Licht organische Stoffe, von denen auch der Pilz profitiert. Der Pilz prägt den Flechtenkörper. Sein Geflecht schafft eine geschützte Umgebung und unterstützt den Wasser- und Mineralstoffhaushalt. Diese Verbindung kann Lebensräume erschließen, die für die Partner allein schwieriger nutzbar wären.
↔ Schaubild bei Bedarf seitlich verschieben.
Schematischer Ausschnitt eines geschichteten Flechtentyps. Die grünen Zellen liegen zwischen den Pilzfäden. Eine Flechte ist kein Moos; der Pilz übernimmt nicht die Fotosynthese.
Die Darstellung zeigt die beiden zentralen Leistungen. Tatsächliche Flechten können zusätzlich weitere Mikroorganismen enthalten. Aus dem einfachen Schulbeispiel folgt daher nicht, dass jede Flechte ausschließlich aus zwei Arten besteht.
Wie eng ist die Abhängigkeit?
Fakultativ: hilfreich, aber nicht zwingend
Ein Partner kann unter geeigneten Bedingungen auch ohne diese Beziehung leben. Der Zusatznutzen kann je nach Umwelt deutlich unterschiedlich ausfallen.
Obligat: für den betrachteten Partner notwendig
Ein Partner ist für eine bestimmte Lebensphase oder für seinen Lebenszyklus auf die Beziehung angewiesen. Das muss nicht für beide Partner im gleichen Maß gelten.
Nutzen und Abhängigkeit sind zwei verschiedene Fragen. Eine nützliche Beziehung ist nicht automatisch lebensnotwendig. Zudem kann eine Art von mehreren geeigneten Partnerarten profitieren, ohne immer auf genau dieselbe Art angewiesen zu sein.
Ein Blütenbesuch mit wirksamer Bestäubung kann beiden Seiten nutzen: Das Tier erhält Nahrung, die Pflanze Pollenübertragung. Das ist Mutualismus. Wenn „Symbiose“ auf enges, dauerhaftes Zusammenleben beschränkt wird, zählt dieser kurze Kontakt nicht dazu.
Parasitismus: ein Vorteil auf Kosten des Wirts
Ein Parasit lebt zeitweise oder dauerhaft auf oder in einem Wirt, nutzt dessen Ressourcen und schädigt ihn dabei. Mögliche Folgen sind Nährstoff- oder Blutverlust, Gewebeschäden und ein erhöhter Aufwand für Abwehr. Nicht jeder Befall führt zu sofort sichtbaren Beschwerden.
Anders als ein typischer Räuber muss der Parasit den Wirt für seine Nahrungsaufnahme nicht sofort töten. Viele Parasiten nutzen denselben Wirt länger. Trotzdem können parasitische Beziehungen schwere Schäden und auch den Tod des Wirts verursachen. „Parasiten töten ihren Wirt nie“ wäre falsch.
Ektoparasiten: auf der Körperoberfläche
Zecken oder Flöhe nutzen zeitweise oder länger die Körperoberfläche ihres Wirts. „Ekto“ bedeutet außen. Der Wirt liefert ihnen beispielsweise Blut.
Endoparasiten: im Körper
Ein erwachsener Bandwurm lebt im Darm eines geeigneten Wirts und nimmt Nährstoffe auf. „Endo“ bedeutet innen. Andere Parasiten bewohnen Gewebe oder Zellen.
Nicht alle Parasiten sind Tiere. Misteln sind zum Beispiel pflanzliche Halbparasiten: Sie betreiben selbst Fotosynthese, beziehen aber Wasser und mineralische Nährstoffe aus den Leitungsbahnen ihrer Wirtspflanze.
Die Beziehung ist keine bewusste Entscheidung für „fair“ oder „unfair“. Natürliche Selektion wirkt auf Merkmale, die den Fortpflanzungserfolg beeinflussen. Dabei können auch Abwehr und Gegenanpassungen eine Rolle spielen.
Wirt, Überträger und Lebenszyklus unterscheiden
Manche Parasiten wechseln im Lebenszyklus zwischen Wirtsarten. Ein Endwirt ist der Wirt, in dem die geschlechtliche Fortpflanzung des Parasiten stattfindet beziehungsweise bei parasitischen Würmern das geschlechtsreife Stadium lebt. Ein Zwischenwirt beherbergt dafür erforderliche andere Entwicklungsstadien. Nicht jeder Parasit benötigt einen Zwischenwirt.
Ein Überträger – auch Vektor genannt – bringt einen Erreger von einem Organismus zum anderen. Ob er zugleich Wirt des übertragenen Organismus ist, hängt davon ab, ob dort eine entsprechende Entwicklung oder Vermehrung stattfindet. Die Begriffe bezeichnen unterschiedliche Rollen und können sich überschneiden.
Parasit und Räuber: ein wichtiger Grenzfall
Parasitoide entwickeln sich beispielsweise als Insektenlarven in oder an einem anderen Tier und töten dieses am Ende ihrer Entwicklung typischerweise. Das ist ein besonderer Fall, der sich vom einfachen Bild eines langfristig genutzten, weiterlebenden Wirts unterscheidet.
Beziehungs-Labor: Fälle selbst einordnen
Wähle einen Fall und begründe deine Zuordnung
Pflanze und Mykorrhizapilz
Ein Pilz liefert einer Pflanze mineralische Nährstoffe. Die Pflanze gibt organische Kohlenstoffverbindungen an den Pilz ab. Unter den betrachteten Bedingungen profitieren beide.
Welche Beziehung beschreibt dieser Fall?
Ordne den Fall zu. Die Vorzeichen beziehen sich jeweils auf die zuerst und die danach genannten Partner.
Wie lässt sich ein Vorteil nachweisen?
Die bloße Nähe zweier Arten beweist noch keinen Nutzen. Für einen Pflanzen-Pilz-Vergleich kann man beispielsweise Pflanzen derselben Art unter vergleichbaren Bedingungen mit und ohne einen bestimmten Pilz untersuchen. Messbar wären Biomassezuwachs, Nährstoffaufnahme oder die spätere Samenbildung.
Wichtig sind Wiederholungen und kontrollierte Bedingungen. Werden Böden zur Entfernung des Pilzes unterschiedlich behandelt, kann das zugleich Nährstoffgehalt und andere Mikroorganismen verändern. Dann darf ein Wachstumsunterschied nicht ohne Weiteres nur dem Pilz zugeschrieben werden. Auch ein Vorteil der Pflanze allein belegt noch keine +/+-Bilanz: Der Pilz muss ebenfalls betrachtet werden.
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Alle 18 Aufgaben mit Lösungen zum Nachlesen
1 · Erkennen und zuordnen
1. Was bedeutet Symbiose im hier verwendeten engeren Sinn?
Enges Zusammenleben verschiedener Arten zum beiderseitigen Nutzen
Jede beliebige räumliche Nähe
Ausschließlich ein Nutzen auf Kosten des Partners
Lösung und Erklärung
Enges Zusammenleben verschiedener Arten zum beiderseitigen Nutzen
Diese Schuldefinition entspricht einer engen Beziehung mit +/+; andere Texte können den Begriff weiter verwenden.
2. Welche Vorzeichen passen zu Parasitismus in der Reihenfolge Parasit/Wirt?
+/+
−/−
+/−
Lösung und Erklärung
+/−
Der Parasit profitiert, während der Wirt durch die Beziehung einen Nachteil hat.
3. Was liefert die Pflanze einem Mykorrhizapilz?
Nur anorganisches CO₂ als Ersatz für Fotosynthese
Organische Kohlenstoffverbindungen
Ausschließlich fertig gebildete Pilzhyphen
Lösung und Erklärung
Organische Kohlenstoffverbindungen
Der Pilz nutzt pflanzliche organische Stoffe als Energie- und Baustoffquelle.
4. Welcher Partner einer Flechte betreibt Fotosynthese?
Die Grünalge beziehungsweise das Cyanobakterium
Der Pilz allein
Keiner der beteiligten Partner
Lösung und Erklärung
Die Grünalge beziehungsweise das Cyanobakterium
Der fotosynthetische Partner stellt organische Stoffe her; der Pilz unterstützt Struktur und Versorgung.
5. Was ist ein Ektoparasit?
Ein Parasit ausschließlich im Darm
Ein beliebiger Räuber außerhalb des Waldes
Ein Parasit an der Körperoberfläche
Lösung und Erklärung
Ein Parasit an der Körperoberfläche
Ekto bedeutet außen; Zecken sind ein Beispiel.
6. Was bedeutet fakultativ für einen Partner?
Die Beziehung ist grundsätzlich nachteilig
Er kann unter geeigneten Bedingungen auch ohne die Beziehung leben
Er benötigt immer genau diese eine Partnerart
Lösung und Erklärung
Er kann unter geeigneten Bedingungen auch ohne die Beziehung leben
Nützlichkeit und notwendige Abhängigkeit sind unterschiedliche Fragen.
2 · Anwenden und erklären
1. Ein Pilz verbessert die Phosphatversorgung einer Pflanze. Wie ist das möglich?
Seine Hyphen erschließen Bodenbereiche und transportieren Nährstoffe
Er erzeugt Phosphor als neues Element aus Licht
Er übernimmt grundsätzlich die gesamte Fotosynthese der Pflanze
Lösung und Erklärung
Seine Hyphen erschließen Bodenbereiche und transportieren Nährstoffe
Ein feines Hyphennetz kann das erschlossene Bodenvolumen erweitern.
2. Ein erwachsener Bandwurm lebt im Darm. Welche Einordnung passt?
Ektoparasit
Fotosynthetischer Symbiont
Endoparasit
Lösung und Erklärung
Endoparasit
Endo bedeutet innen; der Darm liegt innerhalb des Wirtskörpers.
3. Eine Mistel betreibt Fotosynthese und entzieht dem Wirtsbaum Wasser sowie Mineralstoffe. Was ist sie?
Ein räuberisches Tier
Ein pflanzlicher Halbparasit
Ein vollständiger Produzent ohne Wirtsbeziehung
Lösung und Erklärung
Ein pflanzlicher Halbparasit
Eigene Fotosynthese schließt die parasitische Nutzung anderer Ressourcen nicht aus.
4. Ein Vogel nutzt einen Baum zum Nisten; für den Baum ist kein wesentlicher Effekt erkennbar. Was passt?
Kommensalismus (+/0)
Symbiose im engeren Sinn (+/+)
Konkurrenz (−/−)
Lösung und Erklärung
Kommensalismus (+/0)
Die Zuordnung folgt den beobachteten Wirkungen auf beide Partner.
5. Welcher Wirt heißt bei einem parasitischen Wurm Endwirt?
Immer der größte Wirt
Immer der erste Wirt nach dem Ei
Der Wirt mit dem geschlechtsreifen Stadium
Lösung und Erklärung
Der Wirt mit dem geschlechtsreifen Stadium
Die Entwicklungs- beziehungsweise Fortpflanzungsphase entscheidet über die Rolle.
6. Warum unterscheidet +/− allein einen Parasiten nicht von einem Räuber?
Räuber werden stets selbst geschädigt
Beide können dieselben Vorzeichen haben, nutzen den anderen Organismus aber unterschiedlich
Parasiten besitzen grundsätzlich +/+
Lösung und Erklärung
Beide können dieselben Vorzeichen haben, nutzen den anderen Organismus aber unterschiedlich
Der typische Räuber tötet und frisst; der Parasit nutzt einen lebenden Wirt zeitweise oder länger.
3 · Prüfen und übertragen
1. Eine Pflanze wächst mit Pilz stärker. Warum ist damit +/+ noch nicht vollständig belegt?
Auch der Nutzen für den Pilz und mögliche Störfaktoren müssen geprüft werden
Mehr Pflanzenwachstum beweist stets einen Schaden am Pilz
Der Pilz muss genauso viel Masse gewinnen wie die Pflanze
Lösung und Erklärung
Auch der Nutzen für den Pilz und mögliche Störfaktoren müssen geprüft werden
Beide Partner benötigen eine eigene Nutzenbilanz gegenüber passenden Vergleichsbedingungen.
2. Warum bedeutet +/+ nicht „kostenlos für beide“?
Jeder Aufwand macht eine Beziehung automatisch parasitisch
Die Vorzeichen zählen ausschließlich abgegebene Stoffmengen
Beide können investieren und dennoch netto profitieren
Lösung und Erklärung
Beide können investieren und dennoch netto profitieren
Nutzen muss die jeweiligen Kosten unter den betrachteten Bedingungen überwiegen.
3. Warum kann ein Bodenvergleich mit und ohne Pilz schwer zu deuten sein?
Ein einzelner Ansatz schließt sämtliche Störfaktoren aus
Die Behandlung zur Pilzentfernung kann auch Nährstoffe und andere Organismen verändern
Böden haben grundsätzlich keinen Einfluss auf Wachstum
Lösung und Erklärung
Die Behandlung zur Pilzentfernung kann auch Nährstoffe und andere Organismen verändern
Kontrollierte Behandlung und Wiederholungen helfen, den Pilzeffekt abzugrenzen.
4. Was ist an „Parasiten töten ihren Wirt nie“ falsch?
Schäden können tödlich enden, auch wenn sofortiges Töten nicht zur Nahrungsaufnahme nötig ist
Jeder Parasit muss seinen Wirt bei jedem Kontakt sofort töten
Nur Ektoparasiten können überhaupt schädigen
Lösung und Erklärung
Schäden können tödlich enden, auch wenn sofortiges Töten nicht zur Nahrungsaufnahme nötig ist
Die typische längere Nutzung bedeutet keine Überlebensgarantie für den Wirt.
5. Warum ist ein Überträger nicht automatisch nur ein Zwischenwirt?
Jeder Überträger ist zwingend der Endwirt
Ein Wirt kann niemals an der Übertragung beteiligt sein
Übertragung und Entwicklung sind unterschiedliche Rollen und können sich überschneiden
Lösung und Erklärung
Übertragung und Entwicklung sind unterschiedliche Rollen und können sich überschneiden
Ob ein Vektor zugleich Wirt ist, hängt von Entwicklung oder Vermehrung des übertragenen Organismus ab.
6. Ein internationaler Text nennt Parasitismus eine symbiotische Beziehung. Wie lässt sich das einordnen?
Er verwendet zwangsläufig dieselbe enge Schuldefinition wie diese Seite
Er kann Symbiose im weiteren Sinn eines engen Zusammenlebens verwenden
Er behauptet zwingend einen Nutzen für den Wirt
Lösung und Erklärung
Er kann Symbiose im weiteren Sinn eines engen Zusammenlebens verwenden
Vor einer Bewertung muss die verwendete Definition geklärt werden.
Wie sicher bist du jetzt?
Bearbeite drei weitere Aufgaben ohne Nachschlagen. Nutze die Rückmeldung, um gezielt weiterzulernen.
Entscheide ohne Nachschlagen. Pro Aufgabe passt genau eine Antwort.
Lösungen mit Erklärungen
Ektoparasitismus – Sie nutzt die Körperoberfläche und entzieht dem Wirt Ressourcen.
Der Bestand kann trotz parasitischem Nachteil durch genügend Nachkommen wachsen – Beziehungseffekt und Gesamtbilanz der Population sind verschiedene Ebenen.
Beide Partner, geeignete Kontrollen und vergleichbare Bedingungen – Bloßes Zusammenleben oder ein Vorteil einer Seite genügt nicht für den Nachweis von +/+.
Die Aufgaben sind unterschiedlich. Die Ergebnisse geben dir eine kurze Orientierung zu deinem Lernstand.
Weitere Aufgaben zum Selbstcheck
12 Aufgaben: verstehen, anwenden und begründen
Löse zuerst selbst. Ein Tipp hilft beim Einstieg; die Lösung zeigt die fachliche Begründung.
1 · Was bedeutet +/+ bei einer Beziehung?
Tipp anzeigen
Für jeden Partner einen Vorteil nennen.
Lösung anzeigen
Beide Partner profitieren gegenüber einer vergleichbaren Situation ohne diese Beziehung. Sie müssen nicht gleich stark profitieren, und die Beziehung kann für beide auch Kosten verursachen.
2 · Warum kann Symbiose in zwei Texten unterschiedlich definiert sein?
Tipp anzeigen
Engere und weitere Bedeutung.
Lösung anzeigen
Im engeren, hier verwendeten Sinn meint Symbiose enges Zusammenleben zum beiderseitigen Nutzen. Im weiteren Sinn umfasst sie enges, längerfristiges Zusammenleben verschiedener Arten und kann auch Parasitismus einschließen.
3 · Was liefert die Pflanze ihrem Mykorrhizapilz?
Tipp anzeigen
An Fotosyntheseprodukte denken.
Lösung anzeigen
Organische Kohlenstoffverbindungen, beispielsweise Zucker und je nach Mykorrhizatyp weitere Stoffe. Der Pilz nutzt sie als Energie- und Baustoffquelle.
4 · Wie kann der Pilz der Pflanze helfen?
Tipp anzeigen
Die feinen Hyphen im Boden betrachten.
Lösung anzeigen
Pilzhyphen erschließen Bodenbereiche und können mineralische Nährstoffe, insbesondere Phosphat, liefern. Je nach Bedingungen unterstützen sie auch die Wasserversorgung.
Die Grünalge beziehungsweise das Cyanobakterium. Der Pilz bildet kein Chlorophyll zur eigenen Fotosynthese und erhält organische Stoffe vom fotosynthetischen Partner.
6 · Ist eine nützliche Beziehung automatisch obligat?
Tipp anzeigen
Nutzen und Notwendigkeit sind verschiedene Fragen.
Lösung anzeigen
Nein. Fakultative Beziehungen können vorteilhaft sein, obwohl ein Partner unter geeigneten Bedingungen auch ohne sie lebt. Obligat bedeutet eine notwendige Abhängigkeit für den betrachteten Partner oder seine Lebensphase.
7 · Ordne Zecke und erwachsenen Darmbandwurm ein.
Tipp anzeigen
Außen oder innen?
Lösung anzeigen
Die Zecke ist ein Ektoparasit an der Körperoberfläche. Der erwachsene Bandwurm ist ein Endoparasit im Darm seines Wirts.
8 · Warum ist „Parasiten töten ihren Wirt nie“ falsch?
Tipp anzeigen
Langfristige Nutzung ist keine Garantie.
Lösung anzeigen
Viele Parasiten nutzen den Wirt länger, ohne ihn sofort zu töten. Parasiten können jedoch schwere Schäden verursachen, die auch tödlich enden. Ihre Einordnung hängt nicht von einer absoluten Überlebensgarantie des Wirts ab.
9 · Warum ist eine Mistel trotz Fotosynthese ein Parasit?
Tipp anzeigen
Selbst erzeugte und bezogene Stoffe unterscheiden.
Lösung anzeigen
Sie erzeugt selbst organische Stoffe durch Fotosynthese, bezieht aber Wasser und mineralische Nährstoffe aus der Wirtspflanze. Darum ist sie ein Halbparasit.
10 · Warum reicht +/− nicht zur Unterscheidung von Parasit und Räuber?
Tipp anzeigen
Die Nutzung des anderen Organismus beschreiben.
Lösung anzeigen
Beide Beziehungen haben diese Vorzeichen. Ein typischer Räuber tötet und frisst Beute. Ein Parasit nutzt einen lebenden Wirt zeitweise oder länger, ohne ihn zur Nahrungsaufnahme sofort töten zu müssen.
11 · Ein Vogel nistet im Baum. Ist das immer Kommensalismus?
Tipp anzeigen
Die Wirkung auf den Baum prüfen.
Lösung anzeigen
Nein. Es ist nur dann +/0, wenn der Baum unter den betrachteten Bedingungen keinen wesentlichen Vor- oder Nachteil hat. Die Einordnung folgt aus den Wirkungen, nicht allein aus der Nähe der Arten.
12 · Warum beweist stärkeres Pflanzenwachstum mit Pilz allein noch keine Symbiose?
Tipp anzeigen
Beide Partner und mögliche Versuchsfehler berücksichtigen.
Lösung anzeigen
Man muss auch einen Nutzen für den Pilz begründen. Außerdem könnten unkontrollierte Unterschiede, etwa Nährstoffveränderungen durch Bodenbehandlung, das Pflanzenwachstum erklären. Geeignete Kontrollen und Wiederholungen sind nötig.
Kurzer Begriffscheck
Welche Aussage unterscheidet eine enge Symbiose von Parasitismus?
Wähle eine Antwort.
Fachliche Vertiefung: OpenStax · Community Ecology · U.S. Forest Service · About Lichens. Eigene Erklärungen und Schaubilder; alle Zahlen und Kurven der interaktiven Beispiele sind Unterrichtsmodelle. Klassenstufen und Vertiefung unterscheiden sich nach Bundesland und Schulart.