1. Eis erwärmen
Von −10 °C auf 0 °C: ΔT = 10 K.
Q₁ = 0,100 · 2,1 · 10 = 2,1 kJPhysik · Wärmelehre · Mittelstufe
Warum braucht Eis Energie zum Schmelzen, obwohl es bei 0 °C bleibt? Verstehe die spezifische Schmelzwärme, berechne geschmolzene Massen und zerlege Aufgaben in Erwärmung und Zustandswechsel.
Gleiche Temperatur – neuer Zustand
Qs = m · Ls
100 g Eis bei 0 °C benötigen ungefähr 33,4 kJ, um vollständig zu Wasser bei 0 °C zu werden.
Die Temperaturänderung ist null, die benötigte Energie nicht.
Lernschritt 1
Beim Schmelzen geht ein Stoff vom festen in den flüssigen Zustand über. Für reines Eis bei ungefähr normalem Luftdruck liegt die Schmelztemperatur bei etwa 0 °C. Befinden sich Eis und Wasser beim Schmelzen im Gleichgewicht, kann zugeführte Energie den Eisanteil verkleinern, während die Temperatur annähernd gleich bleibt.
Im Teilchenmodell wird die feste Ordnung aufgelöst. Die Teilchen können sich anschließend gegeneinander bewegen. Dabei ändert sich die Energie ihrer Wechselwirkungen. Die Wassermoleküle werden nicht größer und werden nicht in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.
Die Temperatur beschreibt nicht sämtliche Energieanteile eines Körpers. Deshalb kann ein Stoff bei gleicher Temperatur Energie aufnehmen und seinen Zustand ändern.
Lernschritt 2
Die Schmelzwärme Qs ist die Energie, die für den betrachteten Schmelzvorgang übertragen wird. Die spezifische Schmelzwärme Ls ist die benötigte Energie pro Kilogramm Stoff. In Schulbüchern findest du dafür auch andere Formelzeichen, etwa qs.
Qs = m · Ls
m ist die tatsächlich schmelzende Masse. Wird Ls in Joule pro Kilogramm angegeben und m in Kilogramm eingesetzt, erhältst du Qs in Joule.
Für Wasser verwenden wir auf dieser Seite den gerundeten Wert:
Ls = 334 = 334.000
Dieser Wert beschreibt Eis und flüssiges Wasser an der Schmelztemperatur. Er enthält weder das vorherige Erwärmen von Eis unter 0 °C noch das spätere Erwärmen des entstandenen Wassers.
Lernschritt 3
Aufgabe: 100 g Eis bei 0 °C sollen vollständig zu Wasser bei 0 °C werden. Wärmeverluste und Gefäß werden vernachlässigt.
1. Masse umrechnen: 100 g = 0,100 kg.
2. Passende Formel wählen: Es ändert sich der Zustand, nicht die Temperatur. Deshalb verwenden wir Qs = m · Ls.
Qs = 0,100 · 334 kJ = 33,4 kJ
3. Ergebnis deuten: Das entstandene Wasser hat zunächst weiterhin 0 °C. Um es danach wärmer zu machen, ist zusätzliche Energie erforderlich.
Q = m · c · ΔT mit ΔT = 0 ergibt nur null für den Anteil einer Temperaturänderung. Daraus folgt nicht, dass für das Schmelzen keine Energie benötigt wird.
Lernschritt 4
Liegt das Eis bereits an der Schmelztemperatur und wird die Energie ausschließlich zum Schmelzen verwendet, kannst du die geschmolzene Masse berechnen:
mgeschmolzen =
Beispiel: 100 g Eis bei 0 °C nehmen 16,7 kJ auf.
mgeschmolzen = kg = 0,050 kg = 50 g
Es entstehen 50 g Wasser; 50 g Eis bleiben übrig. Solange beide Zustände im Gleichgewicht nebeneinander vorliegen, bleibt die Temperatur im Modell bei etwa 0 °C.
Vorhersage: Was passiert, wenn dieselben 100 g Eis bei 0 °C insgesamt 40 kJ aufnehmen?
33,4 kJ schmelzen das gesamte Eis. Übrig bleiben 6,6 kJ für 0,100 kg Wasser. Mit c = 4,2 Kilojoule pro Kilogramm und Kelvin steigt seine Temperatur um ungefähr 15,7 K. Die Endtemperatur ist also etwa 15,7 °C, sofern keine Energie verloren geht.
Lernschritt 5
Aufgabe: 100 g Eis bei −10 °C sollen zu Wasser bei 20 °C werden. Wir verwenden cEis = 2,1 und cWasser = 4,2 Kilojoule pro Kilogramm und Kelvin sowie Ls = 334 Kilojoule pro Kilogramm.
Von −10 °C auf 0 °C: ΔT = 10 K.
Q₁ = 0,100 · 2,1 · 10 = 2,1 kJFest → flüssig bei etwa 0 °C.
Q₂ = 0,100 · 334 = 33,4 kJVon 0 °C auf 20 °C: ΔT = 20 K.
Q₃ = 0,100 · 4,2 · 20 = 8,4 kJQgesamt = 2,1 + 33,4 + 8,4 = 43,9 kJ
Die drei Abschnitte haben unterschiedliche physikalische Bedeutungen. Eine einzige Rechnung mit ΔT = 30 K und nur einem c kann sie nicht ersetzen.
Lernschritt 6
Der umgekehrte Übergang heißt Erstarren, bei Wasser auch Gefrieren. Wird Wasser bei 0 °C zu Eis bei 0 °C, gibt es pro Kilogramm ungefähr dieselbe Energie ab, die beim Schmelzen benötigt wird.
Frieren 0,20 kg Wasser unter diesen Bedingungen vollständig, werden ungefähr 0,20 · 334 kJ = 66,8 kJ an die Umgebung abgegeben. In einer Bilanz mit „aufgenommene Energie positiv“ hätte dieser Energieanteil für das Wasser ein negatives Vorzeichen.
Die Umgebung muss die Energie aufnehmen können. Dass die Luft kalt ist, macht den Energieanteil nicht überflüssig. Vorheriges Abkühlen von wärmerem Wasser und späteres Abkühlen des Eises sind erneut zusätzliche Schritte.
Lernschritt 7
Die Annahme eines klaren Temperaturplateaus gilt für einen reinen Stoff im Gleichgewicht bei festem Druck. Mischungen, Druckänderungen und ungleichmäßige Temperaturen können zu anderen Verläufen führen. Reale Heizer erwärmen auch das Gefäß und geben Energie an die Umgebung ab.
Lass Lernende die Energiekurve abschnittsweise beschriften: „Temperatur ändert sich“ oder „Zustand ändert sich“. Danach ordnen sie die passende Formel zu. Besonders aufschlussreich ist der Vergleich von 16,7 kJ, 33,4 kJ und 40 kJ für dieselbe anfängliche Eismasse.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Q = 0,200 · 334 kJ = 66,8 kJ.
Erklärung wiederholen →m = 8,35 geteilt durch 334 kg = 0,025 kg = 25 g.
Erklärung wiederholen →Q = 0,100 · 2,1 · 10 kJ = 2,1 kJ. Das ist nur die Erwärmung vor dem Schmelzen.
Erklärung wiederholen →ΔT = 4,2 geteilt durch (0,100 · 4,2) K = 10 K.
Erklärung wiederholen →Es gibt beim Übergang zu Eis Energie ab.
Erklärung wiederholen →Beim Phasenwechsel kann Energie für die veränderten Wechselwirkungen und Anordnung benötigt werden, ohne die Temperatur zu erhöhen.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Buch, Preis und Details ansehen →c beschreibt Energie pro Kilogramm und Kelvin für eine Temperaturänderung. Lₛ beschreibt Energie pro Kilogramm für den Schmelzvorgang.
Nein. Eis unter 0 °C wird zunächst wärmer. Erst während des Schmelzens eines reinen Stoffes bei festem Druck kann die Temperatur annähernd konstant bleiben.
In einem geschlossenen System bleibt die Masse erhalten. Volumen und Teilchenanordnung können sich ändern.