Aufgabe 1 · Auf Papier lösen
(x + 2)²
Lösung und Rechenweg ansehen
Erste Formel mit a = x und b = 2:
(x + 2)² = x² + 2 · x · 2 + 2²
= x² + 4x + 4.
Erklärung wiederholen →Mathe · meist Klasse 8–9 · etwa 25–40 Minuten
Du erkennst die passende Formel, multiplizierst Klammern aus und formst passende Terme rückwärts um.
Terme zusammenfassen und Klammern ausmultiplizieren. Grundlagen wiederholen →
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Multipliziere die drei Klammern ohne Nachschlagen aus. Wenn du noch nicht weißt, wie das geht, kannst du direkt mit der Erklärung starten.
So gibst du Terme ein: x^2 + 4x + 4 oder x² + 4x + 4. Auch 4*x und eine andere Reihenfolge der Summanden sind möglich. Schreibe nur das Ergebnis, ohne Gleichheitszeichen.
02 · Verstehen
Binomische Formeln sind Abkürzungen für bestimmte Klammerprodukte. Statt jedes Mal alle Teile einzeln auszumultiplizieren, kannst du ein bekanntes Rechenmuster nutzen. Ein Binom ist ein Term aus zwei Teilen, zum Beispiel a + b oder x − 4.
Die Buchstaben a und b sind Platzhalter für Zahlen oder ganze Terme. Dabei bedeutet ab dasselbe wie a · b und 2ab dasselbe wie 2 · a · b.
(a + b)² = a² + 2ab + b²
Du quadrierst den ersten Teil, addierst das doppelte Produkt beider Teile und addierst das Quadrat des zweiten Teils.
Beispiel: (x + 3)² = x² + 6x + 9.
(a − b)² = a² − 2ab + b²
Der Aufbau ist fast gleich. Jetzt subtrahierst du das doppelte Produkt. Vor dem letzten Quadrat steht weiterhin ein Plus.
Beispiel: (x − 3)² = x² − 6x + 9.
(a + b)(a − b) = a² − b²
In beiden Klammern stehen dieselben Teile. Nur das Zeichen dazwischen wechselt. Du rechnest: erstes Quadrat minus zweites Quadrat.
Beispiel: (x + 3)(x − 3) = x² − 9.
Eine Klammer hoch 2 mit Plus → erste Formel. Eine Klammer hoch 2 mit Minus → zweite Formel. Zwei Klammern mit denselben Teilen und einmal Plus, einmal Minus → dritte Formel. Bei (x + 2)(x + 3) passt keine der drei Formeln direkt.
Jetzt du · Erst selbst versuchen
Die zweite Formel: Die Minusklammer wird quadriert. Dabei ist a = y und b = 4. Das Minus gehört zum Muster (a − b); setze für b hier also 4 ein, nicht −4.
In den nächsten drei Schritten siehst du, woher diese Formeln kommen. Wenn dir das Multiplizieren von Klammern noch schwerfällt, kannst du das Ausmultiplizieren vorher wiederholen.
Herleitung · Schritt für Schritt
(a + b)²
Wir beginnen mit (a + b)². Die Hochzahl 2 bezieht sich auf die ganze Klammer: Du multiplizierst (a + b) mit sich selbst.
Multipliziere das a aus der ersten Klammer mit beiden Teilen der zweiten Klammer.
Multipliziere auch das b aus der ersten Klammer mit beiden Teilen. Weil b · a = a · b gilt, entsteht noch einmal ab.
Die beiden gleichen Teile ab + ab ergeben 2ab. Die Quadrate bleiben stehen.
(a + b)² = a² + 2ab + b²
Der mittlere Term 2ab entsteht, weil das Produkt ab zweimal vorkommt.
Flächenmodell für positive Längen a und b; schematische Darstellung. Die algebraische Formel gilt auch für negative Zahlen.
Das mittlere Glied kommt zweimal vor
(x + 3)² = x² + 6x + 9
Beim Ausmultiplizieren entstehen x², 3x, noch einmal 3x und 9. Die beiden mittleren Teile ergeben zusammen 6x.
Konkretes Beispiel · Schritt für Schritt
(x + 3)²
Hier setzt du a = x und b = 3 ein.
Nutze a² + 2ab + b² mit a = x und b = 3.
2 · x · 3 = 6x und 3² = 9.
Die Rechnung dahinter: x · 3 und 3 · x ergeben zusammen 6x. Deshalb darf dieser mittlere Term nicht fehlen.
Jetzt du · Erst selbst versuchen
Erste Formel mit a = x und b = 5:
(x + 5)² = x² + 2 · x · 5 + 5²
= x² + 10x + 25.
Passend weiterüben: Mit 17 Aufgaben die binomischen Formeln üben →
Herleitung · Schritt für Schritt
(a − b)²
Bei (a − b)² multiplizierst du ebenfalls zwei gleiche Klammern. Achte jetzt auf die Vorzeichen: Der zweite Teil jeder Klammer ist −b.
Beide Klammern enthalten ein Minus.
Beim zweiten Produkt bleibt das Minus erhalten.
Das ergibt −ab + b². Beim letzten Produkt heben sich die beiden Minuszeichen auf: (−b) · (−b) = b².
Die beiden mittleren Teile ergeben −2ab. Vor b² steht ein Plus.
(a − b)² = a² − 2ab + b²
Merke dir die Zeichenfolge Plus – Minus – Plus. Das letzte Quadrat b² ist nie negativ; für b = 0 ist es 0.
Konkretes Beispiel · Schritt für Schritt
(x − 4)²
Du nutzt die zweite Formel mit a = x und b = 4.
Nutze a² − 2ab + b² mit a = x und b = 4.
2 · x · 4 = 8x und 4² = 16. Das letzte Quadrat wird addiert.
Warum +16? Beim Ausmultiplizieren rechnest du am Ende (−4) · (−4) = +16.
Jetzt du · Erst selbst versuchen
Zweite Formel mit a = y und b = 7:
(y − 7)² = y² − 2 · y · 7 + 7²
= y² − 14y + 49. Das letzte Quadrat wird addiert.
Herleitung · Schritt für Schritt
(a + b)(a − b)
Jetzt stehen zwei unterschiedliche Klammern nebeneinander: (a + b) und (a − b). Sie enthalten dieselben Teile a und b, aber einmal ein Plus und einmal ein Minus.
Hier wird keine einzelne Klammer quadriert. Du multiplizierst eine Plusklammer mit der passenden Minusklammer.
Das erste a wird mit beiden Teilen der zweiten Klammer multipliziert.
Das zweite Produkt ergibt diesmal −b²: Nur einer der beiden Faktoren trägt ein zusätzliches Minus.
Die mittleren Teile −ab und +ab ergeben zusammen 0. Übrig bleiben a² und −b².
(a + b)(a − b) = a² − b²
Hier bleibt kein mittlerer Term übrig. Das Ergebnis heißt auch Differenz zweier Quadrate.
Konkretes Beispiel · Schritt für Schritt
(x + 6)(x − 6)
In beiden Klammern stehen x und 6. Die Zeichen sind verschieden: Die dritte Formel passt mit a = x und b = 6.
Nutze a² − b² mit a = x und b = 6.
6² = 36. Subtrahiere das zweite Quadrat.
Auch (x − 6)(x + 6) ergibt x² − 36. Du darfst die Reihenfolge der beiden Klammern beim Multiplizieren vertauschen.
Jetzt du · Erst selbst versuchen
Beide Zahlen liegen gleich weit von 100 entfernt: 103 = 100 + 3 und 97 = 100 − 3.
103 · 97 = (100 + 3)(100 − 3)
= 100² − 3²
= 10 000 − 9 = 9 991.
Beispiel · Schritt für Schritt
(2x + 3)²
Bei (2x + 3)² ist der erste Teil 2x. Deshalb musst du beim ersten Quadrat auch die 2 quadrieren.
Sowohl die 2 als auch das x werden quadriert.
Die erste 2 kommt aus der Formel, die zweite steckt im Term 2x.
Quadriere den zweiten Teil.
Addiere die beiden Quadrate und das doppelte Produkt.
Konkretes Beispiel · Schritt für Schritt
(3a − 2b)²
Die zwei Teile sind jetzt 3a und 2b. Wegen des Minuszeichens nutzt du die zweite Formel.
Setze die ganzen Teile 3a und 2b in die zweite Formel ein.
(3a)² = 9a²; das doppelte Produkt ist 12ab; (2b)² = 4b².
So vermeidest du zum Beispiel den Fehler (2x)² = 2x². Richtig ist (2x)² = 4x².
Jetzt du · Erst selbst versuchen
(5x)² − 2² = 25x² − 4.
Binomische Formeln funktionieren auch von rechts nach links: Aus einem passenden ausmultiplizierten Term wird wieder ein Klammerprodukt. Das nennt man Faktorisieren.
Prüfe die beiden Quadrate und den mittleren Term. Wir betrachten x² + 10x + 25:
x² + 10x + 25 = (x + 5)²
Beispiel · Schritt für Schritt
x² + 10x + 25
x² ist das Quadrat von x.
25 ist das Quadrat von 5.
Das passt genau zum mittleren Term.
Vor 10x steht ein Plus, deshalb lautet die Klammer (x + 5). Insgesamt ergibt sich (x + 5)².
x² + 8x + 25 wäre dagegen nicht (x + 5)², denn das mittlere Glied passt nicht.
Beispiel · Schritt für Schritt
9x² − 16
Stehen zwei Quadrate mit einem Minus dazwischen, prüfst du die dritte Formel. Bei 9x² − 16 gilt:
Der erste Teil ist 3x.
Der zweite Teil ist 4.
Schreibe eine Plus- und eine Minusklammer mit genau diesen Teilen.
9x² − 16 = (3x + 4)(3x − 4)
Bei 9x² + 16 passt diese Formel nicht: Zwischen den Quadraten muss ein Minus stehen.
Jetzt du · Erst selbst versuchen
(x − 6)². Das mittlere Glied ist −2 · x · 6 = −12x.
Passend weiterüben: Ausmultiplizieren und Rückwärtserkennen intensiv üben →
Die gemischten Produkte fehlen. Hoch 2 verteilt sich nicht einfach auf die beiden Summanden.
Richtig: (x + 3)² = x² + 6x + 9
Eine Probe mit x = 1 zeigt den Fehler: links 4² = 16, beim falschen Term rechts nur 1 + 9 = 10.
Ein Gegenbeispiel widerlegt eine falsche Formel. Ein einzelner passender Wert beweist umgekehrt keine allgemeine Gleichheit. Die Herleitung durch Ausmultiplizieren gilt für alle erlaubten Werte.
Passend weiterüben: Die drei Formeln auf der Lernkarte wiederholen →
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Dein Wissen anwenden
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
Aufgabe 1 · Auf Papier lösen
Erste Formel mit a = x und b = 2:
(x + 2)² = x² + 2 · x · 2 + 2²
= x² + 4x + 4.
Erklärung wiederholen →Aufgabe 2 · Auf Papier lösen
Zweite Formel mit a = y und b = 3:
(y − 3)² = y² − 2 · y · 3 + 3²
= y² − 6y + 9.
Erklärung wiederholen →Aufgabe 3 · Auf Papier lösen
Die Klammern enthalten dieselben Teile und unterschiedliche Zeichen. Daher passt die dritte Formel:
(a + 8)(a − 8) = a² − 8²
= a² − 64.
Erklärung wiederholen →Aufgabe 4 · Auf Papier lösen
Zweite Formel mit den Teilen 2x und 5:
(2x − 5)² = (2x)² − 2 · (2x) · 5 + 5²
= 4x² − 20x + 25.
Auch der Zahlenfaktor 2 wird im ersten Term quadriert.
Erklärung wiederholen →Aufgabe 5 · Auf Papier lösen
14, denn 2 · x · 7 = 14x.
Erklärung wiederholen →Aufgabe 6 · Auf Papier lösen
4x² = (2x)² und 9 = 3². Die beiden Teile der gesuchten Klammer sind also 2x und 3.
Kontrolle: 2 · (2x) · 3 = 12x. Auch der mittlere Term passt. Wegen des Pluszeichens gilt:
4x² + 12x + 9 = (2x + 3)².
Erklärung wiederholen →Der Selbstcheck hilft dir zu erkennen, welchen Schritt du noch üben solltest. Rechne nach einer Korrektur eine ähnliche Aufgabe ohne Hilfe.
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Dranbleiben
Wähle im Trainer die passende Stufe. Rechne nach einem Hinweis eine weitere Aufgabe, ohne den Rechenweg zu öffnen.
Eine Übungsstufe wählen →Wiederhole in zwei bis drei Tagen fünf Aufgaben ohne Nachschlagen. Danach kannst du untersuchen, wie binomische Formeln beim Lösen quadratischer Gleichungen helfen.
Quadratische Gleichungen entdecken →Lass dir an (x + 3)² erklären, woher 6x kommt. Dein Kind rechnet dann (x − 4)² und (2x + 1)² selbst. Fragt bei einem Fehler: „Welcher der drei Teile stimmt noch nicht?“ Nutzt den passenden Erklärungsschritt und rechnet anschließend eine ähnliche Aufgabe. Die Lösung sollte dein Kind selbst formulieren.
Ziel: Die drei Formeln unterscheiden, mit Faktoren anwenden und passende Terme faktorisieren. Einsetzbar nach der Einführung, je nach Lernstand und Lehrplan.
Ohne Einzelgeräte: Gemeinsam erklären und mit dem kompakten Arbeitsblatt oder den Papieraufgaben weiterarbeiten. Lösungen erst nach dem eigenen Versuch öffnen.
Vertiefung: Warum ist x² + 8x + 25 nicht (x + 5)²? Begründe mit dem mittleren Term.
Die beiden gemischten Produkte sind gleich groß und haben entgegengesetzte Vorzeichen. Deshalb heben sie sich auf.
Nein. Beim Klammerquadrat entsteht zusätzlich −2ab und das letzte Quadrat ist positiv. a² − b² gehört zur dritten Formel.
Nun stehen zwei gleiche Klammern nebeneinander.