1 · Löse x² = 49.
Lösung und Rechenweg ansehen
L = {−7; 7}. Beide Zahlen ergeben beim Quadrieren 49.
Erklärung wiederholen →Mathe · Klasse 8–10 · etwa 35–50 Minuten
Du wählst eine passende Lösungsmethode und bestimmst alle reellen Lösungen einer quadratischen Gleichung.
Du kannst Terme umformen, einfache Gleichungen lösen und kennst Quadrate und Wurzeln.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Bestimme jeweils alle reellen Lösungen. Schreibe zwei Lösungen getrennt durch ein Semikolon, zum Beispiel −3; 3.
Zwei Lösungen: −3; 3. Eine Lösung: 0. Keine reelle Lösung: keine. Brüche: 2/3. Wurzeln: sqrt(5) oder √5. Dezimalzahlen mit Komma oder Punkt; gerundet bitte mindestens vier Nachkommastellen.
02 · Verstehen
Eine Gleichung – bis zu zwei reelle Lösungen
x² − 5x + 6 = 0
(x − 2)(x − 3) = 0
x = 2 oder x = 3. Beide Zahlen erfüllen die ursprüngliche Gleichung.
Eine quadratische Gleichung lässt sich in die Form ax² + bx + c = 0 mit a ≠ 0 bringen. Die höchste Potenz der Unbekannten ist dabei x². Gesucht sind alle Zahlen, für die beide Seiten der Gleichung übereinstimmen.
Auf dieser Seite rechnen wir mit reellen Zahlen. Eine quadratische Gleichung kann zwei verschiedene reelle Lösungen, genau eine reelle Lösung oder keine reelle Lösung haben. Wir notieren die Lösungen als Lösungsmenge L.
| Gleichung | Lösungsmenge |
|---|---|
| x² = 9 | L = {−3; 3} |
| x² = 0 | L = {0} |
| x² = −9 | L = ∅, keine reelle Lösung |
Die Wurzel √9 ist die nichtnegative Zahl 3. Die Gleichung x² = 9 hat trotzdem zwei Lösungen, denn auch (−3)² = 9.
| Form nach dem Vereinfachen | Günstiger Einstieg | Beispiel |
|---|---|---|
| x² = r oder (x − d)² = r | Wurzelziehen | (x − 2)² = 9 |
| ax² + bx = 0 | x ausklammern, Nullproduktregel | x² − 5x = 0 |
| Produkt = 0 | Jeden Faktor gleich 0 setzen | (x − 2)(x + 3) = 0 |
| x² + px + q = 0 | p-q-Formel oder quadratische Ergänzung | x² + 6x + 5 = 0 |
| ax² + bx + c = 0 | Mitternachtsformel | 2x² − 3x − 2 = 0 |
Vereinfache zuerst beide Seiten und löse Klammern auf. Für Nullproduktregel und Lösungsformeln muss auf einer Seite 0 stehen. Du brauchst nicht für jede Aufgabe die längste Formel: Suche zuerst nach einer einfachen Struktur.
Beispiel · Schritt für Schritt
2x² − 18 = 0
Beispiel: 2x² − 18 = 0. Addiere 18 und teile durch 2:
Addiere 18 auf beiden Seiten.
Teile die gesamte Gleichung durch 2.
3² und (−3)² ergeben jeweils 9.
Das Zeichen ± bedeutet hier zwei Möglichkeiten: x = 3 oder x = −3. Also L = {−3; 3}.
Bei einer quadrierten Klammer gehst du genauso vor:
Beispiel · Schritt für Schritt
(x − 2)² = 9
Die gesamte Klammer wird quadriert.
Beide Vorzeichen sind möglich.
Löse jeden Fall einzeln: 3 + 2 = 5 und −3 + 2 = −1.
Daraus folgen x = 5 oder x = −1. Ist die rechte Seite nach dem Freistellen 0, gibt es nur eine Lösung. Ist sie negativ, gibt es keine reelle Lösung.
Lösung · Schritt für Schritt
(x + 1)² = 16
Gesucht sind alle reellen Lösungen.
Beide Zahlen ergeben beim Quadrieren 16.
L = {−5; 3}.
Ein Produkt ist genau dann 0, wenn mindestens einer seiner Faktoren 0 ist. Deshalb wird aus (x − 2)(x + 3) = 0 die Fallunterscheidung x − 2 = 0 oder x + 3 = 0. Die Lösungen sind 2 und −3.
Fehlt das konstante Glied, kannst du häufig x ausklammern:
Beispiel · Schritt für Schritt
x² − 5x = 0
Beide Summanden enthalten x.
Schreibe die linke Seite als Produkt.
Mindestens ein Faktor muss 0 sein.
Die Lösung 0 bleibt erhalten. Aus x − 5 = 0 folgt x = 5.
Teile diese Gleichung nicht einfach durch x. Damit würdest du x = 0 ausschließen und eine Lösung verlieren. Die Nullproduktregel gilt für ein Produkt gleich 0, nicht für eine Summe wie x + 5 = 0.
Lösungsweg · Quadratische Ergänzung
x² + 6x + 5 = 0
Vor x² steht bereits der Faktor 1.
Wir lösen x² + 6x + 5 = 0. Ziel ist eine binomische Formel. Die Hälfte von 6 ist 3; ihr Quadrat ist 9.
Bringe die Konstante nach rechts.
Halbiere 6 und quadriere: (6 : 2)² = 9. Rechts ergibt −5 + 9 den Wert 4.
x² + 6x + 9 ist das Quadrat von x + 3.
Berücksichtige beide Vorzeichen.
L = {−5; −1}.
Die Ergänzung verändert die Lösung nicht, weil auf beiden Seiten dieselbe Zahl addiert wird. Steht vor x² ein Faktor, teile die Gleichung zuerst durch diesen Faktor.
Die p-q-Formel gilt für die normierte Form x² + px + q = 0. Vor x² muss also 1 stehen.
Die Regel
x = − ± √(()² − q)
Gleiche Aufgabe · Mit der p-q-Formel
x² + 6x + 5 = 0
Für x² + 6x + 5 = 0 sind p = 6 und q = 5:
Die Gleichung steht in der normierten Form x² + px + q = 0.
−p/2 = −3 und (p/2)² = 9.
9 − 5 = 4 und √4 = 2.
−3 + 2 = −1 und −3 − 2 = −5.
Wieder erhältst du −1 und −5. Bei 2x² − 6x + 4 = 0 musst du zunächst durch 2 teilen: x² − 3x + 2 = 0. Erst danach liest du p = −3 und q = 2 ab.
Übernimm Vorzeichen mit: In x² − 3x + 2 = 0 ist p = −3. Dann ist − = +1,5. Schreibe negative Werte beim Einsetzen in Klammern.
Für ax² + bx + c = 0 mit a ≠ 0 gilt die Mitternachtsformel, auch abc-Formel genannt. Der gesamte Ausdruck −b ± √(b² − 4ac) wird durch 2a geteilt:
Die Regel
x =
Beispiel · Schritt für Schritt
2x² − 3x − 2 = 0
Beispiel: 2x² − 3x − 2 = 0. Hier sind a = 2, b = −3 und c = −2. Der Ausdruck unter der Wurzel heißt Diskriminante D.
Lies die Koeffizienten aus 2x² − 3x − 2 = 0 ab.
Setze negative Koeffizienten in Klammern ein.
Der zweite Term ist positiv: −4 · 2 · (−2) = 16.
−b = 3 und 2a = 4. Der gesamte Zähler wird durch 4 geteilt.
√25 = 5. Verwende einmal +5 und einmal −5.
| Diskriminante | Reelle Lösungen |
|---|---|
| D > 0 | zwei verschiedene Lösungen |
| D = 0 | eine Lösung, auch doppelte Lösung genannt |
| D < 0 | keine reelle Lösung |
Beispiel ohne reelle Lösung: x² + x + 1 = 0 hat D = 1 − 4 = −3. In der p-q-Formel entscheidet entsprechend das Vorzeichen des Ausdrucks unter der Wurzel.
Setze jede gefundene Lösung in die ursprüngliche Gleichung ein. Für 2x² − 3x − 2 = 0 ergibt die Probe mit x = −0,5: 2 · 0,25 + 1,5 − 2 = 0.
Beispiel · Schritt für Schritt
A = 40 cm²
Länge = Breite + 3 cm
Ein Rechteck ist 3 cm länger als breit und hat eine Fläche von 40 cm². Gesucht sind seine Seitenlängen.
Ein Rechteck ist 3 cm länger als breit und hat 40 cm² Fläche. x ist die Breite in cm; x + 3 die Länge. Es muss x > 0 gelten.
Multipliziere x mit beiden Klammerteilen.
Für die Nullproduktregel brauchst du rechts 0.
8 + (−5) = 3 und 8 · (−5) = −40.
Setze jeden Faktor einzeln gleich 0.
Eine negative Breite ist nicht möglich. Deshalb bleibt x = 5; die Länge ist 5 + 3 = 8.
Die Probe lautet 5 · 8 = 40. Unterscheide also zwischen den Lösungen der Gleichung und den im Sachzusammenhang zulässigen Antworten.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Gesucht sind immer alle reellen Lösungen. Eine doppelte Lösung brauchst du nur einmal einzugeben.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
L = {−7; 7}. Beide Zahlen ergeben beim Quadrieren 49.
Erklärung wiederholen →Lösung · Schritt für Schritt
x² + 4x = 0
Beide Summanden enthalten x.
Klammere x aus.
Mindestens ein Faktor ist 0.
Aus x + 4 = 0 folgt x = −4.
Lösung · Schritt für Schritt
(x − 3)² = 4
Die Klammer ist bereits freigestellt.
√4 = 2, aber beide Wurzelfälle sind zu berücksichtigen.
L = {1; 5}.
Lösung · Schritt für Schritt
2x² − 8x + 6 = 0
Vor x² steht noch der Faktor 2.
Teile jeden Summanden durch 2. Jetzt gilt p = −4 und q = 3.
−p/2 = 2 und (p/2)² = (−2)² = 4.
√1 = 1.
2 − 1 = 1 und 2 + 1 = 3. Probe in der ursprünglichen Gleichung: 2 − 8 + 6 = 0 und 18 − 24 + 6 = 0.
Lösung · Schritt für Schritt
3x² + x − 2 = 0
Die Gleichung lautet 3x² + x − 2 = 0.
D ist positiv: Es gibt zwei verschiedene reelle Lösungen.
Der Nenner ist 2a = 6.
√25 = 5. Kürze im Plusfall 4/6 zu 2/3.
Setze zuerst −1 und dann 2/3 in die ursprüngliche Gleichung ein. Beide Proben stimmen.
Erste Gleichung: Ein Quadrat ist genau dann 0, wenn seine Basis 0 ist. Also x − 2 = 0 und L = {2}. Das ist eine doppelte Lösung, aber nur eine Zahl in der Lösungsmenge.
Zweite Gleichung: Das Quadrat einer reellen Zahl ist nie negativ. Daher ist L = ∅.
Hier ist die Quadratstruktur bereits sichtbar. Wurzelziehen beziehungsweise die Überlegung zum Vorzeichen führt direkt zum Ergebnis.
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Dranbleiben
Wiederhole die Erklärung zu deinem Fehler. Rechne danach eine ähnliche Aufgabe ohne geöffneten Tipp oder Rechenweg.
Gezielt weiterüben →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Hilfe. Danach kannst du das nächste Thema angehen.
Parabeln und Nullstellen →Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Ja. Die p-q-Formel ist auf die normierte Form zugeschnitten. Die Mitternachtsformel berücksichtigt auch einen Vorfaktor a ≠ 1 direkt.
Beim Quadrieren können zwei verschiedene Zahlen denselben Wert ergeben. Ob es zwei, eine oder keine reelle Lösung gibt, hängt von der Gleichung ab.
Nein. Bei einfachen Formen sind Wurzelziehen, Ausklammern oder Faktorisieren oft kürzer. Prüfe anschließend alle Lösungen.
Stelle zuerst x² frei.