Du verstehst Funktionen als eindeutige Zuordnungen, berechnest Werte, liest Graphen ab und prüfst Punkte sowie erlaubte Eingaben.
Voraussetzungen ansehen
Grundrechenarten, negative Zahlen und das Koordinatensystem.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Was kannst du schon?
3 kurze Aufgaben
Berechne einen Funktionswert, prüfe einen Punkt und entscheide über die Eindeutigkeit.
Zahlen mit Komma oder Punkt, Brüche mit /. Punkte: x | y. Terme mit x, etwa 2x + 1. Mehrere gesuchte Eingaben mit Semikolon: −3; 3. Bedingungen: x != 0 oder alle. Entscheidungen: ja oder nein.
02 · Verstehen
Was ist eine Funktion?
Ein x-Wert, genau ein y-Wert
y = 2x + 1
Setze x = 3 ein: y = 2 · 3 + 1 = 7. Das Wertepaar wird im Koordinatensystem zum Punkt (3 | 7).
Eine Funktion ordnet jedem erlaubten x-Wert genau einen y-Wert zu. Du kannst dir x als Eingabe und y als Ergebnis vorstellen. Entscheidend ist die Eindeutigkeit: Für dieselbe Eingabe darf die Funktion nicht zwei verschiedene Ergebnisse liefern.
Ein Beispiel ist die Regel „verdoppeln und 1 addieren“. Aus 3 wird 7, aus 0 wird 1 und aus −2 wird −3. Als Formel schreibt man y = 2x + 1. Manchmal steht dafür f(x) = 2x + 1. Dabei bezeichnet f(x) den Funktionswert zur Eingabe x; es bedeutet nicht f mal x.
Verschiedene x-Werte dürfen denselben y-Wert haben. Entscheidend ist, dass jede einzelne Eingabe genau ein Ergebnis hat.
Beispiel · Schritt für Schritt
Verschiedene Eingaben mit demselben Ergebnis
y = x² Eingaben: x = 2 und x = −2
RechnungErklärung zum Schritt
x = 2: y = 2² = 4
1 Erste Eingabe einsetzen
Betrachte die Regel y = x².
x = −2: y = (−2)² = 4
2 Negative Eingabe einsetzen
Die Klammern zeigen, dass die ganze negative Zahl quadriert wird.
(2 | 4) und (−2 | 4)
3 Eindeutigkeit prüfen
Zwei verschiedene Eingaben führen zum selben Ergebnis. Das ist bei einer Funktion erlaubt.
Funktionswerte berechnen und eine Wertetabelle erstellen
Bei y = 2x + 1 ersetzt du x durch eine Zahl und rechnest aus. Beachte dabei Punkt vor Strich. Für negative Eingaben helfen Klammern:
Beispiel · Schritt für Schritt
Einen negativen Wert in die Funktion einsetzen
y = 2x + 1 für x = −2
RechnungErklärung zum Schritt
x = −2 y = 2 · (−2) + 1
1 Eingabe einsetzen
Ersetze x durch −2. Klammern halten das negative Vorzeichen beim Einsetzen fest.
y = −4 + 1
2 Multiplikation zuerst ausführen
Punkt vor Strich: Berechne zuerst 2 · (−2).
y = −3 Punkt: (−2 | −3)
3 Funktionswert und Wertepaar nennen
Addiere eins. Die Eingabe steht im Punkt zuerst, der Funktionswert danach.
x
Rechnung 2x + 1
y
−2
2 · (−2) + 1
−3
−1
2 · (−1) + 1
−1
0
2 · 0 + 1
1
1
2 · 1 + 1
3
2
2 · 2 + 1
5
Jede Zeile enthält ein zusammengehöriges Wertepaar. Eine Tabelle zeigt ausgewählte Eingaben und Ergebnisse. Sie muss nicht alle möglichen Werte der Funktion auflisten.
Probier es selbst: Berechne für y = x − 2 die Werte zu x = 0, 2 und 5.
Lösung ansehen
Lösung · Schritt für Schritt
Drei Wertepaare mit derselben Regel berechnen
y = x − 2 Eingaben: 0, 2 und 5
RechnungErklärung zum Schritt
x = 0: y = 0 − 2 = −2
1 Erste Eingabe einsetzen
Der zugehörige Punkt ist (0 | −2).
x = 2: y = 2 − 2 = 0
2 Zweite Eingabe einsetzen
Der zugehörige Punkt ist (2 | 0).
x = 5: y = 5 − 2 = 3
3 Dritte Eingabe einsetzen
Der zugehörige Punkt ist (5 | 3). Jede Eingabe wird in dieselbe Regel y = x − 2 eingesetzt.
Von der Wertetabelle zum Graphen
Übertrage jedes Wertepaar als Punkt (x | y) in ein Koordinatensystem. Die erste Koordinate liest du auf der waagerechten x-Achse ab, die zweite auf der senkrechten y-Achse. Der Graph einer Funktion besteht aus ihren zugehörigen Punkten.
Für die lineare Funktion y = 2x + 1 liegen die Punkte auf einer Geraden. Wenn alle reellen x-Werte erlaubt sind, gehören auch die Punkte zwischen den Tabellenwerten dazu: Du kannst die Gerade zeichnen und über die ausgewählten Punkte hinaus verlängern.
Verbinde Punkte nicht automatisch: Beschreibt x beispielsweise die Anzahl gekaufter Hefte, sind nur ganze, nicht negative Stückzahlen sinnvoll. Dann besteht die Darstellung aus einzelnen Punkten. Und andere Funktionen, etwa y = x², haben einen gekrümmten Graphen.
Entdecke Steigung und Startwert an einer Geraden
Ein besonders übersichtliches Beispiel ist die lineare Funktion y = mx + b. Dabei gibt m die Steigung an: Wird x um 1 größer, ändert sich y um m. Der Wert b ist der y-Achsenabschnitt, also der y-Wert bei x = 0. Für einen Einstieg kannst du b auch als Startwert verstehen.
Das feste Beispiel zeigt y = 2x + 1.
x
−1
0
1
y
−1
1
3
Jedes Kästchen entspricht auf beiden Achsen einer Einheit. Dargestellt ist der Ausschnitt von −6 bis 6.
Versuch 1: Lass m = 2 stehen und ändere nur b. Die Gerade verschiebt sich nach oben oder unten; ihre Steigung bleibt gleich.
Versuch 2: Stelle b = 0 ein und ändere m. Alle diese Geraden verlaufen durch den Ursprung. Bei positivem m steigen sie nach rechts, bei negativem m fallen sie. Bei m = 0 ist y immer gleich b.
Probier es selbst: Was bedeutet m = −1 und b = 2?
Lösung ansehen
Lösung · Schritt für Schritt
Steigung und Achsenabschnitt deuten
y = mx + b m = −1 und b = 2
RechnungErklärung zum Schritt
y = (−1) · x + 2 = −x + 2
1 Parameter einsetzen
Setze m = −1 und b = 2 in y = mx + b ein.
x = 0: y = −0 + 2 = 2
2 Achsenabschnitt bestimmen
Die Gerade schneidet die y-Achse bei (0 | 2).
x = 1: y = −1 + 2 = 1
3 Steigung nachvollziehen
Ein Schritt nach rechts senkt y um eins. Ein weiterer Punkt ist (1 | 1).
Prüfen, ob ein Punkt zum Graphen gehört
Du musst dafür nicht genau zeichnen. Setze die x-Koordinate in die Funktionsregel ein. Vergleiche das berechnete Ergebnis mit der y-Koordinate des Punktes.
Gehört P(2 | 5) zu y = 2x + 1?
Beispiel · Schritt für Schritt
Mit der Punktprobe die Zugehörigkeit prüfen
y = 2x + 1 P(2 | 5) und Q(2 | 6)
RechnungErklärung zum Schritt
x = 2: y = 2 · 2 + 1 = 4 + 1 = 5
1 Funktionswert berechnen
Setze die erste Koordinate von P in die Regel ein.
Berechneter Wert: 5 y-Koordinate von P: 5
2 Mit dem Punkt vergleichen
Die Werte stimmen überein. P(2 | 5) liegt auf dem Graphen.
5 ≠ 6
3 Zweiten Punkt prüfen
Q(2 | 6) hat dieselbe Eingabe 2, aber die falsche y-Koordinate. Q liegt deshalb nicht auf dem Graphen.
Probier es selbst: Gehört R(−1 | −1) zu y = 2x + 1?
Lösung ansehen
Lösung · Schritt für Schritt
Einen Punkt mit negativen Koordinaten prüfen
y = 2x + 1 Prüfe R(−1 | −1)
RechnungErklärung zum Schritt
x = −1: y = 2 · (−1) + 1 = −2 + 1 = −1
1 Eingabe einsetzen
Berechne den Funktionswert zur ersten Koordinate von R.
Berechneter Wert: −1 y-Koordinate von R: −1
2 Ergebnisse vergleichen
Ja: Beide Werte stimmen überein. R(−1 | −1) liegt auf dem Graphen.
Erlaubte Eingaben und typische Fehler
Die Menge der erlaubten Eingaben heißt Definitionsmenge. Sie hängt von der Regel und gegebenenfalls von der Situation ab. Bei der Regel y = 1/x darf x zum Beispiel nicht 0 sein, weil eine Division durch 0 nicht definiert ist. Die tatsächlich erreichten Ergebnisse bilden die Wertemenge.
Beispiel · Schritt für Schritt
Erlaubte Eingaben und mögliche Ergebnisse unterscheiden
y = 1/x
RechnungErklärung zum Schritt
y = 1/x x ≠ 0
1 Verbotene Eingabe ausschließen
Im reellen Modell ist die Regel für jede reelle Zahl außer null definiert. Falls die Situation weitere Einschränkungen vorgibt, gehören sie ebenfalls zur Definitionsmenge.
1/x ≠ 0 für x ≠ 0
2 Mögliche Ergebnisse prüfen
Der Zähler ist eins; der Bruch kann nicht null werden.
Zu jedem y ≠ 0 passt x = 1/y
3 Wertemenge bestimmen
Wenn alle reellen Eingaben außer null erlaubt sind, werden auch genau alle reellen Ergebnisse außer null erreicht. Definitionsmenge und Wertemenge beschreiben unterschiedliche Rollen.
2x mit x + 2 verwechselt: 2x bedeutet 2 · x, also verdoppeln.
Aus 2x + 1 wird 2 · (x + 1): Das wäre eine andere Regel.
Beispiel · Schritt für Schritt
Die Wirkung zusätzlicher Klammern prüfen
2x + 1 und 2 · (x + 1) Vergleiche für x = 3
RechnungErklärung zum Schritt
x = 3: 2x + 1 = 2 · 3 + 1 = 7
1 Ohne zusätzliche Klammern rechnen
Zuerst wird verdoppelt, dann eins addiert.
x = 3: 2 · (x + 1) = 2 · (3 + 1) = 8
2 Mit veränderter Klammer rechnen
Hier wird zuerst eins addiert und anschließend alles verdoppelt. Die Ergebnisse unterscheiden sich.
x und y vertauscht: Ein Punkt wird in der Reihenfolge (x | y) geschrieben.
Jede Funktion für eine Gerade gehalten: Die Regler zeigen nur lineare Funktionen. Andere Funktionen können andere Graphen haben.
Eindeutigkeit falsch verstanden: Zwei Eingaben dürfen dasselbe Ergebnis haben; eine Eingabe darf nicht mehrere Ergebnisse haben.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Übe in deinem Tempo
18 Aufgaben · 3 Stufen
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Eine Eingabe hat genau einen Funktionswert. Verschiedene Eingaben dürfen denselben Wert liefern. Nutze den vorhandenen Geraden-Regler in der Erklärung zum Ausprobieren.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Wie sicher bist du jetzt?
5 gemischte Aufgaben
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Lieber auf Papier? Weitere Aufgaben mit Rechenwegen
Dein Wissen anwenden
Sechs Aufgaben zum Selbstcheck
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
1 · Was wird aus x = 4 bei y = 2x + 1?
Lösung und Rechenweg ansehen
Lösung · Schritt für Schritt
Funktionswert und Punkt berechnen
y = 2x + 1 für x = 4
RechnungErklärung zum Schritt
x = 4: y = 2 · 4 + 1
1 Einsetzen
Ersetze x durch die Eingabe 4.
y = 8 + 1 = 9 Punkt: (4 | 9)
2 Ausrechnen
Multipliziere zuerst, addiere dann. Das Wertepaar lautet (4 | 9).
Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Für Lehrkräfte: Vorschlag für eine Übungsstunde
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Häufige Fragen
Was unterscheidet eine Funktion von einer beliebigen Zuordnung?
Bei einer Funktion gehört zu jeder erlaubten Eingabe genau ein Ergebnis. Eine Zuordnung, die derselben Eingabe mehrere verschiedene Ergebnisse zuweist, ist keine Funktion.
Ist jede Funktion eine Gerade?
Nein. Lineare Funktionen haben eine Gerade als Graphen. Die quadratische Funktion y = x² hat zum Beispiel eine Parabel als Graphen.
Was bedeutet f(3)?
f(3) ist der Funktionswert an der Stelle x = 3. Bei f(x) = 2x + 1 ist f(3) = 7.
Betrachte die Regel y = x².