1 · Bestimme sin(0) und cos(0).
Lösung und Rechenweg ansehen
sin(0) = 0 und cos(0) = 1.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 10–11 · etwa 35–50 Minuten
Du bestimmst Amplitude, Mittellinie, Periode und Verschiebung, berechnest Funktionswerte und findest alle Lösungen einfacher trigonometrischer Gleichungen im vorgegebenen Intervall.
Bogenmaß, Einheitskreis und Funktionstransformationen.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Bestimme einen Grundwert, eine Amplitude und eine Periode.
π oder pi, etwa pi/2 oder −pi/4. Mehrere Lösungen mit Semikolon: 0; pi. Gib alle Lösungen im genannten Intervall an, bei keiner Lösung: keine. Entscheidungen: ja oder nein.
02 · Verstehen
Regelmäßig wiederkehrende Werte
f(x) = sin(x)
g(x) = cos(x)
Beide Grundfunktionen haben die Amplitude 1 und die Periode 2π im Bogenmaß.
Sinus und Kosinus ordnen jedem Winkel eine Zahl zwischen −1 und 1 zu. Auf dem Einheitskreis ist der Kosinus die x-Koordinate eines Kreispunkts und der Sinus seine y-Koordinate. Beim Umlaufen des Kreises wiederholen sich die Werte nach einer vollen Umdrehung.
So wird aus dem Kreis eine Kurve: Trage den Winkel im Bogenmaß auf der waagerechten Achse eines neuen Koordinatensystems ab. Für den Sinus übernimmst du dazu die Höhe des Kreispunkts als Funktionswert. Bei einer halben Umdrehung beträgt der Winkel π und die Höhe 0: Im Sinusgraphen entsteht der Punkt (π | 0). Für den Kosinus übernimmst du stattdessen die waagerechte Koordinate des Kreispunkts; bei π ist sie −1, also entsteht (π | −1). Die waagerechte Achse des Funktionsgraphen zeigt somit den Winkel, nicht die x-Koordinate auf dem Kreis.
Für Funktionsgleichungen verwenden wir auf dieser Seite das Bogenmaß. Eine volle Umdrehung entspricht 2π, ein rechter Winkel . Der Definitionsbereich der Grundfunktionen ist ganz ℝ, der Wertebereich ist [−1; 1].
Steht ein Winkel mit Gradzeichen da, rechnest du im Gradmaß. Für sin(x) mit x im Bogenmaß muss der Taschenrechner auf RAD stehen. Für sin(30°) brauchst du DEG.
| x im Bogenmaß | Gradmaß | sin(x) | cos(x) |
|---|---|---|---|
| 0 | 0° | 0 | 1 |
| 90° | 1 | 0 | |
| π | 180° | 0 | −1 |
| 270° | −1 | 0 | |
| 2π | 360° | 0 | 1 |
Die Sinuskurve startet bei (0 | 0) und steigt zunächst an. Die Kosinuskurve startet bei (0 | 1). Beide haben dieselbe Form, aber eine andere Lage entlang der x-Achse.
cos(x) = sin(x + )
Der Kosinusgraph entsteht aus dem Sinusgraphen durch Verschiebung um nach links. Die Grundfunktion Sinus ist punktsymmetrisch zum Ursprung: sin(−x) = −sin(x). Kosinus ist achsensymmetrisch zur y-Achse: cos(−x) = cos(x).
Bei f(x) = a · sin(x) + d bestimmt |a| die Amplitude. Sie ist der Abstand von der Mittellinie y = d zum höchsten oder tiefsten Punkt.
Die Regel
Amplitude A = |a|
Der höchste Wert ist d + |a|, der niedrigste d − |a|. Ein negatives a spiegelt die Schwingung an ihrer Mittellinie, ändert aber nicht die positive Amplitude.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = −3sin(x) + 2
Beispiel: Untersuche f(x) = −3sin(x) + 2.
Gehe von der Mittellinie um die Amplitude nach unten und nach oben.
Alle Funktionswerte liegen zwischen −1 und 5. Der Abstand zwischen Minimum und Maximum ist 6, also doppelt so groß wie die Amplitude.
Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = 2sin(x) − 4
Die Amplitude ist 2, die Mittellinie liegt bei y = −4.
Ziehe die Amplitude von der Mittellinie ab beziehungsweise addiere sie.
Bei f(x) = a · sin(bx) + d mit a ≠ 0 und b ≠ 0 verändert b die Länge einer vollständigen Schwingung. Im Bogenmaß gilt:
Die Regel
T =
| Funktion | Periode | Vergleich zur Grundfunktion |
|---|---|---|
| sin(2x) | π | doppelt so viele Schwingungen auf derselben Strecke |
| sin(0,5x) | 4π | halb so viele Schwingungen auf derselben Strecke |
| sin(−3x) | kürzere Periode; zusätzlich Vorzeichenwirkung |
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = sin(−3x)
Beispiel: Bestimme die Periode von f(x) = sin(−3x).
Für die positive Periodenlänge zählt der Betrag von b.
Teile die Grundperiode 2π durch 3. Die Vorzeichenwirkung verändert diese Periodenlänge nicht.
Wenn die Argumente ausdrücklich im Gradmaß angegeben sind, steht entsprechend 360° statt 2π im Zähler. Bei a = 0 oder b = 0 ist die Funktion konstant; dann gibt es keine kleinste positive Schwingungsperiode.
Die Regel
f(x) = a · sin(b(x − c)) + d
In dieser Form liest du die Verschiebung c direkt ab: c > 0 bedeutet nach rechts, c < 0 nach links. d verschiebt die Mittellinie nach oben oder unten. Für Kosinus gelten dieselben Parameterregeln.
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = 2sin(3(x − π6)) − 1
Beispiel: Untersuche f(x) = 2sin(3(x − )) − 1.
Vergleiche mit a · sin(b(x − c)) + d. Die Klammer um x − c ist entscheidend.
Der Vorfaktor a bestimmt die Amplitude; b verkürzt die Periode auf ein Drittel.
Die Kurve ist um π/6 nach rechts verschoben. Die Mittellinie liegt bei y = −1.
Steht die Funktion als a · sin(bx + φ) + d da, ist φ nicht direkt die horizontale Verschiebung. Klammere b aus. Bei b ≠ 0 gilt c = −. Beispiel: sin(2x − π) = sin(2(x − )).
| x | 0 | π | 2π | ||
|---|---|---|---|---|---|
| f(x) | −1 | 1 | −1 | −3 | −1 |
Beispiel · Schritt für Schritt
f(x) = 2sin(x) − 1
x = 3π2
Beispiel: f(x) = 2sin(x) − 1. Beginne mit der Mittellinie y = −1 und markiere Maximum 1 und Minimum −3. Die Periode bleibt 2π.
So berechnest du einen Stützpunkt: Setze x = in f(x) = 2sin(x) − 1 ein.
Der Winkel steht im Bogenmaß. Nutze am Taschenrechner RAD oder den bekannten Sinuswert.
sin(3π/2) = −1. Der Stützpunkt ist (3π/2 | −3), also der Tiefpunkt dieser Periode.
Trage diese fünf Punkte ein und verbinde sie mit einer glatten Welle. Wiederhole das Muster nach links und rechts. Für f(x) = a · sin(b(x − c)) + d mit a ≠ 0 und b ≠ 0 kannst du eine Periode bei (c | d) beginnen. Die fünf Stützstellen liegen jeweils eine Viertelperiode T : 4 auseinander.
Für b > 0 geht die Kurve ab x = c bei positivem a zunächst nach oben, bei negativem a nach unten. Bei b < 0 kehrt sich diese Richtung nochmals um. Zum Beispiel gilt −sin(−x) = sin(x): Trotz negativem a steigt diese Kurve ab x = 0 zunächst an.
Beispiel · Schritt für Schritt
sin(x) = 12
0 ≤ x < 2π
Gesucht sind alle Lösungen von sin(x) = im Intervall 0 ≤ x < 2π. Auf dem Einheitskreis gibt es zwei Punkte mit der y-Koordinate . Daher:
Die Umkehrfunktion liefert im Bogenmaß den Hauptwert π/6.
Im zweiten Quadranten besitzt der Ergänzungswinkel denselben Sinuswert.
Beide Werte liegen in 0 ≤ x < 2π. In dieser einen Periode gibt es keine weiteren Lösungen.
Ohne Intervallbegrenzung kommen ganze Umdrehungen dazu:
x = + 2kπ oder x = + 2kπ
Dabei ist k eine beliebige ganze Zahl. Die Umkehrfunktion arcsin liefert nur einen Hauptwert; sie zeigt nicht automatisch alle Lösungen einer periodischen Gleichung.
Die Nullstellen von sin(x) sind x = kπ. Die Nullstellen von cos(x) sind x = + kπ, jeweils für ganze k.
Beispiel · Schritt für Schritt
Ein vereinfachtes Riesenradmodell hat den Radius 10 m, seine Mitte liegt 12 m über dem Boden und eine Umdrehung dauert 40 Sekunden. Zum Zeitpunkt t = 0 startet die betrachtete Gondel am tiefsten Punkt. Ein passendes Höhenmodell in Metern ist:
h(t) =
12 − 10cos( · t)
Die Zeit t wird in Sekunden eingesetzt, der Kosinus im Bogenmaß ausgewertet. Die Funktionswerte geben die Höhe in Metern an.
cos(0) = 1. Die Gondel startet 2 m über dem Boden am tiefsten Punkt.
Nach 10 Sekunden ist das Kosinusargument π/2 und der Kosinuswert 0. Die Höhe beträgt 12 m.
cos(π) = −1. Nach 20 Sekunden erreicht die Gondel den höchsten Punkt in 22 m Höhe.
cos(2π) = 1. Die Gondel ist wieder auf 2 m Höhe; die Periode beträgt 40 Sekunden.
Hier entsprechen Radius und Amplitude einander. Die Höhe der Radmitte ist die Mittellinie; die Umlaufzeit ist die Periode. Prüfe bei Sachaufgaben immer auch den Startpunkt und die Bewegungsrichtung.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Alle Funktionsargumente stehen hier im Bogenmaß. Achte bei Gleichungen besonders auf die Intervallgrenzen und auf einen inneren Faktor.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
sin(0) = 0 und cos(0) = 1.
Erklärung wiederholen →Amplitude 4. Die Amplitude ist der Betrag des Vorfaktors.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = sin(4x)
Der Faktor vor x beträgt 4.
Teile 2π durch den Betrag von b und kürze den Bruch.
Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = 3cos(x) − 2
Der Kosinus schwankt hier um die Mittellinie y = −2 mit der Amplitude 3.
Gehe von der Mittellinie jeweils 3 nach unten und nach oben.
Alle Werte zwischen Minimum und Maximum werden angenommen.
Lösung · Schritt für Schritt
f(x) = sin(2x − π)
Klammere 2 aus dem gesamten Argument aus.
Damit lautet die Funktion sin(2(x − π/2)). Sie ist gegenüber sin(2x) um π/2 nach rechts verschoben.
Lösung · Schritt für Schritt
sin(x) = 0
0 ≤ x < 2π
Der Sinus ist bei jedem ganzzahligen Vielfachen von π gleich null.
Teile durch die positive Zahl π. Als ganze Zahlen passen nur k = 0 und k = 1.
2π liegt nicht im angegebenen Intervall, weil die obere Grenze ausgeschlossen ist.
Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
Passende Materialien zum Thema „Sinus- und Kosinusfunktionen“. Wähle aus, was dir beim Üben und Wiederholen hilft.
Diese Materialien ergänzen die Erklärung und unterstützen dich beim Üben und Nachschlagen.
Trigonometrie für Klasse 10 am Gymnasium üben oder die Grundlagen im Nachschlagewerk für Klasse 5–10 wiederholen.
5. Klasse · 6. Klasse · 7. Klasse · 8. Klasse · 9. Klasse · 10. Klasse
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Funktionstransformationen vertiefen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Hier wird das Bogenmaß verwendet. 2π und 360° beschreiben dieselbe volle Umdrehung.
Nein. Sie ist ein Abstand und wird als |a| angegeben. Ein negatives a beeinflusst die Orientierung der Kurve.
Nein. arcsin liefert einen Hauptwert. Weitere Lösungen ergeben sich aus der Symmetrie und Periodizität; beachte das gefragte Intervall.
Der Betrag des Vorfaktors ist die Amplitude 3. Die Mittellinie ist y = 2.