Du berechnest Potenzfunktionswerte und erkennst Symmetrie, Definitions- und Wertemenge sowie die Wirkung des Vorfaktors.
Voraussetzungen ansehen
Potenzen, negative Exponenten und Grundlagen zu Funktionen.
01 · Dein Startpunkt · ca. 3 Minuten
Was kannst du schon?
3 kurze Aufgaben
Prüfe einen Funktionswert, eine Symmetrie und die erlaubten Eingaben.
Zahlen mit Komma oder Punkt, Brüche mit /. Symmetrie: y-Achse, Ursprung oder keine. Bedingungen etwa x != 0 oder y <= 0; alle für alle reellen Zahlen. Vergleiche: <, > oder =. Entscheidungen: ja oder nein.
02 · Verstehen
Was ist eine Potenzfunktion?
Die Variable ist die Basis
f(x) = a · xn
x², x³ und 1x gehören zu derselben großen Familie. Der Exponent entscheidet über wichtige Eigenschaften.
Eine Potenzfunktion hat die Form f(x) = a · xn. Der Vorfaktor a und der Exponent n sind fest; die Variable x steht in der Basis. Hier betrachten wir a ≠ 0 und zunächst positive oder negative ganze Exponenten.
Beispiele sind f(x) = x², g(x) = 3x³ und h(x) = x⁻¹. Ein Ausdruck wie x² + 3x ist eine Summe von Potenztermen, aber keine einzelne Potenzfunktion dieser Form.
Funktion
Was bleibt fest?
Was verändert sich?
f(x) = x³
Exponent 3
Basis x
g(x) = 3ˣ
Basis 3
Exponent x
Beispiel · Schritt für Schritt
Vergleiche Potenz- und Exponentialfunktion
f(x) = x³; g(x) = 3ˣ x = 2
RechnungErklärung zum Schritt
f(2) = 2³ = 8
1 In die Basis einsetzen
Bei der Potenzfunktion x³ bleibt der Exponent 3 fest.
g(2) = 3² = 9
2 In den Exponenten einsetzen
Bei der Exponentialfunktion 3ˣ bleibt die Basis 3 fest.
f(2) ≠ g(2)
3 Funktionstypen unterscheiden
Die Position der Variablen verändert den Rechenweg und den Funktionswert.
Positive gerade und ungerade Exponenten
f(x) = x²: gerade Potenz, achsensymmetrisch zur y-Achse.f(x) = x³: ungerade Potenz, punktsymmetrisch zum Ursprung.
Bei einem positiven geraden Exponenten, etwa 2 oder 4, gilt (−x)ⁿ = xⁿ. Für a > 0 liegen alle Funktionswerte auf oder über der x-Achse. Der Graph ist achsensymmetrisch zur y-Achse.
Bei einem positiven ungeraden Exponenten, etwa 1 oder 3, gilt (−x)ⁿ = −xⁿ. Der Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung. Für a > 0 steigt er über den gesamten Definitionsbereich streng an.
Eigenschaft für a = 1
n positiv und gerade
n positiv und ungerade
Definitionsbereich
alle reellen Zahlen
alle reellen Zahlen
Wertemenge
alle Werte ab 0
alle reellen Zahlen
Nullstelle
x = 0
x = 0
Symmetrie
zur y-Achse
zum Ursprung
Für beide Gruppen gilt f(1) = 1. Bei x = −1 erhältst du im geraden Fall 1 und im ungeraden Fall −1.
Wertetabellen erstellen und Größen vergleichen
x
−2
−1
0
0,5
1
2
x²
4
1
0
0,25
1
4
x³
−8
−1
0
0,125
1
8
x⁴
16
1
0
0,0625
1
16
x
x²
x³
x⁴
−2
4
−8
16
−1
1
−1
1
0
0
0
0
0,5
0,25
0,125
0,0625
1
1
1
1
2
4
8
16
Beispiel · Schritt für Schritt
Beachte die Klammer bei einer negativen Basis
(−2)⁴ und −2⁴
RechnungErklärung zum Schritt
(−2)⁴ = (−2) · (−2) · (−2) · (−2) = 16
1 Ganze negative Basis potenzieren
Vier negative Faktoren ergeben ein positives Produkt. So setzt du x = −2 in x⁴ ein.
−2⁴ = −(2⁴) = −16
2 Minus außerhalb der Potenz beachten
Ohne Klammer wird zuerst 2⁴ berechnet und erst danach das Minus angewendet.
Für x > 1 werden x², x³ und x⁴ mit höherem Exponenten größer. Zwischen 0 und 1 ist es umgekehrt: 0,5⁴ ist kleiner als 0,5². „Höherer Exponent bedeutet immer größerer Wert“ stimmt also nicht.
Probier es selbst: Vergleiche 2³ und 2⁴ sowie 0,5³ und 0,5⁴.
Lösung ansehen
Lösung · Schritt für Schritt
Vergleiche die Werte bei größerem Exponenten
2³ und 2⁴ 0,5³ und 0,5⁴
RechnungErklärung zum Schritt
2³ = 8; 2⁴ = 16 8 < 16
1 Basis größer als 1
Ein weiterer Faktor 2 vergrößert den Wert.
0,5³ = 0,125 0,5⁴ = 0,0625
2 Basis zwischen 0 und 1
Ein weiterer Faktor 0,5 halbiert den bisherigen Wert.
0,125 > 0,0625
3 Ergebnisse vergleichen
Bei dieser Basis macht der höhere Exponent den Wert kleiner. Die Basis muss beim Vergleich berücksichtigt werden.
Was bewirkt der Vorfaktor a?
Beispiel · Schritt für Schritt
Untersuche die Wirkung des Vorfaktors
f(x) = x³; g(x) = 2x³ x = 2
RechnungErklärung zum Schritt
f(2) = 2³ = 8
1 Grundfunktion auswerten
Für f(x) = x³ wird zuerst die dritte Potenz berechnet.
g(2) = 2 · 2³ g(2) = 2 · 8 = 16
2 Vorfaktor anwenden
Bei g(x) = 2x³ wird das Ergebnis anschließend verdoppelt.
g(2) = 2 · f(2)
3 Wirkung erkennen
Jeder y-Wert wird mit 2 multipliziert. Das ist eine Streckung in y-Richtung.
Vorfaktor
Wirkung gegenüber xⁿ
a < 0
Spiegelung an der x-Achse, zusätzlich Skalierung mit |a|
|a| > 1
Streckung in y-Richtung
0 < |a| < 1
Stauchung in y-Richtung
Die Symmetrieart bleibt erhalten. f(x) = −2x² ist weiterhin achsensymmetrisch zur y-Achse; die Werte sind nun höchstens 0. f(x) = −x³ ist weiterhin punktsymmetrisch zum Ursprung, aber streng fallend.
Der Faktor steht außerhalb der Potenz: 2x³ bedeutet 2 · x³. Das ist nicht dasselbe wie (2x)³ = 8x³.
Negative Exponenten als Kehrwerte verstehen
Die Regel
x⁻¹ = 1x und x⁻² = 1x²
Allgemein gilt x⁻ᵐ = 1xᵐ für positive ganze m und x ≠ 0. Die 0 ist ausgeschlossen, weil du sonst durch 0 teilen würdest.
f(x) = x⁻¹: zwei Äste, x = 0 ausgeschlossen. Beide Koordinatenachsen sind Asymptoten.f(x) = x⁻²: beide Äste oberhalb der x-Achse, x = 0 ausgeschlossen.
Auch bei negativen ganzen Exponenten entscheidet gerade oder ungerade über die Symmetrie. x⁻² ist achsensymmetrisch zur y-Achse; x⁻¹ ist punktsymmetrisch zum Ursprung.
Für a = 1 sind bei geradem negativem Exponenten alle Werte positiv. Bei ungeradem negativem Exponenten kommen positive und negative Werte vor, aber niemals 0. Für große Beträge von x nähern sich die Werte der 0. Nahe x = 0 wachsen die Beträge der Funktionswerte unbegrenzt.
Exponent 0 und Wurzelfunktionen einordnen
Bei n = 0 gilt x⁰ = 1 für x ≠ 0. Den Ausdruck 0⁰ verwenden wir hier nicht. Die konstante Funktion f(x) = a kann unabhängig davon auf ganz ℝ definiert werden.
Auch gebrochene Exponenten führen zu wichtigen Funktionen. Für x ≥ 0 gilt x hoch 12 = √x. Diese Wurzelfunktion hat im Reellen den Definitionsbereich x ≥ 0 und den Wertebereich y ≥ 0.
Die Regeln „gerade oder ungerade“ beziehen sich auf ganze Exponenten. Übertrage sie nicht auf beliebige gebrochene Exponenten. Dort musst du den Definitionsbereich gesondert prüfen.
Ein Modell aufstellen und einen Punkt prüfen
Die Fläche eines Quadrats mit Seitenlänge x ist A(x) = x². Für die geometrische Aufgabe gilt x > 0, auch wenn die mathematische Funktion x² für negative x definiert ist.
Beispiel · Schritt für Schritt
Wie verändert sich das Volumen eines Würfels?
Kantenlänge x → 2x
RechnungErklärung zum Schritt
V(x) = x³, x > 0
1 Würfelmodell aufstellen
Die Kantenlänge muss positiv sein. Bei x in Zentimetern wird das Volumen in Kubikzentimetern angegeben.
V(2x) = (2x)³ V(2x) = 2³ · x³ = 8x³
2 Kantenlänge verdoppeln
Der Faktor 2 wirkt in allen drei Raumrichtungen und wird mit potenziert.
V(2x)/V(x) = 8
3 Volumen vergleichen
Der Würfel hat das achtfache Volumen.
A(2x) = (2x)² = 4x²
4 Mit einer Quadratfläche vergleichen
Bei einer Fläche wird der Faktor nur quadriert: Die Fläche vervierfacht sich.
Beispiel · Schritt für Schritt
Prüfe, ob der Punkt auf dem Graphen liegt
f(x) = 3x³ P(−2 | −24)
RechnungErklärung zum Schritt
f(−2) = 3 · (−2)³
1 x-Koordinate einsetzen
Prüfe P(−2 | −24) an f(x) = 3x³. Die negative Eingabe steht in Klammern und ist erlaubt.
(−2)³ = −8 f(−2) = 3 · (−8) = −24
2 Potenz vor Produkt berechnen
Ein ungerader Exponent erhält hier das negative Vorzeichen.
f(−2) = −24
3 Mit der y-Koordinate vergleichen
Der berechnete Funktionswert stimmt mit dem Punkt überein. P liegt auf dem Graphen.
Prüfe am Ende jeder Aufgabe: Ist x erlaubt? Wurde der ganze negative Wert potenziert? Passt das Vorzeichen? In einer Sachaufgabe kommen die Einheit und der sinnvolle Wertebereich dazu.
03 · Selber rechnen · ca. 10–15 Minuten
Übe in deinem Tempo
18 Aufgaben · 3 Stufen
Wähle eine Stufe. Du bekommst zu jeder Antwort eine Rückmeldung und kannst eine Aufgabe nach einem Hinweis noch einmal versuchen. Bei f(x) = a · x^n steht x in der Basis. Negative Exponenten bedeuten Kehrwerte. Die Aufgaben fragen ausdrücklich nach Eingaben x oder Funktionswerten y.
Freiwillig, ohne Anmeldung. Auf gemeinsam genutzten Geräten besser ausgeschaltet lassen. Deine Eingaben werden nicht gespeichert.
04 · Ohne Hilfe prüfen · ca. 5–8 Minuten
Wie sicher bist du jetzt?
5 gemischte Aufgaben
Rechne ohne Formelübersicht und Tipps. Danach siehst du, was geklappt hat und welcher Lernschritt als Nächstes sinnvoll ist. Das ist eine kurze Orientierung, keine Klassenarbeitsnote.
Lieber auf Papier? Weitere Aufgaben mit Rechenwegen
Dein Wissen anwenden
Sechs Aufgaben zum Selbstcheck
Löse die Aufgaben zuerst auf Papier. Öffne danach die Lösung. Bei einem Fehler führt dich der Link zur passenden Erklärung zurück.
1 · Berechne f(−2) für f(x) = 3x⁴.
Lösung und Rechenweg ansehen
Lösung · Schritt für Schritt
Berechne den Funktionswert
f(x) = 3x⁴; x = −2
RechnungErklärung zum Schritt
f(−2) = 3 · (−2)⁴
1 Einsetzen
Die ganze negative Zahl wird potenziert.
(−2)⁴ = 16
2 Potenz berechnen
Eine gerade Anzahl negativer Faktoren ergibt einen positiven Wert.
Lasst euch eine Aufgabe laut erklären. Fragt: „Warum darfst du diesen Schritt machen?“ Bei einem Fehler schaut ihr gemeinsam auf den Hinweis. Danach löst das Kind eine ähnliche Aufgabe selbst.
Zum Schluss benennt das Kind einen Schritt, den es jetzt sicherer beherrscht, und plant eine kurze Wiederholung.
Für Lehrkräfte: Vorschlag für eine Übungsstunde
Nach der Einführung des Themas: 5 Minuten Kurzcheck, 10 Minuten gezielte Wiederholung, 15 Minuten Üben auf passender Stufe, 10 Minuten Abschlusscheck und Besprechung, 5 Minuten Lernreflexion.
Die Stufen dienen zur Differenzierung. Die kurze Auswertung ist eine Orientierung; Begründungen und Rechenwege sollten zusätzlich auf Papier oder im Gespräch sichtbar werden.
Häufige Fragen
Sind Potenzfunktion und Exponentialfunktion dasselbe?
Nein. Bei x³ ist die Variable die Basis, bei 3ˣ steht sie im Exponenten.
Ist ein negativer Exponent ein negatives Ergebnis?
Nein. Ein negativer Exponent bedeutet Kehrwert. Zum Beispiel ist 2⁻² = 0,25 positiv.
Hat jede Potenzfunktion die Nullstelle 0?
Nein. Bei positiven ganzen Exponenten ja, wenn a ≠ 0. Bei negativen ganzen Exponenten ist x = 0 ausgeschlossen und es gibt keine Nullstelle.
Bei der Potenzfunktion x³ bleibt der Exponent 3 fest.